Dämmung eines Dachbodens / Nutzung als Kaltboden

13.02.2005



Hallo zusammen,

ich renoviere gerade ein Fachwerkhaus von 1841. Aus diesem Forum konnte ich schon viele nützliche Infos bekommen, aber dennoch habe ich nun auch mal eine Frage zur Dämmung des Dachbodens, welcher als Kaltboden begehbar genutzt werden soll.
Wie so üblich ist auf dem großen Dachboden (130 m² ) keine Dämmung vorhanden. Dieses soll nun nicht so bleiben.
Geplant ist nun folgender Aufbau: Holzbohlen 10cm hohe Balkenlage mit 10 cm Steinwolle-Dämmung (wahrscheinlich Heralan), über Kreuz versetzt ebenfalls wieder eine 10 cm hohe Balkenlage mit 10 cm Steinwolle-Dämmung und als Abschluss 18 mm dicke OSB-Platten.
Mir stellt sich nun die Frage, ob der Einbau einer Dampfbremse und wenn ja, wo der Einbau, erforderlich ist.
Meines Wissens wäre der optimale Einbauort einer Dampfbremse in den Räumen unter dem Dachboden. Hier soll allerdings der originale Lehmputz (ca. 3 cm dick) zwischen den freigelegten Deckenbalken erhalten bleiben, so dass erst auf dem Dachboden eine Dampfbremse angebracht werden könnte. Allerdings weiß ich dann nicht, ob die Deckenbohlen (ca. 3 cm dick, aus Eiche) schon im eventuellen feuchten Bereich liegen?
Bei der Recherche im Internet bin ich auf Aufdachdampfbrems-Papiere gestoßen, die laut der jeweiligen Konstruktionszeichnungen meinem geplanten Aufbau sehr ähnlich sehen.
Andere Alternativen wie zum Beispiel eine Schüttung gestalten sich schwierig, da dann erst alle Randbereiche in den Schrägen komplett abgedichtet werden müssten.
So könnten die Dämmmatten bis in die äußersten Ecken des Dachbodens gestopft werden.
Die Wahl von Steinwolle als Dämm-Material erfolgte unter dem Aspekt der Baukosten.
Von meiner Philosophie her, finde ich grundsätzlich natürliche und ökologische Dämmstoffe besser, aber aufgrund der großen Menge (erforderlich ca. 270 m²), so denke ich, für mich nicht anders finanzierbar.
Für Tipps und Anregungen zu der geplanten Konstruktion wäre ich sehr dankbar.





Hallo Hendrik!
Ist der normale Deckenaufbau noch vorhanden zum Dachboden?
Unten Lehmputz; Deckenbalken oben nicht sichtbar!
Und zwischen den Deckenbalken ist keine Dämmung?
Dann würde ich keine Dampfsperre als notwendig erachten.
Und wenn du anstatt der 20 cm Glas oder Mineralwolle - nur 10 cm Holzfaserdämmstoffe hernimmst tuts das m-.E. auch schon und du hast noch den Vorteil des sommerlichen Wärmeschutzes, den dei Wollesachen nicht so gut erfüllen; ausserdem ist noch die "Dachbodenluft" vorhanden die als guter Klimapuffer dient; Die Lagerhölzer für den oberen Belag (da würde ich auch nur Fichtenbretter - Rauspund - hernehmen) etwas dünner als die Dämmstärke machen, damit man die Konstruktionen gleich entkoppeln kann; Schallschutz;
Ein weiterer Vorteil der Holzfaserdämmung ist die Formstabilität gerade bei den Details an den Traufbereichen; diese sollten gut geplant und ausgeführt werden - da versperren dann keine aufquellenden Wollematten irgendwelche Hinterlüftungen.
Also: gut geplant ist halb gebaut!

Florian Kurz





Hallo Florian,

Vielen Dank für die Tipps. Ich versuche noch mal auf die Fragen, hoffentlich richtig, einzugehen.
An dem Deckenaufbau ist in den letzten Jahrzehnten nichts verändert worden. Ich denke mal, dass so gravierende Bausünden vermieden wurden.
Auf den nur jeweils einfach vorhandenen und von unten sichtbaren Tragebalken sind einfach Eichenbretter aufgenagelt. Diese Bretter sind von unten noch mit dem originalen Lehm ca. 3 cm dick verputzt. Lediglich Ausbesserungen und ein neuer Lehmfeinputz sind hier erforderlich.
Von der Dachbodenseite her sind die Bretter offen. Ein Zwischenraum zwischen dem Lehmputz und den Brettern ist nicht vorhanden.
Als „Nicht-Profi“ ist es ja sehr schwierig solche Dämmungen richtig zu beurteilen.
Die Schallentkopplung hatte ich bisher noch nicht bedacht! Super Tipp!!
Die Lösung mit den Holzfaserplatten gefällt mir auch sehr gut, zumal das Material ja auch wesentlich natürlicher als die Steinwolle ist.
Nochmals vielen Dank und Grüße

Hendrik



Dampfdiffusion und Dämmung



Gem. EnEv ist ein Dämmwert der Decke von 0,30 W/(m²K) einzuhalten. Um diesen Wert zu erreichen benötigt man bei einer Verlegung von Lagerhölzern und einem Dielenboden 140 mm Holzweichfaserplatten (040) und bei schwimmender Verlegung von OSB-Platten 120 mm. Die Diffusionssituation verbessert sich, wenn auf dem vorhandenen Dielenboden eine leichte Dampfbremse (Pro-Clima DB+) verlegt wird. Schließt man dies an den Außenwänden an, hat man gleichzeitig die geforderte Luftdichtigkeit erfüllt und verhindert, dass die Balkenlage doch noch unterlüftet ist. Bei einer Verlegung auf Lagerhölzern halte ich Zellulose für eine gute und preiswerte Alternative.



Ökologische Baustoffe



Hallo Herr Friedrich,
Stopfhanf ist wohl von den Öko- Dämmstoffen eine einfach zu verarbeitende und preiswerte Variante. In Verbindung mit einer Dampfbremse bzw Luftstrombremse nahezu ideal, besonders was den sommerlichen Hitzeschutz betrifft.Wir
können Ihnen gern noch detailliertere Infos und Angebot zukommen lassen.

MfG Andreas Breuer