Einsparung durch Wärmedämmung




Hallo

Ich lese hier sehr viel über Wärmedämmung eines Fachwerkhauses.Und möchte mal fragen ob jemand wirklich große Einsparung beim Energieverbrauch nach einer Dämmung festgestellt hat.Gegenüber dem vorher.Die Kosten für die Dämmmaßnahmen sollten sich ja irgendwann rechnen.Und so ein Beitrag habe ich noch nicht gefunden.

MfG Nicky



Einsparung durch Wärmedämmung



Hallo,

aus verschiedenen Gründen geht es nicht nur ums Geld:

Das übliche (wenn es so etwas gibt) Fachwerkhaus in der bescheidenen Form eines Kötterhauses hat einschalige Aussenwände, die wenn sie gemauert sein sollten, 12 cm dick + Putze sind. Solche Wände schützen unzureichend gegen Schlagregen, Wind und Kälte. Solche in Haus muß erst einmal ertüchtigt werden.
Das sparsamste, was ich bisher gesehen habe, war ein gepflegtes Barockhaus mit 7 cm dünnen Wänden !

In solchen Beispielen ist die geldliche Ersparnis nicht vorrangiges Ziel, weil wir diese Häuser erst einmal fertig bauen müssen, um sie überhaupt nutzen zu können.

Grüße vom Niederrhein



Nutzschwellenberechnung Dämmung



Hallo Nicky,
das ist alles etwas komplexer und komplizierter, als das man es in 3 Sätzen erläutern kann.
Wenn Sie es einfach haben wollen, dann holen Sie sich einen windigen Verkäufer von Plastevorhangfassaden, Wintergärten oder Solarzellen ins Haus. Die rechnen Ihnen innerhalb 5 Minuten großartige Einsparungen ohne einen Cent Eigenkapital aus.
Grundsätzlich ist es so, das sich Wärmedämmung bzw. Energieeffizienz nur rechnet, wenn ohnehin Bauteile erneuert werden müssen oder größere Umbauten, Erweiterungen usw. anstehen.
Energieeinsparung,darum geht es, ergibt sich dann quasi als angenehmer Nebeneffekt, wenn ich die Maßnahmen klug plane und aufeinander abstimme.
Nehmen wir als Beispiel die Fassadendämmung:
Großartige Einsparungen kann ich damit nicht erzielen. Bei einem ungedämmten Haus betragen die Wärmeverluste durch die Fassade etwa 20- 30% der Gesamtverluste.
Und eine 100% ige Dämmung ist technischer Unsinn.
Wenn ich die Verluste durch Fassadendämmung halbiere, bin ich erst einmal bei ca. 10-15% Einsparung, das sind bei sagen wir 2.000,- € Heizkosten pro Jahr nur 200-300,- €.
Wenn ich aber die Fassade ohnehin erneuern muß, dann rechnet sich das anders, die Mehrausgaben für eine bessere Wärmedämmung sind dann relativ niedrig im Vergleich zu einer einfachen Instandsetzung.
Bei einem Fachwerkhaus ist das ohnehin relativ zu sehen, das hängt u.a. vom Hüllflächenfaktor, der Bebauungsart (freistehend, zweiseitig eingebaut...)der Witterungsexposition (Fassade verkleidet oder nicht)usw. ab.
Dann ist noch etwas entscheidend bei der Kostenrelation:
Viel hilft nicht viel.
Die Dämmwirkung steigt nicht linear mit der Dämmdicke z.B. bei einer Thermohaut.
Bei einer Innendämmung kann ein Zuviel nicht nur teuer, sondern auch gefährlich für das Fachwerk sein.
Falls Sie mehr Informationen zum Thema möchten, schauen Sie auf meine Homepage unter Informationen- kostenlose Downloads- Wärmedämmung.

Viele Grüße



Sparen



Ich selbst besitze ein Fachwerkhaus das ca.100 Jahre alt ist.Ich habe die Heizung und die Fenster erneuert.Und habe nach 3 Jahren eine bestimmten Verbrauch an Heizöl.Und ich wollte mal wissen ob jemand hier,eine merklich Einsparung hat.Nicht irgendwelche Prozente.Klar geht es nicht nur ums Geld.Aber wenn ich meine Haus dämme will ich vorher wissen ob es sich lohnt.Und nirgends findet man eine Antwort darauf.Jeder Hersteller sagt sie sparen.Aber es muß doch auch Besitzer geben von Häusern die drine gewohnt haben und nach einer Dämmmaßnahme drin wohnen und so einen Vergleich zu vorher haben.

MfG nicky



Wärmedämmung



Solche Zahlen nützen Ihnen überhaupt nichts, Nicki.
Jedes Haus ist anders, so wie die Nutzungsgewohnheiten der Bewohner, die Kosten für die Baumaßnahmen und die subjektive Wertung der Bewohner.
Ich kenne nur eine einigermaßen vergleichbare Feldstudie, die vor 15 Jahren in Bochum Werne in einer neugebauten Reihenhaussiedlung durchgeführt wurde.
Selbst hier sind die erzielten Ergebnisse nicht so einfach zu verallgemeinern.
Näheres dazu steht im Wienerberger Baukalender von 2000.

