Dach dämmen und ausbauen zum Wohnbereich

29.04.2011



Hallo,

auch wenn es schon oft gefragt wurde, und ich viel hier und in anderen Foren gelesen habe. So hat doch jeder seine spezielle Herausforderung!

Zunächst geht es um die Dämmung der Dachschräge meines Fachwerkhaus.

Aufbau des Dach (von außen nach innen:

Kunstschiefer -> Dachpappe -> Rohholzverkleidung

Eine Zwischensparrendämmung kommt hier nicht in Frage, da die Sparren teilweise Rund, Halbrund und verschieden Stark sind. So denke ich mir ist eine Untersparrendämmung die geeignete Möglichkeit eine Dämmung anzubringen.

Die Dachschräge geht bis auf den Boden, dies möchte ich auch umgegen, in dem ich auf ca. 1m Breite verzichte und Senkrechte OSB Platten aufstellen möchte.

So, nun meine Fragen:

Was wäre die erste Schicht, die auf die Sparren aufgebracht werden muss (die Hinterlüftung des Daches bleibt hier ja unberührt). Sind es gleich die OSB Platten oder muss erst noch eine Folie oder ähnliches angebracht werden?
Wie würde eine gute Dämmung als Untersparrendämmung aussehen? Also welche Schichtung ist empfehlenswert.
Was absolut nicht sein darf, sonst bekomme ich ärger mit meiner Frau, ist als innerste Schicht Nut und Feder. Was gibt es als leiche Alternative?

Wie schwer wird so eine Dämmung etwa pro QM.

Diese Infos brauche ich für den Statiker, den ich vor Ausbau beauftrage, da auch noch eine Solaranlage mit mind. 20qm Röhrenkollektoren auf das Dach soll.

Vielen Dank für Eure Antworten

mfg Walter Röder





Hallo,

die erfragten Infos gibt Ihnen Ihr Statiker, das gehört zu seinen Grundleistungen. Als erstes wird er mal klären, ob man ihre Sparren noch wiederverwenden kann.
Es besteht also keine Notwendigkeit, selber irgendwelche Konstruktinen zu erfinden und diese per Internet "absichern" zu lassen.
Bei Grundsatzfragen zerbrechen wir uns dann gerne wieder den Kopf.
Viel Erfolg.



Aller Anfang ist schwer



"... die erfragten Infos gibt Ihnen Ihr Statiker ... "

Na da wär ich jetzt mal skeptisch! Ohne zu wissen, was der spätere Aufbau sein soll, kann er auch keine garantierte Aussage treffen. Gerade, wenn das Ganze grenzwertig ist, und nicht fünfmal überdimensioniert!

Ohne Wissen über den späteren Aufbau, werden Sie also nur eine Aussage über die vorhandene Restreserve des aktuellen Aufbaus und für etwas extra Geld vielleicht noch einen Vorschlag zur vielleicht notwendigen Ertüchtigung mit ausreichend Reserve für alle denkbaren Ausbauten erhalten.


Ich würde daher an ihrer Stelle zunächst einmal nach einem guten Zimmerman ausschau halten. Der weiß in der Regel auch schon was zur Statik zu sagen, und kennt sich normalerweise auch rund ums Thema Dämmung aus.
Wenn Sie schon wissentlich lieber selber Hand anlegen wollen, gehn sie einfach offen damit um, dann bleibt das auch OK! Sicher wird es damit zwar schwieriger jemanden zum Vorbeikommen zu bewegen, aber es gibt auch Zimmerleute die Einem für einen kleinen Obulus die notwendige Starthilfe vermitteln.


Ansonsten läßt sich zu Ihrer Frage nur sagen, daß diese sehr grundsätzlich, und hier ohne weitere Einblicke in die Gegebenheiten vor ort wohl von Keinem zu Ihrer späteren Zufriedenheit und der sicheren Vermeidung von etwaigen Bauschäden zu beantworten ist. Auch vermittelt der Wortlaut Ihrere Frage den durchaus vorhandenen Fachleuten hier imForum wohl leider eher den Anschein, daß Sie noch nicht wirklich tief im Thema drin sind. Die verhaltene Anzahl an Antworten ist daher soweit erstmal nicht weiter verwunderlich! Freilich wird sie diese Aussage nun ebenfalls nicht wirklich zufrieden stellen können, aber da werden Sie leider mehr oder weniger allein durch müssen. Genau wie schon unzählige Bauherren vor Ihnen!

Versuchen Sie sich zunächst einmal weiter in das Thema einzuarbeiten (Fachliteratur und Gespräche mit Fachleuten oder hier im Forum). Beachten Sie dabei, daß nicht immer alles wahr ist was da so geschrieben und gesagt wird und nutzen Sie dieses Forum dazu um Ihre Schlussfolgerungen zu überprüfen (Tip ... eine ausführliche Situationsbeschreibung ist dabei immer hilfreich!).

