Aluminiumkaschierung und Dampfbremse

08.06.2006



Tolles Forum und bis jetzt schon sehr hilfreich

Ich brauche einen fachmännischen Rat.
Wir haben ein kleines Haus (um 1800)im Lippischen Südosten gekauft und mussen noch das Dach dämmen.
Da wir die Tondachpfannen nicht abnehmen wollten haben wir bereits eine Gitternetzunterspannbahn zwischen den Sparren eingesetzt und eine 140 Glaswolledämmung mit Alluminiunkaschierung angebracht. (Kaltdach) Auf Grund der unterschiedlichen Sparrenbreiten währen Deimkeile ohne Aluminium wahrscheinlich besser gewesen.
Meine Frage ist jetzt:
Muss/soll oder darf ich überhaupt noch eine Dampfbrems- bzw Windschutzfolie auf die (nicht winddichte) Aluminiumkaschierte Dämmung anbringen? Die Kaschierung ist nicht winddicht (Risse und Löcher bzw. Stoßkanten in den Fensterbereichen.)
Wie verhält sich das mit dem Kondenzwasser wenn wir die Dampfbremse trotz der löchrigen Aluminiumkaschierung aufbringen würden?
Über einige Ratschläge in dieser Richtung würde ich mich sehr freuen.

Christiaan Veenstra



Schauen Sie



sich doch mal hier im Forum Bilder von Fachwerkwänden und Dächern an, die mit Mineralwolle gedämmt wurden.
Hier zum Beispiel:

http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/image/a/showPicture/8091$.cfm

Wozu das ganze, wenn es außerdem ein Kaltdach ist?



Alu Dammpfsperre



Hallo Christiaan

Die Alukaschierung ist schon eine Dampfsperre (nicht Dampfbremse) sd-wert über 130, wen sie sauber abgeklebt ist. Daher ist es nicht mehr nötig eine 2. Dampfbremse zu montieren. Wichtig ist einfach das die Alukaschierung auf der warmen Seite des Bauteil montiert ist, damit der Wasserdampf sich nicht im Dämmbereich niederschlägt (Kondensat-punkt, Übergang von plus zu minus Temperatur im Dämmbereich). Meine Meinung: Alu sauber mit Aluband Abkleben und die Hinterlüftung es Kaltdaches garantiert sicherstellen mit eintritt und austritt Möglichkeit der Luft . FERTIG
Die Winddichte (Diffusionsoffene -Folie) wie Sie Schreiben ist immer auf der Kalten Seite einer Dämmung angebracht und nie Warmseitig. Sie verhindert das eindringen von Winddruck in die Dämmschicht und die Erosion an der Dämmung (Abtragung durch Wind der Dämmung bei Hinterlüfteten Bausystemen). Warmseitig spricht man von der Luftdichtschicht die verhindern soll, dass die warme Luft durch die Dämmung abwandern kann. Diese kann als eine Lufdichtigkeitsschicht sd-wert 0-1.3 oder bei sd-wert 1.3-130 von Dampfbremse oder wie in Ihrem fall eine Dampfsperre sd-wert 130-unentlich ausgeführt werden. Wobei Heute Dampfsperren nur noch in Spezialbauten, Sauna, Dampfbäder und dergleichen eingesetzt werden.

Gruss Raphael



Zum Nachdenken



Leider sind nachträglich verbaute Dämmsysteme aus der Standardschiene stets mit großen Detailproblemen behaftet und sollten sie dann noch vom Do-it-yourself-Fachmann (ohne jemanden zu unterschätzen oder zu kritisieren oder zu verdammen!!!!) eingebaut werden, so zeigen sich unweigerlich bei dementsprechenden Verhältnissen, nachfolgend ersichtliche Problematiken.
In Altbauten haben sich seit Jahren diffussionsoffene Systeme mit nachhaltigen Dämmmaterialien sehr bewährt und zeigen kaum bauphysikalische Probleme auf.
Unterdeckplatten als wetterführende Zwischensparreneinlage, eingeblasener/eingebrachter Naturdämmstoff (Zellulose, Hanf, Holzfaser etc.) und innenseitig ein Winddichtungspapier homogen verklebt und an sämtlichen Bauteilanbindungen und Durchdringungen winddicht ausgebildet. Blowerdoor-Tests zeigen dann im nachhinein die permanenten Schwachstellen auf. Erschreckend!!!

Grüße Udo Mühle



Dampfsperre



Hier noch ein Bild zum Thema: beschädigte Dampfsperre (Quelle: Modernisierungsratgeber Energie der Deutschen Energie Agentur, 2003), ich denke, es sagt alles. Für meine Begriffe, eine sehr gefährliche Konstruktion, auch wenn Sie noch eine Hinterlüftung oberhalb der Dämmung haben. In jedem Fall wäre eine Dampfbremse besser, als die Alu-Kaschierung.
Viele Grüße von der Küste
Cornelia Stoll