Dachdämmung ohne Bauschäden?

16.10.2012 strubbelroxy



Hallo

Wir beabsichtigen unser Dachgeschoss als Wohnraum auszubauen und sind verwirrt über die vielen verschieden Empfehlungen.
Das Dach ist folgendermaßen aufgebaut, von außen:
Kunstschiefer, darunter Dachpappeschindeln, darunter Holzschalung.
Das Dach ist also komplett luft- und wasserdicht. Eine Hinterlüftung ist also nicht vorhanden und soll auch nicht eingebaut werden (zu hoher Aufwand, sehr altes Haus)

Begonnen haben wir schon :

1. Da keine Hinterlüftung = Vollsparrendämmung 180mm WLG 035
Darüber haben wir uns für die variable Dampfbremse entschieden (feuchteadaptiv, Klimamembran sd- Wert 0,2m-5m),
das erschien uns aufgrund der fehlenden Hinterlüfung als sinnig, damit die im Sommer in der Dämmebene entstehende Feuchte auch irgendwo raus kann- hier also in den Wohnraum rein.
Ist das überhaupt OK so? Was meint ihr? Oder haben wir Bauschäden zu befürchten?
Oder wäre eine Dampfsperre besser gewesen? Die wird ja kaum noch empfohlen.

2.Die Sparren haben wir mit einem seitlich angebrachten Brett vertieft. Da die alten Sparren noch daneben sind – bleibt da ja Luftraum ohne Mineralwolle?

3. Die Dachkonstruktion ist sehr verschieden. Teilweise läuft ein Balken diagonal durch alle Sparren einer Dachseite durch, teilweise sind Bretter an der Holzschalung innen angebracht – eine luftfreie, fugenfreie Verlegung der Mineralwolle ist so gut wie nicht möglich

4. Die Kehlbalken gehen von jedem Sparren ab – wir haben riesige Probleme die Dampfbremse anzubringen. Wir haben die Folie eingeschnitten, die Folie dann um den Kehlbalken gelegt und dann das entstandene Loch mit Folienreststücken wieder verschlossen. Wir haben so gut es geht das Klebeband für Anschlüsse an die Kehlbalken geklebt.
Trotzdem habe ich Bedenken dass es wirklich dicht ist, das kriegt man doch nie hin?
Der Kehlbalken selber ist doch auch nicht dicht, hat Risse – dadurch gelangt doch dann auch Feuchte ind die Dämmebene,oder?
Müssen wirklich auch alle Tackerstellen beklebt werden? Am Ende ist von der wichtigen Folie doch gar nix mehr zu sehen, weil alles beklebt wurde- arbeitet die Folie da überhaupt noch richtig?

5. Die Giebelwand ist auf einer Seite Mauerwerk in 2 verschiedenen Dicken. Sollen wir den Giebel überhaupt dämmen? Wenn ja, wie? Genauso wie beim Dach mit Wolle – Dampfbremse – Gipskarton? Sollen wir die dünnere Fläche erstmal mit Ziegeln auf die dickere Fläche anpassen, oder lieber gleich mit Wolle ausstopfen?

6. Die andre Giebelwand ist aus Holz – außen mit Schindeln bedeckt. Sollen wir die auch so wie das Dach dämmen?

Ihr seht, die vielen Meinungen die auf dem Markt herrschen verwirren sehr. Wir hoffen wir haben nicht alles komplett falsch gemacht, vielleicht macht man sich auch zu große Gedanken.Ich freu mich auf Eure Meinung.



Dringend Handlungsbedarf...



...bevor sie weiter derartigen Dämmwust bauen!!
Vieles steht auf den verpackungen und Blättern, doch wenn der Schjaden dann eingetreten ist, können sie leider nicht die Blätter und Beschriftungen beschimpfen!

Melden Sie sich einfach bei mir und ich empfehle Ihnen einen versierten Baubiologen zur Gesamtanalyse Ihrer anstehenden Maßnahmen und Vorhaben.
Hat viele schon vor bösen Überraschungen bewahrt!

Grüße Udo Mühle.


PS:
Ein nach außen dampfdichtes Dach sollte niemals eine mineralische Vollsparrendämmung erhalten.
Auch bei ökologischen Dämmstoffen ist dies kritisch und wenn, dann muss nach innen mit einer sehr sensiblen und offenen Menbran (Intello z.B.) gearbeitet und sehr sensibel die Details ausgebildet werden.



