Zwischendeckendämmung - Hilfe Produktauswahl

07.03.2012



Ich beschäftige mich derzeit mit dem Dämmung der
Dachbodendecke.

Die Etage darunter ist bewohnt und geheizt,
der Dachboden ist später nur als Abstellraum vorgesehen.

Nun stehen für die Dämmung mehrere Produkte zur Auswahl,
zwischen denen es zu entscheiden gilt.
Dazu möchte ich hier um eine Meinung bitten.

Möglichkeit 1.
Rockwool Tegarock
Das sind Keile aus Steinwolle, die schwimmend verlegt werden.
Zur Begehung können anschließend Nut- und Federplatten in 19mm verlegt werden.

Möglichkeit 2.
Rockwool Tegarock plus
Ist im Prinzip wie 1. nur ist hier schon eine begehbare
Schicht (Gips?) auf dem Keilen enthalten.

Möglichkeit 3.
Hersteller Topdeck - Loft.
Laut Lieferant wie 1 bzw. 2, nur anderer Hersteller.



Möglichkeit 4.

Hersteller Knauf -
(exakter Produktname momentan nicht bekannt)

Das ist "nur" eine Mineralwolle. (so der Lieferant)
Für die Verlegung ist eine Konstruktion aus Kanthölzern notwendig, die dann auch wieder mit Spanplatten belegt werden können.

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das nur so ein
Dämm-Material, das man zwischen den Sparren verwendet.


Mein Favorit wäre die Möglichkeit 1.

Da ich aber keine so große Erfahrung habe,
möchte ich hier um eine Entscheidungshilfe bitten.


Gruß und Danke
Rolf



um



Deine Entscheidung abzulehnen oder zu bestätigen, fehlen mehr Infos. Wie ist der Gesamtaufbau, ist eine Dampfbremse schon eingebaut oder ist das noch die "alte" Decke - dann würden wohl alle Deine Varianten wegfallen und auch die Nut- und Federplatte.
Diskussionen dazu gab es hier haufenweise - bitte mal oben rechts die SUCHE benutzen !
Varianten gibt es viiiiieeeel mehr !!





Der Fußboden des Dachbodens ist mit einer Art Backsteinen dicht ausgelegt.
Darunter ist noch die alte Holzdecke mit Stroh-Lehm-, keine Ahnung-Innenleben.

Die Decken im Wohnraum darunter sind allesamt mit Haftputz (Gips) verputzt.


Gem. Dachdecker soll ich keine Dampfbremsen, Folien, o.Ä.
unter den Dämmkeilen verlegen, sondern die Keile direkt auf dem Unterboden auslegen.

Das Dach ist (ur)alt eindedeckt.
Geplant ist hier in Kürze eine Unterspannbahn, darauf wieder Bieberschwanzeindeckung.
Eine weitere Innendämmung des Daches ist nicht vorgesehen.

Gruß
Rolf



Hast



Du mal über das einblasen von Zellulose nachgedacht. Dazu braucht der Boden nicht erneuert werden. 1 m3 in der Ausführung etwa 50 € (bitte je nach Stärke in m2 umlegen, bei 15 cm wären das etwa 7,5 €/m2, mit dem Vorteil, daß die Steine nicht umgelagert werden müssen.





Hallo Olaf,

nein, über diese Zellulose-Variante habe ich bisher nicht nachgedacht, wusste bis gestern nicht einmal, daß es sowas gibt.

Ich habe mich gestern mal durch die Suche gezappt,
da habe ich hier und da etwas darüber gesehen.
Einen echten Überblick habe ich dazu aber noch nicht.

Ich hatte mehrere Dachdecker- und Zimmermannsgeschäfte zwecks Kostenvoranschlägen da.

Allesamt hatten mir meine o.g. Varianten vorgeschlagen,
das mit dem Zellulose-Material kam da gar nicht vor.


Was meinst du mit Steine umlagern?
Ich möchte diese "Backsteindecke" nicht rausnehmen,
sondern eine zusätzliche Dämmung einfach obendrauf legen.
So wenigstens die Vorschläge der Firmen.
Damit würde die Variante mit der Zellulose ausfallen,
wenn ich das alles richtig verstanden habe?

Daher wurde auch nach der Zimmerdecke im Geschoss darunter gefragt.
=> Unten verputzt, oben die Steindecke, seitlich wäre die Dämmung offen, da schwimmend verlegt.
So würde keine/kaum Feuchtigkeit von unten aufsteigen können,und seitlich wäre eine Lüftung gegeben.

Allesamt haben mir dann auch von einer Folie unter der Mineralwolle abgeraten.

Weiterhin ist der Dachboden ja gut belüftet.

Das Grundkonzept klingt bei allen ähnlich,
für mich als Leihen also zumindest auf den ersten Blick nachvollziehbar.

