BHKW als Gas oder Rapsöl betrieb

02.12.2005 jäger



Hallo,

habe mich mal bischen über die BHKW Blockheizkraftwerk informiert, bezug auf die immer höher´werdenden Heizkosten.
Eine Fa. senetec bietet einen Bhkw an "Dachs" (Gasmtor)mit einer Heizleistung von 12KWh und 5KWh elektrischer Leistung.
Kosten ca.22000€. Soll sich in ca.10-13 Jahren amotisieren.
Durch den Verkauf des selbst erzuegten Stromes, soll die Machiene den Eigenverbrauch an Gas degen, so das die Heizleistung "kostenfrei" währe.

Ich meine, ist zwar eine Schöne Idee, aber wer weis, was in 10Jahren ist?!. Denn die 22 t€ sind auch nicht wenig.

UInd dann soll es BKW geben, die mit Rapsöl betrieben werden, und sich in 2-3 jahren bezahlt machen sollen!?

Ist euch soetwas bekannt?

Gruß



Dachs



Wenn der dachs 5000 bis 6000 Stunden läuft, macht er genug Strom, um sich bezahlt zu machen. Läuft er nur 1.400 Stunden für den Heizbetrieb und ein wenig für die WW-Erzeugung, ist die Rechnung nicht aufgegangen.

Gruß



Der Dachs lohnt sich



wie Herr Beckmann schon schreibt eigentlich nur, wenn er lange läuft, denn nur dann produziert er auch Strom, den man verkaufen kann. Am besten funktionieren die Dinger also wenn sie zusammen mit einer anderen Heizungsmethode kombiniert werden, da sie dann fast im Dauerbetrieb verwendet werden und nur bei grösserem Bedarf z.B. mit einem Holzvergaser/Kaminofen unterstützt werden!

Die bequem Variante wäre hier ein Gasdachs mit zusätzlicher Gastherme, ich würde aber zu dem Dachs mit Rapsöl und einem Holzvergaser/Kaminofen raten, ist etwas umständlicher mit dem Rapsöl und dem Scheitholz, aber das Brennmaterial gibt es oft aus nächster Umgebung, es ist ökologisch wesentlich sinnvoller und die Preise hängen nicht so stark vom Öl ab. Mal ganz abgesehen davon, dass es wesentlich günstiger ist mit Holz zu heizen als mit Gas!!

Natürlich muss der erzeugte Strom komplett über einen separaten Zähler eingespeist werden, und nicht nur der Überschuss, den man selber nicht verbraucht, wie es in vielen Beispielen genannt wird. Schliesslich bekommt man für den erzeugten Strom mehr Geld/kWh als man für den Strom zahlt, den man selber verbraucht!

mfg



Dachs 5,5 kw el, 12,5 kw th



Kosten von einem Projekt:

Annahme Wirkungsgrad = 80%
Gas 5,00 cent/kWh
Gas für Strom (5,00 cent/kWh )/80% = 6,25 cent/kWh

Ertragsbilanz bei Einspeisung Strom:
Kosten:
Gas -6,25 cent/kWh
Wartung -1,25 cent/kWh

Ertrag
Einspeisung 1,98 cent/kWh
Zusatzvergütung 5,11 cent/kWh
Mineralöl 0,20 cent/kWh

daraus ergibt sich: nur wenn man AfA und Kapitaldienst nicht berücksichtigt ist Einspeisung rentabel

deshalb: Dachs nur rentabel wenn
1. lange Laufzeiten
2. erzeugte Strom gröstenteils selbst verbraucht wird

legt dein Geld lieber in einen Biogasfond an das gibt mehr Ertrag und hat auch noch was für die Umwelt getan





nachtrag

im ard lief gerade plusminus mit einem bericht über bhkw

bericht wird morgen früh um 4:55 wiederholt

ergebnis: bhkw für einfamilienhäuser nicht für leute die rechnen müssen





nachtrag zum nachtrag

interessant könnten mikrobhkw sein die etwa ab nächsten jahr auf den deutschen markt kommen



Ab einer bestimmten Grösse ist der Dachs auch ein MikroBHKW!



