Dämmung aus Hafer oder Perlite (Holzbalkendecke Bj. 1894)



Dämmung aus Hafer oder Perlite (Holzbalkendecke Bj. 1894)

Liebe Community,
ich bin neu in dem Thema. ich habe letztes Jahr eine Altbauetage in Stuttgart gekauft. Um zu renovieren ist die Wgh mittlerweile quasi entkernt. Nach etwas hin und her haben wir uns dazu entschlossen die alten Dielen runterzunehmen und einen neue Unterkonstruktion unter den Boden zu machen - Holzbalken auf Höhe "aufdoppeln", darauf OSB und darauf neues Parkett.
Nachdem die alten Dielen runter waren fanden wir eine Haferdämmung ca.14-18cm stark. Nach Aussage der Altbau-erfahrenen Handwerker seien die Balken wie auch der Hafer in einem sehr guten bis guten Zustand. Ohne "Befall", Nester o.ä. Sie raten aber dazu den Hafer rauszunehmen und eine neue Schüttung aus Perlite einzufüllen.
Vom Gefühl her denke ich, wenn es schon offen ist kann man es gleich neu machen. Auf der anderen Seite liegt der Hafer da nun schon 120 Jahre drin, warum nicht weitere 100 Jahre und hätten wir die Dielen nicht hochgenommen wäre er auch drin geblieben.
Das Budget für die neuen UK geschweigeden die 15m³ Perlite ist natürlich nicht eingeplant gewesen, an dieser Stelle wäre es hilfreich den Hafer drin zu lassen.
Was meint ihr dazu? Gibt es jemanden mit Erfahrung mit Hafer und Perlite? Vielen Dank



Fußbodenaufbau



..."hätten wir die Dielen nicht hochgenommen"...
Ja warum zum Teufel haben Sie die Dielen überhaupt hochgenommen?
Als Unterbau für einen neuen Belag hätten Sie ausgereicht.
Jetzt haben Sie das Problem das, bei einer anderen Nutzungseinheit unter Ihrer Wohnung, beim Neuaufbau Brandschutz- und Schallschutzvorschriften einzuhalten sind. Wenn unten ein Keller oder Erdreich ist müssen die Vorgaben der EnEv eingehalten werden.
"...eine Altbauetage in Stuttgart gekauft."
Das bedeutet Sie haben Teileigentum an einer Wohnanlage erworben. Ihr Eigentumsanteil gliedert sich in Sondereigentum (das ist Ihre Wohnung und die sich daraus ergebenden Nutzungsrechte) und in einen Anteil am Gemeineigentum (Grundstück, Rohbau, Dach, Heizung...). Über das Gemeinschaftseigentum können Sie nicht so einfach verfügen, darüber bestimmt die Eigentümergemeinschaft.
Die Grenze zwischen Gemein- und Sondereigentum ist durch die Eigentümerversammlung per Beschluß (Satzung) geregelt, schauen Sie da mal rein. Die Grenze liegt üblicherweise auf der Oberfläche Rohbaumauerwerk tragender Wände und der Rohdecke- hier die Balken. Schon wenn Sie die Füllung austauschen könnten Sie unzulässigerweise ins Gemeineigentum eingreifen.



Wenn kein



Schäden vorliegen....

Warum OSB? War nicht drin muss nicht eingebaut werden!

Grüße aus Koblenz



Vielen Dank für die schnelle Antworten...



