Dachschräge diff.offen dämmen Hanf




leider bin ich mir mit meinem Dachaufbau etwas verunsichert. Ich würde gerne meinen Aufbau, der Evtl gegen die anerkannten Regeln d. Technik spricht, zur Diskussion stellen. Bei der Dachschrägendämmung im Bestand ohne Unterspannbahn ist es derzeit üblich, dass selbst bei einem diffusionsoffenem Aufbau raumseitig eine Dampfsperre/Bremse verbaut wird. Zumindest eine raumseitig dichte Beplankung, um zu verhindern, dass die Raumfeuchte nicht in das Dämmmaterial eindringen kann.
Soweit ist mir das alles verständlich. Wenn ich jetzt aber komplett auf eine raumseitige Abdichtung oder Bremse verzichten möchte, dennoch Gipskarton aus Gründen der Kosten und einfachen Verarbeitung als spätere Beplankung verwenden möchte, stellt sich mir die Frage ob, das bei folgenden Gegebenheiten und Vorhaben nicht auch funktionieren kann:
Dachaufbau Bestand von außen: Tonziegel, Dachlatten, Sparren. Dach dicht, etwas lichtere Stellen werden mit trockenem Mörtel gegen Flugschnee noch verstrichen.
Geplanter Aufbau: Sparren 15er (anlaschen, um mehr Dämmaterial einzubringen),Distanzleisten ca. 3x3cm seitlich an die Sparren bringen um dagegen holzfaserdämmplatten zu drücken und zu befestigen. Distanzleisten dienen zur Hinterlüftung der Konstruktion. Zwischensparrenraum mit Stopfhanf ausfüllen, als Beplankung Gipskarton. Es handelt sich um ein täglich benutztes Familienbad. Es geht dabei um eine Schräge im OH, darüber unausgebautes Kaltdach, mit noch zu erstellender Perlite- oder Korkschüttung als Geschossdeckendämmung.
Da sowohl der Hanf, als auch die Holzfaserdämmplatte diff.offen sind, kann doch die eindringende Feuchte über die Hinterlüftung entweichen. Durch eine Dampfbremse die man im Bestand eh nie dicht verklebt, oder abgedichtet bekommt, manifestieren sich einige wenige Schwachstellen, an denen sich der Feuchteeintrag konzentriert. Ist das nicht sehr viel schadensanfälliger, als ein gleichsam diffusionsoffenes System? Von allen Seiten höre ich unterschiedliche Meinungen.

Wasserdampfdiffusionswiederstand:
Fermacell: 13
Hanf: 1-2
Holzfaserdämmplatte 5

Außen ist es offener als innen. Was konkret könnte dagegen sprechen? Wo ist mein Denkfehler?
Ich habe da tatsächlich oft und lange drüber nachgedacht, würde aber gerne auch noch andere Meinungen dazu hören. Bitte keine Untergangsprophezeihungen, sondern konstruktive Beiträge. Dürfen auch gerne kritisch sein, würde dann aber auch verstehen wollen, WESHALB.

Danke für die Diskussion...

MfG



Dachausbau



Perlite- oder Korkschüttung als Dämmung...
Wieso ein anderes Dämmmaterial?



Pavatex



hat tatsächlich eine Konstruktion mit Isoroof als wasserführende Schicht zur nachträglichen Dämmung im Altbau von innnen.

https://www.pavatex.de/uploads/tx_sbdownloader/Dach-Technik_Stand_0404-2017.pdf

Dabei kommen sie auch ohne eine Dampfsperre aus. Die zweite wasserführende Schicht ist dabei eine von innen mit Leisten angebrachte Isoroof Unterdeckplatte zwischen den Sparren. Also ist so etwas prinzipiell möglich. Bestimmt haben auch andere Anbieter wie Steico oder Gutex entsprechende Lösungen.

Ob so etwas mit ihrem Aufbaumix funktioniert ist wahrscheinlich schwierig abzuschätzen. U-wert.net zeigt nur geringe Feuchtewerte. Ein Denkfehler könnte sein, dass Fermacell keine geschlossene Schicht bildet. In der Praxis ist die Fermacell Schicht nicht luftdicht, also Diffusion nicht nur durch die Platten sondern auch durch die Stöße.

Ich hab solche Möglichkeiten auch mal durchgespielt, aber bei mir wurde es dann doch eine Neueindeckung.



Schüttung



ist ja nur für die Geschossdecke. Leicht einzubringen, geringes Gewicht, keine attraktive Umgebung für Mäuse...