Soweit aus Berlin,
Mit freundlichen Grüßen


PS.: ... sind die 20m² Thermiekollektoren für ein Ein- oder Mehrfamilienhaus geplant? Ich frage nur, da dies sehr teuer in meinen Ohren klingt, und eher ungewöhnlich scheint. Welche Ausrichtung hat die vorgesehene Aufstellungsfläche?



Dach dämmen und ausbauen zum Wohnbereich



Hallo,

erst mal Danke für die Antworten.

Mir geht es darum erst mal Informationen zu sammeln, die ich dann mit dem Statiker und meinem Dachdecker besprechen kann. Gerade über das Thema Untersparrendämmung ist in den Büchern und im Internet nichts zu finden, und das ist schade. Überall werden die einzelnen Lagen zur Aufdach- oder Zwischensparrendämmung beschrieben, aber zur reinen Untersparrendämmung ist so gut wie nichts zu finden.

Bevor ich mir einen Statiker und Dackdecker kommen lasse, will ich auch wissen, was mich der Spaß ungefähr kosten wird. Das könnte ich mit den Antworten auf meine Fragen in etwa klären. Was mich die gesammte Heizungsumrüstung auf Pelletheizung und Solaranlage mit Heizungsunterstützung kosten wird, weiss ich bis auf +/- 1000€ genau, und weis auch , was ich dann noch übrig habe für andere Sanierungen.

Ich will einfach einen Kostenplan erstellen, was mich was kostet, um dann zu entscheiden, was ich machen (lassen) werde und was nicht. Mein Geld ist leider sehr begrenzt und ich werde viel in Eigenleistung machen müssen. Und ich muss im Vorfeld schon wissen, was ich mir dann zutrauen kann, und was ich lieber von einem Fachbetrieb machen lasse oder ganz sein lasse.

Ohne vernünftige Vorabinfos werde ich kein Geld in den Dachausbau investieren.

Zur Solaranlage:

Einfamilienhaus, 100% Südlage, Dachneigung 45-50° also fast optimal für die Heizungsunterstüzung. Röhren, da höhere Solartemperaturen erreicht werden können. 20qm-25qm, je nach dem, was das Dach dann genau her gibt. 2000L Schichtpufferspeicher 4x500L. Unterstützt durch einen 14,9 KW Scheitholz-Kaminofen (12KW Wasserseitig) und einem 22 KW Pelletkessel für die Zeiten, wenn zu wenig Sonne da ist, oder der Kaminofen nicht benutzt wird.

mfg Walter Röder



als



grundsätzliches würde ich zu Eingangsfrage bemerken, dass mit der gedachten OSB-Platte unter den Sparren schon der erste mögliche Fehler eingebaut werden würde, da die Aufgabe der Hinterlüftung - mögliche Feuchte aus der Dämmung abzuführen, behindert werden würde. Wenn Du eine Lösung haben willst, solltest Du Dich erst einmal zur mögliche Wahl einer Vorzugsdämmung äußern. Das kann aus Kosten- oder aus grundsätzlichen Erwägungen in Deinen Plänen ja schon unbewußt feststehen. Möglich wäre auch auch, Deine Sparren noch zu "ertüchtigen", um bei fehlender Tragkraft noch einige Werte zu verbessern.
Wie Stephan schon schreibt - erst einmal durchs Forum lesen und dann nochmal melden.



Dach dämmen und ausbauen zum Wohnbereich



Hallo,

Danke.

Das mit den OSB Platten hatte ich in einem Forum gelesen.

Da ich nicht weis wie so ein Aufbau aussehen sollte, habe ich mich auch nicht festlegen können. Deshalb frage ich ja :-).

Es sollte einfach auszuführen sein, damit ich selbst einiges machen kann, sinnvoll und nicht übertrieben und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis haben.

Als Heizsystem hatte ich an eine Sockelleistenheizung für den Dachausbau gedacht, wenn es mit der Dachschräge vereinbar ist.

mfg Walter Röder



das



mit dem Preis / Leistungsverhältnis ist eben sehr dehnbar. Wass für Leistungen erwartest Du Denn ? Vollbiologisch (z.B. Hanf oder Schafwolle) höchste Wärmedämmung bei geringer Stärke (WLG 025) oder nur Dämmung bei geringten Kosten? Wie gesagt, erst mal selber arbeiten durch "Suchen" oben rechts.
Als Alternative wäre aber eine Dämmung (etwa 10 cm) zwischen den Sparren und weitere 10 cm unter den Sparren möglich. Ob Du eine Dampfbremse brauchst - das hängt wieder von der gewählten Dämmung ab....



...



