Kondenswasser an der Unterseite der Unterspannbahn

16.02.2012



Hallo liebes Forum!
Nun habe auch ich das Problem des Kondenswassers dank Dämmung?
Ich habe vor zwei Jahren eine Dämmung der obersten Geschossdecke vorgenommen, auf der Dampfbremse wurde eine 180mm Glaswolle ausgelegt. Darüber ist bis zur "undurchlässigen" Unterspannbahn keine weitere Abdeckung, der Abstand zwischen Dämmung und Unterspannbahn liegt zwischen 5 cm bei der Traufe und 100 cm beim First, die Breite des Dachbodens liegt bei 450 cm demnach ist die Dachneigung sehr gering. Welche Lösungsmöglichkeiten haben sich als sinnvoll erwiesen? Ein befreundeter Dachdecker rät mir Lüftungselemente in die Unterbahn einzuarbeiten, jeweils unten und oben je Sparrenfeld. Hat von euch schon jemand Erfahrung damit gemacht? Es wäre sicherlich ein kleinerer Aufwand als das Dach abzudecken und eine Diffusionsoffene Unterbahn einzubauen oder die Dämmung wieder zu entfernen.
Ich wäre euch wirklich für eure Ratschläge und Tipps dankbar, bevor mir das Wasser bis zum Hals steht - immerhin läuft das Kondensat stellenweise schon zur Traufe runter und sammelt sich dort auf der Dampfbremse...
Gruß,
Carsten



Im Detail ...



... etwas schwierig nachzuvollziehen, diese Konstruktion.

Haben Sie die oberste Decke gedämmt oder die DAchkonstruktion? Oder ist das Dach ganz flach geneigt, mit 1m Höhe in der Mitte? Wo liegt die Dampfbremse? Auf den Deckenbalken und darauf lose die Dämmung? Wie sieht die restlich Deckenkonstruktion aus, von der Dämmung abwärts?

Sie werden ein Konvektionsproblem haben: warme Luft, die aus dem Wohnraum darunter in die Deckenkonstruktion eindringt und an der -relativ- luftdichten Unterspannbahn im abgeschlossenen Dachraum kondensiert.

Der gesamte Dämmaufbau wird wohl komplett zu überdenken und bauphysikalisch-baukonstruktiv neu aufzubauen sein.

Fragen Sie dazu einen Architekten, der Ihnen die Details vorgibt und den bauphysikalischen Anforderungen gerecht wird. Handwerker -bei allem gebotenen Respekt- sind da meistens nicht allzu engagiert.Und man sollte auch nicht auf eigene Faust beginnen, daran herumzubasteln. Dazu ist die Sache zu komplex, wie Sie auch an der Zahl gleichartiger Fragen und Beiträge in diesem Forum feststellen können.

Als Notmaßnahme ist eine Lüftung bestimmt die beste Lösung, wenn denn die Lüftungsöffnungen in der USpBahn Sinn machen und die Luft in den Dachraum hinein und auch wieder hinausgelangt, ohne Regen einzulassen.

Wenn der Dachraum stark belüftet wird und Ihre Dämmung offen liegt, verliert sie allerdings ihre Dämmwirkung.



Kondensat



Hallo Carsten,

Ich habe da noch ein paar Fragen:

Es ist also ein flachgeneigtes Dach: Pult,-oder Satteldach?
Mit was ist das Dach eingedeckt?
Wurde die Dampfsperre nur ausgelegt, und nicht am Rand verklebt?
Wie haben Sie die Dämmung eingebaut?, war die Eindeckung noch nicht da?
Sie haben also eine Luftschicht über der Dämmung, die aber nicht belüftbar ist? Also ein Kaltdach, das ein Warmdach ist?
Kann man giebelseitig nicht belüften?
Warum haben Sie eine "undurchlässige" Unterspannbahn eingebaut?

viele Grüße zu den vielen Fragen



Weitere Details



Vielen Dank für die rege Teilnahme zu meinem Thema.
Der Aufbau ist derzeit wie folgt:
Deckenkonstruktion, darauf teilweise Rauhspund als eine Art Kriechweg verlegt, wie gesagt, vom Dachboden bis First ist es nur ein Meter..., dann eine Dampfbremse auf dem Boden liegend, an den Rändern verklebt, darauf liegt die Glaswolle, dann kommen erst 5-90cm darüber die Sparren, darauf die USB, und zu Letzt eine Frankfurter Pfanne. Die Dachform ist ein sehr flaches Satteldach. Die Giebel sind derzeit nicht belüftbar, ich habe auch schon über 2 Kernbohrungen nachgedacht, schlimmstenfalls mit einem Rohrlüfter um einen Luftaustausch sicherzustellen. Weshalb würde ich durch eine Belüftung oberhalb der Dämmung die Dämmwirkung verlieren? Danke für eure Hinweise, das ist wirklich hilfreich!



