Bestialischer urinartiger Gestank im Haus

18.07.2011



Hallo in die Runde,
wir haben ein riesen Problem...wir haben vor 3 Jahren ein ca. 100 Jahre altes Feldsteinhaus grundsaniert, wobei im Dachgeschoss das Dach gedämmt wurde und im Anschluss alles mit Rigipsplatten verkleidet wurde. Schon in den ersten beiden Sommern haben wir so einen urinartigen Gestank wahrgenommen, der sich seit diesem Frühjahr stark gesteigert hat. Wir vermuten dass sich irgendwo ein Tier eingenistet hat, haben aber leider gar keinen Anhaltspunkt welches es sein könnte. Der Schädlingsbekämpfer meint, einen Marder würden wir auf jeden Fall hören (und oben auf dem (unausgebauten) Spitzboden sieht man auch keine Hinterlassenschaften, sprich Kot. Heute meinte ein Mitarbeiter der Sanitärfirma es könnten auch Fledermäuse sein. Wir können mitlerweile nicht mehr in unserem Schlafzimmer schlafen, weil es immer wieder so widerlich stink, vorallem in den frühen Morgenstunden aber auch tagsüber...und mitlerweile hilft auch das Lüften dann nicht mehr viel. Ich bekomme mehr und mehr Kopfschmerzen wegen des Gestanks. Was können wir konkret dagegen unternehmen??? Ich weiss, das Fledermäuse (falls es denn welche sind) geschützt sind, aber so, wie die Situation gerade ist, geht es gar nicht mehr.



Marder



machen keinen Krach mehr, wenn sie sich zum Sterben in die Zwischendecke gelegt haben. Ähnliches kann Ihnen mit einer Katze oder vergifteten Ratten unter den Dielen passieren. Das diese Belästigung aber Jahre anhält, habe ich noch nicht gehört. Zudem meldet das schubweise Auftreten von schwarzen Fliegen, wenn der Kreislauf des Lebens in eine nächste Etappe gelangt ist.
Gab es im Feldsteinhaus früher vielleicht eine Stallabteilung? Das könnte eine Quelle von Ausdünstungen bedeuten.
Fledermäuse sind wohl kaum in Massen in den Wandzwischenräumen, die suchen sich lieber die Dachstühle der Nebengebäude, Aussenwandverkleidungen oder offene Keller.



Moin Pia,



was hat denn die Spurensuche ergeben?

Jedwedes Viech muss ja irgendwo reinkommen....

Womit habt ihr gedämmt?

Tritt der Geruch nur im Dachraum auf?

Gruss, Boris

P.S. Kumpel mit Jagdhund könnte helfen......



extremer urinartiger Geruch im Dachgeschoss



Guten Morgen,

gedämmt ist das Dach mit Mineralwolle plus Dampfsperre. Eigentlich sollte entlang der Dachschrägen kein Platz sein, wo sich Tiere "munter" aufhalten möchten. Im Schlafzimmer haben wir schon in die Abseiten zwei Klappen eingebaut (die sind nicht komplett mit Mineralwolle "ausgestopft"), um dort Mausefallen aufstellen zu können. Nur scheint der Geruch nicht unmittelbar aus den Abseiten zu kommen. Eher durch den Dielenboden bzw. entlang der Fußbodenleiste...wir denken, dass das Tier/die Tiere durch die Abseite reinkommen (oder über Schlitze in dem Ziegel wo die Entlüftung der Gasheizung aus dem Dach kommt) und sie sich dann in der Zwischendecke zwischen Unter- und Obergeschoss aufhalten. Direkt unter unserem Schlafzimmer, im Untergeschoss, tritt der Geruch auch hin und wieder auf. Dort befindet sich auch die Haustechnik mit der Gastherme.

Wir sind schon seit ein paar Wochen dabei genau drauf zu achten, wo die Tiere von draussen reinkommen könnten. Haben auch mal Mehl auf den unteren Bereich des Daches gestreut, um eventuelle Tierspuren ausfindig machen zu können. Aber leider ohne Erfolg. Was dann vielleicht doch wieder für die Fledermäuse sprechen würde. Der Sanitätsfachmann meinte, dass Fledermäuse in die winzigsten Löcher kriechen, da hätten wir eigentlich keine Chance, dass sie NICHT den Weg ins Haus finden würden. Einen alten Stallteil gibts im Haus selber nicht (Eine große Scheune steht direkt neben dem Wohnhaus...da habe ich den Geruch unlängst auch wahrgenommen aber da störe ich mich nicht dran).



