Innendämmung eines Flachdachs aus Beton

17.07.2013



Hallo zusammen.
Folgende Fallgestaltung:

Betondecke bestehend aus (von oben nach unten):

Dachterasse auf
Tragschicht aus Steingranulat
Bodenbeschichtung aus Flüssigkunststoff
Beton (ca. 10 cm)
Leichtbetonsteine (24 cm) auf
Stahlträgern

Nach unten hin ist die Decke grundsätzlich nicht verputzt,
d.h. gibt den freien Blick auf Stahlträger und Leichtbetonsteine frei.

Zur Zeit befindet sich unter dieser Decke jedoch eine Dämmung aus Styrodur Platten. Darunter eine abgehängte Rigipsdecke.
Die Dämmung mit den Hartschaumplatten ist keineswegs dicht und wird sogar durch die Metallabhänger der Rigipsdecke durchbrochen.

Dass die ganze Geschichte tauwassertechnisch höchst bedenklich ist, ist mir mittlerweile klar.

Die Frage ist, welcher Lösungsansatz hier der richtige ist.

Meine bisherige Idee ist die Dämmung von unten mit Glasschaumplatten. Das Problem ist allerdings, dass es kaum verarbeitende Betriebe gibt und der m²-Preis angeblich jenseits von Gut und Böse sein soll.

Alternativ könnte man die Decke von unten mit Holzfaserdämmplatten auskleiden und dann mit Lehm verputzen.

Da alle angrenzenden Wände mit einer Wandheizung und anschließendem Lehmputz versehen werden, würde man im Material bleiben.
Die Holzfaserplatten würden das entstehende Kondensat aufnehmen und wieder an die Raumluft abgeben in der Theorie.
Allerdings befindet sich in dem Bereich auch ein Badezimmer.
Ob das dann wohl funktioniert oder ob mir die Geschichte absäuft?

Welcher ist wohl der bessere Weg?



Terrassendach



So eine Konstruktion ist immer diffizil und schadensträchtig, wenn nicht sorgfältig geplant und gearbeitet wird.
Mit der Planung haperte es.
1. Abdichtung, Dämmung und Gefällebeton hätte man mit einer in Heißbitumen eingeschwommenen Foamglaslage in Keilform ausbilden können. foamglas ist zwar teuer, hätte sich hier aber gerechnet.
Jetzt nachträglich von innen eine Dämmung anzubauen ist ebenfalls teuer und gering fehlertolerant.
Mein Vorschlag:
Rostschutzgrundierung auf die Untergurte,
Direktabhänger setzen,
Dachlatten als Tragkonstruktion montieren mit ca.100 mm Abstand Oberkante Latte- Hohldiele,
Abstand zwischen den Latten max. 60 cm,
Miwo- Dämmung 100 mm von der Rolle quer zwischen Beton und Oberkante Lattung klemmen, alle Löcher stopfen,
2. Lage Dämmung flexible Weichholzfaserplatten 50 mm stramm! zwischen die Dachlatten klemmen,
Dampfbremse anbringen, ca. 20 cm an den Wänden überstehen lassen,
Dampfbremse unter die Wanddämmung einbetten bzw. auf der Wand aufkleben
Traglattung aus Hutdeckenprofilen montieren,
Gipskarton montieren.

Bei geringem Feuchteanfall und guter Lüftung können Sie statt Dampfbremse, Hutprofil und Gipskarton auch Heraklithplatten und Kalk- bzw. Kalkgipsputz einsetzen.



Achso,



ich hatte vergessen, zu erwähnen, das die alte Konstruktion demontiert werden soll.
Für die Antwort schonmal vielen Dank.



Decke



Was meinen Sie mit alter Konstruktion?



Also



die abgehängte Decke und die Hartschaumplatten.



Stand der Dinge



Mittlerweile war ein Fachmann von Claytec vor Ort und hat sich die Sache angesehen. Er meinte, Holzfaserdämmplatten und Lehmputz in diffusionsoffener Bauweise wären in unserem Fall kein Problem.
Die von mir mittels U-Wert-Rechner ermittelte Tauwasserproblematik wäre eher ein theoretisches Problem und unter normalen Wohnraumbedingungen nicht so kritisch zu betrachten.
Hinzu kommt, dass der U-Wert-Rechner wohl keine Rücktrocknung aufgrund kapillarem Feuchtetransport berücksichtigt.
Mein Lehmbauer machte außerdem den Vorschlag, statt Holzfaserdämmplatten mit Biotherm Dämmputz von Haga zu arbeiten.
Da die Wände mit einer Wandheizung ausgestattet werden, könnte man in die Decke ebenfalls einige Heizschleifen einlassen.
Er meinte, ein kapillar offenes System wäre immer zu bevorzugen, trotz der problematischen Deckenkonstruktion, da das Einsperren von Feuchtigkeit wesentlich intoleranter sei, gerade wenn mal ein Schaden auftritt.