Nachträgliches Dämmen

17.06.2005


Hallo,
wir haben folgende Situation unserer Deckenkonstruktion:
Tragende sichtbare Balken mit Bretterlage, darüber ca. 5-10 cm Lehmschüttung. Dachgeschoss wird nicht genutzt.
Wir planen eine nachträgliche Dämmung zwischen den Balken einzubringen.
folgenden Aufbau von oben
nach unten:
6cm Flachsdämmung
2cm Schilfplatte als Dämmung und Putzträger
Lehmputz
Kann man das so machen?
Brauchen wir eine Dampfsperre?
Fehlt sonst noch was?
Danke schon mal im vorraus
Angelika Meier



Dämmung zum Dach



Guten Tag,

das geht so. Eine Dampfsperre brauchen Sie nicht, wenn oben für Abluft durch Undichtigkeiten etc. gesorgt ist.
Was Sie nicht vergessen sollten: die Wärmedämmung auch nach EnEv zu bemessen. Ich habe gerade mal überschlägig gerechnet: Ihr Aufbau bringt einen u-Wert von ungefähr 0,44.
Das ist zu knapp.
Mit ca. 10 cm Holzweichfaserplatte oben drauf kämen Sie dann hin.

viel Erfolg



Nach meiner Erfahrung



werden Sie keinerlei Energiespargewinn einheimsen, wenn Sie nicht massiv und speicherfähig dämmen. Der U-Wert ist hier nicht das Maß aller Dinge. Es gibt eine Menge Beispiele, in denen nachträgliche Dämmung keine Energiespareffekte bzw. eine Gegenfinanzierung für die Baukosten einspielte.

Infolink:


Spart
Dämmstoff Energie?

Mein Tip: Lassen Sie die Decke in Ruhe. Es sei denn, sie wäre nicht luftdicht und Ihre Heizwärme strömt in den kalten Dachboden.

PS. Die EnEV beruht auf der DIN 4108. Ich war Normeinsprecher bei einer der letzten Novellen und weiß, wie es in so einem Ausschuß mit überwiegend Industrievertretern zugeht. Das glaubt kein Mensch.