dämmen mit Schafwolle - aber mottensicher?!

13.11.2019 rautenklause



Hallo,
ich bin brandneu auf Fachwerk.de
Ich habe alles hier gelesen zum Thema "dämmen mit Schafwolle" und suche jetzt eine wirksame Methode, das Mottenproblem in den Griff zu bekommen, das sich unausweichlich nach ca. 10 Jahren wohl einstellt.
Ich habe aus einer Gerberei genügend ungewaschene Wolle ( Kardierabfälle) geschenkt bekommen, um den Dachstuhl an meinem Fachwerkhaus zu dämmen. Was mich stutzig gemacht hat, ist, daß Wolle und Felle dort zum Teil seit Jahrzehnten lagern, ohne daß eine einzige Motte zu sehen wäre. Normalerweise dürfte man dort vor lauter Motten das Licht nicht mehr sehen...
Chemie-Einsatz scheidet für uns aus. Alles, was sich mit den Jahren verflüchtigt (ätherische Öle etc.) ebenfalls.
Ich will versuchen, die Motten mechanisch aus dem Innenraum auszugrenzen, d.h. irgendeine mottendichte Unterspannbahn auf der Innenseite der Sparren anbringen, diese dicht verkleben und dann mit Rauspund verschalen. Auf eine Folie (Dampfsperre) möchte ich verzichten.
Meine Frage: Gibt es mottendichte Vliese, Bahnen, Textilien o.ä., die trotzdem diffusionsoffen sind?

Beste Grüße
Dietmar



Schafwolle zum Dämmen



ob ungewaschene Schafwolle zum Dämmen geeignet ist, bezweifle ich. Da wäre als erstes mal der Geruch, nachdem ich meine Schafe geschoren hatte, haben meine Klamotten trotz Wäsche immer noch gerochen. Als zweites würde der unbehandelten Wolle wohl die bauaufsichtliche Zulassung fehlen, was im Ernstfall zu einem Aussteigen der Versicherung aus der Schadensregulierung bedeuten würde. Zur Frage: Gibt es gesicherte Erkenntnisse, dass das Mottenproblem nach 10 Jahren sich unausweichlich einstellt ? Im Freundeskreis gibt es schafwollgedämmte Häuser, die seit 20 Jahren existieren und Motten nicht vorhanden sind. Vliese sind geeignet, wenn sie nicht aus Baumwolle o.ä. sind, aber Chemie wollen Sie ja nicht...Zudem ist ja nicht sichergestellt, ob nicht bereits Mottenlarven in der Wolle sind, bevor sie eingebaut wird.
Das in der Gerberei keine Motten zu sehen sind, hängt wohl mit den Bedingungen dort zusammen, vielleicht mögen Motten gar keine ungewaschene Wolle.



Es stehen...



...(eventueller) Nutzen und Risiko in einem ungünstigen Verhältnis. Du sparst wenig und riskierst viel. Diffusionsoffen und mottendicht. Und das auch noch für lange Zeit. Auf einen solchem Mumpitz würde ich mich nicht einlassen. Als erstes versagen, falls sonst alles klappt, die Klebestellen der Folien. Ich denke aber, daß eine Mottendichtigkeit gar nicht herstellbar ist. Motten finden bekanntlich die kleinsten Fugen. Und deshalb solltest Du nicht nur keine Mottenplage im Haus bekommen, sondern gar nicht erst mit dem Gedanken spielen, ein Biotop hinter einer Folie zu erschaffen.

Wenn Du da nämlich im Nachhinein ran musst, wird es richtig teuer.

Kompostiere die Schafwolle und nimm Holzweichfaser...das ist meine Empfehlung.

Grüße

Thomas