Oberste Geschossdecke dämmen!?

16.08.2013 Bill



Hallo Fachwerkler,
ich durch einen Zufall günstig an eine größere Menge Mineralwolleplatten 140 mm gekommen bin möchte ich damit gern meine oberste Geschossdecke dämmen. Ich möchte die Balken mit 140 mm Kanthölzern aufdoppeln,dazwischen die Dämmung und obendrauf dann Rauspund o.ä. da das Ganze als Lagerfläche dienen soll.Der Dachboden ist unbeheizt. Der Deckenaufbau von unten nach oben! Kalkputz/Lehmputz ; zwischen den Balken: Brett/5-7 cm Getreidespelzen/Brett dann Lehm gemischt mit allem was beim Bauen seinerzeit so übrig war Ziegelbruch/Scherben/Stroh. Manche Zwischenräume sind auch von oben 2cm mit Zementputz verschmiert. Also eine sehr wilde Bauweise. Kann ich mein Vorhaben so realisieren oder bin ich da absolut auf dem Holzweg. Was muß ich bezüglich Dampf-sperre/bremse (für mich ein Buch mit 7 Siegeln) beachten.
Bin für jeden Rat dankbar



Es scheint in der Tat ...



... eine "sehr wilde Bauweise" zu sein, was eine konkrete Aussage im Hinblick auf die Frage, ob eine Dampfbremse / -sperre erforderlich ist, nicht gerade einfach macht. Auch fehlt mir eine Angabe, wie stark die Bretter in den Deckenfeldern sind und wie dick die abdeckende Lehmschicht ist.
Weiterhin wäre wichtig zu wissen, wie stark die Rauspundbretter sein sollen (abhängig vom Abstand der Balken / Auflager) und welcher WLG die Mineralwolle zugeordnet ist (z. B. WLG 035 / WLG 040).

Tendenziell würde ich sagen, dass ohne eine Dampfbremse unter der Decke an der Schichtgrenze zwischen Mineralwolle und Rauspund Tauwasser ausfällt. Vermutlich wird aber die mögliche Verdunstungsmenge höher sein, so dass der Aufbau ohne Dampfbremse OK sein dürfte.
Um Sicherheit zu haben, sollte der Deckenaufbau allerdings so genau wie irgend möglich identifiziert bzw. beschrieben / definiert und gerechnet werden.

Unabhängig davon sollte in die Überlegungen mit einbezogen werden, welche Auswirkungen die Deckendämmung auf die klimatischen Verhältnisse im Dachboden hat und was dies für Folgen auf die Dachbauteile haben kann.
Dieser komplexen Thematik haben wir einen speziellen Beitrag mit dem Titel "Dämmung oberster Geschossdecken gegen unbeheizte Dachräume" auf unserer Website unter der Rubrik "Bauberatung" gewidmet.


i. V. Dirk Meisinger



Moin Bill,



ich persönlich habe aus meinen Fehlböden alles entfernt was brennt oder als Mäusewohnung/-nahrung dienen könnte...

Dampfbremse gehört auf die warme Seite, also zwischen Putz und Deckenbalken = geht bei dir sowieso nicht ohne grossen Aufwand.

Ich würde den Rauhspund luftumspült verlegen, also 160mm Unterbau bei 140mm Dämmung - dann sollte das m.E. Jahrzehnte problemlos funktionieren.

Gruss, Boris



Das



sich eine Dämmung so umfassend auf die restlichen Bauteile auswirkt war mir garnicht so bewusst.Ich habe mich deshalb dazu entschieden die Geschossdecke nicht so extrem zu dämmen. Ich habe die Deckenbalken mit 60mm Kanthölzern aufgedoppelt, dazwischen 40 mm Dämmplatten aus Mineralwolle verlegt und obenauf 22 mm Schalbretter mit jeweils 1cm Abstand verlegt. Somit entsteht für mich ein anständig begehbarer Dachboden und die "Lüftungsschlitze" zwischen den Brettern sorgen für ordentlichen Luftaustausch. Sicherlich habe ich dadurch zwar keine sehr hohe Energieeinsparung, aber ich muß wenigstens nicht damit rechnen das mir über kurz oder lang der Dachstuhl inkl. meiner Deckenbalken über dem Kopf weggammelt. Danke an Fa. Meisinger für den Hinweis auf Ihre HP und auch an Boris für den Tipp wg. den luftumspülten Brettern.
Gruß Bill