platzsparende Innendämmung

20.11.2007



Hallo zusammen,

habe ein Haus gekauft (Denkmalschutz), das ich nun gerne in richtung Aussenwände unter den Tapeten dämmen möchte. Als ich die Tapeten abriß, sah ich das schon eine ca. 1cm breite Dämmung vorhanden war und an einem Punkt wo keine Dämmung war sich Schimmel gebildet hatte. (in Richtung aussen Ecke). Wie kann ich am platzsparensten dämmen ohne Probleme mit dem Schimmel zu bekommen und würde es reichen, nur in Richtung aussenwände zu dämmen. Auf was müsste ich Aufpassen?

Grüße Euch und Danke für einen kleinen Tip
Stefan Reiser



Wandaufbau?



Hallo Stefan,

könntest du bitte den Wandaufbau von Außen nach Innen noch im Detail nennen?

Wenig Schichtdicke, dämmen ohne Schimmel - das sind ein paar Eckdaten, die nicht so leicht auf die Reihe zu bekommen sind.

War die jetzt vorhandene Dämmung aus Styropor?

Bin schon gespannt, was Du noch berichtest.

Grüße aus Frangn

Frank





Hallo Frank,

die Wand besteht aus Backstein und ist aussen verputzt. Innen ist der Backstein ebenfalls verputzt und die Dämmplatten bestehen aus Styrodur.

Viele Grüße
Stefan



Bewährt



habe sich als Innendämmug putzfähige Holzweichfaserdämmplatten. Die werden möglichst vollflächig in Mörtel geklebt und im Untergrund mit Schlagdübeln befestigt.



schmalspurdämmung...



Ich weiß noch nich wie dick Deine Wand ist und wieviel cm Dämmung Du aufbringen kannst und willst - aber unabhängig davon:

Klar, dass das Styropor und der Schimmel erst mal weg muss. Falls das überhaupt ansteht - mal überlegen ob, bei der Heizungsverlegung die Außenwände über die Randleisten mit bedient werden können.

Einfach aber von der Dämmung her nicht so effektiv ist ein Kalkleichtputz (mit Perlitezuschlag - bitte kein Styropor) (1 - ??cm).

Aufwändiger aber von der Dämmung besser und von der Feuchteregulierung unschlagbar sind Kalciumsilikatschaumplatten (mind. 2cm) mit anschließendem Putzauftrag.

Wenn Du mehr 5 cm und mehr Innendämmung zulassen kannst, dann gibt es noch Alternativen in Lehm und oder Holzdämmplatten.

Grundsätzlich bitte noch mal mitteilen, warum keine Außendämmung geht (wegen Denkmalschutz?), die ich immer vorziehen würde.

Fragen noch:

- Was für Fenster hast Du?
- Was meinst Du mit dem Satz "..in Richtung Aussenwände dämmen) - meinst Du die Innenseite der Aussenwand oder meinst Du damit noch mehr?
- Wie dick darfs denn nun sein?
- Wie dick ist das Mauerwerk?

Grüße aus Frangn,

frank





Nein das was vom Vorgänger des Hauses drauf war, war eine 1 cm Dicke Styrodur-Platte, welche auf den Innenputz aufgeklebt ist. Aber nur zu 70 %, alles andere ist ohne Dämmung. Nehme an das deswgen in der Ecke wo keine Dämmung ist (genau da wo die Dämmung aufhört) der große Schwarzschimmelflecken entstanden ist.

Was ich mich frage ist: Wie bekomme ich diesen Schimmel nun am besten weg und mit was für einem platzsparenden Dämmprogramm kann ich das am besten dämmen. Platzsparend aus dem Grund weil manche Räume nicht alzu Groß sind und ich nicht viel Platz verlieren möchte. Am besten wäre, wenn ich nur die Wände nach aussen hin abdämmen müsste, wenn das reichen würde. Bin halt in diesem Bereich ein Laie

Gruß
Stefan





Hallo Frank,

das Heizungsrohr verläuft genau an der Stelle, wo der Schimmel ist in Richtung Fenster unter dem die Heizung montiert ist. Also direkt an den 24cm Dicken Aussenwänden im Innenbereich.

Die Fenster die ich habe sind in jedem Raum neue doppelscheibige Isolier-Kunststofffenster und Aussendämmung kann ich wegen Denkmalschutz nicht anbringen.