Also ...



... gibt es keine Unterspannbahn, sondern eine OSB-PLatte?
Eine Holzwerkstoffplatte außen ist nicht zulässig , sondern nur eine Rauspundschalung.

Was die Lüftung angeht: Wenn der Wind durch Ihren Pullover pfeift, wärmt dieser auch nicht mehr. Sie brauchen eine Windsperre (Jacke) und damit sich innen kein Schwitzwasser (Schweiß) bildet, muß diese Winddichtung hoch diffusionsoffen sein, sd=0,02. Wie Ihre Jacke, wenn´s eine (funktionierende) Gore-Tex-Jacke ist.



USB



Mit USB war Unterspannbahn gemeint, nicht OSB-Platte. Sorry wenn ich damit für Verwirrung gesorgt habe.
Der Vergleich mit dem Pullover ist gut, demnach sollte ich die "Idee" mit dem Lüfter verwerfen.
Wären diese Einsätze in die USB mit 10x20 cm eine bessere Idee, alternativ gibt's wohl auch so Abstandshalter welche die Überlappungen der UNterspannbahnen aus einander halten sollen?



Das funktioniert nur...



... wenn es eine Konterlattung und eine Lattung gibt. Die Konterlattung (auf den Sparren in Längsrichtung)bildet die Hinterlüftungsebene.

Ansonsten müssen Sie immer da, wo die Lüftungsziegel sitzen, die USB freischneiden und hoffen, das dort kein Regen/Schnee eindringt.

Lüften ist ein "Muss", trotz der Sache mit dem Pullover.
Schäden aus Durchfeuchtung sind schwerwiegender als eine hohe Heizrechnung. Aber Sie müssen Ihren gesamten Dach- und Dämmaufbau neu konzipieren lassen.



Giebelmauer für Querlüftung nutzen



Wenn Du einen ordentlichen Dachüberstand hast, dann würde ich das klassische "Window" schaffen:

Möglichst im oberen Bereich vom Firstwinkel auf beiden Giebelseiten 100er Rohre einsetzen, außen Fliegengitter drauf.

Dann die Situation beobachten. Wenn es nicht reicht, kannst Du immer noch aufs Dach. Wenn sie nicht gebraucht werden, dann mit Dämmwolle zustopfen.

Allerdings würde ich im Moment überlegen, wie Du das alles Entfeuchten kannst. U.U. hat sich da schon mehr angesammelt, als Du siehst.

Es ist eine Sache einen Feuchteschaden zu beheben, eine andere, eine funktionierende Abluft zu schaffen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Wenn es



möglich ist, würde ich die USB im Firstbereich zurückschneiden - es ist sicher ein Lüfterfirst verlegt.

Etwas Tauwasser fällt bei einem Kaltdach, um ein solches handelt es sich ja, immer aus.
Deswegen ist es wichtig, dass der Luftraum über der Dämmung von der Luft duchströmt wird.

Viele Grüße, Gerhard



Erste Massnahmen umgesetzt...



Ich habe heute die oberste Traglattung abgenommen, diese war unmittelbar an der Latte der Firststeine und hat somit die Zirkulation verhindert, dann habe ich die USB um 5 cm gekürzt und ein diffusionsoffenes Firstband verlegt, vornher waren da Plastikwinkel mit Schaumstoff in Wellenform der Ziegel.
Dann habe ich oberhalb der Traufe Lüfterelemente in die USB eingebaut. Bei der Kontrolle der Dämmung habe ich festgestellt, dass lediglich im Traufenbereich Feuchtigkeit vorhanden war, und das ausschließlich auf der NORDSEITE des Daches, mein Haus hat drei Giebel, demnach habe ich Traufen in Nord, Süd, West und Ost...
Richtung West habe ich noch einen Flachdachanbau, diesen werde ich als nächstes angehen müssen. An der Traufe gibt es keine Lüftungselemente, es ist dort alles verschlossen!
Ich überlege auf der Traufenseite die Fassade (WDVS) zwischen den Sparren großflächig zu öffnen und mit einer Latte zwischen Dämmung und OSB-Platten einen Luftaustausch zu ermöglichen. Gegenüberliegend enden die Sparren im Dach des Altbaus. Den Einbau von Flachdachlüftern möchte ich vermeiden, denn bei 10 Sparrenfeldern sähe das Dach nun wirklich nicht wie von dieser Welt aus...