alten Dachausbau ertüchtigen

23.08.2010



Hallo Gemeinde,

ich habe mir eine Baustelle (Einfamilienhaus) gekauft, bei der vor 20 Jahren ein Dachausbau vorgenommen wurde. Das Dach an sich sieht auch nicht älter aus, und scheint in einem guten Zustand zu sein, soll also erstmal drauf bleiben. Die Formziegel sind teilweise auch geklammert und im ganzen Dachbereich von innen mit Mörtel verschmiert. Unterspannbahn gibt es nicht. Die Dachschrägen des Wohnraumes wurden dann wie folgt isoliert (Zwischenparrendämmung). Abstandslatte für Dachhinterlüftung, Sparschalung, Wind- Schneeschutz in Form von Dachpappe, dann 80 Mineralwolledämmung, Sparschalung, Dampfsperre, Spanplatten, Tapete. Zimmerdecke, sowie die freien Deckenbereiche hinterm Drempel zum EG sind in gleicher Weise gedämmt. Nun meine Fragen:

1. Kann man in diesem Dach Problemlos Dachfenster einbauen, oder gibt es zusätzliche Schwierigkeiten durch die felende Unterspannbahn?

2. Ich würde gern die Dämmung aufstocken. Kann dazu in den waagerechten Bereichen (Zimmerdecke/ Decke zum EG) einfach nochmal 100er Mineralwolle über der alten Dämmung ausgelegt werden, wenn evtl. vorhandene Trennschichten (Windschutz aus Dachpappe) entfernt werden?

3.An den Dachschrägen soll ähnlich verfahren werden. Abbau von Spanplatten, Sparschalung und Dampfsperre. Aufbringen von Abstandslatten 100 dick, einbringen zusätzlicher Zwischsparrendämmung 100er. Dapfsperre, Sparschalung und wieder Spanplatten drauf?

4. Man sagt, das alte Dämmaterial (vermutl. Kamelit aus DDR- Zeit) sei Lungengängig. Was ist da dran? Ist es besser die alte Dämmung auszubauen und zu entsorgen, oder läßt man besser alles wo es ist, und dämmt mit neuem Dämmstoff drüber, dann ist ja auch alles abgedeckt.



20 Jahre Mineralwolle überdämmen



Wenn Du schon bis zur Dampfsbremse alles entfernen willst, dann würde ich die Steinwolle und Dachpappe auch gleich mit entsorgen.

Schade, dass das nicht von Außen geht. Bei der Arbeit wird ja das ganze Haus mit den Fasern belastet.

Du hast noch nicht beschrieben wie dick die Sparren sind. Die Dachpappe ist ein Problem und hat evtl. schon Schimmel verursacht.

Ich könnte mir vorstellen, dass hier eine Dämmung mit Zellulose kostengleich und sicherer wäre.

Bevor irgend etwas aufgesattelt wird würde ich aber die Statik überprüfen lassen.

Wie sind den die Giebelwände gebaut?

Bei dem Dachflächenfenster würde ich alles versuchen, dass Du eine Gaube genehmigt bekommst.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo vielen Dank für die Antwort.
Der Dachstuhl stammt aus den dreißigern und hat geschätz 100x80er Balken, vielleicht auch 120x100. Es ist ein Walmdach in Pfettenkonstruktion und hat daher keine Giebel. Die derzeiteige Konstruktion wirkt sogfältig verarbeitet und durchgehend trocken, aber das würde man ja beim abnehmen der Platten auch sehen. Mit der Dachpappe das ist nicht so der Knall im All, aber wenn es denn funktioniert, warum nicht. Dadurch das die Dachziegel noch verschmiert sind, denke ich gibt es weniger Flugschnee und Sprühregen als auf den heutigen Dächern mit Unterspannbahn. Ich würde eben die alte Dämmung gern drin lassen, eben wegen der Fasern. Was sollte falsch daran sein, nocheinmal Mineralwolle darüber zu legen? Oder...nur mal ein Gedankenspiel, was ist mit diesen Holzweichfaserdämmplatten, die gibt es bis 60mm Stärke. Kann man die evtl auf die vorhandene Konstruktion innen auf die Sparschalung aufbringen? Dann bräucht man die Dampfsperre nicht entfernen, da diese ja Diffusionsoffen sind.



Die Dampfsperre...



darf höchsten im ersten Drittel des gesamten Dämmaufbaus liegen - von Innen gesehen. Insofern kannst Du nicht einfach 100er Holzdämmplatten von Innen aufsetzen und meinen, dass das gut geht.

Sobald Du die Dampfbremse wegnimmst hast Du die Fasern im Haus.

Das mit dem Walm habe ich befürchtet. Wenn es dauerhaft funktionieren soll (nicht nur rechnerisch), dann muss die Hinterlüftungsebene wirklich intakt sein - also Zuluft von der Traufe und entsprechende Firstausbildung und/oder Lüftungsziegel.

