Dämmung Balkendecke mit Perlit (und viele Fragen dazu)

10.11.2017 akovB



Hallo Fach(werk)spezialisten,

nachdem ich hier schon seit einiger Zeit passiv im Forum unterwegs bin und auch viele gute Antworten gefunden habe ist heute der Tag gekommen, an dem ich auch eine Frage stellen will. :)

Wer die Überschrift gelesen hat verzeiht mir hoffentlich, dass es ein weiterer Tread zum Thema Perlit wird. Allerdings konnte ich meine Frage(n) aus den alten nicht hinreichend selbst beantworten.

Kurz zur Situation. Ich habe vor ca. zwei Jahren ein Sandsteinhaus aus dem Jahre 1925 gekauft, welches im Jahr 1970 sowohl aufgestockt, als auch um zwei weitere Räume erweitert wurde. So weit, so wenig Fachwerk...

In der oberen Geschossdecke, mit Übergang zum Dachboden (unbeheizt/Kaltdach), habe ich Anfang diesen Jahres die alte Glaswolldämmung entfernen (nicht fachmännisch verlegt, hat schön viel Wasser gezogen/gegammelt) und zum Vorschein kam eine Holzbalkendecke.

Die kenne ich noch vom elterlichen (Fachwerk)haus. So schließt sich der Kreis hoffentlich und erklärt, warum ich hier bin. :)

Ich will den nun entstandenen Hohlraum zwischen den Balken natürlich wieder dämmen. Zur Verfügung stehen mir dafür ca. 18cm (Balkenhöhe). Von unten habe ich Holzweichfaserplatten an die Balken geschraubt, die mir als Träger für Lehmputz dienen.

Frage 1
Wie hoch darf eine Perlitschüttung maximal sein, gibt es da eine Grenze?

Ursprünglich war geplant eine 32cm starke Seegrasdämmung, die die Balken einschließt, zu verwenden. Allerdings kommt man an das Zeug aktuell nicht wirklich ran und ich möchte nicht noch einen Winter Geld für ein schlecht gedämmtes Obergeschoss zum Fenster/Dachboden rauswerfen. :)

Kurzum die 18cm Balkenhöhe scheinen mir etwas "schwach" als maximale Dämmstoffhöhe. Allerdings habe ich auch nirgends einen Aufbau mit Perlit gefunden, der die Balken überdeckt. Da der Dachboden ziemlich niedrig ist und auch in Zukunft nicht bewohnt werden soll wäre ein höherer Aufbau von der Seite her aber eigentlich kein Problem.

Frage 2
Welche Perlite sind diffusionsoffen, die hydrophobierten oder die hydrophilen? Welche verwendet man als Übergang zu einem Kaltdach?

Aus meinem Verständnis heraus hätte ich diffusionsoffenes Perlit verwendet, damit Luftfeuchte nach oben in den Speicherraum entweichen kann und dort abtransportiert wird.

Frage 3
Muss, von unten gesehen, über die Holzweichfaserplatte zwingend eine Dampfsperre, um ein Eindringen von Feuchtigkeit in die Perlitschicht zu verhindern?

Ich habe den geplanten Aufbau der Dämmung spaßeshalber mal im U-Wert Rechner eingegeben. Dabei habe ich das ursprünglich geplante Seegras (32cm Dämmhöhe, Balken werden überdeckt) einfach durch Perlit ersetzt. Das Ganze dann einmal mit und einmal ohne Dampfsperre.
In beiden Fällen wurde mir keine Kondenswasserbildung angezeigt. Zumindest nicht, bei den Temperaturen, die wir hier in der Südpfalz im Winter erwarten können. :)

Hintergrund der Frage ist der, dass ich nicht davon ausgehe, das eine Dampfsperre jemals zu 100% dicht zu bekommen ist. Ich möchte also möglichst faul sein und mir den Arbeitsschritt daher gerne einfach direkt ersparen. :)

Frage 4
Ist es überhaupt sinnvoll eine höhere Dämmstärke als die durch die Höhe der Balken vorgegebene mit Perlit zu dämmen oder sollte ein gänzlich anderer Aufbau in Betracht gezogen werden?

Frage 5
Eine Glaubens- bzw. Erfahrungsfrage. Kann mir jemand einen Bestimmten Hersteller oder dessen Marke für das Vorhaben empfehlen? :)


Das wurde jetzt alles in allem doch mehr Text als erwartet und ich hoffe ich erschlage niemanden damit. :)
Für Eure Antworten schon mal vorab vielen Dank!

Beste Wünsche
Caprice



Deckenaufbau



Ich bin nicht mit dem jetzigen Stand der Decke klargekommen:
Wie haben Sie die Holzfaserplatten an die Deckenunterseite geschraubt, an eine Traglattung oder direkt an die Balkenunterseite?
Wo ist der Einschub, noch vorhanden oder ausgebaut?
Was soll als Belag auf die Balkenoberseiten?



Dachbodendämmung



Eine Dampfbremse/- Sperre ist nicht notwendig.
Perllte ist in jedem Fall diffusionsfähig, wobei hier die nicht hydrophobierte sinnvoll ist.
Günstiger und einfacher wäre es, Zellulose offen aufzublasen-
wenn der Raum als Lagerraum benutzt werden soll ggf durch KVH und Belag aufdoppeln, sonst einfach in beliebiger Stärke aufblasen und nur Gehbelag bis zum Schornstein vorsehen und markieren.

Andreas Teich