Kann die Dämmung funktionieren




Hallo Gemeinde,

ich habe hier vor mir einen geplanten Wandaufbau, den ich für recht umständlich halte und dessen dauerhafte Funktion ich zumindest als fragwürdig erachte. Ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen.
Also der Wandaufbau von innen nach aussen:

12,5mm GK-Platte
50mm Dämmung Hanf, Flachs oder Zelluloseplatte
ProClima Dampfbremse
15mm OSB-Platte
16cm Holzständer mit Dämmung aus Hanf, Flachs oder Zelluloseplatte
60mm Holzweichfaserplatte
Holzverschalung

Für kritische Beiträge zum geforderten Aufbau bin ich sehr dankbar.

Mit bunten Grüßen



Sehr umständlich



Ich verstehe nicht was man mit so viel Dämmschichten erreichen möchte, es geht auch einfacher :
Innen Lehmputz ,ausmauern mit Lehmsteinen und 2 cm Schilfrohrplatten und aussen 2 x 5 cm Schilfrohr danach Holzschalung. Der Holzständer muß wenn die Statik es zulässt nur 12 cm oder 14 cm haben. Innen Strahlungswärme durch Heizleisten oder Wandheizung !
Das genügt und man hat alle "Bauphysikzahlen-Tabellen" usw. erfüllt !



Ich versteh es auch nicht



deswegen frage ich ja. Dieser Aufbau ist einem Bauherren von einer Architektin empfohlen worden um einen Holzrahmenneubau als Niedrigenergiehaus zu errichten.
Ich soll jetzt ein Angebot für das Dämmmaterial machen. Ich verkaufe die Mengen zwar eigentlich gern, habe aber so meine Bedenken ob das dann auch funktioniert, ich sehe besonders Probleme in der Detailausführung, zumal der Bauherr die Dämmung in Eigenleistung einbringen will.



Wandaufbau



Ich würde von diesem Wandaufbau abraten und eher einfache Version. Innen Fermacell kein GK dann Lattung (auch als Instalationsebene, wenn Osb kommt keine Dampfbremse ,zwischen den Balken Holzweichfaser oder Zellulose aussen DVD oder Osb Winddichtung mit Pro Clima oder noch besser eine Holzweichfaserplatte Dünn mit N+F
Lattung Konterlattung Schalung ! Oder die Lehmvariante !



Bedenken ?



Worauf gründen sich eigentlich Ihre Bedenken ?
ich hätte schon eher Bedenken, wenn über das Funktionieren oder nicht Funktionieren - wie gerade hier leider geschehen - abgestimmt werden soll. Und "Aus dem Ärmel-Rezepte" gehen schief ! Lehm hat bei einem Holzrahmen-NE-Bau nun wirklich nichts zu suchen !

Die vorgeschlagene Konstruktion ist ausgesprochen hochwertig und vernünftig. Ich will dies mal begründen, obwohl Sie ja auch zunächst Ihre Architektin hätten fragen können:

- GKB-Platte ist für den glatten Abschluß innen, gespachtelt und tapezierfähig.
- die 50 mm Dämmung befindet sich in der Installationszon, hier können Strippen gezogen werden, ohne eine Dampfbremse zu zerstören, hier können auch Dosen gesetzt werden (daher die Tiefe).
- die Pro-Clima Dampfbremse befindet sich an geschützter Stelle, sie ist nötig, um Tauwasseranfall zu verhindern, indem sie die Dffusion nach außen unterbindet
- die OSB-Patte braucht man der Plattenwirkung wegen damit die Sache stehen bleibt.
- die Rahmen werden mit Dämmung ausgekleidet
- eine zusätzliche Holzweichfaserplatte von 60 mm außen sorgt
a) für den Rest an Wärmedämmung der noch fehlt
b) für sommerlichen Wärmeschutz (wegen fehlender Masse ist dieser nämlich getrennt nachzuweisen)
c) als sinnvolle Unterkonstruktion für die Fassade, als Winddichtung und konstruktiv für die statische Scheibenwirkung
d) Holzverkleidung, wollten die Bauherren vermutlich so.

Insgesamt haben Sie 27 cm Dämmung der WLGen 040 bis 050; das ist für einen Leichtbau nicht übertrieben.

