Feuchtigkeit auf der Dampfbremsbahn

18.11.2011



Hallo,

ich habe ein Problem, welches mir den Schlaf raubt.
Das Haus ist eine Doppelhaushälfte aus dem Jahre 1976. Ich habe im Frühjahr den ausgebauten Dachboden entkernt und bin seitdem mit dem Neuaufbau beschäftigt. Ich habe die Schrägen wie folgt gedämmt: Dachsteine in Dobben, 20 mm Luftschicht, Unterspannbahn, 180er Mineraldämmung zwischen den Sparren, Hochleistungsdampfbremsbahn, 50er Untersparrendämmung.

In die 50 mm Hohlschicht der Giebelwand habe ich Dämmstoff einblasen lassen.

Nun zum eigentlichen Problem. Zwischen dem jeweiligen letzten Dachsparren und der Giebelwand sind etwa 80 - 100 mm Zwischenraum. Dieser ist mit Kalksandstein ausgemauert. Das sieht so ähnlich wie Treppenstufen aus. Dort habe ich so gut es ging die Mineralwolle reingestopft. Wie dick das ganze wurde sieht man leider nicht, wahrscheinlich nur wenige cm. Denn, nun bildet sich in diesen Ecken auf der Dampfbremsbahn Feuchtigkeit. Ein Freund riet mir die Ecken mit ~ 100 - 150 mm Dämmung von Innen einfach auf die Dampfbremsbahn nachzudämmen.
Das habe ich auch gemacht. Zur Zeit ist es ja nicht mehr so sehr kalt Draußen, aber dennoch habe ich den Eindruck, das unter meiner Eckdämmung sich wieder Feuchtigkeit auf der Dampfbremsbahn bildet.

Was kann ich noch tun? Über einen Ratschlag würde ich mich sehr freuen.



Um evtl. genaueres sagen zu können



wäre ein Bild der betroffenen Stellen hilfreich.

Wo bildet sich das Tauwasser?
zwischen Dämmung und Dampfbremse
oder zwischen Dampfbremse und Innenraum?

Grüsse Thomas





Hallo,

die Feuchtigkeit bildet sich auf der Dampfbremse, innenraumseitig zwischen Dampfbremse und der dicken Dämmung in der Ecke. Die restliche Dämmung ist 50 mm stark und liegt auf der Dampfbremse. Auf dem Foto ist an der Decke zu sehen das dort noch diese 50er Untersparrendämmung noch fehlt.



Dachdämmung



das ist normal, dass sich dort Feuchtigkeit sammelt.



Immernoch feucht



Hallo Frau Cyba,

ich konnte ihre kurze Antwort auf meine lange Frage nicht recht glauben und überzog meine zusätzliche Eckdämmung mit einer Dampfbremsbahn. Nun bildet sich wieder Feuchtigkeit in der Ecke auf der Dampfbremsbahn über dem Sparren.
Wenn das normal ist, bildet sich denn kein Schimmel? Auf der Bremsbahn ist ja noch die Untersparrendämmung und dann kommt auch noch die Gipskartonplatte darauf. Das kann doch garnicht mehr abtrocknen.

Gruß



Wer hat Ihnen diesen Aufbau empfohlen?



Ist dieser Problembereich beheizt?
Kann aus dem bewohnten Bereich Wärme in diesen Bereich gelangen?
Wurde evtl. ein Estrich oder der gleichen eingebaut?

Erstmal erscheinen mir die 50 mm Untersparrendämmung bei 180 mm Dämmstärke etwas viel (lt. 20% Formel) oder wurde der Dämmaufbau geprüft?
Zum andern sollte man auch bedenken, dass es einen Baustoffwechsel gibt in diesem Bereich.
Das Mauerwerk ist kälter als das gedämmte Dach und somit entsteht hier eine Bauteilbedingte Wärmebrücke die Tauwasserausfall zur Folge hat.
An was es nun definitiv liegt, zu wenig Dämmung oder falsch gedämmt, kann ich Ihnen leider aus der Ferne nicht sagen, daher denke ich, dass Sie jemanden zu rate ziehen sollten, der sich mit dieser Materie auskennt.

Grüsse



Aufbau aus der Fachliteratur



Hallo,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Wirklich geprüft hat den Aufbau niemand. Ein bekannter Bauing. hat mich zwar beraten, aber bei dem Problem mit der Feuchtigkeit auf der Dampfbremsbahn musste er passen

Der Raum ist konstant mit 15 - 16 Grad beheizt. Wirklich Feuchtigkeit habe ich in der letzten Zeit nicht eingebracht. 5 Gipskartonplatten habe ich an eine Wand geklebt, aber das ist auch schon 14 Tage her.

Gruß



Man kann hier nur Vermuten.



Woher die Feuchtigkeit nun definitiv kommt, kann ich Ihnen aus der Ferne leider nicht sagen, da ich die Gegebenheiten auf der Baustelle nicht gut genug kenne und ich Ihre Beschreibung als Grundlage meiner Vermutung benutze.

Es kann nun sein, dass durch das dämmen der Gebäudetrennwand eine Wärmebrücke entstanden ist. Ist auf der Mauerwerkskrone am Giebel keine oder zu wenig Dämmung erkaltet das Mauerwerk stärker als im gedämmten Bereich hier kommt es zu einer Art Kaminwirkung und somit kann sich verstärkt Tauwasser am Übergang bilden.
Die Untersparrendämmung erscheint mir vom Verhältnis her etwas zu stark gewählt (kann sein muss aber nicht sein).
Da diese Dämmung nun vor der Dampfbremse liegt, nimmt diese natürlich auch eine gewisse Luftfeuchtigkeit auf, gibt diese mit Temparaturschwankungen auch wieder ab und fällt an der vermutlichen Wärmebrücke (an der schwächsten Stelle) als Tauwasser wieder aus.
Abhilfe kann mE nur eine erneute Kontrolle des besagten Bereiches schaffen.

Grüsse