Dachdämmung



Stimmt,
Sie fassen da als Laie ein fachlich und handwerklich sehr diffiziles, gering fehlertolerantes System an.
Dann interessiert mich eine Sache besonders:
Warum wursteln sie die Dampfbremse um die Kehlbalken statt sie darunter zu verlegen?

Viele Grüße





hmm, das wundert mich schon sehr, weil fast überall bei "Dämmung von Warmdächern" folgendes oder ähnliches steht:

Luftdichtung und Dampfbremse bei einem dampfdichten Unterdach

Konstruktionen mit dampfdichter Außenhaut sind immer als äußerst kritisch anzusehen. Feuchtigkeit aus der warmen Luft im Inneren des Bauwerkes dringt im Winter in die Dämmung ein und fällt in den kälteren Bereichen der Dämmung als Tauwasser aus. Ohne jeglichen Schutz von innen würde die Konstruktion in den meisten Fällen größeren Schaden nehmen.
Die Einbringung einer dampfdichten PE-Folie (sd-Wert 50 m) auf der Innenseite der Dämmungschützt auf den ersten Blick die Konstruktion vor Durchfeuchtung.
Dies täuscht allerdings: Bei außerplanmäßiger Feuchtigkeit wird die PE-Folie zur Feuchtefalle. Feuchtigkeit die einmal drin ist, kommt so gut wie nie wieder raus aus der Konstruktion.

Die Lösung für dieses Problem: eine Innendichtung mit einer feuchtevariablen Dampfbremse."

Fakt ist, dass wir keine Hinterlüftung einbauen können. es muss doch möglichkeiten geben ein dichtes Warmdach zu dämmen? Dachte grade, die Klimamembran hilft wenigstens im sommer die Konstruktion auszutrocknen...

Die Dampfbremse können wir schlecht unter den Kehlbalken legen, weil dann die Raumhöhe ca. 1,80m wäre- das wäre arg bedrückend...



Ihr wisst...



... nicht wirklich, was Ihr da tut, oder?!

MfG,
sh



Bitte dringendst...



...diesen Sachverständigen und Gutachter kontaktieren.
Ist ein Plattformmitglied!!!

Dipl.-Ing. (FH) Mathias Heine
Dippoldiswalder Str. 66
DE-01731 Kreischa bei Dresden
Telefon: 035206 21147
Telefax: 035206 / 30348
EMail: m.heine@baubiologie-heine.de
Homepage: http://www.baubiologie-heine.de

Viel Erfolg!



Dachdämmung



1. Wie hoch bzw. wie haben Sie denn den Deckenaufbau an der Kehlbalkenlage geplant?
2. Wie sieht Ihr geplanter Fußbodenaufbau aus?



decke und fußboden



Fußboden ist schon verlegt. Wurde mit ESB-Platten erledigt.
Das Dach soll bis oben offen bleiben.



nur



zum Thema Kehlbalken - diese hätten ohne weiters um 10 bis 20 cm nach oben gesetzt werden können - dann hätte die Zimmerhöhe gepasst und der Spitzboden für für alle möglich Rächermännelkartons übrig geblieben. Dann wäre auch eine Hinterlüfung der Dämmung über den Spitzboden möglich gewesen. So habt ihr schon das meiste ohne Konzept "versaut" .....



@ strubbelroxy



Mit "ESP-Platten" meinten sie sicherlich OSB-Platten!!

Ist zwar ein "wundervoller Baustoff" oder Verlegematerial, aber birgt auch seine Risiken!



ESB



Nein, ich meinte ESB Platten!
Also gibt es für ein Dach ohne Hinterlüftung keine Lösung außer eine einzubauen? Das kann doch nciht sein!? In verschiedenen Baumärkten meinten sie" ach keine hinterlüftung na dann vollsparrendämmung"....



Dämmung



Ehe sie sich hier festrennen versuchen Sie bitte meine Fragen zu beantworten. Vielleicht gibt es eine Lösung, die etwas weniger riskant ist. Dazu brauche ich mehr Informationen.

Viele Grüße
p.s. ESB- Platten sind bauphysikalisch wie OSB zu betrachten.





Ok, ich bin nur etwas verzweifelt. Auch ISOVER empfiehl mir diesen Dämm-Aufbau. Welche Informationen benötigen Sie noch?