Hallo Walter,

in Bezug auf die Untersparrendämmung kann Dir geholfen werden! ...

Zwischensparren- und Untersparrendämmung unterscheiden sich im Prinzip nur nach Ihrem Anbringungsort in Bezug auf die Sparrenlage. Ansonsten gelten hier die selben bauphysikalischen Notwendigkeiten - also Innen dichter als Außen. Diesen Grundsatz hättest Du, wie Olaf bereits angemerkt hat, mit der geplanten Anordnung der OSB-Platte außen schon mal klar verletzt! Ich geb Dir hier mal das Stichwort Dampfdiffusion zur Hand. Jeder Baustoff hat hier einen eigenen charakteristischen Dampfdiffusionswiderstandsbeiwert. Auf den und die Dicke das Baumaterial kommt es am Ende an.

Eine Untersparrendämmung kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Platz zwischen den Sparren für den Dämmaufbau nicht reicht, und eine Aufsparrendämmung als Alternative nicht zur Verfügung steht. Sie ist dabei in der Regel mit einer Zwischensparrendämmung kombiniert um nach innen nicht zu viel Raum einzubüßen. Vorteil der Untersparrendämmung ist, daß diese im Vergleich zur alleinigen Zwischensparrendämmung die Wärmebrückenverluste der Sparren reduzieren hilft. Hierzu ist eine horizontal verlaufende Traglattung erforderlich. Als Nachteil wird in der Fachliteratur meißt eine schlechtere Erkennbarkeit von Feuchteschäden in der Dämm- und Tragbalkenlage genannt (!?). Ich würde den Nachteil aber vor allem im größeren Aufwand durch die zusätzliche Traglattung sehen.

Allen Dämmlösungen gemein ist daß die Konstruktion des Dachstuls die notwendigen Voraussetzungen in punkto Tragfähigkeit bietet. Wenn nicht, muß hier verstärkt werden! Wie Olaf schriebt, kann sich hieraus eine ganz neue Situation für die Dämmungsplanung ergeben. Dies aber nur am Rande.

Für Deine weiteren Planungen solltest Du Dich auf jeden Fall mal intensiv mit dem Thema Dampfdiffusion beschäftigen. Auch solltest Du Dich näher mit der eigentliche Funktion einer Unterdeck- oder Unterspannbahn befassen. Hier liegt in meinen Augen am ehesten ein Problem für deine geplanten Dämmaßnahmen, da Du ja scheinbar an der bestehenden Eindeckung erstmal nicht wirklich rütteln magst (vemutlich noch brauchbar). Zuguterletzt solltest Du Dir vor einer Entscheidung über den entgültigen Dämmaufbau noch über die Vor- und Nachteile verschiedener Dämmstoffe im klaren werden, und diese nüchtern gegeneinander abwägen. Tip ... hier spielt am Ende nicht nur der Preis und das Gewicht eine Rolle, sondern läßt sich prima auch über Themen wie sommerlichen Hitzschutz, Brand- & Schallschutz und nicht zuletz Nachhaltigkeit philosophieren. Bei den Dämmstoffherstellern finden sich in der Regel auch Kataloge mit möglichen Dämmaufbauten in x mal y Varianten (z.B. ISOVER ... trotzdem diese immer mit Vorsicht genießen)!

So! Ich hör jetzt erstmal wieder auf, da die Frau im Hintergrund quengelt. ... ;)

Viele Grüße,
Stephan



PS: ... Sorry, aber mit dem was Du da über Deine geplante Heizungsanlage schreibst malst Du mir immer mehr ein großes Fragezeichen ins Gesicht. Hört sich für mich nach der teuersten, weil überdimmensioniertesten Anlage an, die da so steht. Wieviel Leute wohnen denn da auf wieviel Quadratmetern, und wieviel Pools habt Ihr denn vor damit im Sommer zu heizen. Ich sehe nicht, daß ihr die Wärme von der Masse Kollektoren überhaupt verwerten könnt, auch nicht mit 2000 l Speicher, weil irgendwann ist auch der mit Euren Kollektoren voll. Daß dann der Ruf nach Röhrenkollektoren steht, weil die mehr Temperatur im System abkönnen ist klar. Aber auch die haben Ihre Grenzen und dann wird's imErnstfall richtig teuer. Solar und Pelletkombo ist neben Wärmepumpe Solar auch nicht grade das kurzlebigste in punkto Armortisation was geht. Und dann auch noch Scheitholz dazu ...? Hoffentlich ein Altbestandskessel!



Dach dämmen und ausbauen zum Wohnbereich



Hallo,

Danke Dir Stephan!!!!!

Ja, am Dach möchte ich so wenig wie möglich rütteln, es ist 100% dicht, keine nassen oder feuchten Stellen.

