Aufbau einer sinnvollen Dämmung im Dach

19.05.2003


Hallo zusammen

Wir wollen bei unseren Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach das Dach neu decken lassen. Das jetzige Dach ist ca. 40 Jahre alt und besitzt wenn überhaupt nur unzureichende, oder komplett diffusionsdichte Dämmung (vor 10 Jahren von Nichtfachmann eingebaut) Wir möchten gerne eine Diffusionsoffene, natürliche Dämmung einsetzen. Das Haus ist eineinhalbgeschossig, d.h. das bis auf den Spitzboden (der aber auch genutzt wird) alles im oberen Bereich bewohnt ist. Nun hatten wir schon mehrere "Fachleute" vor Ort, die aber wie immer alle was anderes sagen. Wir würden gerne eine Zwischensparrendämmung aus Flachs oder Hanf einsetzen und auf die Sparren (aussen) eine Holzplatte die auch noch ein wenig dämmt (Unger Diffutherm o.ä.)setzen. Die Sparren sind nur ca. 16cm stark und liegen ca. 1m -1,2m auseinander. Wie müsste hier ein vernünftiger Dachaufbau möglich sein und hat jemand Erfahrung mit Flachs oder Hanfdämmstoffen in diesem Bereich ??? Die Dachdecker sagen das der Preis von dieser variante erheblich über den "normalen" liegt. Eine Dämmung mit Folien und Glaswolle und som Zeug wollen wir aber umgehen.



Dachdämmung



Hallo Herr Pulch! Wir haben unser Dach wie fogt gedämmt (von außen nach innen): Ziegel - Lattung - Konterlattung - DWD-Platte (diffusionsoffene Wand- und Dachplatte von Agepan, dient als wasserführende Schicht (anstatt Unterspannbahn) und ist trittfest) - Holzweichfaserplatte (als Aufsparrendämmung) - zwischen den Sparren IsoFloc (weil es sich so gut den ziemlich krummen Sparren anpaßt) - Dampfbremse - von innen nochmal eine Holzweichfaserplatte (oder ein sonstige Platte) als Abschluß für das IsoFloc. Alles also diffusionsoffen und (meineserachtens) ökologisch sinnvoll. Mit Hanf oder Flachs haben wir allerdings keine Erfahrung, also außer dem Preis auch nichts dagegen, IsoFloc ist allerdings deutlich billiger.



dachdämmung



hallo, bei unserem dach war die situation ähnlich, allerdings mit der besonderheit, dass unser haus neben dem krüppelwalm auch noch eine halbmansarde hat.viel dach also fürs geld ...
unsere dämmung sieht so aus: biberschwanzziegel, darunter dachlatten 4 x 6 cm (wegen der weiten sparrenabstände), konterlattung (als Hinterlüftung für die ziegel), diffussionsoffene braas-dachbahn und 25 mm pavatex (wetterfest mit latexversiegelung). Die Dachbahn und die pavatex dienten unter anderem auch gleich als Wetterschutz bei den umfangreichen arbeiten am und im dach. Das Steildach werden wir von innen vermutlich auch mit holzfaserplatten zwischen den sparren dämmen, eventuell mit Zellulose (ist eine preisfrage), darauf Holzverschalung und gipsfaserplatten plus wandheizung. Bei der noch steileren mansarde werden wir hausgemachten Leichtlehm (lehm mit stroh- oder hanfhäcksel) verwenden plus Verschalung plus gipsfaserplatte plus wandheizung. alles andere vom hanf bis zur neuseeländischen Schafwolle haben wir als öko-fans auch erörtert, zumal jeder Anbieter seine ware als das nonplusultra preist. irgendwann haben wir dann den überblick verloren und einfach darauf geachtet, dass die ware bezahlbar ist und irgendwie ökologisch vernünftig, also mit wenig Chemie (ist bei naturstoffen manchmal der fall, als vorbeugung gegen schädlinge), mit naturnaher produktion (ist bei Kork so eine sache) und mit möglichst kurzen wegen (deswegen keine neuseeländsiche schafwolle). Es gibt wohl viele wahrheiten in diesem bereich, und ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sie den richtigen Weg finden und sich hinterher in Ihrem traumhäuschen sauwohl fühlen!
Gruße aus dem Wagenhäuschen in Franken
Günter Flegel



Dämmung mit Flachs



Hallo,
wir haben einen Teil unseres Daches mit Flachs gedämmt, den Rest mit Zellulose(Flocken), was vom Preis her günstiger ist. Aufbau: bituminierte oder latexierte Weichfaserpaltte, Dämmstoff, Dampfbremse, Lattung.
Bei Fragen, auch wegen Preisen, bitte eine Mail.
MfG
J. Frase



