Brauche Entscheidungshilfe ! Aufsparrendämmung Ja/Nein Welcher Umfang ??

05.02.2008



Hallo Leute,

wie bereits an anderer Stelle erwähnt habe ich einen alten Tabakhof aus der 30ern gekauft und bin gerade fleisig dabei ihn zu sanieren.

Jetzt habe ich ein Problem was das Dach bzw. die Dämmung angeht. Fakt ist, das Dach muss neu eingedeckt werden, die alten Ziegel sind fertig.

Es handelt sich um ein zweigesch. Haus. Unten Wohn- Essbereich, oben Zimmer,Büro und das große Bad. Im OG ist bereits Dachschräge vorhanden und insgesamt sind vier Gauben auf dem Dach. Die Dachspitze über dem OG werde ich nicht zum Wohnbereich ausbauen, da der Platz zu eng ist. Die Dachspitze soll als Speicher/Lagerraum dienen (also nicht beheitzt !!).

Ich habe jetzt bereits im OG sämtlichen alten Putz von der Decke und den Schrägen entfernt. Die Schrägen habe ich mit 12er Klemmrock gedämmt. Die Decke zwischen OG und Dachspitze habe ich vom OG aus mit 10er Glaswolle gedämmt, alles mit Dampfbremse so gut wie möglich abgedichtet.
Weiterhin habe ich vor von der Spitze aus die Balken der Decke zwischen OG und Spitze aufzudoppeln und von oben nochmals mit 12er Klemmrock zu dämmen.

Folgende Dämmmassnahmen wären somit vorhanden.
Dachschräge: Dampfbremse, 12er Klemmrock
Decke: Vom OG aus gesehen: Dampfbremse, 10er Glaswolle, alte Balkendecke mit Lehm,Kies, Schlackeschüttung, 12er Klemmrock, Spanplatten als Fussboden für den Speicher.


Ich habe mit jetzt schon mehrere Angebote für das Dach eingeholt und die wollen natürlich alle noch eine Ausparrendämmung drauf packen, was die Kosten natürlich imens in die Höhe treibt.
Natürlich ist es mir ersichtlich das solch eine Maßnahme noch mehr dämmen würde, mehr geht immer, aber mich würde einfach mal interessieren was die Meinungen so sind, von Leuten die mir eben nichts verkaufen wollen.
Muss ich noch Aufsparrendämmen ? Sollte ich Aufsparrendämmen ? Und wenn Ja in welchem Umfang ?

Vielen Dank für eure Hilfe

Gruß

Sebastien

Ach ja das Haus steht am Rhein zwischen Freiburg und Karlsruhe, also ziemlich südlich, also besonders strenge Winter haben wir nicht. Heizen werde ich mit Öl, WW über Solar. Im Wohnzimmer steht ein Holzofen mit ca. 8 KW, durch die offene Bauweise gehe ich davon aus, dass wenn ich den Ofen unten gut anfeuere auch oben einiges an Wärme ankommt.



Aufsparrendämmung



Guten Morgen,

die Kälte ist das Eine, sommerlicher Hitzeschutz das Andere und m.E. in Ihrer geografischen Region - verstärkt durch die Ausrichtung des Gebäudes - auch das Wichtigere.
Ohnehin brauchen Sie ein wetterdichtes Unterdach, besonders wenn Sie alte Ziegel nehmen, idealerweise Rauhspund + Folie.
Stattdessen kann man auch 60 mm Holzweichfaser (Markenname z.B. GUTEX Ultratherm, oder markenneutral Holzweichfaserplatten nach DIN 68755-1, WLG 045, N+F, 60 mm)
einsetzen. Der Mehrpreis dürfte unter 10 €/ m² liegen.
Es hilft der Benutzbarkeit der Räume sehr !

Grüße vom Niederrhein



Eine leichte Aufsparrendämmung könnte Ärger unter den Spanplatten sparen....



Schon eine 35er Gutex-Multiplex-Platte(Holzweichfaserplatte) als Unterdach schafft viele Vorteile wie Dietmar Beckmann schon aufzeigte:

- sommerlicher Wärmeschutz
- winddicht
- homogene durchgehende Dämmung der Sparren

Bei der derzeitigen Konstruktion sehe ich ein schleichendes Problem, was durch die Aufsparrendämmung etwas behoben wird:

Wenn die Dampfbremse zum Spitzboden hin nicht richtig durchgerechnet ist, bzw. Verlegefehler vorliegen, dann sammelt sich das Kondenzwasser unter den kalten Spanplatten. Das sieht man nicht gleich und die Schüttung im Gebälk fängt einiges ab - aber das würde ich sehr genau beobachten. Ich hatte genau so einen Bau, da tropfte den Leuten am Schluss das Kondenzwasser aufs Bett und sie dachten das Dach sei undicht...

Durch die leichte Ausparrendämmung wäre es im Spitzboden nicht mehr so kalt und der Taupunkt würde sich nach weiter nach aussen verlagern.