Mit dem satz in Richtung Aussenwände dämmen meine ich, nur da dämmen, wo die Aussenwand ist, also nicht an den Trennwänden zwischen den Zimmern und alles so Platzsparend wie es geht höchstens 3cm.



3 cm Dämmung



also wenns ordentlich werden soll, dann die 1 cm Styrodurplatte rausnehmen. Schimmel sanieren, und dann

Variante 1:
3cm Kalkleichtputz (nur mit Perlitezuschlag)

Variante 2 (die kostet :
2cm Kalziumsilkikatschaumplatten auf Klebebett und anschließend verputzen. (das wird eine Idee dicker als 3cm)

Diese Vorschläge nur, weil Du nicht mehr als 3cm dämmen willst.

Eine 24er Backsteinmauerwand mit Kunststoff-Isofenster unter Denkmalschutz ist schon heftig - wohler wäre es mir mit wenigsten 8cm Verstärkung der Außenwand mit möglichst homogenen Material. Von EnEv und Co. ganz zu schweigen.

Grüße aus Frangn,

frank





Hallo Frank,

vielen Dank für Deine Tipps.

werde mir Deine beiden Varianten anschauen, Du hast mich ein Stück weitergebracht und Du meinst das es nichts ausmacht wenn ich die Innenwände zu den anderen Zimmern ohne Dämmung tapeziere?

Viele Grüße
Stefan



Innenände dämmen



Ich hoffe doch, dass bei den Außenwänden Du alle Räume ohne große Schwankungen temperierst. Innenwände benötigen keine Dämmung.

Bitte hier noch mal genau überlegen woher der Schimmel kommt. Ich vermute mal durch Kondensbildung aufgrund der "Sanierung" der Fenster und evtl. verbunden durch ein falsches Heiz- und Lüftungsverhalten.

Sollte aber Wasser von Außen in das Mauerwerk eindringen, dann ist das noch ein zusätzliches Problem.

Frangn grüßt immer noch...

frank





vieleicht ist es ja auch nur das Fallrohr welches ausserhalb genau an dieser Stelle montiert ist. Von aussen habe ich nichts gesehen es kann ja aber auch im Boden undicht sein. Werde heute abend auch da mal ein Auge trauf werfen.

Aber nochmals vielen Dank an Dich

Gruß Stefan



anmerkung



Warum die Calciumsilikat-Platte verputzen? Wenn die eben ausgerichtet wurden einfach verspachteln.

Wenn der Originalputz unter der jetzigen Dämmung gipshaltig ist, muss der vorher runter.

Dämmputz verdient nur bedingt seinen Namen da die Dämmwirkung eher bescheiden ist, und dafür ist er als Perliteputz auch nicht mal billig.

Dämmkeile vorsehen für Außenwandanschlüsse, gerade bei so dünnen Wänden und dünnen Dämmschichten. Die Dämmung hat in diesem Fall das Problem vermutlich noch verschärft, da die Ecken noch kälter wurden.

Auch wenn ich das nicht so machen oder empfehlen würde: man kann auch Innendämmungen aus Styrodur aufbringen, das Kleben war gar nicht so verkehrt, vermutlich ist sogar die Wand darunter "gesund". Dabei sollte man allerdings genau wissen, was dabei zu beachten ist.

Ein gutes, preiswertes Dämmsystem für Ziegelbauten ist Mineralschaum. Min. 7 cm Platz sollte man dafür aber haben, mit 3 cm erreicht man nicht viel, und wenn man sich die Arbeit macht dann eher 6 als 2 cm.





ja Richtig, die Wand darunter ist noch voll in Ordnung und die Dämmung darauf sieht eigentlich auch noch prima aus. Nur halt da wo die Dämmung aufhört ist der Schimmel. Wohl wie Du vermutest zu kalt an dieser Stelle.

Hatte auch schon mit dem Gedanken gespielt die Dämmung so wie sie ist drauf zu lassen, den Schimmel zu entfernen und einfach an dieser Stelle ohne Dämmung weiter zu machen. Mit allen drumrum Stellen (Rohre, Fenster, Heizung etc.) extra gut abzuisolieren.

Wie würdet Ihr dies finden???