Werde mich mit dem Thema Diffussion und Unterspannbahn mal intensiv befassen!

Das mit der Heizanlage sieht größer aus als es ist. Wenn der Dachboden ausgebaut ist, habe ich etwa 220 - 230 qm beheizbare Fläche. Vieles noch als normale Heizkörper, aber es werden auch einige Räume mit dem Sockelleistenheizsystem ausgestattet, da hoffe ich mir in der Übergangszeit, mit Solar auch die Heizung unterstützen zu können.
Und nein, der Kaminofen im Wohnzimmer wird auch neu, alles schon mit dem Schornsteinfeger besprochen. Es wird ja auch nicht alles gleichzeitig laufen.
Kosten mit Abnahme und notwendiger Montage ca. 23000€. Die meisten Heizkörper sind ja schon seit 6 Jahren eingebaut.

Die überschüssige Energie im Sommer, bekomme ich schon weg ;-).

LG Walter Röder

PS: Das habe ich gerade gelesen:

"Ein Schieferdach in z. B. altdeutscher Deckung oder Deutscher Deckung braucht keine Unterspannbahn zusätzlich.
Die Bitumenbahn unter der Eindeckung / auf der Schalung reicht vollkommen aus. Je nach Alter kann die zwar vergammeln, was aber meistens zu keinem Schaden führt.
Wichtig ist wirklich die Hinterlüftung in DIESEM Fall, da ansonsten ein running system verändert wird, was dafür nicht geplant war und ist."

Genau so eine Dachdeckung habe ich ja, siehe oben -> Kunstschiefer -> Dachpappe -> Rohholzverkleidung. Oder anders ausgedrückt Schiefer -> Bitumenabdeckung -> Holzschalung.

Mit der Untersparrendämmung wird ja auch die Hinterlüftung gewährleistet.



...



"Kosten mit Abnahme und notwendiger Montage ca. 23000€. Die meisten Heizkörper sind ja schon seit 6 Jahren eingebaut."

Na, klingt wenigstens erstmal nicht nach Berliner Preisen! ... Mit dem geplanten Aufbau auf die bestehenden Heizkörper wird der Spielraum freilich auch enger. Trotzdem!


"Es wird ja auch nicht alles gleichzeitig laufen." ...

Genau! ... Und deswegen verbaust Du doppelt und dreifach große Leistungen mit teuerer Technik in Deinem Haus. Der Nutzungsgrad wird entsprechend geringer ausfallen! Die Kosten/Nutzenbilanz entsprechend auch. Vielleicht diskutierst Du das ja hier noch mal durch:

http://www.haustechnikdialog.de/Forum/1/Heizung

Dort sitzen die Experten! ...


"Ein Schieferdach in z. B. altdeutscher Deckung oder Deutscher Deckung braucht keine Unterspannbahn zusätzlich."

Das würde ich nur bedingt so gelten lassen und gilt erstmal nur für das vorhandensein einer zweiten Regenabweisenden Schicht. Der Wasserdampftransport ist durch die Bitumenbahn und draunter befindlichen Schalung stark behindert, daher ist für die geplante Dämmung eine Hinterlüftung ratsam, wie Du ja schon erkannt hast.

Eine reine luftführende Schicht zwischen Dämmung und Schalung (+ Bitumenbahn) mit Verbindung zur Außenluft erfüllt den Zweck der Hinterlüftung, hat aber den Nachteil, daß auch Deine Dämmung direkt von der kalten Luft durchströmt werden kann. Sie verliert dabei an Wirksamkeit, weswegen die Verwendung einer zusätzlichen Unterspannbahn durchaus Sinn macht! Die Höhe der Verluste hängt vom Dämmstoff selbst und von der Güte der Einbringung des Dämmstoffs ab, und ist damit schwer zu beziffern. Darüber hinaus gibt es z.B. auch Dämmlösungen mit Einblasdämmstoffen wie Zellulose die ohne zweite Begrenzungsschicht (in dem Falle dann warscheinlich Unterdeckbahn) nicht auskommen. ...


Nim Dir die Zeit, und wäg dann die einzelnen Lösungen in Ruhe und mit kühlem Kopf ab. Die erste Meinung beinhaltet nicht immer die ganze Wahrheit! ... Die Zeit die Du dafür investierst zahlt sich am Ende allemal wieder aus. Wenn Du die nicht hast, such Dir einen Planer mit der entsprechenden Erfahrung, oder frag hier im Forum nach einer guten Empfehlung. ...
Da Du für Deinen Dämmaufbau eine Hinterlüftung brauchst, und diese auch zu gewärleisten ist, wird hier keiner eine Ferndiagnose stellen und Dir sagen nimm dies und machs so!
Dafür sind Häuser und insbesondere Altbauten zu individuel verschieden.

Gruß aus Berlin,