Ohne jetzt Werbung für die Firma machen zu wollen, es gibt auch genügend Firmen, die einem ein BHKW auf Maß bauen.

Aber da sieht man was schon am Anfang gesagt wurde, ob ein BHKW rentabel ist hängt davon ab wie lange es im Jahr läuft und das hängt davon ab, wieviel Wärme in einem gewissen Zeitraum gebraucht wird. Je kleiner das BHKW im Vergleich zum Wärmebedarf, desto rentabler wird es, da es dann länger läuft. Unsinnig ist der Dachs z.B. bei einem kleinen sehr gut isoliertem Einfamilienhaus, das bei Spitzenlast im tiefsten Winter gerademal 12kw Wärmebedarf hat.

Ihre Kostenrechnung, Herr Seifert, ist in meinen Augen übrigens sehr subjektiv! In den entsprechenden Fachforen gibt es seitenlange Diskussionen um die Wirtschaftlichkeit der BHKWe, wobei sie die PÖL-Alternative noch nichteinmal berücksichtigt haben!

mfg





Pflanzenöl als Brenn-/Kraftstoff rechnet sich für die Landwirte im Augenblick nur, weil Agrardiesel als Treibstoff für die Erntemaschinen subventioniert wird.

Energetisch betrachtet wird mehr Energie bei Anbau, Ernte und Aufbereitung/Vertrieb verbraucht als nachher aus dem Öl gewonnen wird.

Zudem bestehen gar nicht genug Anbauflächen.

Würde Raps auf allen landwirtschaftlichen Flächen der EU angebaut, könnte damit nicht mal 10 % des Kraftstoffverbrauchs für Verkehr substituiert werden, geschweige denn der Bedarf für Heizung und Warmwasser.



Wer spricht denn hier von Agrar Diesel?



Sie kennen schon den Unterschied zwischen Biodiesel und dem Pflanzenöl für den Salat, oder?? Ich wüsste nicht, dass das Salatöl aus dem Supermarkt subvebtioniert ist!

Der Ertrag liegt pro Hektar bei ca. 1000 Litern Pflanzenöl bei Sonnenblumen oder Raps, Wobei der Energiegehalt nahezu identisch mit Diesel ist. Ich glaube kaum, dass ein Bauer auch nur annähernd 1000 Liter Diesel verbraucht, um einen Hektar zu bearbeiten und anschliessend das Öl kalt zu pressen!

Mit den Anbauflächen können sie teilweise Recht haben, auch wenn ich mich frage woher sie die 10% haben, aber:

Wenn man für den jetzigen Energieverbrauch 10% durch Pflanzenöl, 10% durch Biogas, 15% durch Windenergie, 10% durch Photovoltaikanlagen, 10% durch Wasserkraft, 20% durch th. Solaranlagen, 20% durch Holz ...... ersetzen könnte, dann..

Merken sie was??

Verkaufen bzw. planen sie nicht auch Biogasanlagen? Wieso machen sie das? Wenn man alle vorhandenen organischen Abfälle für Biogasanlagen verwenden würde, könnten nichteinmal 10% des Energiebedarfs für den Heizbedarf substituiert werden!

Bevor sie Interessierten von gewissen Sachen abraten, sollten sie sich lieber zuerst selber schlau machen. Auch wenn sie selber mit "Bioenergie" zu tun haben, fehlt es ihnen beim Thema Pflanzenöl an Grundwissen!

mfg



BHKW



Hallo,
danke für eure Zahlreiche Antworten und Interesse.
Ich habe mir ein einige Typen BHKW durchgerechnet die mit Rapsöl laufen.
Bei einem Verbauch von ca.7 L / Std, Elektrische Leistung von 29KW, und Thermische Leistung von 30KW(ich hoffe die 30KW richtig zu sein)Kosten ca.18000€.
Auch wenn die Anlage in Dauerbetrieb läuft, kommt mann nach meiner Rechnung im zweiten Jahr ins Plusbereich.
Raps 51 cent/ L
Strom verkauf 17 cent/KW
und klarrerweise die Heizenergie die als "Abfallprodukt" übrig bleibt.

