Dachsparren aufdoppeln

14.06.2014



Zum IST Zustand auf dem Bild:

Kehlbalkendach mit liegendem Stuhl, annährend 45° Dachneigung, 6,40m Raumbreite, ca. 3,25m Höhe bis First, Sparrenmaße in ca. 1,80 Höhe über dem Boden 9x11cm zulaufend bis First auf ca. 7x10cm, Sparrenabstand von 82cm bis 96cm, so wie die Deckenbalken eben im ganzen Haus völlig ungleichmäßig verteilt sind.

Das Haus hat einen ordentlichen Durchhänger von gut 30cm zu einem der beiden Stützen, auf denen der Stuhl seine Last abgibt, dort fehlte u.a. eine Stütze im Fachwerk der unteren Etage inkl. fehlendem Schwellbalken, etc. etc. etc. - dieser Schaden ist behoben, das Fundament ist neu, der Schwellbalken wieder drin, alles miteinander verbolzt und ausgemauert, alle Verbindungen haben wieder Druck.

Auf dem Dach liegen Betonziegel seit ca. 10 Jahren.

Die Bodendecke soll perspektivisch raus, um der darunter liegenden Etage Raum und Licht zu geben. Ins Dach sollen auf die Nordseite 2 Dachfenster (eins für den Schornsteinfeger), auf die Südseite soll eine Photovoltaikanlage zur Brauchwassererwärmung in den Sommermonaten und zur Heizungsunterstützung, also 3 - 4 Elemente.

Auf die Sparren kann ich keine zusätzliche Last aufbringen, soweit ist mir das klar. Die Frage ist, Sparren beidseitig nach innen Aufdoppeln mit 4x12 oder 4x15cm und dazwischen die Dämmung oder die Sparren komplett gegen eine entsprechend brauchbare Dimension ersetzen.

Das Dach werde ich sowieso abdecken müssen, um eine Unterspannbahn aufzulegen. Die auf dem Foto zu erkennende Folie schneide ich gerade raus, glücklicherweise hat diese bisher keine Schäden angerichtet, auch wenn die Luftzirkulation auf dem Boden fast gegen Null ging.



Dachtragwerk



Basteln Sie da nicht alleine herum.
Fragen der Tragfähigkeit und Eingriffe ins Tragwerk zu beurteilen und nachzuweisen ist Sache eines Statikers. Einen Planer für den Bauantrag brauchen Sie ohnehin, mit dem können Sie sich intensiv über Ihr Wunschkonzept austauschen. Die technischen Lösungen ergeben sich dann in der nächsten Planungsstufe.



Nein,



das habe ich nicht vor. Der Zimmermann ist definitiv mit im Boot!



Na dann viel Spaß



Hoffentlich endet es nicht so



… Hi Hi Hi … 



… ich hab doch nur "Kernsaniert" … 
… und die im Bauforum hamm gesagt, dess geht scho … !!

Florian Kurz

P.S:
Deshalb dem G. Böttcher sein Motto beherzigen … 
… immer VORHER … nicht NACHHER … 
;-)



Warum sollte...



...das so enden? Nach jetzigem Wissen über die Bausubstanz zum Kauf der Hütte vor knapp 3 Jahren hätte ich mir damals Sorgen machen müssen. Mittlerweile ist mehr Holz im Haus verbaut, als ursprünglich drin war und nun geht es halt darum, den Innenausbau voran zu bringen.

Der Zimmermann war da, Plan steht so wie ich mir das gestern schon dachte, die Sparren werden bis zum Kehlbalken beidseitig aufgedoppelt, ein Firstbaklen wird eingezogen, Windrispen montiert und die Kehlbalken durchgehend beplankt. Dazu kommt eine Fachwerkkonstruktion unter den Rähm an beiden Giebelwänden um einer weiteren Neigung beider entgegen zu wirken (entsprechender Lastabtrag bis zum Fundament ist gegeben) - danach erfolgt eine Zwischensparrendämmung.

Das Haus steht seit ca. 200 Jahren, der fehlende Balken im Fachwerk Erdgeschoss wurde irgendwann in den 30er Jahren im letzten Jahrhundert entfernt, infolgedessen brachen Rähm, Brustschwelle, Deckenbalken und Unterzug in unmittelbarer Nähe zum fehlenden Balken. Die Innenwände wurden danach Stück für Stück ihrer Tragfähigkeit durch unqualifizierte Umbaumaßnahmen beraubt, schlussendlich standen die Stützen auf einem Gemisch aus Bauschaum, Lehm, Zememntmörtel und ein paar faustgroßen Feldsteinchen komplett ohne Fundament, Schwellbalken und einem mauerseitigem Anschluss in Hüfthöhe auf o.g. Baustoffgemisch. Dieser Schaden sowie die zu 2/3 komplett vergammelte rückwand (Wasserschaden) wurde instand gesetzt, das komplette Haus steht auf einem neuen Fundament, die Innenwände sind wieder vorhanden und zusätzliches Fachwerk wurde fachgerecht eingebaut - da stürtzt die nächsten 200 Jahre nichts mehr zusammen ;-)



… war doch nur a Schbässla … 



Hallo

Dass der Zimmerer da war und der "Plan steht" ist ja sehr gut … 

… aber …

ich würde doch mal auch einige der Details ordentlich klären … und ich persönlich, der nichts von Dämmereien halte, würde mir noch einmal gesamtkonzeptionell überlegen ob ich das so machen würde mit dem Dämmzeug … 

die Verstärkung der Dachbalken würde ich eigentlich von "oben" machen!

Gutes Gelingen

und Viel Erfolg

Florian Kurz



Eine Dämmung...



...läßt sich nicht verhindern, wenn die Geschossdecke raus soll.