Nun gilt es für mich zu entscheiden,
ob ich Mineral-, oder Steinwolle verlege, also mit oder Holzunterkonstruktion.
Weiterhin stellt sich für mich die Frage, ob die auf Rockwool-Produkt enthalten Oberschicht mehr Sinn macht,
oder doch die Nut und Federholzplatten?
(heissen die M100 V100?, hab die exakte Bezeichnung grad nicht parat)

Grüße
Rolf



Dämmung oberste Geschoßdecke



Hallo Rolf,
Du solltest auf jeden Fall eine Dampfbremse einbauen. Dein Deckenaufbau ist bis auf die oberseitig geplante Verlegeplatte sehr diffussionsoffen.
Zwischen den beheizten Wohnräumen und dem nicht gedämmten Speicher besteht im Winter ein Dampfdruckgefälle. Feuchtwarme Luft wandert durch Diffussion oder Konvektion Richtung Speicher. Dabei kühlt die Luft ab und es kann Tauwasser entstehen. Um das zu verhindern gilt bei dieser Konstruktion der Grundsatz "Innen dichter wie Aussen". Bei der Variante "Verlegeplatte oberhalb der Dämmung" ist das nicht so. Die feuchtwarme Luft diffundiert durch die Decke und wird an der Unterseite der Verlegeplatte "hängen" bleiben und kondensieren. Meißt gibt es zusätzlich noch Feuchteeintrag durch Konvektion über Undichtigkeiten etc. dann kann die feuchtwarme Luft durch die obere Schicht nicht so schnell wegdiffundieren, wie sie von unten nachkommt, es gibt also ein Feuchteproblem, dann Schimmel etc.. Abhilfe: Auf die Steinschicht eine Dampfbremse mit feuchtevariablem Sd-Wert, z.B. 0,25 - 10 m, auflegen, Überlappungen und Wandanschlüsse sauber verkleben, darauf einen Dämmstoff, der einen sehr guten sommerlichen Hitzeschutz bietet und mit Feuchte umgehen kann, wie z.B. Thermo-Hanf, zwischen Lagerhölzern verlegen und anschließend die geplante Platte , besser noch eine Holz-Verbretterung, die ist diffussionsoffener, auflegen. Grüße aus Nördlingen Stefan





Hallo Stefan,

vielen Dank für deine Erläuterungen!

Ich bin schon den ganzen Tag am googlen, um mich über all die Dinge, die ich hier im Forum lerne, weiter einzulesen.
Vielen Dank für eure hilfreichen Tips!

Ich kommen nun mit deiner Erläuterung immer mehr zu der Überzeugung, daß ich mich nicht so ganz blind auf all die
"Fachbetriebe" verlassen sollte.


Eine Frage drängt sich dadurch nun auf:
Was geschieht denn mit der Feuchtigkeit, die in der oben beschriebenen Weise durch die Decke diffundiert?
"Irgendwo" muss die ja hängenbleiben. In diesem Fall dann an der Dampfbremse.

Einer der Dachdecker hat genau dieses Szenario beschrieben und gesagt, daß ich mir daduch die Decke darunter zerstören würde. Darum sollte das "offen" sein, genauso wie der Aufbau darüber. (z.B. kein Styropor verwenden)

(Genaugenommen müsste ich mir die Folie eigentlich an die Wohnzimmerdecke tackern, oder?)

Wie verhalte ich mich nun?

Für den Bretterbelag stehen neben diesen großen 2m² Pressspanplatten noch "Hobeldielen, Scheunendielen"
- wie auch immer die korrekt heissen - in der Überlegung.

Die wären ja etwas offener als eine dichte Spanplatte.
Grundbedingung wäre dann aber wieder eine Unterkonstruktion aus Kanthölzern.

Zentraler Knackpunkt meiner Überlegungen wird jetzt aber zunehmends die Folie/Dampfbremse darunter....

Hier bin ich nun völlig unentschlossen. :o((

Gruß
Rolf



Dämmung oberste Geschoßdecke



Hallo Rolf,
ideal ist immer ein Aufbau "innen dichter wie aussen". Wenn das nicht geht, weil z.B.oben (aussen) drauf Verlegeplatten sollen, dann muß innen "nachgearbeitet" werden, sprich es wird innenseitig der Dämmung (hier unterhalb) eine dichtere Ebene eingebaut.
Da diese Ebene im warmen Bereich liegt, sind die Temparaturen so, daß bei normalem Lüftungsverhalten kein Wasser in flüssiger Form entsteht.

Die von Dir beschriebenen Holzdielen sind natürlich die idealere Alternative zu den Verlegeplatten.



was



mit der Feuchtigkeit passiert ?
Brillenträger wissen, daß die kalten Gläser beschlagen, wenn man in einen warmen Raum kommt. Kommt man aus einem gleich warmen Raum, passiert das nicht.
Somit kannst Du Dir vorstellen, daß die Folie, die die feuchtigkeit bremsen soll, nicht kalt sein darf (muß also auf der warmen Seite der Dämmung liegen. Und sie muss absolut dicht sein, damit keine Restfeuchte in die Dämmung gelangt und sich dort niederschlägt. Oben sollte Dielung (Rauspund) liegen, um die ohnehin durchkommende Feuchte wegen "Baupfusch" noch abdunsten zu lassen. Platten wären da fehlerhaft.
Wie Du nun innen eine Bremse dicht einbauen könntest, muß vor Ort gepüft werden. Da das ber sicher nicht unproblematisch ist, wäre ich für die Zellulose-Variante.
Für die fachliche Beratung wäre ein Ortstermin mit einem ISOFLOCK-Vertreter eine Möglichkeit.