Badumbau - Dämmung

08.02.2007



Hallo zusammen,

als Newbie will ich mich erst mal vorstellen: Ich bin seit einiger Zeit (2005) Eigentümer eines schönen alten Hauses (Bj. 1924), welches teilweise aus Fachwerk besteht. Der oberirdische Keller hat 70 cm dicke Basaltsteine, die EG-Außenwände sind im 38er Reichsformat aus Vollziegeln. Alle Innenwände und das Dachgeschoß sind Fachwerk. Wegen der Grenzbebauung einerseits und andereseits um das Aussehen des Hauses nicht zu verändern kommt also ein Außendämmung nicht in Frage.
Demnächst steht die Sanierung des Bades mit 70er Jahre Flair an welches sich in der Nord/Ost-Ecke des Hauses im Dachgeschoß befindet. Die Außenwand ist ein 14er Fachwerk mit Ziegelausfachung, Ziegel außen verputzt, die Innenseite hat einen ca. 3 cm Sandputz und bis zu einer Höhe von 2 m gefliest. Da dieser Zustand natürlich wärme/energie technischnicht gerade optimal ist, soll im Zuge der Umbauarbeiten im Bad eine Innendämmung angebracht werden.
Nach mehrfachem Googlen und Querlesen in Ihrem interessanten Forum bin ich jetzt allerdings mehr als verwirrt.
Da wir die meisten Arbeiten selber ausführen wollen, bitte ich hiermit um Hilfe: Welche Alternativen bieten sich für die Innedämmung an, wie sollte der Aufbau sein? Was ist genau zu beachten?

Vielen Dank im Vorraus für die hoffentlich zahlreichen Antworten.

Gruß Jörg



Innendämmung



Guten Abend,
nur in aller Kürze die Grundzüge einer Innendämmung:
Ihr Sinn besteht neben der Energieersparnis darin
- eine angenehm temperierte Wandoberfläche zu haben
- eventuell anfallenden Schlagregen oder Kondensat insbesondere von den waagerechten Teilen des Fachwerkes, das besonders gefährdet ist, nach innen wegzuziehen und abzutrocknen.
Daraus ergeben sich wesentliche Forderungen:
- der Baustoff soll dämmen
- er soll kapillaraktiv sein
- er kann nicht wieder verfliest werden.

Damit ist eigentlich alles gesagt, der Rest ist Detailarbeit.
Über eine Wandheizung, gerade im Bad, sollte man nachdenken.

Grüße
Dietmar Beckmann



Hallo Herr Beckmann!



Entschuldigung, aber soll das heissen, die Innendämmung hat die Aufgabe, Regen von aussen nach innen abzuleiten?

Oder hab ich mich da nur verlesen?

Alles Gute



IW Dämmung und Verstärkung



Moin- wenn die äußere vorhandene Wandschale Niederschlag ausreichend abhält, Alt-Fliesen (wegen Diffusionsbehinde- rung) abschlagen, grob beiputzen danach Regelausbau nach
Trockenbaureglement (Kataloge, www.KNAUF usw.)mit ca.60mm mineralfaseriger Dämmung der Lattungsebene; innerer Abschluss: Unterlage GKB weiß obere Lage GKB grün in Kreuzlage verschrauben; im Spritzwasserbereich besser >/= 15 mm Fermacell. Auf keinen Fall vollflächig Folie in den Außenwandbereich einbringen- wenn, dann nur im inneren Spritzwasserbereich!
Ist die FW-AW in den Anschlussfugen Holz/MW gerissen/
undicht, dann innen 5cm Ytong oder glw. in Kalkmörtel vorsetzen. Die Wandaufständerung mit Eingriff in den Fußboden, den Boden-/Wandanschluss und die Dichtung des neuen Fußbodens von Fachleuten vor Ort erklären lassen!
Viel Erfolg! Gruß M. Lüdicke



