Tauwasseranfall in Holzbalkendecke

03.01.2009



Hallo,
ein altes Haus in Schwung zu bringen, kann durchaus eine langwierige Sache sein.
Habe derzeit folgendes Problem zu lösen: Hauptgebäude eines ca. 150 Jahre alten Vierseithofes; Obergeschoss teilweise neu ausgebaut; Holzbalkendecke mit altem Einschubboden zum Dachboden; Dach soll neu gedeckt und gedämmt werden, dauert aber noch etwas (ca. 500 m2 Fläche); jetzt intensivere Nutzung des Obergeschosses, da es ja nun schön warm ist; logischerweise Tauwasseranfall in der Holzbalkendecke zwischen Obergeschoss und Boden (nach nunmehr 1-jähriger Nutzung); da ich die Dachdeckung und damit auch den Ausbau des Dachbodens zeitlich verschieben muss, habe ich die Befürchtung, dass sich in der Holzbalkendecke, speziell jedoch an den auch nicht mehr so jungen Holzbalken,irrreparable Feuchtigkeitsschäden schon nach kurzer Zeit einstellen können. Ich habe nun vor, den alten Dielenboden sowie den Einschub auf dem Dachboden zu entfernen (Einschub wurde seinerzeit mit Rohbraunkohle ca. 5 - 10 cm verfüllt, dann ist noch Getreide durchgerieselt - ich will das Gemisch entfernen), neu herzustellen mit Perlit (o.ä.) aufzufüllen, dann eine Dampfsperre einzubringen (über den Holzbalken und der Schüttung verlegt), darüber Spanplatten verlegen, darauf nochmal eine Dämmung und dann den begehbaren Belag (Materialien noch unklar - sollte aber für eine spätere Nutzung konzipiert sein) . Ich möchte damit das Tauwasserproblem für die Überangszeit bis zum Dachausbau lösen. Im Prinzip verlagere ich den Dachaufbau nur direkt über die Decke. Ist so etwas machbar, hat jemand Erfahrung mit so etwas?





Guten Tag, Herr Junghanns,

so wie ich das lese und verstehe, hätten Sie durch die Anbringung der Dampfbremse über den Deckenbalken und der Dämmung ein Problem mit durchdiffundierender warmer Luft aus den unteren Räumen. Im schlimmsten Fall kann sich Kondensat in der Dämmung und an den Deckenbalken bilden.

Eine Möglichkeit, die ich kenne und angewandt habe ist, die Dampfbremse über die Einschubbretter und die Deckenbalken zu führen. Um eben keinen Wasserdampf in die Dämmung zu bekommen. Mit der Perlitschüttung habe ich in diesem Zusammenhang keine Erfahrung, ich würde aber auf jeden Fall ein Geotextil oder ähnliches Material zum Schutz vor Perforation der Bremse einlegen.

Eine andere Möglichkeit: Mit einer Dampfbremse im Aussehen einer Rauhfasertapete (www.proclima.de) kann man die Zimmerdecke von unten her dichten und die normale Dämmung dann in die Einschüben einbringen. Leider habe ich zu diesem Verfahren keine persönliche Erfahrung.

Vielleicht konnte ich Ihnen mit meinen Anmerkungen etwas helfen oder zu einem neuen Denkansatz beitragen.
Viele Grüße
Stefan



Keinerlei Dampfbremse nehmen...



.. und im Dachboden für eine gute Durchlüftung sorgen. Alles Absperren und -dichten wird nicht 100%ig gelingen und dann nur zu punkutellen Problemen führen.

Bei der späteren Dämmung der Dachschrägen ist jedoch eine Dampfbremse ein wichtiges Thema.

Grüße aus Frangn

Frank



Tauwasseranfall in Holzbalkendecke



Vielen Dank für die Antworten,
es ist genau so, zu 100 % bekomme ich von unten keine Dampfbremse hin, da mehrere Räume vorhanden sind, die verschiedene Deckenaufbauten haben, eben schöner Altbau.
Nach etwas nachdenken (bei derzeit -25°C draußen und +25°C neben dem Kaminofen geht das auch klasse)habe ich auch ein selbstgemachtes Problem erkannt. Einen kleinen Teil der Fläche habe ich aufgrund eines notwendigen Balkenwechsels im vergangenen Jahr mit Steinwolle provisorisch gedämmt. An den Stellen, die nicht dicht sind pfeift die schöne warme Kaminluft durch und Steinwolle nimmt eben nichts auf. An diesen Stellen ist auch keine verputzte Decke drunter, sondern eine Holzdecke.
Ich glaube, ich werde im kommenden Jahr mit vernünftigen Material dämmen, ohne Dampfbremse, für gute Durchlüftung sorgen (die eigentlich aufgrund des alters des Daches schon da ist) und erst beim Ausbau des Daches mit Dampfbremse arbeiten.
Vielen Dank erstmal für Eure Hilfe und fröhliches Heizen in den kommenden Tagen