Dämmung in Zwischendecke - Alternative zu Mineralfasern?

07.04.2013 sarnu



Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, die untere Beplankung unserer Zwischendecken zu planen.
Die Ausgangssituation ist folgende, Aufbau von oben nach unten:
Dielen auf
Traglatten genagelt
Schlackeschüttung
Deckenbalken mit zwischenliegender Sparschalung
Rohrmatten mit Gipsputz.

Das Ganze ist zwischen EG und OG, beides beheizt, was sich auf absehbare Zeit auch nicht ändert.
Beide Geschosse werden für die nächsten Jahrzehnte von uns allein (d.h. zu fünft) bewohnt.

Was passieren soll:
die bröselige Gips/Rohrdecke soll weichen (ist auch schon teilweise geschehen), eine GK-Decke auf Metallkonstruktion soll eingezogen werden.
Nun würde ich aber gerne um den Schallschutz zu verbessern eine zusätzliche Dämmung einbringen. Üblicherweise wird an dieser Stelle ja Mineralwole verbaut, aber alleine der Gedanke an die Verabeitung verursacht bei mir Krätze.
Ob das Zeug nun wirklich eine Gesundheitsgefahr darstellt oder nicht will ich hier gar nicht diskutieren, ich mag das Zeug einfach nicht, und da ich den Einbau selber vornehmen möchte, glaube ich auch nicht, dass ich Mineralwolle fachgerecht (sprich so, dass nicht die ganze Wohnung mit Fasern verseucht ist) einbauen könnte.
Von der Verarbeitung her wären mir Holzweichfaserplatten (aka Gutex) sympathisch, gegen Hanf o.ä. habe ich auch keine grundsätzlichen Bedenken, bin mir aber nicht sicher, ob das überhaupt im Hinblick auf Schallschutz etwas bringt.
Mir ist klar, dass der beste Schallschutz sicher irgendeine schwere Schüttung/Platte/Sondstwas auf der Oberseite wäre, das ist aber keine Option, das OG ist bewohnt.

Also, mag mir jemand Vorschläge zu Alternativen machen? Bevorzugt nicht allzu kostspielige....

Danke im Voraus,
Simon



Nicht allzu kostspielig



wäre nur das Neuverputzen der Decke auf den Rohrmatten. Miwo hat keine allzuguten Schallschutzeigenschaften. Zur besseren Trittschalldämmung wäre ein Streifen Kork z.B. zwischen Traglattung und Dielen geeignet, Ihr wollt aber sicher im OG den Fußboden nicht rausnehmen.

Gutes Gelingen



Die Abneigung



gegen Mineralwolle kann ich voll nachvollziehen.
Du stellst aber zwei Bedingungen, die es etwas erschweren eine bessere Lösung vorzuschlagen: preiswert solls sein und der Fußboden darf von oben nicht aufgemacht werden.
Nach meinem Kenntnisstand wird Schalldämmung mit Masse gemacht. Das geht am Besten von oben.
Ersatzmaterialien für Mineralwolle: Homathermplatten(Cellulosedämmung in Plattenform), Hanfprodukte, Holzfaserplatten (Holzflex).Weichfaserplatten in Kombination mit Stopfhanf könnte ich mir auch vorstellen.
Gruß
Ralph Schneidewind



Könnte man



Lehmbauplatten ( schwere Ausführung) drunter schrauben oder zwischen die Deckenbalken einschieben?
Die hätten ja Masse sind aber wohl nicht so preiswert.

Mfg Danilo



apropos Lehmbauplatten!



Da fallen mir doch glatt die guten alten Heraklithplatten ein. Die kannste auch hochschrauben,sie bringen auch Masse und sie sind gute Putzträger. (Für den Fall dass Du Dir das mit den Gipskartonplatten nochmal anners überlegst.)
Ralph Schneidewind



Deckenbekleidung



Wieviel lichte Raumhöhe steht denn jetzt zur Verfügung?





Hallo,

im Zwischenraum zwischen alter Decke und neuer GK-Bekleidung hat die Dämmung nur die Aufgabe einer leichten akustischen Bedämpfung. Rechenbar ist die Konstruktion nicht, weswegen beim Schallschutznachweis auf typische Konstruktionen zurückgegriffen wird.
Für Sie folgt daraus, dass an der bestehenden Decke nichts gemacht werden kann, was der Verbesserung dient. Verbesserung wäre z.B. eine Verbesserung des Trittschalschutzmaßes durch entsprechende Auflagen an der Oberseite - typischerweise ein dicker Teppich.

An der Unterseite können Sie aber mit der neuen Deckenunterkonstruktion eine gewisse Verbesserung erzielen, indem Sie eine speziell hierfür geeignete Produktlinie auswählen, z.B. Knauf Diamant oder D 131. Andere Hersteller haben vergleichbares.

Die Dämmung sollten Sie lose einlegen, es reichen 2 cm.
Gegen das Freiwerden von Fasern git es kaschierte Platten.

Grüße vom Niederrhein





> Wieviel lichte Raumhöhe steht denn jetzt zur Verfügung?
Bis zu den Deckenbalken: 265 cm.

Der Hinweis auf Knauf Diamant ist gut, da werde ich mich mal näher mit befassen.
Vielen Dank soweit für die vielen Antworten.

Simon