Dachschräge Dämmen

21.11.2015 Andreas



Hallo Zuammen!

Also Vorwort möchte ich erwähnen: Es mir nicht darum geht einen top Dämmwert zu erhalten. Der Raum wird 2-3 mal in der Woche für 1-2 Std. genutzt. Sondern ich möchte mit dem kleinstnötigen Aufwand renovieren. Aber so das nicht nach ein paar Jahren wegen Feuchtigkeit oder anderer dinge wieder neu machen muss.

Also, ich habe damit begonnen im Dachgeschoss zwei Räume zu renovieren.
Da die Sparren an der Dachschräge (11cm dick) sichtbar bleiben sollten, hatte ich mir ursprünglich gedacht ich bringe 6cm Holzfaserdämmplatten an und verkleide diese einfach mit Nut- und Federbrettern.

Als ich mich nach diesen Holzfaserdämmplatten bei dem Baustoffhandel meines Vertrauens erkundigte ( kein Obi, Hagebau etc.) wurde mir gesagt, das dies nicht Sanierungsvorschrift konform. Man müsste u.a. 2-4cm Luft zur ’’Dachbebretterung’’ lassen, damit dort die Luft zirkulieren kann. Zudem müsste man auch bei Holzfaserdämmplatten eine Dampfsperre/ Dampfbremse einbauen. Dann wurde davon gesprochen das diese 11cm auch bei weitem nicht ausreichen, ich sollte doch eine Auflattung + Konterlattung anbringen, mit Steinwolle dämmen, das ganze mit Rehgips verkleiden und bei Wunsch einen Zierbalgen/Brett darauf anbringen. Das wäre die bessere Alternative…

Meine Fragen nun:
1. Benötigt man bei Holzfaserdämmplatten auf jeden Fall eine Dampfsperre/ Dampfbremse?
2. Wie kann der einfache aber wirkungsvoller(sprich keine Schimmelgefahr) Aufbau der Dämmung/Verkleidung der Dachschräge sein?


Vielen Dank schon mal im Vorraus für Eure Antworten!



Dachschräge



Wie sieht die Dacheindeckung aus? Dicht? Um wieviel qm handelt es sich und wie soll der Raum denn genutzt werden ( zur Einschätzung des Feuchteanfalls). Ich persönlich würde auf eine Dampfbremse nicht verzichten wollen. Bei einer dichten Dacheindeckung (z.B. Bitumenschindeln) ist eine Hinterlüftung der Dachschalung nötig, weil es an der Oberseite zu Kondensatausfall kommen kann und diese Feuchtigkeit nicht ablüften kann und die Dämmung durchfeuchtet. Im Übrigen: zu Dachausbau gibt es eine gute Suchfunktion.



Dachschräge Dämmen



Hallo,

wie sprechen hier über eine Fläsche von 3,7mtr x 2,4mtr, also von knapp 8,9qm.
Hinter dem Holz was auf dem Foto zu sehen ist kommen direkt Schiefer.
Also keine weiter Dämmung oder Ähnliches.

Wie schon erwähnt, der Raum wird 2-3 mal in der Woche für 1-2 Std. genutzt.
Er dient mir als Arbeits-/Computerzimmer.



Dachschräge



Genau das meinten die im Baustoffhandel. Normalerweise kommt auf die Schalung eine Unterspannbahn (früher haben die Teerpappe genommen), dann der Schiefer, um eine Winddichtigkeit zu erlangen. Damit ist ein Trocknen des Kondensats nach außen nicht möglich, wenn keine Hinterlüftung stattfindet. Für so eine kurze Nutzungsdauer, wie sieht denn das Heizkonzept aus? Bei der geplanten Dämmung von 6 cm hast Du im Winter bloss 3 Stunden später im Arbeitsraum Außentemperaturen als wenn gar nicht gedämmt wird. Ich würds ordentlich machen oder bleiben lassen.Und knapp 10 qm sollten nicht die Welt kosten bei Eigenleistung.Und über die EnEv und ihre Vorgaben haben wir noch gar nicht gesprochen, auch über eine Umnutzung, die antragspflichtig wäre, nicht.