Innendämmung



@Herrn Lüdicke,

sorry, aber wenn die Wand dünn ist und Fachwerk enthält, dann hat Miwo und Trockenbau mit Gips hier absolut nichts zu suchen ! Grund: Miwo ist nicht kapillaraktiv, saugt sich voll und gibt nichts wieder ab, Gips lagert Wassermoleküle als Kristallwasser ein und vergrößert dabei sein Volumen: er bröselt. Dabei verfault langsam das Fachwerk.
@Jan F. Schubert
richtig gelesen, wenngleich damit keine Regenrinne gemeint ist. Es soll auf kapillarem Wege verhindert werden, daß sich Wasser, gleich woher es kommt, auf den waagerechten Teilen des Holzes ansammelt, dabei muß es vor allem ungehindert nach innen austrocknen können, weil eine Austrocknung nach außen während langer Zeiträume des Jahres bei uns nicht möglich ist. Holzimprägnierung, konstruktiver Holzschutz und wasserabweisender Putz werden dadurch aber nicht überflüssig !
Aber ich denke, daß hierzu im Forum genug geschrieben wurde.

Grüße



@ Beckmann



... dann gilt eben meine Varinte 2! Gruß Lü.



Bad innen dämmen



@Herrn Lüdicke,

sollten Sie mit var. 2 die Ytonn-Geschichte meinen, weite ich meine Bedenken auch auf dieses "Konstruktion" aus.

Grüße



Hallo Herr Beckmann,



ich denke nicht, dass die Feuchtigkeitsrückführung von aussen das Problem ist.

Was Sie hier noch nicht genannt haben ist, dass durch die Innendämmung der Taupunkt nach innen verlagert wird, da die Wandinnenseite nicht mehr den warmen Strahlungseinflüssen der Wohnung ausgesetzt ist und abkühlt.

Dass heisst weiter, dass der gesamte Innenaufbau nicht nur diffusionsoffen, sondern soger kapillar abführend nach innen sein muss, wie schon beschrieben. Das lässt such zwar mit Kalkputz und -anstrich ohne Weiteres machen, allerdings sollte man dann auch entsprechende, den Dampfdifussionsdruck ausgleichende Vorkehrungen treffen.

Also keinesfalls die Wohnung hermetisch abdichten, Fenster und Türen ohne Extradichtung etc.

Schlussendlich denke ich, dass sich alle diese Probleme unnötig aufgeladen werden.

Auf Biegen und Brechen zu dämmen mit einem Kostenaufwand, der nicht wieder herausgeheizt werden kann und sich zusätzlich ein Feuchtigkeitsproblem zu schaffen ist in meinen Augen schlicht unnötig.

Alles Gute



Bad dämmen



Ich gehe selbstverständlich davon aus, daß man das Bad Lüften kann.
Bei der Gelegenheit: eine kontrollierte Dauerlüftung wäre nicht schlecht.

Grüße



Dauerlüftung



Um die durch Dämmung kondensierte Feuchtigkeit abzuführen, muss die warme Luft dann wieder dauerabgelüftet werden.

Warum soll man dann erst dämmen?

Da ist kein Spielraum mehr für Energie-/Kosteneinsparung.

Alles Gute



dämmen , lüften



Lieber Herr Schubert,

über die Zusammenhänge von Lüften und Hygiene ist soviel geschrieben worden, daß es sich erübrigen sollte, dazu noch Anmerkungen zu machen.
Ihre Bemerkung geht nun völlig vorbei und verkennt alle Zusammenhänge.
Was machen Sie eigentlich nach dem Bad ? Fenster zu ?

Grüße



Hallo Herr Beckmann,



um Ihnen die Zusammenhänge zu verdeutlichen:

in Ihrem ersten Beitrag in diesem thread schrieben Sie von Energieeinsparung durch Innendämmung.

Da ich nach wie vor keinen guten Grund sehe, diese im vorliegenden Fall anzubringen, vertrete ich diese Meinung hier, genau wie Sie Ihre Meinung vertreten.

