Dämmung - Viel gelesen, immer noch nicht schlauer....

03.11.2005


Hallo,
ich habe mich in den letzten Tagen / Wochen im Internet über Dämmung informiert und mir stellt sich jetzt eine Frage, die einige vermutlich als VOLLKOMMEN blödsinnig empfinden, ich fände es aber klasse, wenn es trotzdem jemanden gibt, der mir als Frau das erklärt.
Also eine Dämmung soll so aufgebaut sein, das sie innen dampfdichter als außen ist - warum? da nehme ich also irgendeinen Natürlichen Dämmstoff, weil das ja besser für das Raumklima ist, aber dann soll ich ihn nach innen mit einer Folie, OSB Platten o.ä. abdecken... Und dann entsteht doch auch im Haus Feuchtigkeit - wo geht die hin wenn ich alles schön nach Vorschrift zugepappt habe? Was wäre so verkehrt daran, nach innen und außen diffusionsoffen zu lassen?



versuchen wir es mal...



Die Informationsdichte ist beim Thema Wärmedämmung so groß, dass es ganz normal ist, wenn da einiges durcheinander gerät oder nicht direkt verstanden wird.
Es wird unterschieden zwischen diffusionsoffenen und diffusionsdichten Wandaufbauten. Beide sind technisch ausgereift und Stand der Technik, aber werden abgestimmt auf das Bauvorhaben und die jeweiligen Wünsche eingesetzt.
Bei beiden WA ergibt sich drinnen eine Dampfbremse, dann die Dämmung und außen eine winddichte Schicht.
Bei diffusionsdichten WA ist es dem Dampfdruck (entsteht durch die vorhandene Luftfeuchte innen und unterschiedlichen Temperaturen außen und innen, warme Luft kann mehr Wasserdampf speichern als kalte Luft) schlecht oder nicht möglich nach außen dringen und muß von den inneren Wandbekleidungen gespeichert und wieder langsam abgegeben werden.
Bei diffusionsoffenen WA ist neben der feuchtespeichernden, inneren Wandbekleidungen die Möglichkeit gegeben Wasserdampf nach außen abzuleiten. Das kann man ganz gut mit Funktionsbekleidung vergleichen in ihrem Schichtaufbau:
warme, schwitzige Haut
Funktionsunterwäsche
Fleecepulli
Goretex-Jacke
Je kälter es außerhalb der Jacke ist umso mehr wird die Feuchtigkeit vom Schwitzen nach außen abgeführt. Lasse ich die windabdichtende Goretex-Jacke weg, kühle ich schneller aus. Tausche ich die Funktionsunterwäsche gegen ein Baumwoll-T-shirt ist die Speicherfunktion durch den Schweiß schnell erschöpft und Wärmedämmung (Fleece) und Winddichtebene (Jacke) übernehmen nicht mehr die volle Funktion.
Spräche für den diffusionsoffenen WA (aber manche Bauvorhaben lassen sich nur mit diffusionsdichten WA realisieren).
Habe ich alle Schichten gleich diffusionsoffen, entsteht kein Dampfdruckgefälle mehr, was den Wasserdampf dazu veranlassen würde, den WA auch zu verlassen.
Einen diffusionsdichten WA kann man vielleicht mit folgenden Kleidungsstücken vergleichen:
warme, schwitzige Haut (innen)
T-Shirt aus Baumwolle
Wollpulli
gelber Südwester
T-Shirt und später der Wollpulli würden die Feuchtigkeit aufnehmen, die aber nicht durch das Gummi des Südwesters durchkommt, langsam fällt die Dämmwirkung der Wolle ab. Ich fange an zu frieren obwohl ich eigentlich genug anhabe. Damit das nicht passiert, muß ich zwischen T-Shirt und Wollpulli noch eine dichte Regenjacke überziehen. Ich fange nicht mehr so schnell an zu frieren, weil die Wolle nicht feucht wird, aber das Fassungsvermögen des T-Shirts für Feuchtigkeit ist noch schneller erschöpft.
Fazit: Diffusionsoffen ist, da wo es geht, die beste Variante, aber ich muß auch dafür sorgen, das Feuchtigkeit abgeführt wird. Das geht aber nur über steigende Dampfdurchlässigkeit nach außen. Außerdem muß ich die Dämmung gegen Auskühlung und Durchfeuchtung von außen schützen.
Alles klar oder alles noch schlimmer?
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri



Na Ja - Modeberatung auch noch!


