Dämmung in Decke ?

03.02.2003



Hallo
Nach dem entfernen einer Zwischedecke kam darüber folgender Fußbodenaufbau zum vorschein: Lehmputz, einfache Bretter und wieder Lehm und irgendein Schutt (zumindest bröckkelt es beim nachbohren). Die Balkenabstände liegen bei 1,5m. Darüber liegt Trockenestrich mit einer Dämmung unter. Der Lehm sieht an einigen Stellen ganz schwarz aus, ist aber nicht feucht. In der anderen Raumhälfte (waren früher mal 2 Räume) ist eine Balkendecke (Abstand 70cm) mit Dielenboden aus den 50-60er Jahren. Wir wollen die Decke von unten wieder mit Gipskartonplatten verkleiden. Auf was ist zu achten ? Was für eine Dämmung muss zwischen die Balken ? Muss diese zum Rähmbalken hin irgendwie abgedichtet werden ? Müss der Lehm bzw. Dielen besonders belüftet werden ? Wir dachten eigentlich an eine 10-15cm dicke Dämmung aus Hanf. Geht das ?



Dämmung Holzbalkendecke



Hallo Jan,
warum soll die Decke gedämmt werden und vogegen ?
Befindet sich darüber der kalte Dachboden, so sollte gegen Kälte gedämmt werden, dies ist leicht mit dem Ausrollen von (Mineral-)Wolle-Matten unter der zuvor abgenommenen Dielung, auf dem Deckeneinschub (natürlich mit Dampfbremse) möglich. befindet sich über der Decke weiterer Wohnraum, so ist eine Wärmedämmung 'bloß zum Spaß' eigentlich unnütz. Gehört dieser Wohnraum zur eigenen Wohnung, sollte eigentlich der beschriebene Einschub ("Schutt") auf dem Blindboden ausreichend. Natürlich, soweit er noch komplett vorhanden ist. Sonst: Dielung abnehmen und Einschub wieder mit dichtem schweren Material (Lehm, ausgeglühten Sand) füllen. Fasermaterial hilft nicht. Beim Wiederaufbringen der Dielung kann man unter diese dann noch, auf die Deckenbalken, Filzstreifen gegen die Schallübertragung legen. Der Balkenzwischenraum braucht und soll nicht belüftet werden (von wo auch, von außen ?).





Tja sollte eigentlich im Bereich der Holzdielen gegen Luftschall gedämmt werden. Momentan hört man oben jeden Nieser von unten. Das wird sich ja durch das anbringen einer Gipskartondecke kaum ändern. Auf die Dielen soll später mal ein anderer Bodenbelag (eben Teppich), da diese sehr häßlich sind (Vielleicht Parkett mit Trittschalldämmung). Also wie gesagt eigentlich suchen wir nur was sinnvolles zum dämmen gegen den Luftschall. Aber es muß von unten gehen, da die Dielen nicht gelöst werden sollen.



Luftschalldämmung



Ja, wie schon gesagt (geschrieben), eine wirksame Schalldämmung ist mit weichem Material allein nicht zu schaffen. Wichtig ist hier der Einsatz schweren Materials, da nach der Beschreibung offensichtlich der Einschub (Schüttung)nur noch unvollständig ist. Ich würde die Dielen oben abnehmen (dies geht immer, auch ohne große Schäden). Auch auf die Gefahr hin (oder gerade auch deswegen), dass man hier weitere Überraschungen (z.B. Müse, -reste) finden wird.