...



Hallo Pia,

... wirklich Uringeruch, oder einfach nur schwer zu beschrieben?

Falls der Geruch wirklich von einem lebendingen Tier stammen sollte, würde ich auch vermuten das man dieses irgendwie hört. Können Sie denn die Herkunft des Geruchs räumlich weiter eingrenzen?


Eine Möglichkeit wäre m.E. auch das der Geruch älteren Ursprungs ist (z.B. Geruch der Hinterlassenschaften von Tier oder Mensch auf Holzbalkendecke / Schüttung / Einschübe / Dielen ). Meines Wissens nach läßt sich solch ein Geruch bei genügender Konzentration durch Auffeuchtung wieder "reaktivieren". Im trockenen Zustand wäre nur ein sehr schwacher oder gar kein Geruch wahrnehmbar. Auch gibt es Holzarten die bei Bearbeitung oder im nassen Zustand einen strengeren Eigengeruch (Mäuseurin z.B. Tanne) aufweisen. Dieser sollte aber relativ schnell wieder verfliegen. Weiterhin Kalkputze. ... Auch dieser kann im wirklich feuchten (eher nassen ) Zustand einen urinartigen Geruch absondern.

Ohne die genaue Quelle des Geruchs zu lokalisieren, werden Sie daher wohl nur auf zeitliche Besserung hoffen können. Von Duftmittelschen aus dem Drogeriemarkt als Gegenmaßnahme würde ich persönlich die Finger lassen, da hier krebserregende Stoffe vermutet werden. Ein Stück wohlriechende Seife aus dem Reformhaus tut's ggf. auch ( alter Hausverkäufertrick ... ;) ).

Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Glück bei der Klärung der Ursachen.

Gruß aus Berlin,



urinartiger Geruch



Hallo Stephan,
das ist ja gerade das Ding...es ist kein reiner Uringeruch...ich finde es hat so was "analdrüsiges"...daher heisst es bei uns eigentlich jedesmal nur noch "das Stinktier ist wieder da". Es hat also mehr was Stinktierartiges...wobei uns eben erzählt wurde, dass Fledermäuse, bzw. deren Ausscheidungen, auch bestialisch stinken können.

Dass wir nix hören, ist ja gerade das komische. Allerdings ist eben auch viel rundherum gedämmt. Und nein, eine wohlriechend Seife wird gegen diesen krassen Geruch überhaupt nicht ankommen. Wie gesagt, wir mussten jetzt aus dem Zimmer ausziehen und hätten es wahrscheinlich schon vor 3 Monaten tun sollen, denn der Geruch ist absolut schlafstörend. Unzählige Male bin ich in den letzten Monaten nachts aufgestanden um das Fenster zu öffnen, weil es so krass gestunken hat und ich teils richtige Kopfschmerzen davon bekommen hatte.



Nachfrage



Du schreibst: "Im Schlafzimmer haben wir schon in die Abseiten zwei Klappen eingebaut (die sind nicht komplett mit Mineralwolle "ausgestopft")...."
Ist dies vor der Dampfbremse oder ist dort die Dampfbremse durch die Klappen zerstört ??



Ich finde...



...den Ansatz von Stefan interessant:

"läßt sich solch ein Geruch bei genügender Konzentration durch Auffeuchtung wieder "reaktivieren". "

Könnte es sein, daß Euere Dämmaktivitäten irgendwo in's Leere gelaufen sind, und das Dämmaterial partiell durch Kondensateintrag "absäuft"?

Weiter: Was habt Ihr im Fußbodenbereich saniert? Ist die alte Schüttung noch drin?

