Aussendämmung ohne Dachüberstand?

14.05.2005



Hallo, ich möchte wissen, ob es eine Möglichkeit gibt, eine Aussendämmung an einem Haus anzubringen, dass am Giebel kaum Dachüberstand (ca. 3cm) hat. Es handelt sich um ein Siedlungshaus v. 1927 mit Spitzgiebel.

Es gibt vorne kein Windbrett, sondern es sieht so aus, als ob direkt bis unter die Dachziegel geputzt wurde. Nun müsste die Fassade gedämmt werden (leider kein doppeltes Mauerwerk mit Hohlraum, sondern massive 25cm), und es stellt sich die Frage, wie das funktionieren soll. Wir würden gern Naturdämmstoffe (Holzweichfaserplatten) verwenden, aber vielleicht bietet sich hier etwas anderes an (von der architektonischen Lösung für das Dach mal ganz zu schweigen...).

Wer hat einen möglichst kostengünstigen Vorschlag?



wanddämmung



Hallo
die kostengünstigste variante ist: nichts zu machen!
wenn man es richtig machen will, sollte man gerade die Detailpunkte im Griff haben sonst kann man am Ende Schäden haben die man doch nicht so wollte.
(z.B. sollten die Dachdämmung und die Aussendämmungen zusammenlaufen ...??)
Soll verputzt werden oder verschalt mit Brettern??

mfg

Florian Kurz



Gar nichts.....??



Ich dachte, man muss dämmen, wenn man an der Fassade größere Arbeiten vornimmt. Oder gibt es Möglichkeiten, diese Vorschriften zu umgehen, obwohl die Fassade nicht denkmalschutz-würdig ist, kein Fachwerk usw.?

Es könnte sein (Dachdecker überlegt noch...), dass das Dach ohnehin komplett neu gedeckt werden muss (mit den alten Ziegeln nach Möglichkeit). Bislang ist der Dachboden nicht gedämmt, könnte man dann Fassaden- und Dach-Dämmung sinnvoll zusammenbringen?

Weitere geplante Energiesparmaßnahmen sind: Fensteraustausch (Kunststoff gegen Holz mit Iso-Verglasung), Heizungsmodernisierung (Nachtspeicheröfen gegen Gas-Brennwertanlage). Wir wollten die Sanierung nach Möglichkeit mit KfW-Mitteln finanzieren. Geht das denn auch, wenn man gar keine Dämmung der Außenhülle vornimmt?

Ich habe ja schon gesehen, dass das Thema Dämmung hier sehr kontrovers diskutiert wird. Aber vielleicht sollte man zur Entlastung der Umwelt tatsächlich eher in Solarkollektoren investieren und damit den Mehrverbrauch eines ungedämmten Gebäudes "auffangen" (wahrscheinlich Laienrechnung...).

Bin für weitere Tipps dankbar!



Ups...



Tschuldigung, hab ganz vergessen, auf Ihre Frage zu antworten: Das Haus soll verputzt werden.



"Generalsanierung"



Hallo
... das wird ja eine Generalsanierung!!!
einen Dachdecker zu fragen, ob das Dach neu gedeckt werden soll ??? Was würden Sie machen als Dachdecker???
Was machen Sie denn an der Fassade?? Ausser Dämmen wollen?
Wenn das Dach eine Aufsparrendämmung bekommt kann man besser mit der Fassade am Giebel anschliessen - bei der Traufe wird es schwieriger ---
Die EnEv spricht von wirtschaftlichkeit bei den Massnahmen!!!!!
das mit den Kunststofffenstern würde ich mir reiflich überlegen, sehr reiflich
(ich würde es nicht machen)
bei der Heizung ist noch zu überlegen, ob Sie nicht auf Wandheizungen wechseln wollen, sollten??? Gasbrennwert ist schon 1000 mal besser als EHeizung!
Solar kann man auch mit Holzheizung verbinden ... aber das sind alles Überlegungen ....!
Und das kann man alles nicht hier entscheiden - das ist alles zu komplex.
Aber Bauherren denken da anders als andere!

