Dämmung mit Zellulose möglich?

09.08.2012 McBossi



Geschätztes Forum,
ich plane zurzeit mein Dach mit Zellulose (Isofloc) zu isolieren.
Der Dachaufbau ist wie folgt:
Dachpfannen
Lattung ca. 25mm
Konterlattung ca. 28mm
besandete Dachpappe ca. 2mm (nicht verschweißt)
Holzplatten (Richtung Süden fein, Richtung Norden grob) ca. 18mm
Sparren 130mm,
Die Sparren sollen über seitliche Bretter auf 250mm erhöht und mit Isofloc ausgeblasen werden. Als Dampfbreme soll die feuchtevariable Pro Clima Intello + angebracht werden. Davor kommt dann eine einfache Lattung.
Die Räume der Speichers werden nicht bewohnt und sind auch unbeheizt.
Wäre eine Dämmung bei dem geschilderten Dachaufbau sinnvoll oder benötige ich aufgrund der Dachpappe eine Hinterlüftungsebene? Ist die Dachpappe vollständig diffusionsdicht?
Vielen Dank für Eure Einschätzungen!



Moin McBossi,



erste Antworten kannst du dir auch hier "abholen":
www.u-wert.net

Zur Sicherheit würde ich diese Zeichnung nochmal an die Techniker von Climacell/Isoflock mailen und mal hören, was die dazu sagen.

Wieso dämmst du das Dach und nicht die oberste Geschossdecke?

Gruss, Boris





Wenn nicht unbedingt zwingend erforderlich, dann würde ich auch nur die oberste Geschoßdecke dämmen. So bleibt Ihnen die Kontrollmöglichkeit der Dachfläche vollständig erhalten.

Bernd Kibies



Wenn es...



... nur um Wärmedämmung geht, dann würde ich auch die Decke erstmal bevorzugen...

Wenn es denn partout die Dachschräge sein soll, dann muss das nicht soooooo aufwendig geschehen...

Aufdoppeln der Sparren auf 180... Dämmen mit 180...
Kreuzlattung mit 50/48... Dämmen...

Sperr-Folie drauf, fertig... Noch dezent irgendwas schräg drüberprügeln schadet nicht, ich meine jetzt ein paar Latten, die zur Sicherheit die Folie halten sollen...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Vergessen....



Die unverschweißte Dachpappeschicht ist natürlich nicht diffusionsdicht, aber das soll sie an der Stelle auch gar nicht sein... sie soll nur den Schlagregen, der dann doch mal vordringt, abhalten.

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner





Die Dachpappe ist natürlich diffusionsdicht. Die nicht verschweißten Nähte sind nicht ausreichend, um sie damit heute üblichen diffusionsoffenen Unterspannbahnen gleich zu stellen. Es gab bei dem genannten Zellulose-Hersteller mal eine Zwischenlösung außerhalb der Dachdeckerrichtlinien, die für eine Übergangszeit genutzt werden kann. Die vorhandene Dachpappe wird dafür entfernt und durch eine Holzweichfaserplatte ersetzt. Evtl. können Sie auch übergangsweise eine diffusionsoffene Unterspannbahn zwischen den Sparren anbringen und winddicht abkleben (wie in Bausubstanz Jahrgang 2 - Heft 3 beschrieben). Diese Variante dürfte allerdings auch nur für eine "kurze" Übergangszeit funktionieren, bis die Dacheindeckung erneuert wird. Mit einer Dampfsperre könnte Ihr Vorhaben vielleicht gelingen, die Ausführung ist aber zu risikoreich. Die Dämmschicht ist so dicht eingepackt, dass sie nicht mehr trocknen kann, falls Sie mal feucht wird.
Mein Tipp: Auch hier mal den Hersteller konsultieren, vielleicht gibt es da noch eine Alternative. Sie müssen auch darauf achten, daß die Hinterlüftung der Dacheindeckung funktioniert. Einen rechnerischen Nachweis der gesamten Konstruktion würde ich in jedem Fall vornehmen.

Bernd Kibies



Danke für die Antworten.



Für die Dämmung wurde das Dach und nicht die Geschossdecke gewählt, da verschiedene Bauteile (z.B. Treppenhaus) bis in den Dachstuhl hineinreichen und das Dach in Zukunft noch ausgebaut werden soll.

Ich habe den U-Wert-Rechner durchgeführt. " Während der winterlichen Tauperiode von 60 Tagen fallen in diesem Bauteil insgesamt 0.141 kg Tauwasser pro Quadratmeter an. Diese Menge trocknet im Sommer innerhalb von 63 Tagen ab (bei 12°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70% - innen wie außen)." Es kommt zur Tauwasserbildung zwischen Zellulose und Spanplatte und auf der Außenseite der Spanplatte (unter der Bitumenbahn). "Maximal anfallende Tauwassermenge in dieser Schicht: 1.2 Gewichts-%."

Bei Reduzierung der Innentemperatur auf 15 Grad reduziert sich das anfallende Tauwasser nochmals auf: "Während der winterlichen Tauperiode von 60 Tagen fallen in diesem Bauteil insgesamt 0.090 kg Tauwasser pro Quadratmeter an. Diese Menge trocknet im Sommer innerhalb von 41 Tagen ab (bei 12°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70% - innen wie außen)."

Der U-Wert -Rechner gibt eine grüne Anzeige. Tja, verlassen kann ich mich darauf sicherlich nicht. Bei jeder anderen Art der Dachdämmung kommt es aber auch zu Tauwasser.

Wie gesagt, es handelt sich um einen nicht geheizten und nicht bewohnten Raum, der vom restlichen Haus durch eine verschlossene Türe getrennt ist.

Handelt es sich den bei den Werten um tolerierbare Werte? Denn das ganze Dach wollte ich nämlich noch nicht erneuern.

Vielen Dank für Eure Hinweise.



Moin Mcbossi,



wenn du später noch ausbauen willst, würde ich zunächst nur die oberste Geschossdecke und die Tür dämmen und das Dach erst im Zuge des Ausbaus:

Die OG-Dämmung ist um einiges günstiger und kann problemlos in Eigenleistung gemütlich nach und nach gemacht werden.

Du gewinnst 15cm Innenraum, wenn du dann nach aussen auflattest.

Die Felder, wo später Fenster reinkommen müssten wieder neu geflockt werden, weil die Dämmung durch den Fenstereinbau Lücken aufweist.

Evtl. möchtest du durch Gauben später mehr Raum gewinnen, dann war deine jetzige Aktion für die Katz'.

Die Heizkostenersparnis dürfte diesen Mehraufwand nicht aufwiegen.

Gruss, Boris