Dachdämmung



So wie Sie das beschreiben scheint das in Ordnung, Die andere Beiträge zeigen auch vernünftigen Aufbauten. Flachs hat den Vorteil dass es kein Eiweiß besitzt, d.h. absolut ungezieferfrei. 16 cm Dämmung ist gemäß der Dämmkurve ideal, weil das Verhältnis Stärke (d.h.auch Preis/m²) und Dämmwert ideal ist. Über 16cm ist zwar der Dämmwert höher, aber der Preis in Relation noch teurer. Nach der heutigen Wärmeschutzverordnung reichen jedoch 16cm nicht.
Ich würde versuchen, um Kältebrücke durch den Sparren zu vermeiden, nochmals eine waagerechte Lattung unter den Sparren an zu bringen (d=ca 3cm) die dann auch gedämmt werden. Darauf dann die untere Schalung.
m.f.g.
J.E.Hamesse



Einbladämmung



Hallo
Vielen Dank erst mal an alle. Die Geschichte mit den Celluloseflocken zum Einblasen hört sich interessant an. Ich habe mal versucht was über das Verfahren und so weiter rauszufinden. Leider konnte ich noch nichts darüber finden wie denn bei so etws der Innenausbau sein muss. Unser Dachgeschoss ist momentan zu 2/3 genutzt und das soll auch während des Dachumbaus nach Möglichkeit so bleiben. Der momentane Innenausbau ist aber leider ziemlich undefinierbar. Ich nehme ja mal an das beim Einblasen schon von innen alles mit Platten oder ähnlichem Dicht sein muss, sonst blasen die das Zeugs ja sonst wo hin. Und wie ist das wenn ich später eine Verkleidung mal abnehme ? Muss dann neu eingeblasen werden oder wie funktioniert das ? Ein Dachdecker hat gesagt erst innen alles raus, dann komplett verkleiden, dann Dach drauf einblasen und fertig. Ist das so ?

Mit Ratlosen Grüßen

J. Pulch



Dämmung im Dach



Nochmals ich. Ihr Dachdecker hat recht, erst muss das Dach dicht sein und als Kasten ausgebaut sein, dann kann man die Celluloseflocken einblasen.
Inzwischen gibt es mehere Anbieter von Celluloseflocken. Die älteste Firma heißt Isofloc.
Ich habe mein Dach (Neubau) 1984 damit gedämmt.
In Braunschweig gibt es die Firma Gast und Partner, die solche Dämmungen vornimmt. Das Material können Sie auch bei der Fa. Naturell in Vollbüttel beziehen. Andere Produkte sind Climacell, Homatherm.
Hoffe weiter geholfen zu haben.
J.E.Hamesse



Gesunder ökologischer Dachaufbau



Lieber Herr Pulch, machen Sie es folgendermassen: Vorhandene Sparren von unten her mit einer sichtbaren Holzschalung Aufdoppeln ( Mindeststärke 24 mm, mit den Sparren verschraubt, da tragend), darauf ein Rieselschutzpaper, auf dem 4 - 6 cm Vollehmsteine verlegt werden. Im Verlauf der Dachschräge ist alle 2,5 Meter eine tragende Zwischenlattung einzubauen, um ein Übereinanderrutschen der Lehmsteine zu verhindern. Die Sparren sind seitlich mit einer Bohle aufzudoppeln, so hoch, dass ein Zwischenraum von ca. 20 cm Höhe entsteht. Die Bohlen haben den Vorteil, einerseits die Sparren zu verstärken und andererseits eine nach heutigem Gesetz zulässige Wärmedämmung zu verschaffen. Dieser Hohlraum wird mit Zellulose oder Flachs oder Holz-Sägmehlisolierung oder Hanf oder ... ausgeblasen. Da Ihr Sparrenabstand sehr gross ist, empfehle ich eine diagonal verschraubte Rauschbundschalung aufzubringen (24 mm stark minimum). Darauf bitumierte Holzweichfaserplatte mittels V-Nut, 3*5cm Konterlattung sowie verstärkte Dachlatte, Mindestmass 3*5 cm. Dann normale Ziegeldeckung, dabei bitte an Trauf und Firstbelüftung denken. Das ist ein dampfdiffussionsoffener Aufbau, wobei die eingebrachten Lehmsteine den von unten kommenden Wasserdampf einfangen und bei zu trockener Rauminnenluft wieder Feuchtigkeit abgeben. Die darüberliegende Naturdämmung bleibt somit immer trocken. Noch ein kurzes Wort zur Kostenfrage: Natürlich ist auf dieser Basis Vereinfachung möglich, die jedoch auf Kosten der Raum- und Lebensqualität sich niederschlägt. Bei weiteren Fragen stehe ich gerne mit Rat zur Verfügung Tel. 07551-64585 mfg M. Nothhelfer




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