Ein Aufbau der nur nach innen ausdiffundieren kann wäre für mich die letzte Wahl der Ausführung.

Die Sparren wirken schon etwas schwach. Wenn da mächtig was verändert wird, dann bitte auch die Statik - nicht nur draufsatteln sondern tatsächlich ertüchtigen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





..ja das mit den Holzfaserplatten hab ich mir schon gedacht, aber war ja nur ein Gedanke. Die Sparren werd ich nochmal nachmessen. Die angegeben Maße waren jetzt nur geschätzt. Das mit der Dachhinterlüftung habe ich auch schon woanders gelesen und werde das auf jeden Fall realisieren, das eine ordentliche Hinterlüftung von der Traufe zum First hin möglich ist.
Es scheint also, daß der ganze Dämmaufbau ausgetauscht werden muß. Wenn dem so ist, wie baut man jetzt fachgerecht eine Zwischensparrendämmung ohne Unterspannbahn? Hab da von diesen Underdachweichholzplatten gelesen, die Witterungsbeständig und Diffusionsoffen sind. Die Könnte man doch dann als Ersatzunterspannbahn mit einer Abstandsleiste zur Lattung hin zwischen die Sparren Einbringen. Danach Mineralwolle Dampfsperre, Spanplatte. Sparren natürlich auddoppeln oder Verstärken. Was haltet ihr von der Lösung mit der Unterdachweichholzplatte?

Andernfalls könnte es sich ja dann fast rechnen, den Dachausbau drin zu lassen und sagen wir mal in 10 Jahren das ganze Dach von außen neu zu dämmen. Aber was man heute kann besorgen.... man muß ja dann auch 10 Jahre mehr heizen...

Schade, daß an dem Austausch der alten Dämmung scheinbar kein Weg vorbei führt.

Grüße Hensel



Das Warten lohnt sich...



"Andernfalls könnte es sich ja dann fast rechnen, den Dachausbau drin zu lassen und sagen wir mal in 10 Jahren das ganze Dach von außen neu zu dämmen."

Der Gedanke macht durchaus Sinn. Es wäre wesentlich einfacher und von der Ausführung besser, wenn Du auch von Außen die Sache angehen kannst.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Also das Dach bleibt erstmal die nächsten 20-30 Jhre drauf, da es noch in guter Kondition ist. Werde die Klempnerei unf Grat und First neu vermauern lassen und dann hält das hoffentlich bis zum Schluß. Demnach muß der Dachausbau von innen erfolgen. Ich erwäge nun aber trotzdem, die alte Dämmung drin zu lassen, da ich das Zeug selbst ausbauen, verpacken und entsorgen müßte, wozu sie die Lust in grenzen hält. Später wird ja dann doch wieder Mineralwolle eingebaut. Ich werde die Dachschrägen öffnen und noch eine 80er Dämmung davor setzen. Dann kommt Dapfsperre schön dicht verklebt und GK oder Spanplatten



Bei diesem Dach, mit diesen Voraussetzungen....



... riskierst Du mit Deinem Vorhaben eine nötige Generalsanierung des Daches. Wenn Du Pech hast vor Deinen angesetzten 20 Jahren.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Warum willst Du die alte Dämmung unbedingt drin lassen?
Kauf Dir eine gute Staubmaske für vielleicht 50-60 Euro
die sich bequem tragen läßt und ggf. einen Einmalanzug drüber, dann ist das auch kein Staatsakt,
die Wolle in Säcke zu verpacken. Dann
hast Du alle Freiheiten mit neuer Mineralwolle mit besseren
U-Werten oder mit Holzfaser, Hanf, Zellulose, ... neu
zu dämmen und einen dauerhaften Aufbau zu schaffen.



Kamilit soll raus, geeignete Schutzausrüstung



Ich will mich nun doch von meinber heiß geliebten Kamilitwolle trennen. Ich will die Dachschrägen öffnen und das Zeug rausholen in Tüten verpacken zukleben und endsorgen. Vorher wird zum momentan noch nicht bewohnten EG eine Art Schleuse gebaut, um die Faserbelastung zu reduzieren. Ich suche jetzt eine Quelle für vernünftige Feinstaubmasken, denn denen aus dem Baumarkt trau ich nicht über den Weg. Son Vollschutzanzug muß ja dann vermutlich auch sein.





Ich hab meine Maske im Werkzeugfachhandel gekauft.
Die Maske ist aus aus Silikon mit einschraubbaren Filtern,
so daß ich da auch einen Lösungsmittelfilter einsetzen
kann, wenn ich das andersweitig mal brauche. War so irgendwo zwischen 50 und 60 Euro.