Innendämmung im Fachwerkhaus

08.12.2007



Hallo,
würde gerne eine fachliche Meinung zu folgendem Wandaufbau einer Fachwerkaußenwand die innen isoliert werden soll einholen.
Also was mein ihr zu:
(Außen soll es ein Fachwerk bleiben)
Aufbau der Wand:
-Abklopfen des Innenputzes
Schichtenaufbau von außen nach innen:
-30 mm Kalkzementputz (spez.Fachwerkrezeptur)
-ca.150 mm Ausfachung aus Vollziegel
-61 mm Holzfaserdämmung 0,038 W/(m*K),Kategorie 1
-Dampfbremse mit variablem sd-Wert von ein bis 2m, gleichzeitig Luftdichtheitsschicht
-30mm Luftschicht, unbelüftet,bzw.Latten 30/50mm
-15mm Gipskartonplatte
Würde mich sehr freuen,wenn mir Experten ihre Meinung mitteilen:-)
Also los...danke schon mal und schönen Advent



Mach doch,



im Prinzip dürfte das alles funktionieren. Bei der Dampfbremse drauf achten, dass auch alles dicht wird, insbesondere die Anschlüsse im Fussboden- und Deckenbereich. Und unter dem GK würd´ ich eine Kreuz- und Querlattung empfehlen, die nimmt einiges von der Holzbewegung auf. Dann reissen die Fugen nicht so leicht. Und auf jeden Fall mit Gewebeeinlage spachteln. Egal, was die Hersteller erzählen.
Beim Aussenputz würde ich einen Kalkputz empfehlen, hydraulisch oder hochhydraulisch. Zementanteile verschlechtern das Diffusionsverhalten und der Mörtel wird spröde(Rissgefahr). Was ist überhaupt eine spezielle Fachwerkrezeptur, sind da Sägespäne und Schraubnägel drin, damits besser auf Holz hält. Oder will da einer was ganz tolles(teures)verkaufen. Wenn das Fachwerk sichtbar bleiben soll, würd ich doch lieber ´nen Mörtel nehmen, der für Mauerwerk geeignet ist. Da komm ich echt in´s Grübeln.
MfG
dasMaurer





Zum Stichwort (Kalk-)Zementputz im Fachwerk, es gibt im Fotobereich reichlich Bilder ueber dadurch verursachte Bauschaeden.

Kein Zement! Reiner Kalkmoertel ist besser, sonst wird die Regel "nach aussen hin weicher" verletzt und Du hast irgendwann den Schaden.

Was ist eigentlich eine "spez.Fachwerkrezeptur" bei einem zementhaltigen Putz? Was fuer eine Wunderrezeptur ist das, die da zwei Dinge, die sich nicht vertragen, zusammenbringen soll? Wie ist die zusammengesetzt?



würde mich auch interessieren...



...welcher Hersteller hat denn einen "speziellen KZP für Fachwerk" im Angebot? Hört sich irgendwie nach gesunden Zigaretten an...

Gruß Patrick.



Wandaufbau



Sie dürften Probleme gegenüber Schlagregen bekommen. Der Sinn einer kapillar aktiven Innendämmung besteht ja darin, eingedrungenes Wasser oder als Tauwasser angefallenes Wasser nach innen abzuführen und hier sicher abzulüften. Das klappt mit einer Dampfbremse nicht.
Diese Dampfbremse kann auch nicht funktionieren, weil im Fachwerkhaus die Anschlüsse und Durchdringungen zu kompliziert werden.
Also ist sie überflüssig und schädlich.
Holen Sie sich das WTA-Arbeitsblatt über Innendämmungen bei Fachwerkbauten www.wta.de.
Da ist auch noch einiges über Exposition und Bauphysik gesagt.

Gutes Gelingen



Hallo Herr Schiller,



zum Kalkzementputz ist bereits genug gesagt. Aber zu Ihrer Innendämmung würde ich Ihnen raten:
Eine 60mm Holzweichfaserplatte die auch als Putzträger zugelassen ist. Diese von Innen in noch frichen Lehmputz einbetten und dann das ganze mit Lehm verputzen. Wichtig hierbei ist, das die Platten Hohlraumfrei mit der Wand verbunden werden. Das ist dann ein WDVS von Innen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Gerd Schemmick

P.S. Unter www.claytec.de finden sie eine genau Beschreibung von diesem Aufbau



Dampfbremse vs. WTA



Unger-Diffutherm empfiehlt deren Innendämmung (Fachwerk & Massivbau) mit Holzfaserplatte mit UD-Multigrund nach innen hin zu beschichten und bezeichnet dies als "intelligente" Dampfbremse, mü=80, Schichtdicke = 1cm gibt sd-Wert von 0,8m.

Da ich das UD-System mal einsetzen wollte, hatte ich speziell deswegen nachgefragt: Laut UD will man damit eine ungehinderte Wasserdampfdiffusion (und damit Tauwasserbildung in der Dämmung) von innen vermeiden.

Wäre interessant zu wissen, wie das mit der WTA in Einklang steht (oder nicht)...



Wir



habe haben oft Weichholzfaser als Innendämmung eingesetzt, immer ohne Dampfbremse. Auch will mir die Funktion des Multigrunds nicht einleuchten.

Ich kann nur empfehlen die Putzschlae direkt auf der Weichholzfaserplatte aufzubringen.

Grüße



Innendämmung



so ist es, einfach bauen ! Sparen Sie sich die Kosten mit "Dampfbremsen" und Innenschalen. Es kommt darauf an, eventuell irgendwie eingedrungenes Wasser sicher nach innen abzutrocknen. Sonst fault Ihnen das Holz weg.

Grüße