3 Fragen zur Dachdämmung

23.04.2008



Hallo liebe Experten,

wir haben nun (endlich) eine diffusionsoffene Unterspannbahn zwischen den Sparren angebracht ("80%-Lösung"), auch dank vieler Tips aus dieser Community.
Nun soll am Wochenende die Dämmung zwischen die Sparren, wir haben uns für Mineralwolle + Dampfbremms-Folie entschieden. Hier stellen sich mir noch drei Fragen:

1) Ich habe mal gehört, dass man die Dämmung im First nicht direkt aneinander bringen soll, sondern ein paar cm Abstand lassen. Stimmt das und wenn ja, wieviel Abstand ist sinnvoll?

2) Ca. 40 cm unterhalb des First befinden sich im ganzen Dach Querlatten, an die wir später unsere Decke hängen wollen. Diese Querbalken machen es aber so ziemlich unmöglich, die Dampfbrems-Folie komplett bis zum First hochzuziehen. Kann ich die Folie auch unterhalb dieser Querlatten befestigen?

3) Wir möchten später die Querwände mit Holzpanelen verkleiden. Kann ich diese Panelen direkt auf die mit der Dampfbrems-Folie überzogene Sparren befestigen oder brauche ich unbedingt noch eine zusätzliche Lattung?

Ich versuche mal, 2 Fotos vom First hinzuzufügen, weiß aber nicht, ob es funktioniert. Ist eben schonmal schief gegangen, sodass ich den kompletten Beitrag nochmal tippen durfte...

Viele Grüße und schonmal vielen Dank für Ihre Tips,
Steph Marx



moin,



wenn die Decke eh UNTER den Firstlaschen verläuft , gehört die Dampfbremse auch genau dahin !
Gruß Jürgen Kube



3, 2, 1, Deins...



Zu 1.): Eine Wärmebrücke ist eine Wärmebrücke ist eine Wärmebrücke. M. E. gehört da kein Luftspalt hin.
Zu 2.): Hat Jürgen beantwortet.
Zu 3.): Geht theoretisch, schafft nur zwei neue Probleme: a) kein Platz für Steckdosen und Installationen, weil die auf die innere Raumseite der Dampfbremse gehören und b) keine Ausgleichsmöglichkeiten für die Unebenheiten auf der Unterseite der Sparren.
Das schräge Holz ist übrigens eine diagonalaussteifende Windrispe. Nur Hobbybastler schmeissen die ersatzlos raus, der Profi sorgt für Alternativen, bevor der Dachstuhl in Gefahr läuft in Schräglage zu geraten.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri





Hallo und vielen Dank für die Antworten.

Das mit der Strominstallation habe ich mir auch schon gedacht, da brauche ich ja Platz für.

Gut, dass Sie das mit dieser diagonalaussteifende Windrispe ansprechen. Die muss ja erstmal raus. Wie ersetze ich diese denn? Ich hab gehört, da gibt es so "Metallbänder"? Und bringe ich diese dann direkt auf der Innenseite der Dampfbrems-Folie an? Aber dann gibt es doch auch einige Probleme mit der zusätzlichen Lattung, oder?



..Windrispe



..Windrispe drin lassen !
Lattung in gleicher Stärke wie Windrispe als Unterkonstruktion anbringen .
Windrispenband kriegt ihr nicht ordentlich gespannt und wenn's durchhängt ist's witzlos !!





Also raus muss sie ja auf jeden Fall ersteinmal, da ich ja die Dampfbremms-Folie sonst nicht drauf bekomme. Außerdem sind 2 der 4 Windrispen zerschnitten, beim Einbau der Dachfenster.

Also was tun? Die anderen beiden drinlassen (bzw. wieder reinmachen, nachdem ich die Dampfbremmsfolie drauf habe), weil besser 2 als gar keine?