Fensterschaden mit Glaswolle und Fensterverblechung

Hallo!
Ich halte rein gar nichts von den Dämm- und Pullover - Vergleichen weil sie nämlich hinken, und das so stark, dass sie nicht vorwärts kommen.
Das Haus ist kein "biologischer Körper" und das "Schwitzen" spielt sich bei dem Vergleich immer in einer äusseren Dämmschicht ab! Innerhalb der Haut(das wäre bei dem Vergleich die Wand) was passiert dort - und wo ist der "Raum" in diesem Vergleich - eine Vergleichstodgeburt - aber "alle" glauben dran...

Die diffusionsoffenen oder und diffusionsdichten Wandaufbauten haben alle einen Haken - sie funktionieren nur rein technisch und rechnerisch
Rein praktisch und nachhaltig haben sich eigentlich nur die "klassischen" Wandaufbauten als sinnvoll erwiesen, die es nun schon seit 1000en Jahren gibt - Massive Mauern aus Lehm oder Ziegelsteinen oder Natursteinen oder die Gefachekonstruktionen mit Holzbalken, Lehm, Stein etc Gefachen und evtl mit Putz versehen
Als Putz diente auch 1000e Jahre die Familie der Kalkputze und Mörtel den Häusern und Menschen.
Seit dem es Berechnungen gibt - hat das immer nicht so ganz hingehauen und die "modernen" Bauten mit den so modernen, zertifizierten Baustoffen und Verarbeitungen haben eine Halbwertszeit von 5 bis 10 Jahren - dann sind die Sachen "technisch überholt" und müssen oder sollen ausgetauscht werden. Solange sie keine Schäden an der Baukonstruktion anrichten ist's ja nicht so schlimm - aber das machen sie ja meistens nicht! Pech für den Bauherren, der "damals" daran geglaubt hat - gut für den Produzenten, der das Zeug verkauft hat. Der eine hat den Gewinn - der andere den Schaden!

An sonsten - und für die die daran glauben: Dämmstoff ist Dämmstoff!

die ganzen Technodinger mit oder ohne DampfoffenodergeschlossenenFolienundsonstaufbauten würde ich in die Ecke der Märchen und Verirrungen tun - aber nicht ins Haus holen oder ins Dach machen!
mein gut gemeinter Rat!

Dämmung - Viel gelesen, und immer noch nicht am Ende - oder doch!

Abwägen und entscheiden müssen Sie!
Da hilft kein Internet und auch keine Informationsflut - und das mit den Mehrheitsverhältnissen (... aber dämmen machen doch alle ...) ist auch qualitätsmässig bedenklich!

viel Glück

Florian Kurz



@Florian Kurz



Hallo Florian,
ich weiß, wir haben bei verschiedenen Themen unterschiedliche Auffassungen - die Dämmung wäre so eins.
Weil ich das weiß, habe ich die Gelassenheit unterschiedliche Meinungen zu tolerieren und nebeneinander stehen zu lassen.
Ich habe die Fragestellung so verstanden, dass es zunächst mal darum ging Dämmung und Diffusionsverhalten generell zu erklären, ob man das dann mag oder nicht steht doch auf einem ganz anderen Blatt.
Um diese beiden Begriffe zu erklären, halte ich es durchaus für eine brauchbare Variante mit diesem vergleichsmodell zu arbeiten.
Es ist doch Fakt, dass theoretisch und wissenschaftlich gesehen ungedämmte Bauten in ihrem Diffuionsverhalten die gleichen Eigenschaften aufweisen wie hochgedämmte Bauten. Das sind letztendlich bauphysikalische Grundlagen.
Das hochgedämmte Bauten mit Baustoffen arbeiten müssen, die noch lange nicht die Erfahrungs- und Bewährungszeiten aufweisen können wie die Klassiker Stein, Holz, Lehm u. ä. ist doch unbestritten.
Für mich ist allerdings genauso unbestritten: wenn ich mit diesen "modernen" Baustoffen arbeite, muß ich ganz genau wissen, wie sie sich bauphysikalisch verhalten und kann nur dann ein "mangelfreies" Werk erstellen, wenn handwerkliche Ausführung und die richtige und bedarfsgerechte Zusammenstellung stimmen und exakt geplant werden.
Grüße aus Leipzig
Martin



Hallo Martin!


