Dachausbau

17.11.2009



Hallo zusammen,

wir haben kürzlich damit begonnen, einen Dachausbau fortzusetzen, der vor 16 Jahren begonnen wurde.
Meine Frage bezieht sich jetzt auf die Dämmung in der Decke. Und zwar wurde mit herkömmlicher Wolle und Silberfolie gearbeitet. Die Silberfolie liegt seitdem offen und ist auch an manchen Stellen beschädigt, d. h aufgerissen. Jetzt haben wir festgestellt, dass an einer Stelle seltsame kleine graue Flecken sind, ist aber nicht zu erkennen, ob das Schimmel ist. Wenn man in eine aufgerissene Stelle hineingreift, ist alles trocken.
Die Dämmung konnte über die ganzen Jahre eigentlich auch atmen. Sollen wir jetzt einfach die Rigipsplatten bzw. Paneelen darauf machen oder sollten wir grundsätzlich eine andere Dämmung verwenden, bevor die Rigipsplatten kommen?
Bin für jede Antwort dankbar.

gruß danpan



also



wenn man sich die neue EnEv ansieht, heißt es ja wenn mehr als 10% eines außenbauteils (--> hier: das dach) modernisiert bzw bearbeitet werden, dann muss man die vorgeschrieben mindest-u-werte einhalten.

ich weiß nicht wie gut der u-wert der jetzigen Konstruktion ist, vll haben sie ja noch unterlagen bezüglich der Wärmeleitfähigkeit von der wolle. auf jeden fall sollte eine Dampfbremse davor. es gibt auch kombiplatten bei denen keine dampfbremse als Folie nötig ist. diese bestehn aus gibskarton und Dämmstoff dazwischen ist eine dampfbremse. d.h. man hätte die jetzige dämmung (zwischensparrend.) und eine dünnere schicht dämmung vor der sparrenlage.

lg an_nag



Wenn von einem Dachausbau



und von einer Decke die Rede ist, gehe ich einmal davon aus, dass es sich um die Kehlbalkenlage sprich die Decke zum Spitzboden handelt. Die Dämmung wird zwischen den Kehlbalken angeordnet sein.
Es gibt da aber mehrere Fragen:
- besteht eine Baugenehmigung? Wenn nein, dann muss ein neuer Bauantrag gestellt werden und dann müssen die Dämmwerte der EnEV eingehalten werden.
- Wenn die Dämmung vor 16 Jahren eingebaut wurde, kann man davon ausgehen, dass sie als krebserregend eingestuft ist. Soll sie wirklich drin bleiben. Wenn nicht, was ich empfehlen würde, braucht man sich über die grauen Flecken keine Gedanken mehr zu machen.
- Wenn die Alufolie beschädigt ist, muss eine neue Dampfbremse/sperre eingebaut werden. Ich gehe sowieso davon aus, dass zur damaligen Zeit die Verklebungen vermutlich nicht dem heutigen Kenntnisstand entsprechend ausgeführt wurden.



also erst eine neue Dampfbremse von Innen aufbringen ...



... und dann die krebserzeugende Dämmung nach Außen entsorgen und alles gut mit einem entsprechenden Sauger reinigen.

Allerdings hätte ich noch ein paar Fragen zum Rest des Gefüges: Wie sieht es denn in der Dachschräge in den Räumen aus (Dämmung, Aufbau, etc.)? Welche Dachform liegt vor? Querlüftung im Spitzboden? Mit was gedeckt und unterdeckt?

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Dachausbau



also zur Frage von Frank,
der Dachaufbau sieht folgendermaßen aus:
- Ziegeln,
- Glaswolle (ohne Silberfolie)
- Gipskartonplatte mit Styropor
wie man sieht sehr spartanisch, aber zu der Zeit anscheinend aktuell.
Mal abgesehen von der Dämmfähigkeit, muss man sich Gedanken
machen bezüglich der Nässe, oder anders gesagt, kann es sein dass die Glaswolle Nässe abbekommen hat?

Gruß danpan



Schwierig...



Wie befürchtet geben die Dachschrägen auch nichts Vernünftiges her. Natürlich kann man jetzt in diesem Stil weitermachen. Nur lebt man dann mit ein paar Problemen:

- keine Dampfbremse erzeugt unkontrollierten Tauwasserausfall
- Abluft ist nicht garantiert, da vermutlich keine Hinterlüftungsebene
- Die Glaswolle hat noch eine Qualität, die als krebserzeugend gilt.
- Sommerlicher Hitzeschutz ist nicht gewährleistet

Ich kenne Eure Ziele für diesen Dachboden nicht und auch nicht Euren Etat. Normaler Weise müsste man raten: Raus damit und neu anfangen.

Low-cost-Alternative:
Wenn zwischen Ziegel und Dämmung eine Hinterlüftungsebene garantiert ist, bzw. optimiert werden kann und im Spitzboden ordentlich quergelüftet wird:

Dann Rigipsplatten aufbringen. Alle Anschlussfugen Abdichten und eine Dampfbremstapete aufbringen.

