Dachschrägendämmung mit Schilfrohr und Lehm

23.10.2015 Manuela


Wir wollen in unserem alten Haus (Bj. 1912) eine Schilfrohrdämmung(2 Lagen Schilfrohrmatten a 5 cm) im Dachgeschoß, die dann mit 5 cm Lehm von innen verputzt werden sollen in der Dachschräge. Der Aufbau ist : Dachziegel, Lattung, Weichholzfaserplatten als Unterdach, darauf Sparschalung für die Schilfrohrmatten, und die (doppellagigen= 10 cm dicken) Schilfrohrmatten werden dann mit ca. 5 cm Lehm geputzt. Sind die 5 cm Lehmputz zu schwer in den Dachschrägen(Haltbarkeit des Lehmputzes an den Schilfrohrmatten in den Dachschrägen)?



was kommt zwischen die Sparren ?



Der beschriebene Aufbau erfüllt käumlich die EnEV. Zwischen und unter den Sparren sollte ausgedämmt werden.

Warum die Schilfrohrmatten und Lehmputz ? Wenn es sich nicht um DAS Denkmal handelt, besteht kein Grund Baustoffe aus dem Baujahr zu verwenden.





Erstmal danke für die Zeit, uns zu antworten.
Nein, die EnEV wollen wir auch nicht erfüllen, weil sie für uns nicht von Interesse ist (keine Zuschüsse, Kredite, Vermietung etc. geplant). Baustoffe wie Lehm sind fürs Raumklima sehr angenehm, Schilfrohr kann nicht durchfeuchten. Alte Techniken und Baustoffe sind nicht per se schlecht, und uns taugen sie mehr als industriell gefertigte Baustoffe mit den entsprechenden Zuschlägen. Die Diskussionen darüber sind bekannt und an anderer Stelle bestimmt gut nachzulesen; unser Thema ist, ob so ein Aufbau auch an Dachschrägen hält bzw. wie.



Dachdämmung



Schilfrohrplatten sind kein altes Baumaterial sondern eine moderne Erfindung und Dachschrägendämmung gab es früher auch nicht; das ist keine alte Technik.
Zur ENEV kann man stehen wie man will; es ist keine privatrechtliche Regelung wie eine DIN sondern staatlich verordnet. Wer dagegen verstößt kann bestraft werden. Im Falle einer Veräußerung oder Bewertung wird diese von Ihnen angedachte Bauweise als WERTMINDERND eingestuft. Mit Versicherungen kann es im Schadensfall auch Ärger geben.
Schilfrohr kann sehr wohl durchfeuchten und es puffert, im Gegensatz zu anderen Dämmstoffen, kein Wasser. Das in Kombination mit Lehm ist keine besonders fehlertolerante Bauweise.



Raumklima hat viele Dimensionen...



1. Wärmedämmung im Winter

Jeder verfügbare cm sollte ausgedämmt werden, insbesondere zwischen den Sparren.

2. Hitzeschutz im Sommer

Das braucht eine Kombination von Wärmedämmung, und thermische Masse in der raumseitigen Verkleidung.

3. Schalldämmung

4. Feuchtepufferung

Das wird gerne als Argument für Lehm vorgebracht, ist aber m.E. weniger relevant. Feuchtigkeit muss weggelüftet werden, sonst säuft die Konstruktion irgendwann ab.

Und das ganze soll auch noch bezahlbar und ökologisch sein, und langfristig schadenfrei bleiben. Ich würde bei Standardaufbauten bleiben, z.B. Zellulose oder Holzfaserdämmung mit einer Dampfbremse. Statt Gipsfaserplatten könnte man meinetwegen auch Lehmbauplatten verwenden.