Dachausbau nach Aufsparrendämmung

08.12.2006



Hallo vieleicht kann mir jemand weiterhelfen mit seiner Erfahrung?
Habe vor 2Jahren das Dach mit Aufsparrendämmung Bauder Pir Plus und darunter eine Sichtschalung aus Profilholz aufbringen lassen. Will die Sparren sichtbar lassen.
Da ich nur 8Meter entfernt an einer stark befahrenen Bundesstrasse Tempo 100 und einige hundert Lkw am Tag fahren hier lang.Will eigentlich das Dachgeschoß alls Wohnraum nutzen aber es ist sehr laut Pkw etwa 60dzb Lkw bis 80dzb. Hatte eigentlich durch die Dämmung und Schalung gedacht würde etwas leiser sein gegenüber den alten undichten Dachsteinen.
Dachdecker sicherte mir zu es Würde auch Schalldämmung bringen.
Vieleicht kann mir jemand fachmännisch etwas dazu sagen.





Sehr geehrter Herr Hübner,

eine wirkliche Luftschalldämmung bekommen Sie nur durch den Einbau von Masse.
Leichtdämmstoffe sind dafür weniger geeignet.
Ein Blick auf die Internetseite von Bauder zeigt aber, daß bei Ihnen wohl das falsche Material eingebaut wurde. Lt. Produktbeschreibung ist nur BauderPIR SWE ein schalldämmendes Wärmedämmelement, da unterseitig zusätzlich mit 40/35 mm Schallschutzplatte (WLG 035).
Über die Nachteile solcher Aufsparrendämmsystem möchte ich mich an dieser Stelle aber nicht weiter auslassen.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kibies



Aufsparrendämmumg (Nachteile?)



Hallo,
ich habe die Frage und die Antwort gelesen.
Jetzt kommt keine weitere Antwort, sondern eine Frage an Herrn Kibies.
Da ich mich gedanklich mit dem Neueindecken des Daches meines Hauses beschäftige und ich mich auch für die Aufsparrendämmung interessiere.
Könnten sie die Nachteile dieser Dämmungsart gegenüber anderen beschreiben?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Gruß
R. Reber
www.hassfelden.de
Haus Weebr





Sehr geehrter Herr Reber,

ich zitiere mal aus einam alten Beitrag von mir:

"Generell würde ich allerdings bezweifeln, daß PUR wg. der fehlenden Masse und Speicherkapazität besonders gute Eigenschaften aufweist. Insbesondere den "sommerlichen Wärmeschutz" können Sie vergessen. Auch der Schallschutz dürfte bei einer solchen Konstruktion nicht besonders sein. Sehr gute Erfahrungen habe ich immer mit Zellulose-Dämmung gemacht. Durch das Einblasen werden auch sehr schön die Hohlräume ausgefüllt. Durch seitliches Anlaschen der Sparren mit Bohlen können erforderliche Dämmdicken erreicht werden. Die vorhandenen Sparren sollten allerdings auf Ihre statische Tragfähigkeit überprüft werden. Sicherlich gibt es auch weitere technische und andere Gründe, die gegen eine PUR-Aufsparrendämmung sprechen (Probleme in den Anschlussbereichen der Luftdichtschicht etc.). Als störend könnte sich allerdings auch eine Erhöhung der Dachhaut erweisen. Wie sehen dann die Anschlüsse aus? Das sollte man sich daher somit vorher schon gut überlegen. Pauschal lässt sich zu einer Dämmung aber nichts abschließend sagen, die Örtlichkeiten sind immer zu berücksichtigen, ansonsten können diese Aussagen in die falsche Richtung führen. Detaillösungen sind leider in einem Forum nicht zu realisieren und sollten mit einem Fachplaner vor Ort geklärt werden."

oder

"Ich bezweifel, daß die Mineraldämmung ähnlich gute Eigenschaften wie eine Zellulosedämmung hat. Bedenken Sie aber bitte auch, daß das Dach bei der Aufsparrendämmung um ca. 27 cm aufgestelzt wird. Wie sollen denn dann die Anschlüsse an Ortgang und Traufe aussehen? Vermutlich verpasst der Dachdecker, wie in unserer Region gern genommen, Ihrem Haus einen Rollkragen aus Schiefer. Bitte also auch die Gestaltung nicht aus den Augen verlieren."

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kibies



beim Scheunenausbau in der Einflugschneise des Frankfurter



Flughafens (alle 2 Minuten düst ein Jet in ca 90-100m Höhe übers Haus) haben wir vor 15 Jahren nach dem Schallschutzmotto: harte Schale-weiche Schale-Harte-weiche Schale eine Kombination aus dicken Massivholzschalungen (ca 35mm),Schilfplatten Zellulosedämmstoff und Holzweichfaserplatten ins mit Biberschwanzziegeln doppelt gedeckte Scheunendach eingebaut.Der Bauherr wohnt heute noch sehr zufrieden in der lehmverputzen Backsteinscheune.
Mineralwolle hat längst nicht so gute Schallwerte wie mit hohem Druck eingedüste Zellulosedämmwolle.
Noch ein Tip: da sich der Verkehrsschall parabelförmig nach oben zu den Außenwänden hin verstärkt entwickelt,legen Sie bitte bei Fenstern und Außenwänden im DG sehr guten Wert auf intensive Schallschutzmaßnahmen.



Aufsparrendämmung Alternativen



Beim dämmen im Dach ist doch die Gefahr der Zerstörung durch Kondensation und auch möglicher Gesundheitsgefahren (Stichwort Schimmel), viel größer als bei der Aufsparrendämmung, oder irre ich mich da?
Das Problem des ungenügenden Schallschutzes mal ausgeklammert.





Sehr geehrter Herr Hübner,
wenden Sie sich doch der Einfachheit halber an den Hersteller der Dämmung (Telefon: +49 (0) 7 11 / 88 07- 0) und fragen Sie nach, wie Sie das System nachträglich schallschutztechnisch ertüchtigen können. Weisen Sie in dem Gespräch zusätzlich auf die mangelhafte Beratung durch Handwerker und Außendienstmitarbeiter hin. Die zusätzliche Schallschutzplatte (40/35 mm) lassen Sie sich bitte genau erläutern, ggf. fordern Sie technische Merkblätter an.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies





Sehr geehrter Herr Reber,
worauf stützen Sie Ihre Aussage? Da ich von Grund aus neugierig bin, würde ich mich über eine Erläuterung freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies





Sehr geehrter Herr Kibies,
ich stelle doch eine Frage.
Ich lese doch auch hier immer wieder von Schäden durch evtl. unsachgemäß eingebrachte Dämmungen, Folien, falsche Materialauswahl, Schäden, die erst nach den Gewährleistungsfristen zu Tage treten oder auch Materialermüdung nach nicht allzu langer Zeit des Einbaus.
Ich interessiere mich für alle Möglichkeiten des Dachdämmens, da wenn ich die Investition Leiste diese nur einmal im Leben leisten möchte und kann.
Auch deshalb lese ich in diesem Forum.
Viele Grüße