Dachschräge Dämmen



Nur noch als Zusatzinfo:
Der Raum wurde bis dato auch als Arbeitszimmer genutzt. Nur hatten die Vorbesitzer einfach 10mm dicke Styroporplatten zwischen die Sparren geklemmt und fertig.
Was die Teerpappe betrifft. Soweit ich das gesehen habe, ist da keine drunter.
Zumindest nicht unter der untersten Reihe des Schiefers…
Dort war nämlich eine Schieferplatte defekt und darunter war das Holz.



Dachdämmung mit Schieferdeckung



Normalerweise werden solche Deckungen immer mit einer darunterliegenden Abdichtungsbahn versehen-
das läßt sich zwischen den Brettfugen leicht feststellen.

Ich würde auch nur richtig dämmen oder nur ganz provisorisch.

Wenn die Dachfläche zumindest zeitweise besonnt ist wäre eine Vollsparrendämmung (und zusätzliche Aufdoppelung) mit kapillaraktiven Dämmstoffen möglich (Zellulose, Holzfaser etc).

Raumseitig muß eine feuchtevariable Dampfbremse verwendet werden, um Rückdiffusion (Umkehrdiffusion) in der warmen Jahreszeit zu ermöglichen.Die läßt dann an der Rückseite der Dampfsperre unter der Dachdeckung (im Winter) entstandene Feuchte zum Innneraum hin ausdiffundieren/abtrocknen.

Allerdings sehen die Schalbretter so aus, als ob das Dach zumindest zeitweise schon undicht gewesen ist- Wassereintritt muß natürlich sicher verhindert werden.

Andreas Teich



Dachschräge



Ohne Unterdeckbahn, welche auch immer, ist zumindest die Treibschneegefahr sehr hoch. Ich würde hier nicht mit Vollsparrendämmung arbeiten, sondern hinterlüften, evtl. eine Unterdeckplatte z.B. Unger Uditop mit Distanzleisten zwischen die Sparren schrauben, so wird auch gleich die Winddichtigkeit erhöht.Wenns schon als Arbeitsraum war, sollte die Umnutzung auch nicht das Thema sein.



Dämmung



Ohne das Dach komplett neu zu machen ist der Einbau einer Hinterlüftungsebene schwierig bis unmöglich.
Daher folgender Vorschlag:
Eine diffusionsoffene UDB von unten direkt an die Schalung und um die Sparren; Anschlüsse verkleben.
Die Zwischenräume komplett mit Klemmfilz ausfüllen.
Darauf eine Dampfsperre (sd => 150 m) mit dichten Anschlüssen.
Als letztes Konterlatte, Traglatte, GK.



Schieferdach-Ausbau Rückdiffusion durch feuchtevariable Dampfbremse



Wie schon gesagt: versuche herauszufinden, ob sich unter den Schieferplatten eine Teerpappe befindet.
Wenn ja ist die Dachhaut relativ dampfdicht.
Unter der Voraussetzung sind kapillaraktive Dämmstoffe ( Holzfaserplatten , Zellulose etc) in jedem Fall zuverlässiger)

Nur wenn die Dachhaut nicht zuverlässig dicht ist ist eine diffusionsoffene Unterspannbahn in Berg-Talverlegung sinnvoll, dh innen um die Sparren legen und auf die Holzschalung, aber dicht in die Ecken drücken.
Sparren dann aufdoppeln, davor eine feuchtevariable Dampfbremse verlegen, die bei besonntem Dach im Sommerhalbjahr die im Winter entstandene Kondensfeuchte durch Rückdiffusion entweichen läßt.

Alle Stöße müssen dicht abgeklebt werden um Konvektion mit Eindringen feuchter Raumluft in die Dämmebene zu verhindern.

Innenseitig kann dann zur Verbesserung der Dämmung, zur Minimierung von Wärmebrücken und als zusätzlicher Schutz der Dampfbremse eine Holzfaserdämmplatte auf die Sparren geschraubt werden.
Dann Traglattung und zB Gipsfaserplatten oä anbringen.

