kellerdämmung innen

12.11.2006



wir haben an ein haus aus den 60er Jahren dazugebaut und dies nach niedrigenergiehausstandard gedämmt. Nur der Wohn-Keller (Schlafzimmer) mit großen Fenster, ist zum Keller des alten Hauses noch zu dämmen. Die alte Kellerwand besteht aus Bruchsteinen (troken) und der dahinterliegende Keller ist unbeheizt.
Die informationen die ich bisher erhalten habe widersprechen sich zu dem was hier zu lesen ist sehr stark.
Bisherige empfehlungen: roofmate, styropor, klemmfilz mit und ohne dampfbremse, isolierputz.

vielen dank für die infos im voraus



Kellerisolierung



Guten Tag,

der von Ihnen genannten Baustoffsammlung kann ich nicht viel entnehmen, vor allem nicht wo und in welcher Reihenfolge sie verwendet werden sollen. Deshalb nur etwas Grundsätzliches:
Eine Wärmedämmung ist ein Muß, sie muß auf der kalten Seite liegen. Sie sollte sinnvollerweise nicht unter 10 cm dick sein.
Sie darf nicht brennen (F 90 in Kellern).
Dann können Sie nichts verkehrt machen.

Grüße vom Niederrhein



Dämmen oder nicht?



Hallo

die Dämmstoffauswahl ist m.E. eine Gewähr dazu, dass Sie nach Jahren wieder Hand anlegen müssen.
Ihnen wird die Wand - ob Sie hüben oder drüben "dämmen" über kurz oder lang "absaufen"!
Ich bin kein Freund von Dämmereien und meine, dass man auch beim Dämmen vieles "falsch machen kann"!

Meine Meinungen können Sie hier im Profil unter den gesammelten Antworten nachlesen!
Sinnvolle Heizung basierend auf Strahlungsanteil wäre angebracht und überlegenswert .... das kommt auf vielerlei Parameter an!

Und von Sanierputz würde ich auch die Finger lassen: schaut meist gut aus - aber hält meistens nicht was es verspricht ....

alles Gute ...

FK



Beim Dämmen kann



man einiges falsch machen, stimmt! Nicht dämmen ist aber so wie so falsch. Ein muffig kaltes Raumklima dürfte in diesem Kellerraum ohne Dämmung entstehen.
Ich schlage vor: Dämmung auf der Kellerseite mit einer Putzoberfläche. Wichtig sind die Details um Probleme zu vermeiden. Dies ist aus der ferne nicht zu planen. Die hinzuziehung einer Fachfrau oder eines Fachmannes vor Ort lohnt sich auch bei kleinen Massnahmen.



Woher kommt denn die Feuchte? Den Warnungen meiner Vorschreiber stimme ich zu...