Grüße

Thomas



Fledermäuse



Hallo,

also ich kann mir nicht vorstellen dass Fledermäuse in gedämmte Zwischenddecken kriechen. Die größeren Arten (z.B. Mausohr) bevorzugen freien Hänge-Raum (Spitzböden) und können dort tatsächlich große Kolonien von mehreren hundert Tieren bilden, dann sind aber auch die Spuren (Kot, Insektenüberbleibsel, tote Jungtiere, Geruch aber nur mässig) unübersehbar. Die kleineren Arten (Zwergfledermaus &Co) passen tatsächlich in jede Spalte, dringen aber selten tief ins Gebäude ein (eher Rolladenkästen, hinter Abdeckbrettern etc..) und bilden keine großen Kolonien die eine derartige Geruchsbelästigung produzieren könnten.
Für eine Geruchsbelästigung müssten also schon viele Tiere da sein, dann müsste derzeit aber auch der abendliche Ausflug unübersehbar sein (kurz vor bis in die Dämmerung), von Schwalben einfach anhand des abrupten,zackigen Flugbildes unterscheidbar...
Alternativ gibt es bei vielen Nabu-Ortsgruppen einen sogenannten "Bat-Detektor", der die Ultraschallrufe hörbar macht, damit sind Fledermäuse zweifelsfrei aufzuspüren
(und bestimmbar).

Im Falle eines echten Feldermausquartiers bleibt nur sich bezüglich Lösungsmöglichkeiten/Umsiedlung mit der Naturschutzbehörde zusammenzusetzen, nächstmöglicher Zeitpunkt für bauliche Aktivitäten wäre dann zum Herbst wenn die Jungaufuzcht beendet und die Sommerquartiere wieder verlassen werden...

Mit freundlichen Grüßen,

Djamila



Moin,



habt ihr das Entlüftungsrohr der Abwasserleitung überprüft?



Mäuse???



Wir hatten im Gästezimmer einen mit Mineralwolle ausgestopften Kasten, in dem der Boiler stand. Nach einer Weile stank es im Gästezimmer grausam nach Urin, obwohl alles blitzsauber war. Des Rätsels Lösung: Aus dem Stall kletterten Mäuse an der Wasserleitung empor und wärmten sich den Hintern am Warmwasserboiler. Abhilfe: Sämtliche Mineralwolle rausschmeißen, alle Löcher mit Bauschaum ausspritzen und neue Mineralwolle rein... Viel Erfolg!



Leider



haben wir kein Foto oder einen Einblick in die "abseitigen" Details. Es ist gut möglich, das sich unbekannte und ungeeignete Materialien im Wand oder Fussbodenaufbau versteckt halten, die durch Auffeuchtung zum Biotop wurden und nun müffeln. Wie sieht denn der Wandaufbau nach Ihrer Sanierung aus?



Hi,



Zur Dampfsperre: Sie ist nicht kaputt. Die Folie läuft auch dort wo die Abseiten sind parallel zum Dach weiter, d.h. zwischen den senkrechten Gipskartonplatten und der Dampfsperre ist ein Hohlraum, in den man wegen der Klappen nun reinschauen kann. Die eigentliche Dämmung ist dann wie üblich zwischen Dampfsperre und Unterspannbahn, aber auch der Hohlraum in den Abseiten ist mit Mineralwolle ausgekleidet.

Zum Fußboden: Es gibt keine alte Schüttung, wir haben eine (alte) Lehmdecke zwischen Erd- und Dachgeschoß. Nach unten hin ist die Decke mit Gipskarton abgehangen, oben drauf sind jetzt Lagerhölzer und dann Dielen.

Mäuse halte ich für unwarscheinlich. Die kennen wir, wir hatten im letzten Herbst Besuch. Wir haben gehört wie sie auf den Gipskartonplatten der abgehängten Decke im Erdgeschoß rumgelaufen sind, und auch im Dachgeschoß hat es hier und da mal geraschelt. Mit Mäusefallen auf dem Spitzboden haben wir das in den Griff bekommen, die letzte Maus haben wir im Februar gefangen, seitdem ist Ruhe. In die Mausefallen die wir in die Abseiten reingestellt haben ist auch nichts reingegangen.

Das mit der Reaktivierung alter Gerüche klingt interessant, aber damit das passiert muß es ja feucht oder naß sein, oder? Mir ist bisher noch nicht aufgefallen, daß wir irgendwo Feuchtigkeit haben wo sie nicht hingehört.

