alte Dämmung ohne Dampfbremse-Was nun?

30.03.2005



Wir haben uns ein altes Bauernhaus gekauft(Baujahr 1914), mit bereits ausgebautem Obergeschoss. Dieses wurde im Zuge einer Dacherneuerung vor ca. 20 Jahren ausgebaut. Bei genauerer Untersuchung stellten wir fest, dass keine Dampfbremse verwendent wurde. Es ist folgender Aufbau vorhanden(von Innen nach Außen):
-Tapete
-10mm Fermacell Platten zwischen den Sparren(120x100mm)
-100mm Steinwolle
-Lattung
-Dachpappe
-Dachziegeln

Ist eine Dampfsperre zwingend notwendig oder gibt es auch andere Möglichkeiten? Besteht die Gefahr, dass die vorhandene Dämmung durch die fehlende Dampfsperre beschädigt wurde? Evtl. soll eine zusätzliche Dämmschicht von Innen angebracht werden. Kann dann der vorhandene Aufbau bestehen bleiben. Welchen Materialien sind dann sinnvoll?
Ich hoffe jemand kann mir weiterhelfen.
Mit freundlichen Grüßen
C.Meier



dampfbremse



hallo,
Die Fermacellplatte arbeitet leicht dampfbremsend, die Bitumenpappe arbeitet dampfsperrend. Die Konstruktion ist nicht optimal (würde ich sagen). Aber es hat scheinbar seit 20 Jahre gehalten. Vielleicht ist die jetzige Dämmung hinterlüftet? Bei einer zusätzlichen Dämmung würde ich eine biologische Dampfbremse (eine Art Baupappe) einbringen, obwohl ich weiß dass einige dagegen sind.
m.f.g.
J.E.hamesse



Gleiche Meinung



wichtig ist es den Abstand zwischen Mineralwolle und Dachpappe zu kontrollieren. Dieser Spalt sollte min. 4 cm breit, an der Traufe belüftet und am First entlüftet sein.

Ist das in Ordnung schlage ich folgenden Aufbau vor:
Von innen Lattung 4/8 dazwischen Hanfdämmung 80 mm (WLG 040), Pro-Clima DB+ Dampfbremse und innenbeplankung nach Wunsch.
Der U-Wert beträgt dann ca. 0,28 W/(m²K) gefodert ist 0,30.



nachträgliche Dämmung



Vielen Dank ersteinmal für die Antworten. Das Dach hat Lüfterziegeln in Firstnähe, ob die Traufe belüftet ist kann ich nicht sagen. Ich denke nicht, es ist auch kein Dachüberstand vorhanden. Eine Luftschicht zwischen Dämmung und Dachpappe ist vorhanden.
Muss die Tapete von den Fermacellplatten entfernt werden?
Kann vor den alten Fermacellplatten auch eine ruhende Luftschicht von ca. 2cm sein? Ich könnte die Lattung dann quer auf den Sparren anbringen und auch quer zur vorhandenen Dämmung dämmen. Gibt es Alternativen zur Hanfdämmung? Was halten Sie von Weichfaserplatten? Könnte ich auch wieder Steinwolle verwenden?
Vielen Dank für Ihr Wissen
Mit freundlichen Grüßen
C.Meier



natürlich Dämmen



Ich habe nicht verstanden, was die 2 cm Luftschicht bringen sollen? Ich würde darauf verzichten.
Wenn im Traufbereich keine Zuluftöffnung vorhanden ist, muss diese geschaffen werden. Außerdem muss geklärt werden, ob die am First eingebauten Lüfterziegel tatsächlich die Schicht unter der Dachpappe entlüften und nicht nur den Bereich zwischen Dachpappe und Ziegel.
Klar gibt es Alternativen zu Hanf-Dämmung: Holzweichfaserplatten, Homatherm-Zelluloseplatten, Zellulose Einblasdämmung, Baumwolldämmung, ...
Als Baubiologe baue ich keine Mineralwolle ein, außerdem halte ich sie für bauphysikalisch schlechter.



Querdämmung



Die alte Dämmung und die Fermacellplatten sind zwischen den Sparren angeordnet und springen ca. 2cm zurück. Mir wurde gesagt, dass es sinnvoll ist quer zu den Sparren zu dämmen um evt. Kältebrücken auszuschließen. Es würde dann aber die besagte Luftschicht entstehen. Könnte es mit dem Taupunkt probleme geben?
Vielen Dank und schönen Gruß



dämmung



hallo,
Die Querlattung is OK, er vermeidet Kältebrücken im Sparren Bereich. Wenn Sie mit Weichfasern (wie in den Beiträge 26886 und 26834 beschrieben) zwischen den Latten dämmen, wird sich automatisch die Dämmung in der Luftschicht ansiedeln. Mit Holzfaserplatten nicht. Sie haben zwei Dampfbremsen und eine Hinterlüftung vor der Bitumenpappe. Das müsste reichen um den sehr geringen Dampfdurchlass unter kontrolle zu halten.
m.f.g
J.E.Hamesse



?



"Wenn Sie mit Weichfasern ... zwischen den Latten dämmen, wird sich automatisch die Dämmung in der Luftschicht ansiedeln." (Hamesse)
Das habe ich nicht so ganz verstanden. Es gibt doch eine Gipsplatte, die nach außen absperrt, oder soll die entfernt werden.

Gegen die Holzweichfaserplatte und die Orientierung der Kanthölzer quer zum Sparren ist natürlich nichts einzuwenden.



querlatte



hallo,
da die Querlatte sich auf den Sparren befindet, aber die GFP 2 cm hinter den Sparren eingebaut ist, bleibt einer Luftschicht von 2 cm (Die GFP bleibt). Zumindest so habe ich Ihren Satz: "Kann vor den alten Fermacellplatten auch eine ruhende Luftschicht von ca 2 cm sein?".Dieser Luftschicht zwischen Latte und GFP soll auch mit Dämmung gefüllt werden.
m.f.g.
J.E.hamesse



In diesem Falle



würde ich die Hölzer im Sparrenverlauf anbringen und komplett bis an die Gipsplatte Dämmen. Die Wärmebrückensituation halte ich bei deisen Dämmstoffstärken nicht für problematisch und der Dämmwert in der Fläche bleibt gleich.



dachdämmung



Hallo,
Diese Lösung ist auch möglich, denken Sie nur an den Abstand zwischen den Latten (gleich wie Sparrenabstand) damit die GFP (Fermacell) sich nicht nach unten wölben. Normalerweise werden 50 cm gefordert, oder Sie nehmen stärkere Platten.
m.f.g.
J.E: Hamesse



kleine Korrektur



normale Gipsfaserplatte 10 mm 3Latten/m also 33 cm



Wie wäre dieser Aufbau?



Ich setze eine 2cm starke Weichfaserplatte zwischen die Sparren und könnte so eine Querlattung und Dämmung anbringen ohne eine ruhende Luftschicht zu erhalten. Noch lieber würde ich eine 6cm Weichfaserplatte im Verband auf die Sparren aufbringen und dann eine Lattung für die Gipskatonplatten. Müßte bei diesem Aufbau noch eine Dampfbremse mit rein?
Gruß
C.Meier



OK



2 cm zwischen die Sparren und 6 cm quer zu den Sparren, ergibt 8 cm wie von mir vorgeschlagen.
Dampfbremse wie schon oben beschrieben.