Dämmung obere Geschossdecke

06.10.2012



Hallo!

Selbstverständlich wurde diese Frage hier schon öfter gestellt, aber da die Gegebenheiten irgendwie nie identisch mit den meinen sind, möchte ich mich doch mit der Bitte um Hilfe an das Forum wenden.

Das Haus ist Baujahr '57, die folgende Beschreibung entspricht dem damaligen Originalzustand.
Die obere Geschossdecke ist folgendermaßen aufgebaut (von unten nach oben):
Vergipste Schilfmattendecke
Dachlattenkonstruktion ohne Dämmung
Balken, unterseitig Bretter
Die Zwischenräume der Balken sind mit Braschenbeton gefüllt
Die Oberseite der Decke liegt/lag frei
Das Dach an sich besteht nur aus Balken, der Querlattung und den daraufliegenden Ziegeln von 1957.
Der verwinkelte Aufbau am umlaufenden Übergang Boden/Dachschräge sieht so aus, dass alle schrägen Dachbalken seitlich mit Brettern an den waagerechten Deckenbalken verbunden sind.
Auf dem angefügten Bild kann man das gut erkennen.

Der Spitzboden soll nur begehbar, mit der Nutzung als Lagerraum sein. Durch die lose Dachziegelverlegung gibt es einen ständigen Schmutznachschub von aussen. Aus Gründen der Grobreinigung sollte die Fläche deshalb durchgehend sein. Beim "System Laufsteg" wäre die wie auch immer geartete Dämmung nicht sauber zu halten.

Aufgrund von Wärmeverlusten hatte ich letzten Winter (2010/11) versucht, den Dachboden als Nichtfachmann zu dämmen.
Grössere Spalten (an der Giebelwand konnte man z.B. am Balken vorbei runter auf die Strohmattendecke sehen) habe ich in der Not mit PU-Schaum abgedichtet, weil sich warm-feuchte Luftströmungen an Dachbalken, Dachlattung und Ziegeln abgeschlagen haben.
Ich hatte vor, 2x100mm Dämmwolle in Bahnen zwischen 100x50mm Balken (hochkant) Verlegen (die zweite Schicht im Rechten Winkel zur ersten). Aus Angst vor Feuchtigkeit, die in den darunterliegenden Wohnräumen zurückbleiben könnte und an nicht einsehbarer Stelle z.B. Schimmel erzeugen würde, habe ich auf eine Dampfsperre verzichtet. Man sagte mir auch, dass alte Häuser atmen müssen. Ausserdem ist der Übergang Boden/Dachschräge so unendlich verwinkelt, dass mir ein luftdichter Abschluß unmöglich erscheint (dieser Punkt ist mir besonders wichtig!).
Nach der Hälfte der Verlegung der ersten Schicht (mit 100 mm Dämmung) hatte ich mir sporadisch Verlegeplatten lose auf die Balken gelegt, nur um mich zumindest bei der Arbeit bewegen zu können.
Als ich anderntags weiterarbeiten wollte, waren die Spanplatten unterseitig nass und an der Glaswolle festgefroren. Obwohl die Ursache dafür lediglich der unfertige Zustand gewesen sein könnte (Unterströmung), hat mich die Sache do demotiviert, dass ich zuerst mal alles liegengelassen habe.

Wir überlegen nun, eher mit einer Schüttung zwischen den neuen Balken zu arbeiten.
Ich bin aber unsicher wegen der Dampfsperre (siehe oben).

Welchen Aufbau und welche Materialien würdet Ihr empfehlen?

Freundliche Grüße, Markus F.



Dachdämmung



Zuerst sollte sie sich entscheiden ob Sie Ihr Haus weiter atmen lassen wollen (weil alte Häuser das müssen) oder dämmen. dann wäre noch die Frage zu klären ob sie mit Schimmel leben wollen oder nicht.
Alles zusammen haben wollen geht nämlich nicht.

Viele Grüße





doppelt gepostet.



Verlegeplatte auf 200mm Dämmung ...



... wird immer eine Kondensatfeuchte von unten bewirken.

Die 200mm erscheinen mir auch viel zu viel an Dämmung. Wenn mit Kantölzern gearbeitet wird, würde sich eine Perlite-Schüttung anbieten. Auch Holzflexplatten oder Stopfhanf könnten genommen werden. Die Abdeckung erfolgt dann mit Rauspund.

Wenn der Schmutzeintrag zu hoch ist, dann könnte auch eine Holzdämmplatte (z.B. GUTEX Multiplex top 22mm) unter dem Sparren Abhilfe schaffen.

Den Bauschaum bitte umgehend entfernen. Stimmt die Statik? - Auf dem Foto könnte man da recht schwache Balken vermuten.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Dachdämmung



Da sie auf meinen Vorschlag nicht eingehen nenne ich Ihnen eine Variante die ich bevorzugen würde:
- bei Wohnräumen mit normaler Feuchtebelastung und kontinuierlicher Heizung die Deckenunterseite wind- bzw. luftdicht nacharbeiten,
- bei Wohnräumen mit diskontinuierlicher Heizung und hoher Feuchtebelastung (Bäder) Unterhangdecke mit Dampfsperre einbauen,
- Dämmung zwischen quer zur Balkenlage aufgeständerten Lagerhölzern platzieren (Mineralwolle, Dämmschüttung),
- Nutzebene aus Schalbrettern (Abstand ca. 1 cm) aufbringen.
Als Schutz vor herabrieselndem Mörtel und provisorische zweite Wetterschutzebene können Sie Unterspannbahn von unten an die Sparren tackern.
Treppenaufgang bzw. Einschubtreppe luftdicht! zum Wohnraum absperren, Tür und Wände bzw. Klappe dämmen.
Wenn ich luftdicht schreibe meine ich luftdicht, bei den zwischen DG und OG auftretenden hohen Druckunterschieden muß diese Abdichtung funktionieren.

Dann kann Ihr Haus nicht mehr "atmen", also durch Konvektion Wärme verlieren und Kondensat in die Deckenkonstruktion eintragen. Der Eintrag von eindiffundierender Feuchte ist vernachlässigbar, wenn Sie ordentlich heizen und lüften.
Die Umfassungskonstruktion eines Hauses sollte nicht dafür benutzt werden, überschüssige Raumluftfeuchte zu speichern!

Viele Grüße