Klarr, für ein Zweifamilienhaus etwas Groß, aber wenn die kleineren Anlagen sich auch so rentieren könnte mann sich das doch überlegen oder?



So einfach kann man das nun aber auch nicht berechnen!



Die Einspeisevergütung hängt von verschiedensten Faktoren ab, auch davon, ob die Abwärme sinnvoll eingesetzt wird. Die meisten BHKW für Pflanzenöl kann man übrigens nicht nur mit Rapsöl, sonder z.B. mit Palmöl betreiben, das kostet bei entsprechend grosser Abnahme unter 50 Cent.

Noch ein Paar Infos: (keine Gewähr, hab ich mal vor einiger Zeit aus den unterschiedlöichsten Quellen zusammengetragen)

Energiegehalt von Rapsöl ca. 9,2kWh/L => 1kWh kostet ca. 6 Cent

Einspeisevergütung liegt bei 11 Cent (bis 150kW) plus KWK-Bonus (Abwärme muss dann sinnvoll genutzt werden) ca. 2 Cent

Das BHKW aus ihrem Beispiel ist im Vergleich zum Dachs ja auch wesentlich günstiger (an kW elektrisch verglichen) je grösser das BHKW ist, desto günstiger wird dann auch ein kW.

Ich kann ihnen übrigens nur empfehlen sich in den betreffenden Foren gründlich zu informieren, wenn sie ernshaft an eine Anschaffung denken! So ein Unterfangen kann einem finanziell schnell das Genick brechen, wenn man nicht alles genau durchplant und vielleicht sogar noch einen Kredit dafür aufnimmt!

mfg





Hallo Musty,

gehe mal zu nem Ingenieurbüro und lass dir eine Vorplanung machen

Mit 18000 € kommst Du auf keinen Fall aus:
1. bei Stromeinspeisungen bis 20 kW müssen EVU deinen "regenerativen" Strom abnehmen
über 20 kW ist es Ermessenssache und dies lassen sie es sich in der Regel bezahlen

2. 30 kW elektrisch macht ca 70 kW thermisch
wohin mit der Wärme. Das sind ca 140.000 kWh im Jahr damit heizt du deine ganze Siedlung

3. bei 7 h Laufzeit am Tag kommt ein erhebliche Laufleistung zusammen welche Laufzeitgarantie gibt der Hersteller welche Wartungsintervalle und Kosten fallen an?

4. wieviel Öl wirdst du jährlich verbrauchen gibt es ein Lager

@ Konstantin Petker
"schlau machen" könnte vielen anderen nicht schaden.
Lautes Hurrarufen weil "regenerative" Energieanwendung angesagt ist liegt mir nicht. Ich habe schon Pferde kotzen sehen und zuviele Projekte die dann bankrott gingen, was hilft da der gute Wille lieber erst mal die Schwachstellen aufzeigen.



Planzenöl-BHKW



Hallo,

es gibt einige rapsölbetriebene Klein-BHKWs. So bspw. von KW Energie Technik ab 18 kW thermischer Leistung, der Preis liegt bei etwa 18.000 Euro plus Steuer. Auf der Holzenergiemesse in Augsburg hat die Eternal Energy ein Klein-BHKW ab 8 kW th. Leistung vorgestellt, Kosten etwa 10.000 Euro. Beeindruckt hat mich dabei besonders die einfache Konstruktion, die die notwendige Überholung günstig macht (Kit 150 euro, Aufwand laut Hersteller ca. 4-5 Stunden).

Nichts desto trotz sollte man sich bei der Anschaffung Gedanken über die Wärmeabgabe machen - die Einspeisevergütung fließt eben nur, wenn auch Wärme erzeugt wird.

Ausführliche Infos finden sich auf der Seite des BHKW-Infozentrums Rastatt.

Schöne Grüße