Dämmung



Wie Kollege Merkel schon bemerkt hat ist eine wirksame Schalldämmung nur durch die Kombination von "weichen" und "schweren" Baustoffen möglich. Zu beachten ist auch, dass es keine Schallbrücken zu anliegenden Wänden gibt. Nachdem die Zwischendecke schon über eine Lehmschüttung verfügt, braucht diese nur im Fehlbereich ergänzt zu werden. Auf diese Schüttung könnten, sofern nicht schon vorhanden, Polsterhölzer mit einem Flachs-, Hanf-, oder Schafwoll-Dämmfilz gelegt werden. Der Zwischenraum wird ebenfalls mit einem Naturfaser-Dämmstoff ausgefüllt. Anschließend kommt der Dielenboden, sofern noch in Ordnung, drüber. Diesen kann man Abschleifen oder vor dem Verlegen Abhobeln und anschließend 2x Ölen und 1x wachsen. Wenn ich es richtig verstanden habe besteht die Unterseite aus einer Rauhschalung auf der Gips-Kartonplatten befestigt waren. Um einen möglichst dampfdiffusionsoffenen Aufbau zu bekommen empfiehlt sich in diesem Bereich das Aufbringen eines Putzträgers (am einfachsten Schilfstukkaturrohr)und anschließendes Verputzen zumindest mit einem reinen Kalkputz. Besser wäre Lehmputz, der nach den Lehmbauregeln, ohne Stabilisierungsmittel (siehe Volldeklaration bzw. IBO-Zertifizierung) hergestellt wird. Wenn schon Gipsplatten zum Einsatz kommen, dann läge die Empfehlung bei Gips-Faserplatten (z.B. Fermacell), allerdings müßte man dann richtigerweise darunter eine Dampfbremse aufbringen.
Als Variante könnte man an der Oberseite der Zwischendecke auf die Lehmschüttung auch naturharzimprägnierte Holzweichfaser-Platten auflegen, auf der der Dielen- oder Parkettboden schwimmend verlegt wird.

Mit freundlichen Lehmbau-Grüßen



Danke für die Tips



Hallo
Also das mit der Gips-Faserplatte hört sich für uns ganz gut an, aber wo gegen eine Dampfsperre ?
Wir werden wohl erst mal die Decke von unten mit besagten Platten abhägen und dann später von oben mit Schüttung Dämmen. Wie muss den beim einbringen so einer Schüttung die Unterkonstruktion der Decke (Auf der bzw. einem Rieselschutz liegt doch dann die Schüttung oder ?) aussehen ? Tragfähigkeit ist kein Problem, da die Balken (10x20) nur 70cm Abstand haben. Reicht bei einer 10mm dicken Platte eine Lattung im Abstand von ca. 30-50 cm aus ? Oder muss für eine Lehmschüttung (Wo gibts die eigentlich ?) eine Extra Unterkonstruktion (Blindboden oder so) geschaffen werden ?



Deckenaufbau



Hallo Jan!
"Also das mit der Gips-Faserplatte hört sich für uns ganz gut an, aber wo gegen eine Dampfsperre ?" - Tut mir leid, da verstehe ich den Sinn nicht. Wenn die Frage war, warum man bei einer Gips-Faserplatte eine Dampfsperre aufbringen muß, wenn eine Innendämmung erfolgt; dann kann ich nur sagen: "Schreibt der Herrsteller so vor" (Kann aber sein, dass es eine neue Verarbeitungsanleitung gibt; da bin ich nicht am letzten Stand) Wenn die Frage aber lautet warum dampfdiffusionsoffener Aufbau, dann würde ich dazu sagen, dass nur dies bauphysikalisch sinnvoll ist.
Lehm-Schüttung kannst Du unter www.lehm.at fertig von uns bekommen. Wenn Du die Möglichkeit eines humusfreien Lehms hast (z.B. Bauaushub od. ähnliches) , dann ist dieser aber genauso geeignet. Wichtig ist nur, dass die Lehm-Schüttung vor dem weiteren Bodenaufbau austrocknen muß. Das hängt von der Einbaufeuchte ab und dauert je nach Schichtstärke zwischen 2-3 Wochen. Darüber hinaus bieten sehr viele Hersteller in Deutschland auch Lehmschüttungen an.

Mit freundlichen Lehmbau-Grüßen



Deckenaufbau



Aber die Schüttung/Lehmeinschub keinesfalls auf die Unterdecke auflegen (wie Du es wahrscheinlich machen willst), sonders extra Blindboden einbauen! Die Unterdecke würde dies in keinem Fall tragen (wenn nicht brechen, dann doch mit der Zeit durchbiegen, sieht nicht besonders aus.



Deckenaufbau



Besten Dank an alle
Die Frage mit der Dampfsperre zielte schon daraufhin ab, das es ja eigentlich ein Diffusionsoffener Aufbau sein soll gelle ? Beim genauen Nachlesen habe ich dann aber auch DampfBREMSE gelesen. Also werd ich mich deswegen noch mal schlau machen. Kannte ich bis jetzt nur an Dachwänden unter der Dämmung.