Dämmung der Installationsebene bei Vorwand Außenwand Bad

01.02.2016



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hoffe hier ist jemand bereit mir zu helfen, obwohl es kein Fachwerk ist und ich kein Bauexperte .
Ich renoviere einen Bestandsbau EFH, 50/60er Jahre.
In einem Raum mit drei Außenwänden wird ein Badezimmer eingebaut. Der Spülkasten und Wasser-/Abwasserrohre wurden auf eine Wand gesetzt und es entsteht eine Installationseben, die doppelt beplankt und teilweise mit Fliesen versehen wird.
Mauerwerk ist 24er Leichtbeton. Keine Außendämmung, erfolgt in einigen Jahren.
Wird die Installationseben gedämmt oder leer gelassen? Arbeiten erfolgen in Eigenregie, 100% dichte Dampfsperre ist daher nicht garantiert.
Ich freue mich über Ihre Hinweise.

Mit besten Grüßen
Milner



Installationsebene dämmen



Möglichst erst die Wand dämmen auf die die Rohre und Leitungen verlegt werden, nicht dass die einfrieren können.
Am besten ein Foto machen wenns geht, dann ist die Vorstellung der Situation etwas genauer.
Wo in Bonn steht das Haus? meins ist nicht so weit weg

Andreas



Installationsebene



Ohne die Rohdichte und die Wärmeleitfähigkeit der Leichtbetonsteine/Hohlblocksteine (Hbl oder Vbl) zu kennen. lässt sich nicht berechnen, wie niedrig die Temperatur auf der Innenseite der Wandoberfläche im Winter sein wird. Wann demzufolge auch die Gefahr des Kondensatausfall besteht, gerade auch in der BAdezimmersituation mit hohen Innenraumtemperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit.

Es kann durchaus sehr schnell zu einer Unterschreitung des Taupunktes kommen. Das müsste rechnerisch nachgeprüft werden, wenn die Steinqualität bekannt ist. Ggf. hilft nur das lückenlose Ausmauern der Installationsebene z.B. mit Porenbeton (Multipor) oder zumindest eine kapillaraktive, mineralische Innenwanddämmung aus KalSi-Platten, die die Oberflächentemperatur anhebt.

Die Problematik werden Sie aber ggf. an anderen Stellen des MAuerwerks im Raum weiterhin haben: Wärmebrücken.

Wenn Sie auf Dampfsperren verzichten wollen -was durchaus sinnvoll ist, sollte Ihr Konzept des Innenausbaus bzw. der abschnittsweisen Sanierung bis zur Fassadendämmung gut durchdacht werden.

Wenn Sie diese Punkte z.B. gerne einmal vor Ort im Sinne einer Bauberatung besprechen möchten, können Sie mich gerne kontaktieren. Meine Kontaktdaten finden Sie unter "pickartz.architektur", wenn Sie sich im Forum anmelden.

Will Pickartz | Architekt AKNW | Bad Münstereifel
Fon 02253-544310 | pickartz.architektur@t-online.de
www.schmidtpickartz.de



Dampfsperre im Bad?



Übrigens sind 100% dichte Dampfbremsen kaum zu realisieren- auch nicht von Handwerkern und werden generell nicht mehr empfohlen.
In qualitativer Hinsicht kann Eigenarbeit manchmal besser sein als uU Ausführung von unmotivierten Fimenmitarbeitern.

Bei Außenwänden mit schlechtem U-Wert sind auch Dampfbremsen problematisch wegen zeitweise hohem Feuchtigkeitsanfall und möglicher Taupunktunterschreitungen auf der Außenwand.
In dem Fall besser feuchteunempfindliche Dämmstoffe verwenden- ohnehin auf Flächen, die verfliest werden sollen.
Wenn später die Außendämmung vorgesehen ist kann jetzt erst einmal nur eine Mindestdämmung angebracht werden.
Details gut planen, damit keine aufwendigen Nachfolgearbeiten notwendig werden.

Andreas Teich



Bad an Außenwand



Die Installationswand möglichst nicht an der Außenwand bauen; läßt sich dass nicht vermeiden, eine Innenwanddämmung einbringen bevor die Installtionswand errichtet wird.
Und die Rohre gemäß EnEv dämmen, auch KW + AW.
Übrigens gibt's keine Kältebrücken, das sind Wärmebrücken;-)



Außenwand



Vielen Dank für die vielen kostruktiven Hinweise.
Leider besteht der Raum aus 3 Außenwänden und einer Innenwand, da bleibt keine Wahl für die Installationen.
Die Installationen (Geberitkasten, KW und AW) sind schon angebracht, daher ist die Dämmung der Innenwand nicht mehr möglich.
Die Rohre werden gedämmt.
Ad hoc hätte ich die Installationsebene leer gelassen und aus Gipskartonplatten die Vorwand errichtet, da es am risikolosesten scheint auch im Hinblick auf eine nachträgliche Außendämmung.
Wäre das lückenlose Ausmauern vorzuziehen?



Installationswand dämmen



Wenn du ein Foto machst weiß man eher worum es geht.
Hohlräume zur ungedämmten Außenwand sind problematisch, da es leicht zu unbemerkten Taupunktunterschreitungen und Kondensatausfall kommen kann.
Warmwasserleitungen sollten an der warmen (inneren) Seite der Vorsatzwand liegen. Wasserführende Leitungen wegen Frostgefahr- auch wenn die in Bonn nicht so häufig besteht- vor der gedämmten Wand verlegen.
Vor Jahren gab es auch in der Gegend um Bonn tagelang Temperaturen bis ca minus 20 Grad. Bei solchen Gegebenheiten würden deine Installationen einfrieren, da sie von innen nicht erwärmt werden können.

Andreas Teich

Andreas Teich