Abhängig von der Badgröße läßt sich sehr wohl eine angenehm temperierte Wandoberfläche mittels Strahlungsheizung erzielen. Bei solch kleinen Räumen ist ohne weiteres eine Infrarotheizung möglich, die Sie zu- und abschalten, wenn nötig.

Dafür ist keine Innenwanddämmung erforderlich, schon gar nicht, um die Aussenwand duch das Badfenster trockenzulüften.

Alles Gute



Und wie kann es Jörg nun machen?



Geht vielleich Kalziumsilikat? Saugt gut, dämmt und ist teuer könnte aber vielleich eine Lösung sein. Würde mich nämlich auch interessieren.

Gruß Marko



Wie soll Jörg es machen



mit Calziumsilikatplatte geht es, aber gut einbetten und hinterher verputzen, nicht mit Gips !
Badlüftung ist entgegen den hier aufgestellten Behauptungen sinnvoll.
Die Strahlungsheizung, billigste Variante ist eine elektrische Widerstandsheizung mit Heizdrähten (hat man früher über Baby-Wickeltischen aufgehängt), gibt sicher Wärme ab, ist aber ein sinnloser Stromverschwender und überdies wegen eingebauter Plastikteile häufig auch noch gefährlich !
Mit Heizen Energie sparen zu wollen kann wohl als Widerspruch in sich bezeichnet werden (so wie sparen durch Geld ausgeben).

Grüße



Hallo Herr Beckmann,



wie Jörg es machen soll, muss er schon selbst entscheiden.

"Badlüftung ist entgegen den hier aufgestellten Behauptungen sinnvoll."
Bitte reissen Sie hier nichts aus dem Zusammenhang. Sie wissen genau, dass nicht die normale Badlüftung das Thema war, sondern das Ablüften der durch die Innendämmung kondensierten Feuchtigkeit.

Die billigste Variante der Strahlungsheizung mag Ihnen zwar zusagen, war aber ebenfalls nicht genannt, sondern Infrarotstrahler.
Wie Sie wissen, sind diese aus Emailstahl und Sie können sich nicht mal dran verbrennen.

"Mit Heizen Energie sparen zu wollen kann wohl als Widerspruch in sich bezeichnet werden..."
Wohl wahr, allerdings waren Sie auch der Einzige, der hier mit Energiesparen herausgeplatzt ist, bitteschön.


"Man muss schon einmal ganz genau hinschauen."
Das ist von Loriot.

Alles Gute



Badumbau



Vielen Dank erstmal für die reichhaltigen Antworten auf meine Fragen.

Um die Sache vielleicht noch etwas zu präzisieren: Im jetzigen, ungedämmten Zustand, habe ich nach dem Duschen schon reichlich Kondensatwasser in der nordöstlichen Raumecke. Die Wand bzw. Dachschräge ist, wie schon gesagt, bis auf eine Höhe von 2 m gefließt. Die Ostseite (Kniestock) ist durch den großen Dachüberstand vor Schlagregen geschützt. Die Nordseite bekommt selten Regen ab, da bei uns die Südseite die Wetterseite ist. Gelüftet wird das Bad über ein Fenster auf der Nordseite.

Mein Gedanke war das Kondensatproblem in der Raumecke durch einen angepassten Handtuchhalterheizkörper und eine Innendämmung in den Griff zu bekommen.

Die Fliesen in der Dachschräge und an der Nordseite werden auf jedenfall der Sanierung zum Opfer fallen. Die Dämmung soll auch moderat ausfallen, um den Raum nicht unnötig zuverkleinern.

Was also tun?

Gruß Jörg



Bad innen dämmen



Ihre Gedanken sind soweit o.K.. Ein Handtuchheizkörper genügt allemal, und ich würde es bei 5 cm Innendämmung unter den genannten Voraussetzungen belassen, aber eine zusätzliche Badlüfltung mit Grundlastschalter einbauen.

Grüße