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Ja ich weiss, dass wir verschiedene Auffassungen haben bezüglich der Dämmerei! Damit habe ich kein Problem. Planen Sie so wie Sie es für richtig halten - nach 5 Jahren steht der Bauherr alleine da und muss mit dem Bau und den Baustoffen leben, die jemand ihm "verkauft" hat!
Ich habe halt mittlerweile ein ungutes Gefühl, wenn ich auf der einen Seite die Versprechungen sehe, die gemacht werden mit den ganzen Berechnungen, den Vorschriften, den technoiden Schizophrenien, die da zu Tage gefördert werden - und auf der anderen Seite das tägliche Brot der Bauschäden sehe - die fast ausnahmslos auf Grund von "damals modernen" Baustoffen basieren.

Und man kann nicht immer die Schuld beim Bauherrn suchen (der lüftet zu wenig) oder dem Handwerker die "Schwarzen Peter" verpassen (die Pfuschen doch alle) man sollte da mal in sich gehen und die Tatsachen abklopfen und die Versprechen kontrollieren die da vermeindlich eingehalten werden ...

evtl kommt dann de reine oder der andere darauf, dass nicht alles Gold ist was glänzt ...

Machen Sie es "so" - und ich mach es "so"!
Dann kommen wir wenigstens nie in eine Konkurenz!

P.S.
und noch mal zu den Unterschieden von Dampfdiffusionsoffen und geschlossen!
Was passiert denn, wenn die Dampfdrücke sich umkehren?? Das heisst: wenn die Diffusionsrichtung sich umkehrt z.B. im Sommer?
Da soll es auch schon Untersuchungen geben - da ist dann alles verkehrt und umgedreht ... da braucht man dann plötzlich ein Sommerhaus und noch ein Winterhaus ... das würde dann mal wieder die Bauwirtschaft ankurbeln ... oder nur ein Winter und ein Sommerdach .. eine Sommer und eine Winterwand ....

Marktlücke!

Grüsse vo' Nümberch nach Läpz'sch



Gute Frage.



"Was passiert denn, wenn die Dampfdrücke sich umkehren?? Das heisst: wenn die Diffusionsrichtung sich umkehrt z.B. im Sommer?"
Mal laut überlegen: als erste schmeißen wir unsere zu warme Funktionsbekleidung weg und laufen in Badehose rum - der Vergleich geht an dieser Stelle wirklich nicht mehr...;-)
Das grundsätzliche Problem ist ja der Taupunkt, also der Punkt an dem Wasserdampf als Kondensat ausfällt und uns Materialien durchfeuchtet.
Gesetzt der Fall außen warm, vielleicht mit etwa 25°, dann haben wir im Normalfall eine relative Luftfeuchte von etwa 35-40%.
In diesem Fall liegt der Taupunkt bei etwa 8,5-10,5° C. Heisst - fällt die Temperatur an einer Oberfläche unter diesen Wert, fällt Kondenswasser aus.
Dieses Verhältnis von innen oder außen schaffe ich aber nur, wenn ich die Wohnung mittels Air-Condition heftigst runterkühle. Wäre also Unsinn und tritt im Normalfall nicht ein. Gewitterwarnung, die relative Luftfeuchte steigt auf 85-90%. Der Taupunkt erhöht sich auf 22-23°C. Wenn ich jetzt also außen weiterhin 25°C habe, müssen innen etwa 20°C sein damit Kondenswasser sichtbar ausfällt. Da diese Zeiträume aber eher kurz sind, wird das ausgefallene Kondenswasser von den saugfähigen Oberflächen (Putz u. ä.) aufgenommen und anschließend wieder langsam abgegeben. Es werden in Normalfall und in unseren Klimazonen keine Bauschäden durch Kondenswasserausfall im Sommer verursacht.
Zusätzliche Sommerhäuser, -wände oder -dächer sind also nicht notwendig. (Verdammt, so redet man sich um ganze Aufträge...)
Das tut aber der Not keinen Abbruch, dass wir seit Einführung der EnEv immer mehr mit Schimmelproblemen zu tun haben und wir durch immer dichtere Wandaufbauten und Bauteilanschlüsse uns z. T. mehr Probleme schaffen, als wir zu lösen versuchten. Was nützt mir mein "3-l-Haus", wenn ich alle 10 min. die Fenster aufreissen muß, weil die notwendigen Luftwechselraten nicht mehr stimmen und die kalte Außenecke im Schlafzimmer bunte Punkte ansetzt. Früher waren Fenster und Bauteilanschlüsse so undicht, dass sie von selber für einen Luftaustausch gesorgt haben und zu Feuchte Luft abgeführt wurde. Gleichzeitig war es aber auch so, dass ich sehr viel höhere Energieaufwendungen hatte.
Kleinste Ungenauigkeiten bei hoch gedämmten Bauten führen zu Auskühlungen an Schwachstellen und Wärmebrücken und damit zu Tauwasserausfall und Bildung von Bauschäden.
Also kein Fortschritt ohne Preis, und keine Medaille ohne zwei Seiten.
Mein Fazit: Mit handwerklicher und planerischer Höchstqualität ein Gebäude FÜR den Bauherrn erstellen, egal nach welcher Bau"philosophie" es nun errichtet wird.
Bauschäden werden durch planerischen Unsinn, handwerkliche Schlamperei und Bauherrn in "Geiz-ist-geil"-Stimmung provoziert.
Ich hoffe, dass der Beitrag für die Fragestellerin auch mit unseren Nebenkriegsschauplätzen informativ genug war :-)
Schönen Tag noch allen
Martin Malangeri