ich wusste allerdings nicht, dass man auch gleich beschimpft werden kann!
Wir haben die Dielen hochgenommen, weil wir einen Höhenunterschied von ca. 5 cm in der Wohnung haben und ich 1. Eine vernünftigen geraden, nicht knarzende und mgl. nicht schwingenden Parkett- oder Dielenboden haben möchte. 2. Nicht tnnenweise Ausgleichsmasse reinkippen will. 3. Der Ausgleich über Ausgleichsmasse und Grundierung voraussichtlich genauso viel gekostet hätte wie der neue Aufbau oder sogar teurer geworden wäre.
Darüberhinaus existieren die Dielen in einem Zimmer gar nicht mehr, da wurde etwas mit Dachlatten hingefuscht.
Die vorhandenen Dielen hätten also nur durch höhere Kosten, mehr Aufwand und mehr Gewichtsbelastung wieder als Unterbau dienen können.
Am Ende war es auch die Empfehlung der Altbauerfahrenen Bauleitung. Und irgendwo muss man sich als Laie ja mal drauf verlassen können. Von Brandschutz- und Schallschutzvorschriften war hier noch gar keine Rede.
Damit wären wir auch beim Thema Eigentumsrecht.
Die Nachbarn über uns (sehr gute Freunde von uns) haben bei ihrer Renovierung vor einigen Jahren jeglichen Schallschutz weggelassen - damit müssen wir jetzt leben und auch eine nicht genehmigte Dachterrasse gebaut. Die Nachbarn unter uns, ebenfalls gute Freunde, haben die gleiche Renovierung wie wir vor einem Jahr durchgeführt und einfach neue Ausgleichsmasse oben drauf gekippt und schreckliches Laminat draufgelegt, haben Fachwerk mittels eines Metallträger entfernt ohne die Hausgemeinschaft zu fragen und am Ende sogar neue Rolladenpanzer einbauen lassen und sie von der Hausgemeinschaft zahlen lassen. Jetzt könnte man die Frendschaft in Frage stellen und einen Nachbarschaftskrieg anfangen oder einfach mit gegenseitiger Toleranz in Frieden leben. Da wir uns schon den Einsatz von Stahlträgern statt Fachwerk aus optischen Gründen und aufgrund des Hausfrieden sparen, werde ich mir keine Genehmigung für Maßnahmen im Boden von der Hausgemeinschaft einholen. Zwei Parteien dürfen gar nicht aufmucken, weil sie genug eigen Mist vor der Haustür haben und die anderen beiden Parteien (nicht dort wohnhaft) rebellieren standardmäßig auch wenn wir nur einen neuen Fußabtreter in den Hausflur legen. Das spare ich mir also.

Nun nochmal zu meiner Frage.
Hat jemand Erfahrung mit Haferdämmung vs. Perlite?
Lieber Hafer drin lassen oder austauschen?



Mit Perlite



schon mit Hafer nicht, ist eher unüblich heute!

Tja der Ton ist hier leider manchmal etwas rauh!

Nochmals, wenn der Hafer trocken ist gibt es keinen Grund diesen zu tauschen.



Vielen Dank...



für die Antwort.
Ich hab auch kein Problem mit einem rauhen Ton, nur beantwortet das ja meine Frage nicht.
Ich bin kein Freund von "Hätte, wäre, könnte..." - Ist jetzt so.

Allergene dürften doch bei Hafer im Boden auch kein Thema sein oder?
Sollte man eine Folie über den Hafer machen? - kam gerade als Empfehlung eines Bauunternehmers...

Herzlichen Dank für weitere Hinweise.



Fußbodenaufbau



Das was Sie da schreiben ist nun völlig unlogisch.
Wenn Sie den Fußboden erhöhen wollen warum vorher weiter absenken?
Ich wiederhole:
Auf die vorhandene Dielung hätte man z.B. mit Ausgleichsschüttung und Trockenestrich einen Höhenzuwachs erreichen können. Das sind bewährte, durchkonstruierte Systeme die gleichzeitig den Schallschutz verbessern und die Brandsicherheit erhöhen. Sie hätten sogar mit Lattung aufständern können ohne die Dielen rauszuwerfen.
Sie haben 30 mm Höhe, (etwas) Schalldämpfung und Queraussteifung quasi mit den alten Dielen weggeworfen.

"Darüberhinaus existieren die Dielen in einem Zimmer gar nicht mehr, da wurde etwas mit Dachlatten hingefuscht."
Das klingt nach dem Aufbau den Sie jetzt vorhaben- auch wenn Ihnen diese Formulierung nicht passt.

