Dämmung aber richtig....

04.05.2009



Hallo,

wir haben vor unser unisoliertes und unausgebautes Dachgeschoß, in bewohnbare Wohnfläche umzuwandeln.
Es handelt sich um einen Walmdach-Winkelbungalow, Baujahr 1974. Die Geschoßdecke ist aus Beton erstellt und bereits mit Bitumenestrich versehen. Das Haus besitz einen Dachüberstand zwischen 50 und 150cm (über der Terasse). Auf der Terassenseite befindet sich ein gemauerter Drempel auf dem die Dachkonstruktion aufliegt, der übrige Dachstuhl ist direkt auf der Betongeschoßdecke installiert. Die Hauptsparen haben eine Stärke von 19cm, die Zwischensparren eine Stärke von 16cm (sollen jedoch im Zuge des Ausbaus augedoppelt werden). Der Sparrenabstand beträgt 85cm, der Pfettenabstand 230 und 370cm, die freie Sparrenlänge beträgt 450cm und 270cm entsprechend dem Pfettenabstand. Die Dachschräge beträgt 35°, nur über dem Erker hat sie 42°.
Das Dach besteht aus einer Eindeckung mit Betondachsteinen (Frankfurter Pfanne) und einer Unterspannbahn aus Bitumenpappe.
Diese Unterspannbahn ist jedoch im Bereich Dachziegelauflage leicht durchhängend.

Das Dachgeschoß wird mittels Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle gedämmt, dann soll eine Dampfsperre installiert, darüber eine Konterlattung aufgebracht und anschließend das Ganze mit OSB Platten (aufgrund der höheren Festigkeit) und zusätzlich Rigips verschalt werden.

Nun zu unseren Fragen:
Ist eine Dämmung von 16cm ausreichend, da wir zwischen der durchhängenden Unterspannbahn und der Dämmung noch eine Lüftungsebende von 3cm sicher stellen wollen?
Wie soll/muß der Dachüberstand gedämmt werden, da wir eventuell mit dem noch zu setzenden Drempel über das Außenmauerwerk kommen werden? Besteht hierbei die Gefahr eine Wärmebrücke, da ein kleiner Bereich des Dachüberstandes, in diesem Fall dann Fußboden, ungedämmt wäre?



Dämmung, aber richtig



Hallo,

wenn die Frankfurter Pfnne schon 35 Jahre auf dem Buckel hat, würde ich sie auch erneuern. Bei der Gelegenheit könnte man die Unterdeckung aus wahrscheinlich 18er Bitupappe gegen eine 21er bituminierte Weichfaserplatte austauschen. Vorteil: Hitzeschutz im Sommer.
Ich weiß wohl, daß damit leicht 25.000.-- € Mehrkosten entstehen, aber das ist echter Werteerhalt.
Zudem gibt es bei Bitupappe als Unterdeckung gepflegte Kondensatprobleme, die Ihnen leicht die neue Dämmung ins Schwimmen kommen läßt.

16 er Dämmung ist nach neuer EnEv 2009 (in statu nascendi) zu wenig. Wenn Sie sowieso aufdoppeln, werden es eher mindestens 22 cm. Wenn Sie auf Durchlüftung verzichten, können Sie die 2,2 cm Weichfaserplatte hinzurechnen. Vielleicht reicht es dann (Merkblätter lesen !).

Das neue Dach wäre zukunftssicher für 30-50 Jahre.
Ich rate Ihnen dringend ab, die alte Dachhaut zu belassen !!

Grüße vom Niederrhei



Betondachsteine



aus den 70er Jahren, da wird sich die Dachhaut bald verkrümeln.
Wirklich überlegen, ob man da nicht den DG-Ausbau und die Dacherneuerung verbindet und ein diffusionsfähiges System verwendet. Es wird ein wesentlich besseres Raumklima ergeben und bietet wesentlich mehr Sicherheit als Systeme mit Dampfsperre.
Dabei lassen sich auch die konstruktiven Wärmebrücken eliminieren. Details muss man vor Ort planen.
MfG
dasMaurer



also lieber gleich neu...?



ersteinmal danke für die schnellen antworten! auch wenn es sich bei uns nicht wirklich um ein Fachwerkhaus handelt.

wenn ich mir die antworten so durchlese und die halbwertzeit der betondachsteine dagegen setze, macht ein neues dach wohl doch ehr sinn, wobei ich sagen muß das die dachhaut momentan keinerlei beschädigungen aufweist und für ihr alter erstaunlich gut erhalten ist.

wenn wir uns nun zu einer Neueindeckung entscheiden, mit welchen kosten darf man denn rechnen?

die dachfläche beträgt 250qm, es soll bei dem vorhaben gleich eine neue Gaube von 4,5m erstellt werden, zusätzlich 5-6 Dachfenster neu hinzu kommen und eine vorhandene gaube modernisiert werden.
im dach befindet sich eine kehle, ein antennen mast, ein Kaminzug und eine entlüfting. es ist also eine relativ geschlossene dachfläche vorhanden.

wie schaut es mit der dämmung aus, in den entsprechenden foren scheiden sich die geister: macht bei einer neueindeckung nicht auch eine Aufsparrendämmung sinn, oder doch lieber eine diffusionsoffene zwischensparrendämmung?

kennen sie eventuell empfehlenswerte ansprechpartner vor ort?



Aufdachdämmung bei einer alten Konstruktion...



ist schwierig, da alle Durchbrüche von der Warm- zur Kaltseite bedacht werden müssen.

Ich würde eine leichte Aufdachdämmung durch Holzfaserplatten wählen und dann eine Zwischensparrendämmung vornehmen.

Grüße, Frank