Schaum auf Denkmal?



Wenns ordentlich gemacht sein soll, dann muss der Schaum runter.

Wie Markus schreibt, wenns ein Gipsputz ist, dann auch der.

Ich würde die Calsziumsilikatschaumplatte nicht nur verspachteln sondern auch verputzen, damit ich eine gute und belastbare Oberfläche habe. Tapeten würde ich nicht verwenden.

Unabhängig von einem genererellen verantwortlichen Umgang mit historischer Bausubstanz: Stefan, Du hast das Haus gekauft. Da würde ich keine halben Sachen machen, die sich in ein paar jahren rächen.

Grüße aus Frangn

frank





Ich glaube, da hast Du recht. Ich werde mir mal die Preise von Calsziumsilikatschaumplatte die es wohl in jedem Baumarkt gibt (oder ???) anschauen und wenn es sich nicht Preislich überschlägt damit beginnen.

Nochmals vielen Dank

Viele Grüße
Stefan



Calciumsilikat



(völlig schaumfrei ;) ): teuer Spass - so ca. 40 Eur/qm nur Material bei nur 3 cm - gibts nicht im Baumarkt. Aus diesem Grund nehme CS nur noch für besonders kritische Stellen wie Fensterlaibungen. Hersteller Epasit, Calsitherm, Redstone.

Noch mal: ich würde nicht verputzen. Bei Innendämmungen sollte man sich sowieso dran gewöhnen, dass, man wenn man mehr als Bilderrahmen aufhängen will in die Außenwand muss.

Innendämmung: ich würde mir auf jeden Fall von jemand Rat holen, der das schon mal mit dem gewünschten Material gemacht hat. Teilweise sind die Arbeitsanleitungen der Hersteller sogar fragwürdig (Batzentechnik=Hinterlüftung). Innendämmung richtig ausgeführt sind kein Problem, falsch ausgeführt aber leider schon.



Handwerkliches Geschick



Die Variante mit den Kalziumsilikatplatten ist schon was feines, doch bedarf es auch der entsprechenden Herangehensweise!
Es ist nicht die leichteste Lösung, da auch eine sehr sensible verarbeitungstechnologie erforderlichn ist.
Hohes Bruchverhalten, da es sich um ein aufgeschäumtes Kalkprodukt handelt.
Dazu sollte der Unterbau bzw. die Aufklebeebene planeben verputzt sein, um ein homogenes Aufkleben der Dämmelemente zu gewährleisten.
Ein nachheriger Verputz ist nicht möglich, sondern nur eine dazugehörige Verspachtelung.
Nachherige Befestigungen sind stets bis in den Untergrund zu führen, da dieses Dämmmaterial in keinster Weise zugfest ist.
Alternativ wäre hier eine in Lehm gebettete Holzweichfaserdämmung mit zusätzlicher Wandheizungsintegrierung denkbar.
Trotzdem sollte ein präziser Tauwasserausfallbericht erstellt werden (Wärmedurchgangsberechnung!!).
Ohne diese, sollte eine eigenmächtige Dämmstärkenfestlegung prinzipiell unterlassen werden.
Hier ist es ratsam, einen Fachbetrieb mit derartigen Kenntnissen sich zu Rate zu ziehen, um nachherige auftretende Bauschäden zu vermeiden (Schimmel-, Pilz- oder anderweitige Befallssituationen).

Grüße

Udo Mühle



Zur Verarbeitung CS-Platte



Hallo Herr Jannasch,

ich gebe hier mal meine Erfahrung zum Besten:

Hohes Bruchverhalten: kann ich so nicht bestätigen, zumindest was die Epasit-Platte angeht: absolut formstabil, es müssen keine Bruchkanten ausgespachtelt werden. Würde mich interessieren, falls sie schlechte Erfahrung gemacht haben: von welchem Hersteller reden Sie?

Planeben verputzt: das wäre natürlich das Optimum. Mit Punkt-Wulst(!)technik aber ebenso möglich.

Auch ein nachträgliches Verputzen ist kein Problem, gespachtelt erhält man eine absolut "perfekte" Oberfläche.

Zugfestigkeit: in 5cm halten leichte Gardinenstangen gedübelt, insgesamt immer noch besser als Porenbeton.

Wenn das Zeug nicht so teuer wäre...