Dach und Fassade dämmen

11.03.2010



Unser Häusle ist von 1933, ca. 20 cm dicke Wände aus Holzbalken, Schlacke uns Ziegel. Oberste Geschossdecke habe ich mit 160 mm Holzfaserplatten (ohne Dampfbremse auf Holzboden-Schlacke-Aufbau) gedämmt, Kellerdecke mit 60 mm Steinwolle. Das Biberschwanz-Dach (Kaltdach) muß neu gedeckt werden. Schlafzimmer, Gruschtelzimmer, Bad und Treppenhaus sind unter dem ungedämmten Teil des Daches (Bretter, Bims) und kühlen immer sehr schnell aus.

Um einen KFW-Kredit zu bekommen, müsste man eine Zwischensparrendämmung (12 cm) mit Mineralwolle (eingepackt in diese Folie) und Aufsparrendämmung mit 60 mm Holzfaserplatten machen.

Die Fassade müsste für einen KFW-Kredit mit ca.100 mm Dämmung, Dampfbremse, Putz eingepackt werden.

Meine Überlegung nun: Würde es reichen das Dach (ca 120qm), ähnlich wie oben, machen zu lassen und über die KFW zu finanzieren.

Die Fassade aber nicht eintüten und Geld sparen, stattdessen mit 8 cm Dämmputz und Mineralputz (oder was gibt es noch?)zu machen. Oder ist das teurer im Endeffekt?

Momentan sind bei uns diese Fassaden-Vinyl-Platten mit den aufgeklebten Steinchen, Folie, Glaswolle mit Hinterlüftung noch angebracht. Sieht schrecklich aus und dämmt kaum.

Gibt es im Raum 75417 Mühlacker jemanden, der mich sinnvoll beraten oder die Bauleitung machen kann. Die (neutrale)Lösung muß eine kostengünstige, effektive und gebäudegerechte Variante sein. Jeder Handwerker erzählt fast etwas anderes. Viele schonglieren nur mit Zahlen, Wärmeleitgruppen usw. oder sind auf ihr System festgefahren.

Ein Dachdecker meinte, daß man mit Isofloc das einzig beste Ergebnis bei der Dachdämmung bekommt, da Teile der Mauer unter dem Dach und die Sparren rundrum effektiver gedämmt werden. Seine Theorie ist, daß ansonsten bei anderen Methoden, die Kälte über das Mauerwerk (!) bis zur Traufe hochsteigt und dort in der Dämmung Tauwasser bildet...

Aber wenn die Zellulose nicht richtig eingetütet wird, dringt ebenso Wasser ein und matscht alles zusammen...

Achja, Fenster sind fast neu. Heizung zu 80% mit Holzschwedenofen.

Tipps, Anregungen, Erfahrungen, Kontakte sind willkommen!





Isofloc ist ja gut und schön, es muß aber eine Unterspannbahn vorhanden sein, ebenso sollten die seitlichen und unteren Dachanschlüsse dicht sein, sonst bläst man die Flocken zum Dach raus.
Hier würde ich eine vollflächige Aufdachdämmung bevorzugen.
Bei dieser Dämmung gibt es keinerlei Wärmebrücken, die man bei isofloc immer im Sparrenbereich hat.

Aber was zum Henker ist ein "Gruschtelzimmer" ??



Dach und Fassade dämmen



Hallo,

6 cm Aufdachdämmung + Biberschwänze stelle ich mir als nicht so einfach vor, weil die volle Last die Aufdachdämmung möglicherweise ins Gleiten kommen läßt. Also bitte den Anwendungsberater rauskommen lassen und mit diesem Problem konfrontieren !
Fassadendämmung kann man auch mit den teuren Phenolharzschaumplatten machen, die nur eine WLG von 022 haben. Dann sind 6 cm in 0,22 soviel wie 12 cm in 0,44.
Kostet ja auch das Doppelte pro m². Der Putz wäre das Teuerste und spart weniger.

Grüße



Ich denke



wenn man die 60mm Holfaserplatten mit Schubhölzern montiert und alle Anschlüsse abdichtet wie es Vorschrift ist, steht Zellulose nicht im weg.Da kommt auch nichts ins rutschen.
Alternative dazu währe eine PIR Aufsparrendämmung.
Wichtig ist immer die bauphysikalischen Zusammenhänge der Dachkonstruktion genau zu kennen um Planen zu können.