Viele Grüße



Viel Energie gespart



durch die Dämmung, neue Heizung und Solar.

Der Energieverbrauch von damals wurde auf ca. 280 kWh/m² und Jahr berechnet. Jetzt nur noch 62 kWh/m²a.

Bitte hier mal nachschauen: Energieverbrauch

Die Kosten sind schwer anzugeben da die Innendämmung von mir selbst ausgeführt wurde. Geheizt wurde damals mit Holzöfen und nun Gasbrennwerttherme mit Solar.

Gruß T. Bucher



Wärmedämmung



Hallo


Ich bin der Meinung, daß der Einsparungseffekt eines Vollwärmeschutzes oer einer Wärmedämmung gerne schön gerechnet wird.
Gerade Hersteller dieser Systeme rechnen mit Zahlen, die am Ende nicht mehr stimmen.


Gerade was Vollwärmeschutz angeht, sollte man die Investitionskosten mal mit den Einsparungen gegenrechnen:


Wenn ich 20.000Euro an die Wand Pappe und damit 200Euro im Jahr Heizkosten spare, muß ich 100 Jahre heizen, um diese Investition rauszubekommen, Selbst wenn sich die Heizkosten verdoppeln, ist die Amortisation im Nirwana...

Fachwerk selbst zu dämmen ist eh Unfug, wozu hab ich dann ein Fachwerk, wenn ich es zuklebe.



Wärmeschutz, speziell Vollwärmeschutz lohnt sich nur für 3 Gruppen:
Vermieter (hier bezahlt der Mieter mit 11% Umlage im Jahr)
Verkäufer von Dämmung
Bauunternehmen



Richtig ist, daß es Häuser gibt, die sowas brauchen: ich kenne in Thüringen Häuser mit 12er Ziegelwände zB.

Aber richtige Häuser mit mind. 36 Ziegelwände, da ist es meines Erachtens rausgeschmissenes Geld.

Und über Bauschäden durch falsche Dämmmaßnahmen am Fachwerk können wir tagelang reden...



MfG Andreas

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Heizkosten



Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass unser 140 m² Fachwerkhäuschen ca. 4000 Liter Heizöl pro Jahr im ungedämmten Zustand verbrauchen würde. Das ist ein realistischer Wert bei sehr alten Häusern. Nun verbraucht unser Haus nur noch ca. 900 Qubikmeter Gas.
Somit stehen dem 4000 l a 0,58 € / L = 2320 € ca. 9000 kWh a 0,065 €/kWh = 585 € pro Jahr gegenüber. Das sind 1735 € Kostenersparnis im Jahr. Somit rechnet sich eine 20.000 € Dämmung nach 11,5 Jahren.

Gruß T. Bucher



Ohne Wärmedämmung



Ich finde die angenommennen Berechnungen immer Spitze.
Ich verbrauche in meinem ungedämmten Fachwerkhaus (160 m2) 1600 l Öl im Jahr.



Raumwärme



Sind da auch alle Räume gleich warm?
Ich habe eine immer frierende Ehefrau die es in allen Räumen mindesten 20 bis 22 Grad warm braucht :-).

Nun unter diesen Bedingungen würde unser Verbrauch sooo hoch sein.

Gruß T. Bucher



Fenster im alten Fachwerk erneuert?



"Ich selbst besitze ein Fachwerkhaus das ca.100 Jahre alt ist.Ich habe die Heizung und die Fenster erneuert."

Hallo Nicky,

wenn das normale Isolierglasfenster, bzw. sogar Kunststoff-Fenster sind, dann werden die alten Fachwerkaußenwände noch mehr darunter leiden. Dann besteht Handlungsbedarf - unabhängig von Heizkostenersparnissen.

Wäre gut, wenn Du da noch ein wenig mehr Details nennst oder mal ein Foto reinstellst.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Zustand



Es sind Kunstofffenster.Und zwar aus dem Grund das ich keine Holzfenster Streichen will.Es waren Holzfenster mit Doppelverglasung eingebaut.Bilder werde ich keine reinstellen.Dafür habe ich meine Gründe.Für eine Ölheizung habe ich mich deshalb entschieden weil sie im moment günstiger in der Anschaffung ist und ich ja hoffe das man bald Pflanzenöl verbrennen kann.Eine Pelletsheizung hätte mich doppelt so viel gekostet.



Fachwerkhaus und Sanierung...



"... wenn ich meine Haus dämme will ich vorher wissen ob es sich lohnt"

Schade, dass diese Einstellung bei den Kunststoff-Fenstern nicht vorhanden war. Dadurch besteht nun Handlungszwang. Unhabhängig von den Heizkostenersparnissen muss nun die Wand verbessert werden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Bitte bedenkt, das Dämmung nicht nur die Heizkosten senkt, sondern auch den Wohnkomfort verbessert. Wenn die Wände kalt bleiben oder gar schimmeln, kann man noch so sehr heizen, wohl wird es einem in einem derartigen Haus nicht.