Dachdämmung



Na, dann wiederhole ich mich noch mal.
Wie hoch bzw. wie haben Sie den Deckenaufbau an der Kehlbalkenlage geplant?
Wie ist der Fußboden jetzt, mit den ESP- Platten, aufgebaut?
Wieviel lichte Raumhöhe (von Oberfläche jetziger Fußboden bis Unterkante Kehlbalken) steht zur Verfügung?

Interessant wäre noch zu wissen wieviel Platz jetzt noch bis zur Firstspitze im Spitzboden ist und ob Dachflächenfenster vorgesehen sind.

viele Grüße



Infos



Ich schrieb doch: Das Dach soll bis zum First offen bleiben um ausreichend Raum zu haben. Die Kehlbalken liegen also frei im Raum. Das Dach ist innen bis zum First etwa 3,50m hoch.
Lichte Raumhöhe ist etwa 1,80m, auch das schrieb ich weiter oben. Der Fußboden hat auf den alten Dielen die Verlegeplatten erhalten. Dachflächenfenster sind bereits drin.
Vielen Dank



Dachdämmung



Dann ist es geometrisch kein Problem, die Zangenlage 25 cm höher zu setzen.
Alles andere funktioniert nicht, höchstens für Hobbits. Bei ca. 30 mm Stärke der Deckenverkleidung kommen Sie auf etwas mehr wie 2 m lichte Raumhöhe. Das dürfte dann auch mit Ihrer Landesbauordnung zu vereinen sein.
Das bedeutet: vergessen Sie die schräge Idee, das Dach bis in den Spitzboden zu dämmen. Es bleiben genug kritische Stellen und Probleme übrig die noch zu lösen sind.

Leider muß ich immer wieder nachfragen da die Angaben oft ungenau oder falsch sind.
Beispiel: Sie haben nicht geschrieben das die LICHTE Raumhöhe beim JETZIGEN Fußbodenaufbau 1,80 m ist, sondern:" Die Dampfbremse können wir schlecht unter die Kehlbalken legen weil dann die Raumhöhe CA. 1,80 m wäre"
alter oder neuer Fußboden?
Eine Dampfsperre ist nur ein paar 100/tel mm dick! Meinen Sie mit oder ohne den folgenden Deckenaufbau?
Die lichte Höhe verändert sich doch auch nicht bei Ihnen, wenn Sie vor jeder Zange einen Diener machen müssen!
Ist die Raumhöhe nun 1,80 oder ca. 1,80 m- soll ich raten?


Viele Grüße

p.s. Nennen sie mir einen konstruktiven, fertigungstechnischen, bauphysikalischen, bauzeitsparenden oder finanziellen Vorteil der ihre geplante Variante rechtfertigt!





Ok, dann werden wir uns eben Hobbit nennen... ;)
für uns ist die Höhe wirklich in Ordnung. Wir wollten nicht weiter in der Statik rummehren, es sollte lediglich unser Dachboden gedämmt werden für weiteren Wohnraum. Daher wollen wir die Kehlbalken so lassen, wie sie sind, weil wie gesagt, sehr altes haus, wer weiss, was dann noch passiert/zum vorschein kommt wenn wir die Balken versetzen. Außerdem sind dies Mehrkosten, weil wir einen Zimmerer holen müssten. Der Fußbodenaufbau ist soweit fertig. Lediglich Laminat o.ä. kommt drauf.
Können wir uns einigen, die Kehlbalken so zu lassen?
Das war ja auch nicht wirklich unser Problem, sondern eher die Dämmung der Dachfläche und der Giebelwand.



Dämmung



Ich schätze das die Mehrkosten für die Fummelei um die Zangenlage allein schon beim Material die Kosten für den Zimmerer ausmachen.
Dann gehe ich ausnahmsweise mal unter die Propheten und prophezeihe Ihnen das Sie die Unmengen von Anschlüssen, Durchdringungen usw. nie dicht kriegen werden. Den kritischen baupysikalischen Aspekt sollten Sie nicht vergessen- Sie wurden mehfach und eindringlich gewarnt.
Ich hoffe sie haben keine Platzangst wenn Sie den Spitzboden verkleiden.
Meine Frage nach den Vorteilen Ihrer Lösung haben Sie hoffentlich nicht überlesen. Ich weiß was dabei rauskommt und wollte Sie nur dazu bringen einmal nachzudenken- ohne subjektive Befindlichkeiten.
Wenn Sie dann offen sind für eine machbare Lösung sollten Sie den von Udo Mühle empfohlenen Kontakt aufnehmen.