Mit besten Grüßen



Ja -



Dietmar Beckmann hat recht, bis auf die ProClima, die nicht erfoderlich ist, wenn die Fugen der OSB-Platten abgeklebt werden.
Die Dicke der Dämmschichten insgesamt kann natürlich nicht bemängelt werden, wenn nicht klar ist, welche Zielvorstellung erreicht werden soll. Die gesamte Konstruktion ist durch einen Sachverständigen zu prüfen, der sowohl den Feuchte wie den Wärmeschutz abklären muss.

@Jan,
mit der OSB außen hast du dich vermutlich vertan. Das wäre natürlich nicht gut.

@Gunnar Schneider
Die Holzverschalung muss natürlich hinterlüftet sein.



Ich lerne gern hinzu



Hallo Herr Beckmann,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Mit kam es einfach darauf an, eine unabhängige Meinung zu diesem Aufbau zu erhalten. Das die Architektin selbst den für richtig hält, davan gehe ich aus. Wenn Sie mir die Richtigkeit bestätigen, so hilft mir das schon weiter.
Meine Bedenken entstanden aus dem doch recht komplizierten Aufbau, insbesondere hatte ich bei der Innenliegenden 50mm Dämmung meine Bedenken, ob sich dort nicht eventuell Tauwasser sammelt, da ich jedoch nicht die notwendigen Berechnungen durchführen kann, kam es mir auf eine fachkundige Meinung an.
@Fred Heim: Natürlich ist die Holzverschalung hinterlüftet, hatte ich nur etwas ungenau angegeben.

Besten Dank für Ratschläge.

Mit bunten Grüßen



Tja das Funktioniert in der Theorie prima !



Hallo Herr Beckmann,
vielen Dank für die Ausführung jedoch werfe ich doch nochmals meinen einfachen Aufbau mit Lehm in die Runde -den Sie stark bezweifeln ! Lehm und Holz passen gut zusammen -wir selbst bauen Holzrahmenhäuser nur mit Holz Lehm Schilfrohr, Kalk und einer Winddichtigkeitsebene unter dem Schilfrohr das funktioniert bestens -ob der Dampfdruck und Feuchtigkeit von Innen oder Aussen kommt !!!!!
Der durchdachte Aufbau wie Sie Ihn loben ist sehr teuer und hat das Problem wenn Feuchte (Dampfdruck) von Aussen kommt sammelt Sich das ganze in der Dämmung, zudem kann die feuchte Dämmung dann auch bei Hinterlüftung nur bei optimalster Feuchte-Temperatur usw. wieder Abtrocknen.(Da ich Hobbymeterologe bin kann ich anhand von Aufzeichnungen der letzten 3 Jahr nur insgesamt 31 Tage in Freiburg nennen die ein austrocknen der Dämmung möglich machten!!!)
Holzweichfaser verliert bei 1% Feuchtezunahme 5% Dämmverlust ! Haben Sie schon mal die Feuchte von Holzweichfaserplatten am und im Bau gemessen ?
Zu den Installationsebenen kann ich nur Sagen Teuer unnötig und Schimmelanfällig ! Elektroverlegung 95% von aussen und über den Fußboden, Sanitär über den Boden und Vorbauten oder in der Wand , Heizung- da wir nur Wandheizung und Heizleisten haben über den Boden !
Ihrem lobenswerten Aufbau fehlt Speichermasse für Feuchtigkeit usw.
Zudem wird bei solchen technischen Aufbauten gerade bei Selbstbauern extrem viel falsch gemacht im Detail (Wand-Deckenanschlüsse usw.) Raumklima ist für mich wichtiger wie Energie und Bauphysik in der Theorie !
Ein Vorteil hat Ihr Aufbau -der Händler hat guten Umsatz !



Holzrahmenbauweise



Guten Morgen Herr Diamantopoulos,

ich wünsche Ihren Lehmhäusern selbstverständlich einen guten Verkaufserfolg. Aber Äppel sind Äppel und Birnen sind Birnen.

mit vorösterlichen Grüßen



Erfolg !



Seit 1984 ca.150 Häüser komplett und an die 1000 Um -und Ausbauten die Funktionieren !!!!
Erfolg ist das keiner sondern nur einfach richtig gebaut !
Auch Ihnen schöne Ostern !
Jan Diamantopoulos