Dämmung oberste Geschossdecke (Holzbalkendecke)

16.12.2007



Ich will die Dämmung meines Hauses verbessern. Im Moment liegt in der Dachschräge zwischen den Sparren eine 6cm Alukaschierte Dämmung. Ebenso in der Geschossdecke. Ich will nun die Isolierung zwischen den Sparren entfernen (wegen Feuchteschaden) und dafür die Geschossdecke richtig dämmen. Da die darunterliegenden Räume renoviert sind, kommt nur eine Dämmung von oben in Frage. Die Balkendicke beträgt 18cm, von unten sind direkt Gipskartonplatten an die Balken geschraubt, eine Dampfbremse ist nicht vorhanden.
Welche Dämmstoffdicke (Klemmfilz zwischen den Balken ist angedacht)sollte ich nehmen? Wie verhindere ich, dass Balken und Dämmung durchfeuchten?



Da werde ich jetzt bestimmt Hauhe bekommen!



Unten die Decke mit einer möglichst dampfdichten Farbe streichen(Maler fragen) und dann zwischen den Balken Holzweichfaser oder Hanffasermatten klemmen. Oben drauf, wenn begehbar, Rauhspund !keine OSB-Platten. An einer sinnvollen Stelle z.B. Nordseite mit Bad darunter, den Rauhspund die letzten 2-3 Bretter nur drauflegen und anfangs regelmäßig später seltener mal nachschauen ob es feucht ist, ggf. Holzfeuchte der Balken messen.

Gruß Marko



Dampfdicht...



ist überflüssig. Wichtig ist das das ganze vom Wohnraum her "winddicht" ist, oben kann alles wegtrocken, es gibt keine Kondensationsebene.



Natürlich kommt es zu Tauwasser



wenn man keine Dampfbremse einbaut. Und zwar in einer Größenordnung wie es keine Konstruktion verträgt.
Ich rate zu einer variablen Dampfbremse die man um die Balken legen kann z.B. ProClima Intello. Lassen sie sich die Konstruktion vom Hersteller rechnerisch Nachweisen.



Nachweisen ist gut!



So aus dem Bauch heraus hätte ich Bedenken, dass eine Dampfbremse die man oben über die Balken(kalte Seite) legt, mehr schadet als nützt. Aber bin nur Laie, ruhig mal rechnen lassen.

Gruß Marko



@Herr Heim



Ihre Graphik stellt den Temperaturverlauf im Falle einer Innendämmung dar, richtig?
Eine Dämmung der obersten Geschossdecke ist eine Außendämmung, da gibt's nach Glaser keine Probleme. Eine Folie würde ich nur einbringen, wenn keine Winddichtheit von den unten liegenden Wohnräumen hergestellt werden kann, dies scheint mir hier aber gegeben zu sein.



@ Trockenbau Eder



nein, so ist es nicht, sondern das ist der Deckenaufbau ohne Dampfbremse. Hier zum Vergleich der Deckenaufbau mit einer ProClima Intello.
Deckenaufbau:
1 Gipskarton
2 2,5 cm Luft / Lattung
3 Hanfdämmung
4 Rauhspund 24 mm
bzw:
1 Gipskarton
2 Luft 2,5 cm Lattung)
3 Intello
4 Hanfdämmung
5 Rauhspund 24 mm

Die Konstruktion ohne Dampfbremse kann nicht funktionieren.



Jetzt



hab ich irgendwie die Grafik nicht mit reinbekommen.



Aus den Kurven werde nicht ganz schlau



Die grüne Temperaturkurve fällt in der Dampfbremse ab?

Von einer Abdeckung war in der Anfrage nicht die Rede, deshalb sprach ich von der fehlenden Kondensationsebene.

Aber auch zur Rauspundlösung merke ich an: wenn darunter Luft gelassen wird, ist eine Kondensation doch ausgeschlossen, da kann es doch prima ablüften.



Kurve ist jetzt klar



hab noch mal genau hingesehen: nach rechts ist sd aufgetragen , das hat mich irritiert.
Deshalb meine ich trotzdem, dass es keine Probleme geben sollte, wenn man genügend "Luft" lässt



Ich gehe immer davon



aus, dass eine Verbretterung eingebaut wird, da man ansonsten den Dachboden nicht begehen kann.
eine Unterlüftung sollte als absolutes minimum 4 cm betragen. Bei einer solchen Konstruktion würde ich 6 cm empfehlen. Dann bleiben aber nur noch 12-14 cm für die Dämmung. Das ist aus meiner Sicht zu wenig. Und außerdem kommt es immer noch zu einer unzulässigen Kondensation (ca. 3,0 kg/m²)
Und weils so schön ist noch eine Grafik
1 Gipskarton
2 2,5 cm Luft / Lattung
3 Hanfdämmung 140 mm
4 40 mm Luftschicht
5 Rauhspund 24 mm



@Herr Heim



Ich nehme an, das Holz ist "dicht" im Glaserdiagramm, also reine Dampfdiffusion ohne Luftaustausch.
Mein Gefühl sagt mir, dass bei einer "undichten" Verbretterung keine 3 kg/m2 auskondensieren, haben Sie so einen Fall mal erlebt?
Hier wird gerade noch ein anderer Fall diskutiert: Der Wasserdampf kondensiert am Dachziegel aus und tropft dann auf die Dämmung - daran hat nicht mal Herr Glaser gedacht ;)



Ich lasse bei einer



solchen Situation Bretter mit Nut und Feder Verlegen und gehe davon aus, dass diese ziemlich dicht sind. Die Luftschicht habe ich als stark belüftet gerechnet, obwohl ich davon ausgehe, dass das bei einer horizontalen Konstruktion schwer zu gewährleisten ist. Die Tatsache, dass es unter Dachpfannen zu Kondensat kommt unterstreicht das Ergebnis meiner Berechnung.





Hab hier im Forum von einer anderen Lösung gelesen, die mir ziemlich sicher scheint: zwischen den Balken wird eine Folie ausgelegt, die an den Flanken der Balken verklebt wird. Ich baue sozusagen eine Wanne, in die ich meine Dämmung (in meinem Fall den Klemmfilz)einbringe. Der Balken wird nach oben hin offen gelassen, sodass event. eindingende Feuchte nach oben verdunsten kann. Darüber wird (mit 2cm Luftspalt zur Luftzirkulation) Spanplatten verlegt (ich würde einen umlaufenden Spalt von ebenfalls 2 cm für die Belüftung lassen). Ist das eine sichere Lösung, oder muss ich mit einer Durchfeuchtung des Balken rechnen?



Im Bereich des



Holzes kommt es tatsächlich nicht zur Kondensatbildung. Das ganze ist aber eine ziemliche Kleberei und muss natürlich sehr sauber ausgeführt werden.
Im Feldbereich kommt es mit einer ProClima Intello zu einer geringfügigen Kondensatbildung unter der Spanplatte. Nimmt man statt dessen Rauhspund geht die Kondensatmenge gegen Null.
Die Luftschicht unter der Platte bringt aus meiner Sicht gar nichts. Eine 2 cm Schicht ist nicht zu belüften und es gibt 2 cm weniger Dämmstoffstärke.