Aufdachdämmung Denkmalschutz




Hallo!
Ich habe eine Frage zur Aufdachdämmung bei Denkmalschutz. Die Dachneigung ist 45 Grad, das Baujahr 1880 und das Dach eine 60er-Jahre-Bastelei.

Ist-Situation des Dach-Aufbaus von oben nach unten:

-Bitumenschweißbahnen ohne Besandung, mit Flüssigbitumen immer wieder ausgebessert
-Massivholzschalung ohne Nut- und Feder
-Sparren mit Schuttfüllung, teilweise Glaswolle
-Nut- und Federmassivholzschalung

Angedacht wäre außen auf dem Altdach eine Dämmung aus Hartschaum und dann auf Bitumenbahnen mit Polymerbitumendeckung. Das würde jedoch zu Tauwasserausfall im Bereich der Dämmung führen. Kann alternativ eine Hartschaumdämmung mit Alukaschierung und entsprechender Stoßabklebung verwendet werden?

Welche alternativen kostengünstigen Leichtaufbauten sind ohne Sanierung der Innenseite des Daches möglich? Also keine Dampfsperre von innen!

Das Dach ist von der Straße aus unsichtbar und kann nur von der Gartenseite (geschlossene Blockrandbebauung mit Hanglage) betrachtet werden. Kann die Behörde verlangen einen Zustand herzustellen, der besser ist als zum Zeitpunkt der Unterschutzstellung? Ist es zumutbar vom Eigentümer zu verlangen alternative Innendämmungsmöglichkeiten auszuschöpfen obwohl es kostenmäßig sehr ungünstig ist und das Haus dadurch teilweise längere Zeit unbewohnbar wird?





Zunächst mal glaube ich nicht an die Bitumenbahnen, sondern vielmehr an eine Teertränkung der Schalung.
Demnach hätten Sie eine gewaltige ladung PAK auf dem Dach, die ich zunächt einmal abräumen lassen würde.
Glaswolle (als KMF zu klassifizierender Schadstoff)und Schlacke (wird wohl Blei enthalten, wenn aus Thomaskonvertern)
würde ich entsorgen.
Dann hätten Sie ein leichtes Dach, dass Sie konventionell ertüchtigen können: Aufdoppeln der Sparren auf notwendige Höhe, einlegen einer sparrenüberdeckenden Dampfsperre, 16 cm Mineralfaserdämmung, dadrauf Gutex-Platte, Konterlattung, Latte, Dachabschluß wie mit der Denkmalpflege zu besprechen.
Das wäre schadstofffrei, EneV-Konform und regelgerecht.

Grüße



Die sparrenüberdeckende



Dampfsperre sollte allerdings eine Variable Dampfbremse sein, sonst wird die Konstruktion nicht funktionieren, oder ich habe etwas falsc verstanden.





Teertränkung:

Das Dach ist sehr wahrscheinlich nicht aus dem Baujahr, sondern ca. von 1947. Wurde da derartig verfahren?

Sparrenaufdopplung/Innendämmung:

Eine wärmebrückenarme Dämmung wird damit unmöglich werden, weil sehr viele erhaltenswerte Einbaumöbel wie Sauna, Schränke etc. vorhanden sind, die nicht mit gedämmt werden können. Hinzu kommt, dass alles sehr verschachtelt ist und die Gauben unbedingt von außen zu dämmen wären (mit Flachdach und senkrechten Wangen aus dem gleichen Material), da hier die Dämmung katastrophal schlecht ist aber nicht genügend Platz für eine Innendämmung wäre.

Auch die Nadelholzvertäfelung aus den 70er Jahren scheint noch sehr brauchbar zu sein und müsste weichen wenn man innen etwas machen würde.

Außendämmung mit Sparrenaufdopplung, Konterlattung etc:

Wäre nicht der dünnste Dachaufbau einer mit einer flächigen Hartschaumdämmung mit Resol oder PUR? Was wäre prinzipiell von einer Blechdeckung aus Trapez- oder Wellblech zu halten (keine Pfannenimitate!)? Dann wäre das Blech hinterlüftet und man hätte trotzdem einen sehr leichten Aufbau.





Der behördliche Denkmalschützer:

er hat mitgeteilt, dass er eine bergische Schieferdeckung wünscht, weil dies dem Originalzustand entspräche. Das ist jedoch finanziell nicht machbar, da dies mit Abstand die teuerste Deckung wäre, die möglich ist.

Kann der Denkmalschutz (Unterschutzstellung vor 20 Jahren) einen Zustand erzwingen, der historisch korrekter ist als zum Zeitpunkt der Unterschutzstellung?



Nun,



was Dietmar Beckmann empfohlen hat wird von außen eingebaut. So habe ich es jedenfalls verstanden.





Genau, und zwar alles.
Bei Bj 48 ist es auf alle Fälle Teer und zu entsorgen.

Schiefer: So schlimm ist das auch wieder nicht, wenn es nicht grade gewaltige Flächen sein sollten.
In jedem Fall ist es zumutbar.
Dann können Sie aber nicht die Weichfaserplatte dazupacken sondern müssen auf Schalung arbeiten (hat auch Vorteile).
Sollten Sie gar nicht mehr weiter wissen, rufen Sie mich mal an.

Grüße vom Niederrhein