Erst mal vielen Dank für die umfassenden Antworten!!



"Nebenkriegsschauplatz"... gerade diese Diskussion hat mir das bestätigt, was mein Problem war. Überall hört man nur: "Fachmann muß planen, Fachmann muß berechnen, Spezialist hinzuziehen..." Wir arbeiten auch in der Baubranche, aber was man bei Kunden immer wieder sieht ist genau das - Irgendein Fachmann hat geplant, es hat viel Geld gekostet und nach 2, 3 oder 5 Jahren fangen die Probleme an. Kein Wunder, nach dem was ich in den letzten Wochen alles gelesen habe ist diese ganze Dämmerei eine reine Interpretationssache - der eine sieht es so - der andere halt anders - und ob´s hinterher bei den Lebensgewohnheiten der Bewohner klappt ist wohl ein bisschen Glückssache.
Ich kann ja nicht mal Preise für verschiedene Dämmmaterialien anfragen ohne gesagt zu bekommen "ja aber Ihr Planer sagt Ihnen doch wie viel und womit Sie dämmen müssen". Da es sich bei uns um eine Renovierung handelt, haben wir keinen Planer und gerade wg. der Problematik möchte ich mich auch lieber selber mit dem Thema beschäftigen als noch jemanden teuer zu bezahlen, der sich etwas zusammenrechnet, was dann aber doch nur für diesen Teil des Hauses gilt, weil der Rest ja Altbestand ist und bleibt.
Aber um zu der Diffusion zurückzukommen - die Diffusionsoffene Variante würde mich eher überzeugen, da wir keine Installationsebene benötigen und ich mir schon Sorgen gemacht habe, wie ich dann später mal ein Bild oder ein Regal aufhängen soll ohne die Dampfbremse zu beschädigen.
Ich hoffe ich habe die Sache insoweit verstanden, das ich dann eine Isolierung benötige, die Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann - wo ich bei Hanf auf dem richtigen Weg wäre. Kann Zellulose das auch?
Dabei stellt sich wiederum die Frage, womit kan man innen eine soweit stabile Wand erstellen, an die eben auch einmal ein Bild gehangen werden kann (Regale kann man ja an den Holzständerbalken befestigen)? Regips?



Innendämmung?!



Hallo Daniela,

man kann Ihnen kein Strickmuster empfehlen, wenn nicht klar ist, um was für ein Bauteil es sich handelt. Ich muss doch den bestehenden Wandaufbau kennen, um eine Empfehlung abzugeben. Beschreiben Sie doch mal die Wand.

Viele Grüße
A. Engbarth



Sorry, Daniela, aber genau da....



fängts schon an.
Ob diffusionsoffen oder diffusionsdicht: die innere Ebene muß luftdicht (!!!) sein. Mit einer Installationsebene vermeide ich unnötige Löcher in der Luftdichtebene. Bestes Beispiel ist die Steckdose - dichte ich diese nicht von hinten ab, wenn sie direkt in der Luftdichtebene sitzt, konzentrieren sich druckausgleichende Luftströmungen genau an diesen Fehlstellen und ich provoziere den sogenannten "Steckdosenorkan". Luft und damit der Wasserdampf sucht sich immer den leichtesten Weg. Baue ich die Steckdose in eine Installationsebene vor die Luftdichtebene, kann mir das nicht passieren.
Das gleiche passiert übrigens auch in ungedämmten Bauten. Dort ist zwangsläufig eine höhere Anzahl an Öffnungen in der Gebäudehülle vorhanden, teilweise sogar gewünscht. Die druckausgleichenden Luftströmungen verteilen sich auf einen größeren Querschnitt vorhandener Kanäle und die Geschwindigkeit der Luftströmung mildert sich ab - es ist nicht so unangenehm wie vor einer einzigen Düse zu sitzen.
Außerdem kann ich nur bestätigen, was Herr Engbarth sagt, es kann hier keine Konstruktionsempfehlung geben, ohne zu wissen wie der vorhandene Wandaufbau und das Wunschziel aussieht.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Hallo Daniela