Das wird nicht ENEV und auch nicht DIN und nicht baubiologisch sinnvoll - aber wenn mehr nicht geht dann geht eben nicht mehr.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Bedenken



Dampfbremstapeten sind wunderbar, nur weiß bei der nächsten Renovierung niemand mehr, welche Funktion sie einmal erfüllen sollten. Also, wenn irgend möglich eine andere Lösung wählen.
Frank Lipfert meinte dass vermutlich genau so.



hört sich nicht gut an



wäre es jetzt auch möglich, das ganze von außen zu beheben, d.h. das Dach abdecken und dann eine (heutzutage) übliche Dämmung anbringen, so dass man die Rigipsplatten so lassen kann wie sie sind? Natürlich sind auch schon Zwischenwände drin und mit Glaswolle aufgefüllt. Da dürfte es doch aber keine Bedenken geben, sonst müsste man ja in jeder Wohnung alle zehn Jahre die Dämmung rausreißen und neue anbringen, da die alte Dämmung krebserregend ist - oder sehe ich das falsch?

gruß danpan



Natürlich wäre das möglich...



... würde ich mir aber im Detail von einem neutralen Fachmann vor Ort beurteilen lassen.

Vorabinfos gibt es z.B. hier:

http://download.proclima.com/de/Sanierung.pdf

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



ok



vielen dank für den tipp

gruß danpan



noch ne frage



mit was hat man jetzt mehr aufwand bzw. kosten - mit der Dämmung von innen oder von außen?
Wenn wir von innen dämmen würden, müssten wir "nur" die vorhandene Dämmwolle (es sind nur an zwei Wänden Rigipsplatten schon angebracht) entfernen, dann würden die Sparren freiliegen und man könnte starten. Oder gibt es da Einwände bzw. Dinge, die man noch beachten müsste?

gruß danpan



von Außen bedeutet Ziegel abnehmen...



... das kann durchaus sinnvoll sein, da Du dann eine durchgehende Ebene als Winddichtung und über die Konterlatte eine Entlüftung schaffen kannst.

Das ist mit erhöhtem Aufwand verbunden. Ich würde es davon abhängig machen, wie stark die Ziegel sanierungsbedürftig sind.

Wenn Du viel selbst machst und die Ziegel noch in Ordnung sind, dann kannst Du auch von Innen loslegen und erst später, wenn die Ziegel soweit sind, von Außen nachbessern.

Es braucht aber ein auf das Haus und Eure Bedürfnisse abgestimmtes Konzept bevor Du loslegst.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Da gibt es keine Einwände



.



von außen



haben wir aber evtl. das Problem, dass wir nicht das ganze Dach dämmen wollen, sondern nur da, wo auch Wohnraum dahinter ist (Kosten sparen, wir haben ein ziemlich großes Dach), aber d. h. ja dann, dass an den Stellen, wo wir dämmen würden, die Dachziegeln aufgrund der Konterlattung höher liegen würden? Oder kann man das irgendwie anders regeln?

gruß danpan



aus der Ferne gibt es da anscheinend keinen weiteren Rat...



... es braucht jetzt den Fachmann vor Ort.

Oder Du stellst wenigstens ein paar Bilder von Deinem Objekt hier rein.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Wenn Du nur einen Teil des Daches dämmen willst,



dann kommst Du mit der Konterlattunglösung in der Tat nicht weiter, weil Du, wie Du richtig angemerkt hast,da einen Höhenversatz erhältst.
Die alles entscheidende Frage ist mMn, ob die Dachziegel noch in Ordnung sind. Nur wenn Du diese Frage mit nein beantworten mußt, sollte man über Außen an die Sache rangehen, zumal das Abdecken ein ordentliches Gerüst und einen Dachdeckeraufzug oder einen Kran, mindestens jedoch jede Menge Helfer erfordert.
Wenn die Ziegel kaputt sind, würde ich Dir, unabhängig davon, daß Du nur einen Teil als Wohnraum nützen willst, dazu raten, die alten Ziegel abzunehmen, die Lattung zu entfernen, eine Dachschalung, eine Unterspannbahn und passend dazu eine Aufdachdämmung, eine Konterlattung, eine Lattung und neue Ziegel aufzubringen.
Das ist ganz sicher nicht die kleine Lösung, aber wenn Du die Ziegel sowieso in absehbarer Zeit abnehmen müßtest, geht vieles davon in einem Aufwasch. So mußt Du beispielsweise das Gerüst nur einmal stellen. Außerdem ist eine Aufdachdämmung mMn das Nonplusultra, unabhängig davon, daß ich selbst welche verarbeite. Wärmebrücken sind somit so gut wie ausgeschlossen, wenn das System ordentlich verarbeitet ist.
Ich fürchte nur, daß ist nicht das, was Du hören wolltest, oder ? :)

Schöne Grüße

Andreas



Unterschiedliches Dachniveau gedämmt / ungedämmt



Moin moin,

Wir lösen das Problem bei unserer teilausgebauten Scheune durch Auflatten aller Sparren = einheitliches Dachniveau für 20cm Zwischensparrendämmung.
Darauf: Unterdachplatte, Lattung, Konterlattung, Ziegel.

Im ausgebauten Teil: OSB von innen auf die Sparren, dazwischen wird ausgeflockt.

Falls wir die Scheune doch noch ausbauen, können wir dann den Rest komplett von innen machen.

Glaswolle ist nur ekel- und krebserregend beim verarbeiten.

Gruss, Boris