Dämmunfg der obersten Geschossdecke

21.01.2016



Hallo zusammen,

ich möchte meine oberste Geschossdecke gerne dämmen und mir ist nicht ganz bewusst was das beste ist.
Der Aufbau ist wie folgt von unten.

Rigipsplatten - Deckenbalken - zwischen den Balken ist eine Schlackefüllung - oben OSB platten drauf.

Mein Plan ist es jetzt, die OSB Platten zu entfernen weil diese weder dicht noch gerad sind, eine Konterlattung (Dachlatte) auf die Deckenbalken zu schrauben (Luftschicht zwischen Decke und Rauspund), die Fläche mit Rauspundbrettern (Nut und Feder) schließen, dann Polystyrolplatten Verlegen und oben nochmal eine Schicht Rauspundbretter schwimmend verlegen damit der Boden noch begehbar ist.
Jetzt die Eigentliche Frage, soll auf die erste Schicht Rauspundbretter auf die dann die Dämmung kommt eine Dampfbremse verlegt werden oder nicht? unter den Brettern wäre ein Hohlraum zwischen Deckenbalken und Rauspund. Habe etwas Angst das der Taupunkt dann in der Decke selbst liegt und das sich das Kondenswasser dort sammelt falls es nicht nach oben entweichen kann aber vielleicht habe ich das auch falsch verstanden???
Über eine Antwort und Tipps würde ich mich freuen.



Deckenaufbau



Hier kommt es darauf an wie hoch die Temperaturdifferenz, wie die Qualität bzw. die Art der Ausführung der vorhandenen Deckenkonstruktion und die Feuchtebelastung in den darunter liegenden Räumen ist.
Die Minimalversion wäre einfach Dämmplatten aus Holzfaser (z.B. von Homatherm, Unger Diffutherm, Pavatex...) oben auflegen.
Die Normalversion wäre
GK an der Unterseite runter,
dann Traglattung im Systemraster an Abhängern,
bei Bedarf Dampfbremse,
dann wieder GK,
oben OSB runter,
Balkenfelder bei Bedarf bis Oberkante auffüllen,
dann Rauspund aufbringen,
Holzfaserdämmung (obere Lage begehbar) aufbringen.



Hallo Andreas



bei der Minimalversion, könnte es passieren je nach dem wie der jetzige Aufbau ist (ggf. vorhandene Dachschrägen) das die Warme Luft schon lange weg ist, eben durch die Dachschrägen und die Dämmung die nur so darum liegt und sich dreckig lacht. Also Geld zum Fenster raus......!

Bei der Normalversion des Architekten und dem Rauspund oben drauf bekomme ich Bauchweh. Außerdem viel zu aufwendig den gesamten GK runter zu reißen.

Warum? Sollte die Dampfsperre nicht zu 100 Prozent Luftdicht sein. Haben Sie nachher Schimmel am Rauspund, von unten, das sehen Sie erstmal nicht . Also meiner Meinung nach eine zu gewagte Konstruktion und zu anfällig.

Folgende Konstruktion kann ich Ihnen empfehlen.

1. Demontage der OSB Platten und entsorgen.

2. Montage einer Dampfbremse aber nur im Feuchtebelasteten Bereich Bad oder Küche. Von oben zwischen die Deckenbalken, aber nicht eingeschlauft sondern wirklich dazwischen und Luftdicht anschließen. Mit Anpresslatte und allem was dazu gehört.

3. Gefache mit flexibler Holzwolle dämmen.Bis Oberkante. Bevorzugt würde ich Blähglimmer (Vermiculit) reinschütten. Ist für mich halt besser. Müssen Sie aber selbst wissen. Da geht jeder Dämmstoff.

4. Kreuzlattung 4 x 6 cm, rechtwinkelig zur Balkenlage im Abstand von ca. 60 cm montieren. Aber bitte nicht imprägniert. (Dient der Unterlüftung)

5. Statt dem Rauspund, normale Bretter, gehobelt oder nicht. 24 mm

6. An den Rändern der Decke bitte rundum Luft lassen, ca. 4 cm.

Viele Grüße aus dem Sauerland

Jens Urbas
Dachdecker und staatl.gepr. Bautechniker (Hochbau)



Oberste Geschossdecke dämmen



Vorausgesetzt der Dachraum wird nicht als Abstellfläche benötigt, ist es auch möglich, nach Entfernen der OSB Platte einen komplett diffusionsoffenen Aufbau zu erstellen und auf den Rauhspund Zellulose offen aufzublasen.
Hierbei wird keine Dampfbremse benötigt außer es fallen dauerhaft große Mengen Wasserdampf an, was aber auch bei einem normalen Badezimmer nicht der Fall ist.

Zellulose ist der bei weitem günstigste Dämmstoff für solche Fälle und kann bei einem späteren Ausbau für die Dämmung der Dachfläche wiederverwendet werden.
Bei Flächen um 100 m² und 33 cm Dämmstärke betragen die Kosten etwa 1800 € für Material und Arbeitslohn.