ich möchte mich als interessierter Laie auch zum Thema Dämmung zu Wort melden und einfach mal die Seite www.konrad-fischer.info zur Lektüre empfehlen. Herr Fischer vertritt einige unkonventionelle Standpunkte, denen ich jedoch nach langer und intensiver Lektüre seiner sehr umfangreichen aber auch etwas unübersichtlichen Seiten einiges abgewinnen kann... zumindestens hat sich mein Glaube an moderne Baustoffe und Dämmwerte (K-Wert etc) doch stark relativiert.... die Wahrheit wird letztlich wie üblich irgendwo im Niemandsland liegen und die Vertreter unterschiedlicher Philosophien werden sich auf absehbare Zeit kaum einig werden... Ich persönlich überlege dann, was ich denn max. einsparen können soll, wenn ich was tue...dann kann jeder rechnen (zB 10% Ersparnis bei den Heizkosten sind vielleicht 200-250Euro pro Jahr (wenns hochkommt)...wenn ich dafür jedoch 5000Euro investieren muss, dann müsste ich ja 20Jahre warten, bis sich die Dämmung refinanziert hätte, sofern nicht genau DURCH die Dämmung wieder andere teure Schäden entstehen....da lasse ich unser Fachwerkhaus lieber so wie es bereits 150Jahre überlebt hat und setze die alte Eiche nicht potentieller Feuchtigkeit aus, die durch Folien etc nicht mehr vom Holz "loskommt"..... einfach viel lesen und sich gut informieren, entscheiden muss jeder letztlich selber (und auch mit der getroffenen Entscheidung glücklich werden, hoffentlich)...

Beste Grüsse und viel Erfolg,

T. Spieker



huch - noch ein Rufer in der Wüste ...


Fensterschaden mit Glaswolle und Fensterverblechung

Da müssen Sie aufpassen Herr Spieker ... den Herrn Fischer zu zitieren kommt nicht bei allen gut an
aber es tut gut auch mal von Leuten zu lesen, die nicht nur DIN und ENEV auf dem Schreibtisch liegen haben ...
ich halte auch nichts von den Abdichtereien, Innendämmungen (auch wenn sich aussen sind) und von den aufwändigen udn sich nie und nimmer amortisierenden sonstigen Hilfs und sonstigen Massnahmen, die nur den Kunden die Kohle aus den Taschen rauben ...
Für wie blöd werden denn die Altvorderen gehalten, die ohne "Luftdichtheit von Gebäuden" und Dämmungswahn glücklich geworden sind ... vor allem sind deren Häuser garantiert nicht bei lebendigen Leib verschimmelt ... und die Angst vom plötzlichen Erfrierungstod in schlechtbeheizten Zimmern ist auch so eine Angstschraube, die ich nicht nachvollziehen kann ....
m.E. werden durch die allzuhoch gepriesenen neuen Baustoffe und Vorschriften mehr Schäden produziert, als den Kunden lieb sein wird - allerdings sind dann alle Verursacher uber alle Gewährleistungsberge geflüchtet oder stehen mit wehenden Fahnen plötzlich auf der anderen Seite ....
ich kann immer nur warnen vor all zu intensiver Vorschriften-Gläubigkeit, denn letzten Endes ist es ein "Mords - Geschäft" das da am Laufen gehalten wird.

Holzauge sei wachsam

FK



Wollte die ruhe der Wüste nicht stören....