Meine Frau kennt einen pensionierten Statiker, ich glaube, den werden wir heute abend mal besuchen...



das mit Statiker...



kann nicht schaden.
Ansonsten: Lassen sich hölzerne Windrispen, auch deren Erneuerung einfacher realisieren als die Metallbänder, welche anständig verspannt werden müssten.
Wahrscheinlich passiert gar nichts, wenn man alle Windrispen mal eine kurze Weile rausnimmt, aber lieber ein wenig Sicherheitsdenken üben. Also die Windrispen, die im Arbeitsablauf erstmal nicht stören, drin lassen und nur immer die austauschen, die gerade im Moment im Weg sind.
Bereits zerschnittene Windrispen sinnvoll ergänzen und erneuern.
Für die Windrispen reicht im Normalfall eine Brettstärke aus, also das gleiche Maß wie die Installationsebene.
Die Installationsebene kann man übrigens auch noch ausdämmen, hat den Vorteil das Trommeleffekte durch die innere Verkleidung vermieden werden und ist halt ein wenig mehr gedämmt.
Als Faustregel gilt: Die Dämmung auf der Innenseite der Dampfbremse darf in ihrer Stärke 25% der Stärke der Zwischensparrendämmung nicht überschreiten, weil sich sonst der Taupunkt zu ungünstig verschiebt.
Grüße
Martin Malangeri





Sehr gute Idee, das mit der zusätzlichen Dämmung. Dazu auch noch eine Frage:
Ich schließe aber die Zwischensparrendämmung mit der Dampfbremse ab, oder? D. h., die zusätzliche Dämmung kommt von innen unter die Dampfsperre? Und dann die Holzpanelen direkt davor? Und die Strominstallationen direkt in diese zusätzliche Dämmung? Und welches Dämm-Material sollte ich da verwenden?

Huch, ist doch mehr als eine Frage :-)



Zitat mit Einfügungen



"Ich schließe aber die Zwischensparrendämmung mit der Dampfbremse ab, oder?"
-Richtig, und zwar luftdicht!-
"D. h., die zusätzliche Dämmung kommt von innen unter die Dampfsperre?"
-Genau, und die muß dann auch nicht mehr so perfekt sein wie die eigentliche Dämmung-
"Und dann die Holzpanelen direkt davor?"
-Stimmt, Befestigungsmittel für die Holzpaneele so wählen, dass die Dampfbremse nicht durchstoßen wird und unfreiwillige Löcher entstehen-
"Und die Strominstallationen direkt in diese zusätzliche Dämmung?"
-Richtig, auch hier darauf achten, dass die Dampfbremse nicht verletzt wird und notwendige Kabeldurchführungen wieder abkleben.-
"Und welches Dämm-Material sollte ich da verwenden?"
-MiWo in der entsprechenden Stärke.-
Grüße und viel Vergnügen
Martin Malangeri



Installationsebene



Hallo Herr Marx,
Ich stimme den bisherigen Beiträgen im vollem Umfang zu.
Aber vielleicht ist es besser die Installationsebene mit Weichfaserplatten zu dämmen.
1. Vorteil: Sie verbessern(leicht) den sommerlichen Wärmeschutz.
2. Vorteil: Sie kriegen keine MIWO- fasern in die Raumluft:
Ihre Holzpaneele ist ja nicht fugendicht, Ihre Steckdosen sowie nicht.
Wenn Sie sich für MIWO entscheiden , rate ich Ihnen vorher eine Gipskarton/faserplatte anzubringen und die Fugen zu verspachteln. Die nicht benötigten Löcher in den Hohlraumdosen sollten verklebt werden.

Viele Grüße aus der Nachbarschaft.





Hallo liebe Experten,

hier mal eine kurze Zwischenmeldung: Wir sind gerade fleißig dran, die Dämmung rein zu stopfen und werden in nächster Zeit fertig. Dann kommt ja die Folie. Und wie das immer so ist, kommt beim Arbeiten das ein oder andere Problem:

1) Siehe Bild: Wir wollen die ca. 60 cm weiße Wand von innen auch dämmen (die Wand ist von außen nicht zugänglich, sodass dieses Stück Wand niemals von außen gedämmt werden würde, selbst wenn wir unser Haus irgendwann mal außen dämmen würden) und dann mit einer Holzkonstruktion abschließen. Spanne ich jetzt de Dampfsperre und schließe sie an diese weiße Wand an (sodass die spätere Wand-Dämmung nicht mit einer Folie abschließn würde) oder mach ich erst die Wanddämmung, schließe diese mit der Dampfsperre ab und führe die Folie dann bis zum Boden?





2) Hier handelt es sich um einen kleinen Anbau, der dann diesen zusätzlichen Stauraum auf dem Dachboden geschaffen hat. Meine Frau würde das auch gerne nutzen. Aber ich bekomme doch die Dampfsperre niemals gescheit dazwischen durchgezogen, sodass es doch das beste wäre, die Folie vorne vor diesem Anbau auf den Boden zu ziehen, oder?

Viele Grüße und vielen Dank,
Steph Marx