mann muss es schon können.
Was bedeutet eine Mauer „trocken“ zu legen?
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Beschreibungen wie „Kellertrockenlegung oder Mauertrockenlegung“ sind nirgends eindeutig beschrieben und bedeuten stets sehr unterschiedliche Maßnahmen und oft ein Ärgernis. In allen Zeitschriften und auch auf Messen für den Haus und Grundbesitz wird eifrig dafür geworben.
Die gültigen Normen, wie z.B. DIN 18195 Abdichtungen und 4108 Wärmedämmung sind explizit nur für den Neubau gedacht. Dies ist auch richtig so, denn oft ist bei einem Altbau der Untergrund (ein Konglomerat aus unterschiedlichen, ebenfalls nicht genormten Baustoffen) nicht oder nur schwer zu definieren.
Weiter sind auch oft die Belange der Denkmalpflege zu berücksichtigen und diese spielen in der Gestaltung der Oberflächen eine nicht unerhebliche Rolle. So ist zwar verständlich, dass eine Normung im Altbau bei der Instandsetzung nicht angebracht ist. Was aber nicht gleichzeitig bedeutet, dass hier jeder Bautenschützer seine Werte je nach Gutdünken selbst bestimmen kann.
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Mir geht es hier nicht um die technische Lösung wie .z. B. ob das Verfahren A. besser als das Verfahren B. ist. Hierzu findet man auf meiner Homepage www.denkmal-pflege.de aus meinen praktischen Erfahrungen von über 35 Jahren genügend Kritiken.
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Wie bewertet man eine Feuchte Wand?
Selbstverständlich gibt es in unserem Lande auch für diese Problematik Verordnungen und Richtlinien. Schließlich möchte doch jeder gerne warm und vor allem im trocknen sitzen. Studiert man allerdings die Normen für Abdichtungen an Gebäuden genauer, so stellt sich heraus, dass einige dieser Regelwerke seit langem überholungsbedürftig sind. Diese sind jedoch für eine nachträgliche Abdichtung im Altbau nicht oder nur bedingt anwendbar. Es bedarf stets der sachkundigen Hilfe eines Sachverständigen, um die effektivste Verbesserung der Feuchtesituation zu erlangen.
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Es gibt nur wenige Gewerke am Bau, wo soviel Unsicherheit besteht, bzw. wie auch daraus resultierender Pfusch abgeliefert wird, wie in der Mauertrockenlegung.
Das Problem beginnt schon bei der Namensgebung.
Was ist trocken? Was ist feucht oder gar nass?
Gibt es überhaupt Definitionen oder Zuordnungen nach denen gehandelt werden muss?
Es gibt viele Baumaterialien, z. B. Ziegel, die durchaus mehr als 20 % Feuchte aufnehmen, ohne dass es dabei zu irgendeiner Schädigung kommt. Mörtel und Beton, - bzw. Natursteine werden durch geringe Feuchte keinesfalls geschädigt. Auch Beton mit einem Feuchtegehalt von 1% - 3 % (dies ist oft schon die maximale Wasseraufnahme) wird dadurch in der Regel nicht zerstört oder geschädigt.
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Warum wird eine Mauer feucht?
Über Oberkantegelände kann dies sein:
• fehlende Dachabdichtungen
• undichte Fassaden oder Regenfallrohre
• schadhafte Leitungen, Wasser, - Abwasser - oder Heizungsrohre
• aber auch, fehlende oder schadhafte (ohne wasserabweisende Wirkung) Anstriche und auch mehr und mehr fehlerhafte Wärmedämmungen.
• undichte Fensterbank, - und Gesimsbleche
• und in nicht unerheblichem Ausmaße auch Tauwasserprobleme durch falsches Heizen und Lüften.
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Sowie im Keller:
• fehlende Außenabdichtungen ebenso wie fehlende oder mangelhafte Querschnittsabdichtungen sowie nicht ausreichende Bodenabdichtungen und Wärmedämmungen.
• Dazu kommt, ebenfalls wie über Oberkantegelände, die Problematik durch heizen und lüften.
• Weiter auch Undichtigkeiten im Bereich der wasserführenden Leitungen und Sparteneingänge (Hausanschlüsse).
Außerdem sind Schäden noch möglich:
• z. B. durch falsche Verputze, aber auch durch zu dichte Oberflächen und nicht zu unterschätzen das Tausalz und Spritzwasser.
Man denke nur an die vielen Verkleidungen (Keramik oder Naturstein) im Sockelbereich an alten Gebäuden, die sicherlich das Spritzwasser abhalten, jedoch keineswegs zu den gewünschten Erfolgen, nämlich einer „trockenen“ Wand führen.
Es ist klar, dass auch diese Schäden nur durch Fachfirmen repariert werden können. Ebenso klar ist, dass wenn Horizontalsperren und Abdichtungen fehlen, diese auch nachträglich eingebaut werden müssen. Denn nur eine funktionierende Abdichtung oder Horizontalsperre kann zu einem "trockenen" Baukörper führen.
Die meisten Feuchteschäden im Keller entstehen jedoch durch Kondenswasser. Warme und feuchte Luft kondensiert an der kalten Wandoberfläche.
Und bitte lesen Sie zwecks Lösung auf meiner Homepage die Schriften Nr. 12 und 14 dann sollten Sie auch einen Keller zum "Wohnen" haben können.