Hallo Herr Kurz,

es ist schon interessant, wie kontrovers die Überlegungen und Thesen des Herrn Fischer diskutiert werden.. Ich muss ihm zugestehen, dass er sehr schlüssig und logisch argumentiert und spätestens, wenn man eine halbwegs realistische Abwägung von Kosten/Nutzen und Risiko anstellt, kann man Zweifel am Dämmwahn bekommen...auch in anderen Bereichen kann ich den Einschätzungen von Herrn Fischer einiges abgewinnen (aufsteigende Feuchtigkeit, Strahlungswärme und Hüllflächenbeheizung etc), obwohl ich sicher nicht anfangen werde, ein bewohntes Haus mit völlig intakter Konvektionsheizung aufzustemmen, um auf ein anderes Heizsystem umzusatteln.
In jedem Fall ist es mir deutlich wichtiger, dem Holz, das ein Fachwerkhaus nun mal in der Regel trägt, ein Umfeld anzubieten, das ein möglichst langes Leben ermöglicht. Für das Geld, das der Austausch von durch Feuchtigkeit geschädigtem Gebälk kostet, kann ich lange heizen. Und auch hier lässt sich ja durch das Heizverhalten auch eine Menge Einfluss auf die Kosten ausüben....

Beste Grüsse,

T.Spieker



Mittlerweile zwei paar Schuhe!



Hallo Daniela!

Auch ich kann zwischen öko und nichtöko bei Dämmung keinen Unterschied erkennen.

Allerdings bin ich inzwischen ein Stück weiter!
Ich habe für mich festgestellt, daß jegliche Verwendung von leichten Baustoffen(denn sie erfordern immer eine Dampfsperre, auch wenn sie dann Dampfbremse heißt) für meine Bauten nicht in Frage kommt.
Zwei Gründe:

1. Es ist in der Realität wohl noch nicht vorgekommen, daß auf einem Bau keine Fehler gemacht wurden. Entscheidend ist jedoch, daß nicht jeder Baufehler auch einen Baumangel nach sich zieht.
Deshalb lege ich auf eine "verzeihende" Bauweise wert!
Und da kommt nur massiv, kapilar leitend (ich weiß daß eine Holzweichfaserplatte nicht kapilar leitet!) und immer mit Strahlungswärme in Frage!
Auch bei Dachausbauten geht das. Mehr dazu weiter unten oder auch telefonisch.

2. Das Wohnklima! Und das ist der vieleicht noch wichtigere Gesichtspunkt! Es ist einfach wesentlich angenehmer und gesünder sich in nicht abgeklebten Gebäuden aufzuhalten.
Die Geschichte von der trockenen, aber staubfreien Luft!
Eisenschink hat das wunderbar und mehrfach beschrieben.

Sicher ergibt sich dann das Problem, was sollen Sie dann tun, um sich eben nicht unter dem Dach den Hintern abzufrieren?!

Ich hatte an einer anderen Stelle schon einen Vorschlag gemacht:
http://www.fachwerk.de/goForum.html?id=23448

Noch besser ist sicherlich der massive Ausbau eines Daches, dabei muß man jedoch die statischen Voraussetzungen im Auge behalten.
Was im Einzelfall geht, kann nur direkt vor Ort entweder ermittelt oder eben aus ausprobiert werden!




Hallo Spieker!

Auch ich habe vor einiger Zeit mich ausgiebig mit den Texten Konrad Fischers auseinandergesetzt.
Ich unterschreibe gern vieles, habe jedoch in Details andere Schlußfolgerungen!

Daß Strahlungswärme nicht nur für die Bewohner sondern auch für die Bausubstanz das Beste ist, steht außer Zweifel!
Ich bin aber für die einfachsten Varianten, Grundofen/offenen Kamin und

Heizleisten!

Diese lassen sich minimalinvasiv installieren und bringen auf die einfachste Weise das begehrte Strahlungswärmeklima!

Hier irrt der Konrad Fischer! Es gibt weder schwarze Wände oder ungleiche Wärmeverteilung! Es gibt hunderte von Referenzobjekten aus mittlerweile über 30 Jahren!

Für Skeptiker (auch für den Florian) trete ich gern den Beweis an! Wir haben ein Haus zum Probewohnen!

Falls Sie wirlich mal mit dem Gedanken spielen, sich und Ihrem Haus etwas Gutes zu tun, ohne sich finanziell und Ihr Haus substanziell zu ruinieren, bauen Sie doch mal in einem Zimmer Heizleisten ein!
Das können Sie ganz einfach, indem Sie den Radiator ausbauen, und eine Schleife mit Heizleisten an der Außenwand verlegen.

Die dazu benötigten Materialien gibts im Baumarkt um die Ecke, Systemhalter und Heizleisten zum Draufklicken bei radia-therm!


Liebe Grüße von der Ostsee


Der Ingo

Bild: Funktionierende "Dämmung" aus mehreren Lagen Holz und Holzweichfaserplatten im Haus zum Probewohnen