Der Dachstuhl an sich ist noch ein ganz alter (behauene Balken, Kiefer - eher unüblich für diese Gegend), der liegende Dachstuhl bekommt quasi einen doppelt stehenden zur Unterstützung, der dann gleichzeitig die Giebelwände unterstützt.

Die Aussteifung der dann fehlenden Geschossdecke erfolgt über entsprechende Stahlbänder von Hausecke zu Hausecke über Kreuz oder im kleineren Format von einer tragenden Fachwerkkonstruktion zur nächsten. Bis dahin vergehen aber noch einige Monde - das Projekt Dach ist erst nächstes Jahr dran. Aktuell fehlen mir noch 6m Sockel und das finale "Absetzen" des Hauses auf dem neuen Fundament. Schornstein und Heizanlage müssen dieses Jahr noch fertig gestellt werden (dank neuer Emissionsschutzverordnung ab 01.01.2015), etc. etc.

Die Aufdoppelung der Sparren erfolgt aus gutem Grund beidseitig - zum einen verringere ich dadurch den recht großen Sparrenabstand zueinander (fast 1m am westlichen Giebel), zum anderen ergibt dies eine brauchbare Möglichkeit, Dämmmaterial einzubringen. Der Mehraufwand zum Verschließen von Spalten und Ritzen ist mir durchaus bewusst, aber darauf kommt es bei der Hütte mittlerweile nun wirklich nicht mehr an ;-)



Dachtragwerk



da Sie anscheinend nicht zu bremsen sind, ein Rat von mir zum Schluß:
Schauen Sie in Ihre Landesbauordnung. Steht im Internet.



Sehr geehrter Herr Böttcher...



ich mag gern auf Paragraphenreiterei verzichten, vor allem wenn ich auf Erfahrungen aus dem Forum zurückgreifen möchte, die mit Bauanträgen, Landesbauordnungen, etc. nicht das geringste zu tun haben. Das derartige Umbaumaßnahmen ggf. entsprechendes Regelwerk tangiert, steht absolut außer Frage!

Die Frage war Sparren beidseitig aufdoppeln oder entsprechend dimensioniert ersetzen.

Ich kann Sie dahingehend verstehen, dass Sie auf Zuruf niemals eine verbindliche Antwort geben können und wollen, der alleinige Hinweis auf Regelwerke ist jedoch zur Fragestellung definitiv nicht zielführend und außer dem wohlgemeinten Hinweis, derartiges Regelwerk nicht außer Acht zu lassen, absolut überflüssig.

Dieser "Anranzer" trifft Sie leider stellvertretend für alle bisherigen "Fachmänner" aus diesem Forum, deren Hilfe bei konkreter Fragestellung bisher leider definitiv keine war.

Das Haus hat im IST-Zustand nach knapp 3 Jahren Bauzeit mehr Stabilität, als die letzten 80 Jahre des planlosen Herausreißens von Balkenwerk, Verkleiden mit Gipskarton und Stabilisieren mit Bauschaum - zu derartigen Arbeiten wurde weder ein Statiker, noch ein Bauamt befragt oder hinzugezogen und - das Haus steht noch!



… unknow … 



Ist wohl eine Ihrer Devisen … ? … un- oder not-know … 

Wenn Sie links und rechts aufdoppeln, verringern Sie den Achsabstand jedoch nicht … 

Die statische Verbindung der Beihölzer mit dem Dachbalken sollte dann aber doch auch "statisch wirksam" sein!
Aufwand … Nutzen?

Die Idee vom "Vollstopfen der Sparrenhöhe" ist zwar gut und verbreitet, in meinen Augen aber nur wenn man daran "glaubt", dass Dämmung auch dämmt!
Mehr auch nicht!

Auch wenn Sie sagen: "Dämmen tut doch jeder!" … und wieder haben Sie recht … deshalb können ja auch Myarden von Schmeissfliegen nicht irren, denn Kuhfladen müssen schmecken!

Und dann mal schnell die Heizung konzipieren, damit man mal schnell … einen überdimensionierten Heizkessel kaufen darf … 

So hat man immer seine Sorgen am Bau … und wenn dann der Ritter Georg mit seinen Paragrafen kommt, werden Sie nervös …

So ein "Bausystem", das da Sie Ihr Eigen nennen, muss man in erster Linie genau verstehen um die richtigen Sachen zu machen. Und das ist schwer … vor allem für Laien! … da haben ja schon Fachleute meist Probleme … 

und statisch ist IMMER bei sowas die HÖHE relevant … nicht die Breite … 

also sein Sie wachsam … der Glaube sollte nicht der Urvater der Sanierung sein … sondern das WIssen

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Dachtragwerk



Eigentlich wollte ich mich nicht mehr äußern:
Wenn Sie einen Tragfähigkeitsnachweis haben wollen (und brauchen) dann gehen Sie zu einem Statiker. Gerade weil ich eine ganze Menge mehr von Statik verstehe als Sie rate ich Ihnen dazu. So etwas gibt es nicht mal husch husch übers Internet.
Ob ich Paragrafenreiter bin oder nicht steht hier nicht zur Debatte. Dafür gibt es Bauordnungsämter, Versicherungen und manchmal auch den Staatsanwalt.
Auf einen Zimmerer sollte man sich auch nicht in diesem Fall verlassen. Das sind zwar in der überwiegenden Mehrheit ordentlich arbeitende, gut ausgebildete Leute aber eben nicht alle unfehlbar.
Ich muß mich gerade mit so einem Fall im Rahmen einer Gebäudesanierung auseinandersetzen wo einiges, gerade was die Statik des Dachtragwerkes betrifft, aus dem Ruder gelaufen ist.
Aber was solls.
Immerhin lebe ich als Sachverständiger auch von solchen Szenarien wie bei Ihnen.