Der Zugang kann eigentlich nur über das Dach gehen, irgendwo eine Lücke zwischen den Ziegeln oder an der Dachrinne. Die Außenmauer ist einen halben Meter dick und aus Feldsteinen, da nagt sich keiner durch. Vor der Feldsteinmauer ist Außendämmung, hinterlüftet. Ich vermute die Mäuse im Herbst sind hinter der Dämmung hoch und haben sich dann eine Lücke im Dach gesucht (oder reingenagt). Es gibt auch einen Baum der über das Dach ragt und damit einen möglichen Zugang zum Dach bietet. Die Garage steht relativ dicht am Haus (knapp zwei Meter), ein Sprung von dort aus aufs Hausdach ist zumindest für größere Tiere (Marder?) auch denkbar. Oder eben fliegen. Fledermäuse gibt es hier in der Gegend.



Moin Pia und Gerd,



schwierig so aus der Ferne, ohne das man selber mal die Nase reinstecken kann....aber vielleicht können wir ja noch weiter beim "Einkriesen" helfen:

Wenn die Lehmdecke vor eurem Ausbau offen war, könnte sie schon mit allem Möglichen "getränkt" gewesen sein, oder? Ist halt beim dauerdurchlüfteten, trockenen Dachboden nie aufgefallen.

Wenn ihr rundrum dampfdicht gedämmt habt, kann die Luftfeuchtigkeit nur durch die Dielen an dieser Lehmdecke kondensieren und bei dem schwülen Sommer reicht das ja vielleicht, um alte Düfte zu reaktivieren.

Da die Decke von unten ebenfalls dampfdicht ausgeführt ist, kann sich da doch über die Zeit einiges ansammeln, so meine Vermutung und das kann ja nur durch die Dielenritzen wieder raus.

Also an besten mal die letzte Diele hochnehmen und reinschnuppern.

Falls es das ist, würde ich gefühlsmässig satt mit Kalk abstreuen, hab es selbst aber noch nicht gemacht.

Ob man für die Zukunft dann am Deckenaufbau nochwas ändern sollte, dazu müssten sich die Spezis hier nochmal äussern.

Grüsse, Boris



Übler Tiergeruch im Haus



Hallo in die Runde,
erst mal vielen Dank für die vielen Antworten, die Ihr hier gepostet habt.

Also, wir glauben eigentlich nicht, dass es etwas mit der alten Lehmdecke zu tun hat, denn dann wäre der Gestank in den letzten drei Jahren schon kontinuierlicher aufgetreten. Es hat sich seit diesem Frühjahr so sehr verstärkt, dass wir diese Möglichkeit nicht für sehr wahrscheinlich halten. Der Gestank tritt meistens im Bereich der neugebauten Dachgaube auf...seit einer guten Woche nun auch im Untergeschoss (jetzt im Moment zum ersten Mal superstark in der Diele, die direkt unter der Gaube liegt)...Gestern habe ich den Geruch auch schon draussen, direkt an der Eingangstür gerochen. Aber wie eh und je...keine Geräusche...nur dieser übelriechende Gestank.



Gaube?



Hallo Pia,

... so wie Sie das schreiben ließe sich durchaus vermuten, daß der Geruch dann evl. irgendwie mit der Gaube zu tun haben könnte.

Um dieses ausschließen zu können, wäre nun die Frage zu klären: ... Gibt es irgendeinen konsturktiven Zusammenhang zwischen Gaube (Schlafzimmer ??) und darunter liegender Diele? ... Könnte es z.B. sein, daß hier über die Dauchanschlüsse der Gaube Feuchtigkeit bis in die Zwischendecke gelangen kann und dort für feuchten Lehm sorgt? Es ist ja nicht gesagt, daß die Möglichkeit eines Wassereintritts schon seit Geburt der Gaube besteht. Durch das Quellen/Schwinden von Holzbauteilen, Korrosion oder einfach nur Kontaktverlust von oftmals ebenso verwendenten Dichtungsmassen und Dichtungsbändern, kann sich ein evl. Feuchteproblem auch erst in den letzten Monaten ergeben haben.


Gruß aus Berlin,