Mineralwolle ist nicht kapillaraktiv, kann dadurch also keine Feuchtigkeit verteilen und abgeben.
Dampfsperren entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik, da häufig fehlerhaft und im Falle von Undichtigkeiten keinerlei Rückdiffusion (Austrocknung zum Innenraum) mehr möglich ist. Dadurch reichert sich die Feuchtigkeit in der Dämmebene immer weiter an und führt in der Folge zu Schäden an der Holzkonstruktion und zu Schimmel.

Andreas Teich



Oh weia



Hier geht´s um kleinstmöglichen Aufwand und der Herr Teich schöpft mal wieder aus dem Vollen:
Holt erstmal das Thema aus lauter Langeweile aus der Versenkung hoch und dann legt er los!
Klar werden die Sparren aufgedoppelt,
klar kommt unter die Dampfbremse noch ne Lage Holzfaserplatten,
und natürlich werden die guten GipsFASERplatten genommen, logo, hauptsache der Aufwand ist klein.
Kopfschüttelnde Grüße und schönes WE



Produktiver Beitrag?



Vielleicht wäre es auch möglich die Frage komplett zu lesen?
Es geht darum eine wirkungsvolle und schadensfreie Lösung zu finden.
Bei unter 9 qm Fläche ist auch eine vermeintlich aufwendige Lösung mit geringen Kosten herzustellen, die dann zumindest Bestand hat undspäter ergänzt werden könnte.
Zudem wurde schon geschrieben: entweder gar nicht oder richtig.
Ein 'bischen richtig' gibts nicht.

'Methusalem' deutet aber auch nicht gerade auf Fortbildung auf dem neuesten Stand hin, was sich anhand solcher polemischen, inhaltslosen Beiträgen leider bewahrheitet-
oder ist noch ein bauphysikalisch begründeter Vorschlag zu erwarten?

Andreas Teich



Dach dämmen



@AT
"Dampfsperren entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik, da häufig fehlerhaft und im Falle ..."
Woher nimmst du dieses Wissen?
Oder sollte ich besser sagen: "Schreiner bleib bei deinen Leisten."?
Der TE will eine kleine Dachfläche von unter neun Quadratmetern dämmen, damit es im Büro gemütlicher wird.
Mein Vorschlag ist preislich günstig, auch für einen Laien problemlos umzusetzen und funktioniert.
Die in der Raumluft enthaltene Feuchtigkeit wird üblicherweise durch Lüften abgeführt. Die Menge, die durch die Umschließungsflächen diffundiert, wird i.d.R. überschätzt. Je nach verwendetem Baumaterial sind es 1...2%.



Dampfsperren nicht Stand der Technik



Dampfsperren bei Schrägdachdämmungen sind schon seit Jahren nicht mehr Stand der Technik.
Es gibt kaum noch eine Publikation, die Dampfsperren empfiehlt.
Einfach bei Herstellern und Anbietern nachforschen was die raten.
Es gibt allerdings noch im Flachdach- oder Kühlraumbereich solche Anwendungen- je nach Dämmstoff.

Bei so einer kleinen Fläche kann natürlich provisorisch ein X-beliebiger Dämmstoff zwischen oder unter den Sparren verlegt werden- wenn's Kondensat gibt einfach demontieren.
Es entsteht ja kein großer Schaden wenn's nicht klappt und rechtzeitig bemerkt wird-ewig halten soll es wohl nicht.

Da diese Tipps aber auch von Leuten gelesen werden, die solche Einschränkungen evt nicht beachten ziehe ich es vor, nur technisch korrekte Empfehlungen abzugeben oder gleich auf bestimmte einschränkende Voraussetzungen hinzuweisen.

Dämmungen mit außenseitig diffusionsdichten Schichten und innenseitigen Dampfsperren oder Dampfbremsen mit hohen Sd-Werten tauchen regelmäßig in Bauschadensberichten auf.

Andreas Teich