Danke schon mal für die Tipps !
Also die Biberschwänze werden (leider) gegen Dachpfannen ausgetauscht. Vom Isolierputz wurde mir in meinem Fall abgeraten, da dieser sehr rissanfällig ist und scheinbar nur sehr wenige Firmen das wirklich richtig machen.

Am Dienstag nächste Woche kommt jetzt ein Bauphysiker und Sachverständiger, der sich mit Altbau scheinbar gut auskennt...





das habe ich zu Phenolharzhartschaum gefunden:

"PF-Hartschaum wird nur noch sehr selten eingesetzt.
Umweltaspekte - Formaldehyd kann freigesetzt werden, Im Brandfall Schadstoffe"

also nicht so toll.



Ja dann



hast Du noch 2 zur Auswahl.Floc oder PIR.



Die Vorgaben der EnEv sind einzuhalten, vorallem bei KFW-Finanzierung



Für das Dach gibt es mehere Möglichkeiten.
Die Lösung mit den Holzweichfaserplatten, ist in Ordnung, als Dämmung bieten Sich alternativ zu Zellulose, Lehm-Hobelspan-Dämmung oder Thermofill S an.

Für die Fassade sollte eine Diffussionsoffenes Sytem gewählt werden, Z.B. Holzweichfaserplatten verputz, vorgehängte Dämmfassade verputzt oder mit Holz, hinterlüftet oder nicht hinterlüftet. Als Dämmung können auch hier Lehm-Hobelspan-Dämmung oder Thermofill S eingesetzt werden

Grüsse Thomas



immer wieder....



das gleiche. ich weiß, daß sich hier die Fachleute aus dem Forum die Haare raufen, wenn ich jetzt wiede mit Styropor anfange. Ein Maler und Gipser, hat mir Styropor (STO o.ä.) als beste Lösung für die Fassadendämmung mit verstecktem Fachwerk vorgeschlagen. Styropr wird aufgeklebt, Armierung, Unterputz, Silikonharzputz - fertig. Er hat auch schon mehrere Fachwerkhäuser damit gedämmt, was teils auch vom Denkmalamt abgesegnet wurde. Er meinte, daß bei 120mm Dämmdicke der Taupunkt immer in der Dämmung liegt und diese die Feuchtigkeit sehr wohl abtransportieren kann. Das Mauerwerk wäre dadurch geschützt und trocken. Durch Styropor kann man ja auch durchpusten oder es tagelang ins Wasser legen, danach in die Sonne und es ist nach kurzer Zeit wieder trocken. Bei Holzfaser wäre das Problem, daß nach dem Kontakt mit Feuchtigkleit die Holzfaser aufquellen würde und somit die Dämmwirkung dahin sei. ebenso würde der Putz dadurch unter Umständen rissig. Mit Holzfaser wäre eine Dämmung sehr gering. Das gleiche gelte für die aufsparren-Dachdämmung.
Das sind seine Worte....So ganz abwegig klingt das nun auch wieder nicht - oder?



Phenol



@Jebu: zum Thema WLG022 - Platte. Erstmal sind die nur noch aus Resol. Genau wie das Phenol auch eine Bakelit-abbart, aber nicht so aggressiv .z.B. zu Metallen.


Weiterhin sind die Platten inzwischen formaldehydfrei und fckw-frei aufgeschäumt. Nebenbei, jedes Holz sonder formaldehyd ab. Das sit im Außenbereich kein Problem.

Bleibt nur noch das thema Schadstoffe im Brandfall. Resolplatten sind B1, also schwer entflammbar. Allersings, wenn Sie einmal brennen, dann sondern sie Schadstoffe ab, genau wie Styropor. Allerdings ist das in dem Fall dein kleinestes Problem, weil man sollte sich normalerweise nicht in brennenden Häusern aufhalten :-) Dein Fernseher, Abflussrohre, Kühlschrank, etc. setzen IN deinem brenenden Haus genug Schadstoffe frei ...


Grüße
Stefan