Kommen wir zu Ihrer eigentlichen Frage:
Haferspelzen (ich glaube nicht das Hafer eingebaut wurde) sollten raus. Was als Schüttung auf den Einschub neu kommt richtet sich nach den realen Gegebenheiten und Anforderungen die sich vor Ort ergeben, das trifft auch für den weiteren Aufbau zu.
Zur Frage der Erhöhung:
Wenn ich mir auf dem Foto die Türschwelle ansehe und die Fensterbrüstungen kommen mir an der Idee Zweifel. Wäre es nicht besser die anderen Fußböden wieder auf das alte Niveau zu bringen? Dann könnte man die "hingepfuschten" Aufbauten wieder regelkonform herstellen.
Wie Sie als Eigentümergemeinschaft unter sich die anstehenden Probleme lösen (oder nicht) bleibt letztendlich Ihnen überlassen. Sie müssen dort leben und miteinander auskommen. Nicht nur dann wenn es um Abtreter sondern wenn es um richtig große Instandsetzungen geht.
Zum Schluß:
Das hier ist nicht der Jungfrauenschutzverein Mariahilf.
Ich hatte nicht die Absicht Sie zu beschimpfen aber ich benutze eine direkte Sprache mit möglichst genauen Formulierungen um nicht missverstanden zu werden.
Mein Ziel ist es Sie zu animieren bei der nächsten Sanierungsaufgabe vorher besser zu planen bzw. sich fachlichen Rat zu holen. Dieses Forum ist dafür gut geeignet aber nur wenn erst gefragt wird und dann geschossen.
Ach ja, fast hätte ich es vergessen:
Ziehen Sie schleunigst die herausstehenden Nägel aus den Balken! Die Federn (das sind die schmalen Leistchen) auf den Balken belassen.



raue Stimmung oder ernste Hilfe … 



Hallo

Wenn Sie und die anderen "Miteigentümer" auch Freunde sind … lassen Sie mal einen Brand ausbrechen, un irgendjemand kommt nur zu einem "Schaden" … evtl auch am Körper oder gar zu Tode … dann wird der Herr Staatsanwalt, oder ein anderer Anwalt (vor allem der, der die Versicherung vertritt) recht schnell herausfinden, dass der Brandschutz nicht eingehalten wurde … und die Versicherung wird garantiert NICHTS zahlen … ausser der Vertreter der Versicherung ist auch "ein guter Freund" … 

Wenn nun der Georg Sie darauf hinweist, ist das nicht "böse" sondern "lieb" … der der könnte Ihnen damit sehr viel Ärger ersparen … DER hat nämlich wesentlich MEHR Ahnung vom Bauen und auch von u.a. "rechtlichen Konsequenzen" die beim "ich mache mal alleine" a la Internetrecherche anfallen können … 

Manchmal ist das was man hier liesst gemeingefährlicher Leichtsinn und vorsätzliche Doofheit, auch wenn die Tipps und Ratschläge anderer "Bastler" auch gut und einfach und praktisch klingen …

Aber dafür hat man ja den Vogel Strauß erfunden, dem kann man dann nachmachen und wenn's brennt den Kopf in den Sand stecken!

Glück auf

Florian Kurz



Masse und Brandschutz



Bei einer Holzbalkendecke ist Schallschutz immer relativ, aber etwas Masse braucht es damit sie nicht schwingt.

Perlit würde ich aus diesem Grund nicht verwenden, zu leicht. Eine Alternative wäre Blähton, je nach Körnung zwischen 325 und 750 kg/m3. Siehe z.B. http://www.liapor.ch/B1_liapor.html .

Ich weiss nicht wie schwer Haferspelzen sind, kann man leicht mit einem 1 Liter Messbecher und einer Küchenwaage feststellen. Mich würde beim Hafer "stechen" dass er sehr gut brennen würde.

Wenn es einen grösseren Hohlraum unter dem Blindboden gibt, würde ich darunter leichte Steinwollmatten (z.B. Sonorock) einlegen.