Über zum Abstellen benötigten Bereichen können zum Beispiel Holzklötze in entsprechender Höhe im Abstand von 83 cm aufgestellt werden, darauf 40 × 60 mm Dachlatten schrauben und quer zu den Dachlatten 18 mm OSB Platten oder Holzdielen

Andreas Teich





Danke erstmal für die Antworten. Hab da aber noch ein paar fragen.
Wenn sie schreiben Feuchtebereich, ist damit ein Bad oder Küche gemeint? Unter der zu dämmenden Geschossdecke befindet sich ein Kinder und das Schlafzimmer. Was meinen Sie mit Gk? Und ich würde ungern die Schlacke zwischen den Sparren entfernen, der deshalb wollte ich über den DeckenBalken dämmen. Vielleicht können Sie mir ja nochmals weiter helfen. Danke schon mal



Oberste geschossdecke



Polystyrol und osb Platten sollten auf obersten geschossdecken nicht verarbeitet werden,ausser bei Betondecken.hier ist Zellulose und holzfaser erste Wahl(was viele vergessen sehr guter Wärmeschutz im Sommer).bei einem offenen Aufbau kann hier auf eine dampfbremse verzichtet werden.Wichtig ist auch am Ende der Felder(dachschräge,gaube)diese zu öffnen und ein paar schwarten und schlacke zu entfernen und mit dämmung zu verfüllen,sonst könnte die dämmung unterströmt werden.es ist auch ratsam eine neue gedämmte bodentreppe einzubauen.





Ist es denn auch eine gute Lösung, die Schlacke schicht auf Sparren höhe aufzufüllen, dann die HolzFaserplatten als Dämmung drauf, dann mit Ratuspund Brettern einen begehbaren Bereich verlegen. Folie weg lassen, am Rand die Dämmung auch nicht mit Holz belegen?



Oberste Geschossdecke dämmen-Ohne EPS !



Nein das ist keine gute Idee, da die Schlackeschicht keine tragfähige Unterlage darstellt, somit das gesamte auf den Holzfaserplatten lastende Gewicht ganz überwiegend im Bereich der Balken übertragen wird.

Holzfaserplatten sind nur für flächige Belastungen, nicht aber für linienförmige zugelassen.

Da der Aufbau ohnenhin diffusionsfähig ist braucht der Dielenbelag auch nicht im Randbereich weggelassen werden- zumindest nicht aus dem Grunde.

Also:
Luftschichten sind eher negativ, da dadurch kein kapillarer Feuchtetransport stattfinden kann.
EPS/Styropor ist schädlich, da dampfbremsend wirkend und damit auch keine zuverlässige, fugenfreie Dämmung aufgebracht weden kann, zudem brandschutztechnisch und schalltechnisch äußerst ungünstig, Hitzeschutz ebenfalls deutlich schlechter als bei Zellulose-/Holzfaserdämmung.

Andreas Teich





Also doch erst eine tragfähige Schicht aus Holz auf die DeckenBalken, dann HolzfaserDämmung drauf und dann ein begehbaren Belag? Wie gesagt der Dachboden wird nicht als Wohnraum genutzt



Bodenaufbau für Dachdämmung



Richtig- in der Reihenfolge.
Allerdings ist Zellulose deutlich günstiger für solche Anwendungen als Holzfaserplatten.
Auch wenn in dem zum Abstellen benutzten Raum noch ein tragfähiger Boden hergestellt werden muß
Es gibt aber auch zur Dachbodendämmung Holzfaserplatten, die schon mit einer Gehschicht versehen sind, sodaß man sich den Belag sparen kann.

Andreas Teich





Okay, dann noch eine letzte Frage, die Schlacke schicht ins nicht ganz so hoch wie die DeckenBalken, sollte diese vorher noch ebenerdig gemacht werden bevor das Holz und die Dämmung drauf kommt?
Vielen Danke



Oberste Geschossdecke dämmen



Den Zwischenraum bis zur Balkenoberkante mit Schlacke auffüllen trägt nicht zum Wärmeschutz bei und auch nicht zur Verhinderung von Durchlüftung, da Schlacke sehr luftdurchlässig ist und keinen sehr guten Dämmwert hat.
Schalldämmung ist bei unbewohnten Dachgeschossen nicht notwendig.

Flexible Dämmstoffe sind für den Zweck günstiger, dabei vor allem die Randbereiche auffüllen, damit hier kein Luftaustausch mit der Außenluft möglich ist.

Andreas Teich





Da es sich bei dem Haus um ein älteres handelt, hab ich etwas Angst, das die ganze Konstruktion zu schwer wird, laut Hersteller haben die HolzFaserplatten ca. 30 Kilo pro qm plus Holz plus StauFläche könnte es vielleicht zu schwer werden für die holzbalkendecke, deshalb die frage ob ich das ganze auch einfach mit Mineralwolle machen kann bei gleichem Aufbau wie beschreiben. Ohne Dampfbremse of nach oben hin offen?



Zellulose



Dämmung hat zwar einiges an Chemie drin, ist aber für Ihren Fall die kostengünstigste Möglichkeit.

1. Osb runter und weg damit.
2. Schlacke ein wenig entfernen
3. Zellulose offen aufblasen.
4. Vielleicht vorher noch einen Steg bauen.