Noch



als Erfahrungswert dazu - vor der Dämmung mußte ich mit Kohle und Steinkohle bei solchen Temperaturen wie -15°C heizen, und das den ganzen Tag lang. Nach der Dämmung heize ich 2x am Tag mit etwa 40 L Holz.
Heizung: Kachelofenluftheizung, 3 Räume nicht geheizt, jetzt 210 m2 Wohnfläche, früher nur 140 m2. Die Kosten kann ich nur deshalb nur schätzen. Früher waren die Außenwände gefrohren, jetzt nur ein Unterschied von 3° zwischen Innen und Außenwand am an der Wand hängenden Thermometer. Die Zimmer sind in der Nutzung fast doppelt so groß geworden bzw erst nutzbar geworden und sämtliche Schimmelecken durch Kondenswasser im Winter sind verschwunden. Ich bin hochzufrieden !!!



Wohnlichkeit



Ich finde eine wichtigen Punkt auch die Behaglichkeit, die für mich VOR der Wirtschaftlichkeit steht. Wer schon einmal in einem FW-Haus mit 14 Grad kalten Außenwänden gewohnt hat, der wird die spürbare Wärmeverbesserung der Wände sehr zu schätzen wissen.
Allein das ist einen gewissen Anteil der Kosten mehr als wert.

Wie hat in einem anderen Forum jemand so schön gesagt: „Fenster rechnen sich auch nicht, aber trotzdem haben alle unsere Häuser welche.“.


Grüße
Stefan



Wärmedämmung



@Olaf


DAS mußt Du mir jetzt mal erklären:

"jetzt 210 m2 Wohnfläche, früher nur 140 m2. Die Kosten kann ich nur deshalb nur schätzen. Früher waren die Außenwände gefrohren, jetzt nur ein Unterschied von 3° zwischen Innen und Außenwand am an der Wand hängenden Thermometer. Die Zimmer sind in der Nutzung fast doppelt so groß geworden bzw erst nutzbar geworden."

Den Trick mit der Verdopplung der Nutzgröße eines Zimmers mußt Du mir verraten, vielleict kann ich meine Zimmer dann so vergrößern, daß 5 Personen im 80m² Haus ordentlich wohnen können, ohne das Dachgeschoss ausbauen zu können...

*sfg* Andreas



Moin Nicky,



ich stelle mir dieselbe Frage wie du und schreib' gerade monatlich den Verbrauch auf (noch ungedämmt), um nächsten Winter mal zu sehen, wann sich der ganze Spass rechnet.

Ich tippe eher auf 20 Jahre, bereue aber nix, denn unsere 12cm Wändchen sind kein Zustand - an der Aussenwandseite vom Frühstückstisch mach ich ab -5' nicht mehr sitzen.

Aus meiner bisherigen Erfahrung kann ich sagen, dass die Dämmung der obersten Geschossdecke erstmal den besten Kosten-/Nutzeneffekt bringt - kann man nämlich sehr einfach selber machen.


Gruss, Boris



Dämmung



Hallo

Das ist auch mein nächster Schritt.Den Dachboden dämmen.Ich kann aber nicht sagen das ich an irgendeiner Wand friere.Egal wie kalt es ist.Das es eine Verbesserung des Wohnklimas gibt glaube ich.Wenn die Wände sich nicht so schnell auskühlen.Ich muß mal Messen wie dick eigentlich meine Wände genau sind.

MfG Nicky





Man kanns ja der Natur abgucken. Dämmung hat sich bewährt, ob Speckschicht bei der Robbe, Moos- und Heupolster im Murmeltierbau oder Pelz beim Polarfuchs, oder, wenn man so will, Borke beim Mammutbaum (die aber vor Brandschäden, nicht vor Kälte schützen soll). Aussen windbrechende und waserabweisende Schicht (lange Haare beim Hundefell, Deckfedern beim Vogel), darunter Dämmung (Unterwolle bzw. Daunen). Und bei all diesen Beispielen ist die diffusionsdichte Schicht innen.
Bei Häusern folglich auch: Statik, Dämmung, Aussenhaut.
Ausserdem spart eine wohlgedämmte Hütte einen Haufen Arbeit. Also auch dann Dämmen, wenn das Brennholz umsonst ist.



Eine echte Marktlücke,



Wärmedämmung mit Robbenspeck ;-))).
Aber mal grundsätzlich, sicherlich bringen Wärmedämmungen eine Heizkostenreduzierung, aber wieviel, das hängt auch von der Ausführung ab. Wichtig ist, das ein Gesamtkonzept für das Gebäude erstellt wird und alle Bereiche möglichst gleichmässig berücksichtigt werden, um Wärmebrücken und damit Kondensationspunkte zu vermeiden. Eine moderate gleichmässige Verbesserung bringt wesentlich mehr, als ein dämmtechnischer Overkill einzelner Bauteile.
MfG
dasMaurer



@ Andreas



ich hatte in später Stunde nicht alles geschrieben, sorry!
Ohne die Heizleistung zu erhöhen, habe ich das ganze Dachgeschoß noch ausgebaut - + 70 m2 !