Viele Grüße

p.s. Übrigens, von mir noch ein Wort als Wertermittler:
Bei der Raumhöhe zählt das nicht als Wohnfläche, sondern nur als Nebenfläche. Macht 2/3 weniger an Sachwert. Als Wohnfläche auch nicht vermietbar- verringert den Ertragswert. So kann man auch Vermögen vernichten.



Dachdämmung (einschaliges Dach - Warmdach)



ohne auf Maße einzugehen.
Der Dachaufbau sollte von außen nach innen wie folgt sein:
unter der Deckung
1.eine diffusionsoffene Bahn (sd-Wert =0,02 m), kann auch zwischen den Sparren befestigt werden; hilft gegen Flugschnee und von außen eindringenden Regen.
2. die Mineralwolle
3. eine Dampfsperre (sd-Wert =150 m) unter den Sparren, diese müssen mit einbezogen werden. Alle Nähte sorgfältig mit geeignetem Klebeband abkleben. Wandanschlüsse mit geeignetem Kleber ausführen. Die Tackerstellen auch abkleben.
Der Wasserdampf finden den Weg und dann wird's teuer.
4. Nagelband auf die Sparren und darauf die Konterlatte, evtl. mit Höhenausgleich.
5. Traglatte und GK-Platten
Wenn alles sorgfältig ausgeführt wird, dann funktioniert es auch.
Sollten noch Fragen bestehen, einfach anmailen.
Viel Erfolg
Paul



@ hans Paul



an der Außenabdichtung geht eben nichts diffusionsoffen - da sind pappschindeln unter Kunstschiefer - auch kein Flugschnee. Er kann nur Dachkasten öffnen und Entüftunghauben einbauen (First belüften...)



Olaf aus Sachsen



wenn das Dach wirklich dicht ist, ist die diffusionsoffene Bahn nicht erforderlich; ich würde sie aber trotzdem einbauen. Besser ist das.
Wichtig ist die Dampfsperre innen. Sie muss wirklich dicht sein, damit es funktioniert.
Und das dichte Einbringen ist eine Herausforderung.
Paul



und



da es dafür keine Garantie gibt (Mäuse z.B. wissen nicht, dass man da kein loch reinmachen darf :-) ), würde ich auf Steinwolle verzichten und eine zusätzliche Hinterlüftung irgendwie einbauen. (Meine Haus-Mäuse waren mir eine Lehre !)



Eine



von denen die schneller waren als der Kater....



100%igkeit!!!???



leider in einem alten und generell in einem Gebäude niemals erreichbar und möglich!!
Es wird immer Leckagen geben oder gar nur die Risse im Holz, die zur Thermik führen!
Mir als Fachbetrieb fällt es ja hin und wieder schon schwer, fast sämtliche details am Baukörper so zu erfassen, dass keine Mängel nachher entstehen.
Dampfsperren beinhalten leider auch ihre Mängelseite!
Ich arbeite eigentlich nur mit Dampfbremsen (Papieren) oder halt der Klimamembran, die bei dampfdichten Dächern nach innen öffnend zurückatmet!
Aber auch da bekomme ich Bauchschmerzen.
Was nützt mir ein aufwendiges Rechenprogramm und Sumilationsschema, wenn nach Jahren mir trotzdem der Bausschaden entstanden ist?
Die Industrie macht uns leider immer mehr abhängig von der Glaubwürdigkeit, stets funktionalere Produkte entwickelt zu haben, die nach wenigen jahren aber dann doch ihre Schwachpunkte aufzeigen.

Und schwupps, schon hat die Dämmstoffindustrie ihren alten Kunden wieder und dann aber mit weit höheren Investitionskosten.

Mal wieder zurück zur Einfachheit und zu überschaubaren Lösungen und Nutzungskonzepten in alten Häusern!



Warmdach – Nachtrag



Natürlich kann eine Dampfsperre fehlerbehaftet sein oder später durch irgendwelche Umstände defekt werden. Deshalb ist ein sorgfältiger Einbau auch so wichtig.
In diesem Fall soll ja die Dachhaut erhalten bleiben und der Platz ist knapp, also bleiben nicht viel Möglichkeiten.
Ansonsten kann man auch anders aufbauen.
Wenn das Dämmmaterial schneller Wasserdampf abgeben kann als es aufnimmt brauche ich auch keine Dampfsperre. Aber nach innen? Das bezweifele ich doch sehr stark.