Kosten für Zellulose ca. 18€ pro qm. bei 25 cm Dämmstärke.

Viele Grüße Jens Urbas

P.S. Zellulose ist nachher kompliziert zu entsorgen. Laut Abfallschlüssel muss der Hersteller es zurücknehmen. Kann man nicht einfach deponieren.



Leichte Dachgeschossdämmung



Hallo Andreas,
grundsätzlich kann man natürlich auch Glaswolle oder Mineralwolle lose auflegen.
Die ist zwar wie Zellulose sehr diffusionsfähig, bietet aber nur schlechten Hitzeschutz und wird gerne von Mäusen und anderen Nagern und Insekten bewohnt-dazu kommt noch die Faserbelastung.
Auch schon bei geringer Feuchtigkeitsaufnahme wird der Dämmwert von Glas- und Mineralwolle stark gemindert, mangels Kapillarität Feuchtigkeit nur langsam abgegeben.
In der Hinsicht ist Zellulose wesentlich besser.

Gegen Staubentwicklung bei gut durchlüfteten Dachböden kann die Oberfläche der Zellulose leicht mit Wasser besprüht werden, was diese- ähnlich wie bei Pappmachee- etwas verfestigt.

Zellulose lose aufgeblasen wiegt bei 33 cm Dämmhöhe nur etwa zwölf Kilo je Quadratmeter-
das Gewicht wird kaum eine Altbaudecke überfordern.

Wenn das Dach später ausgebaut werden soll, kann die auf dem Boden befindliche Zellulose zur Dachdämmung verwendet werden, sodass keinerlei Verluste entstehen.
Andreas Teich





Da das Geld etwas knapp ist, würde ich gerne alles in Eigenleistungs machen und da fällt das mit der Cellulose eher weg. Es handelt sich dabei auch um eine Doppelhaushälfte und die zu dämmenden Geschossdecke hat knapp 36 qm,die Dachschrägen wurden schon gedämmt bis zur Decke mit Steinwolle



@ Struve Borsäure Borsalze - keiner weiß was noch drin ist.



Also ich habe Zellulose einige Jahre verarbeitet und auch Verkauft. Leider steht in dem Abfallschlüssel der Hersteller, das es nicht deponiert werden kann, sondern zum Hersteller zurück muss, egal welcher Hersteller es ist.

Mir wurde immer vom Außendienst erzählt, das kann man auch in die Schwarze Tonne packen. Der Abfallschlüssel für Zellulosedämmung bei jedem Hersteller auf dem Datenplatt zu entnehmen und einfach mal googln sagt was anderes. Nicht Deponie sondern zum Hersteller zurück.

Das ist denke sehr aufwendig in der Entsorgung und kann erhebliche Kosten darstellen.

Es gibt keinen Dämmstoff der frei ist von Chemie, Warum? Schimmelschutz, Flammschutz sowie Schutz vor Nagetieren. Vielleicht Blühglimmer oder Blähton.

Selbst bei Flexiblen Holzfaserdämmstoffen, die schon zum Teil verschimmelt auf die Baustelle kommen, habe ich schon oft an meinen Baustellen gesehen, ist Flammschutzmittel drin.

Jetzt fällt mir was ein. Holzfaserplatten die im Nassverfahren hergestellt werden, haben keine Chemie drin, Lediglich Paraffin, kann man aber auch Ohne bestellen.

Fällt Ihnen noch was ein?
Da die Konstruktionen meist als Warmdach ausgeführt werden oder WDVS, muss ja was drin sein sonst Schimmelt es Ja. oder?



Hallo Andreas..



Zellulose können Sie sich auch kaufen und oben drauf kippen geht auch. Sind ja nur 36 qm.

Jens Urbas



@Struve



Wiki.......?

Der Abfallschlüssel in dem Datenblatt Ihres Zelluloseherstellers, ist ausschlaggebend und nicht das was auf Wiki steht. Tut mir leid, das Produkt wurde getestet oder hat anhand der Angabe der Herstellung im Kontext Zusammensetzung diesen Abfallschlüssel bekommen.

Also nicht deponier fähig.





Wenn ich die Zellulose Variante wähle, muss dann auf die Deckenbalken überhaupt noch eine Brettschalung oder kann ich diese direkt auf die Schlacke und die Deckenbalken geben. Dort wo der begehbare Bereich ist würde ich ein Raster aus Schalbrettern machen welches dann mit der Zellulose gefüllt wird, und dann einen Bodenbelag drauf. Kann mit noch jemand einen Tipp geben wie hoch die Dämmung sein sollte, ha geschaut, sie hat ein Wärmeleitfähigkeit von 0,038 W/m2 k





Eingeblasen ca.24 cm,offen aufgeblasen oder geschüttet 30-35 cm,nicht vergessen der Schornstein muss mit Steinwolle ummantelt werden 10 cm (brandschutz).



Zellulosedämmung des Dachbodens



Wenn du einen Steg baust geht das wie beschrieben- nur nicht daneben treten.

Bei uns sind 5 cm Ummantelung mit nichtbrennbarem Dämmstoffen Vorschrift.

Andreas Teich