mfG

Florian Kurz



sorry,



wenn ich widerspreche, florian: wir reden von einem 20er/30er jahre-bau in billigbauweise: 25er massivziegel!!!! schon mal in so was gewohnt? ich schon (auch wenn's ein berliner hh war, mit kohleofen) - die ewige kälte jener tage verursacht mir heute noch alpträume und gedankliches rheuma.
natürlich macht es sinn, sowas zu dämmen, die frage ist doch eher, wie man es geschickt und verträglich anstellt - ohne das dass das haus am ende aussieht wie ein plastikbomberund in 10 jahren in sich zusammenfällt

@jule

da sie offensichtlich planen, eine größere summe geldes der gebeutelten bauwirtschaft zu gute kommen zu lassen, würde ich mir überlegen, ob es nicht sinn macht, einen architekten/planer hinzuziehen, der ihre interessen vertritt und ein sinnvolles, stimmiges konzept erarbeitet - auch mit mut zur lücke, wo es halt nicht anders geht.



Generalsanierung



Hallo
@Bettina Ingenkamp - gegen was wiedersprechen?
und alles andere - auch Ihr letzter Tip - ist doch in Ordnung!??

mfG

Florian Kurz



Architekt ist schon dabei



einen Architekten haben wir schon. Aber da man ja - vor allem als Laie - nicht schlußendlich wissen kann, welche Standpunkte, die der Architekt vertritt, objektive Wahrheiten sind und welche doch eher "Glaubensfragen", halte ich es schon für wichtig, mich auch an anderer Stelle zu informieren. Schließlich muss ich am Ende hier wohnen und nicht er...

Die Frage war wie gesagt, wie man das Problem mit dem winzigen Dachüberstand löst und ob es überhaupt eine vernünftige (optisch, finanziell, bauphysikalisch) Möglichkeit gibt, Dach- und Fassadendämmung zusammen zu bekommen, ohne das Dach komplett abzureißen. Was könnte denn schlimmstenfalls passieren, wenn eine Lücke zwischen den Dämmungen bleibt?





Hallo Jule,

es gibt im Handel sog. Dachlattenverlängerungen, z.B. wie hier:

http://www.lemphirz.de/lemphirz/produkte.php?dachlatten=ja

Dein Dach wird dann eine Ziegelbreite (oder eine halbe) breiter. Der Dachdecker sollte darüber bescheid wissen.

Gruß, Andreas
Der Dachdecker sollte darüber bescheid wissen.



Hallo Jule,



auch ich bewohne ein Siedlungshäuschen Bj. 26/27 (24er Hohlblockziegel und Bimsstein), allerdings hier im schwäbischen Gerlingen.
Wir - meine Frau und ich - hatten uns bei unserer Baumaßnahme (vorgehängte, hinterlüftetet Lärchenholzfassade im Giebelbereich und 1.OG, EG hat Putzfassade) entschlossen, das Dach um 2 Zielgelreihen zu verlängern und so den Überstand auf ein sinnvolles bzw. notwendiges Maß zu erhöhen. Schließlich soll ja auch die Optik nicht zu kurz kommen. Die Dachverlängerung war für unseren Zimmermann kein Problem! Anschließend habe ich das Dach von innen mittels Zwischen- und Untersparrendämmung gedämmt. Ich sehe da keine Schwierigkeiten in Sachen Fassaden- und Dachdämmung, jedenfalls keine technischen. Bleibt nur das liebe Geld...
Ich stehe da allerdings auf dem Standpunkt, gewisse Dinge "für die Ewigkeit" eben mit dem erforderlichen Aufwand und Geldeinsatz bestmöglichst zu bewältigen und lieber an anderer Stelle Einsparpotential zu suchen. Deine "Generalsanierung" ist wirklich ein sehr komplexes Thema, für einen "Siedlungshäuschenplausch" kannst Du mich auch gerne anmailen (stboettcher@web.de).

Viele Grüße
Stefan



Giebeldämmung ohne Dachüberstand



Dachog. Mal die Anwendung von großformatigen Ortgangwinkeln prüfen. Mfg ut de ole Mark