falsche Dachdämmung

12.07.2009



Hallo,
bin verzweifelt. Besitze ein Mietshaus ( 3 Parteien). Das Dach wurde vor 2 Jahren völlig neu eingedeckt und gedämmt.
Den Dachdecker hat mir ein Kollege empfohlen, habe mich
völlig auf ihn verlassen, ohne irgendwas zu kontrollieren.
So:
im Winter gab es großen Schimmelbelag im Dachgeschoß über
dem Fenster zum Balkon (Sturz) (Giebelseite). Die Decke war ebenfalls befallen. Im darunterliegenden Geschoss gab es
Nässe zur Seitenwand hin.
Ich habe einen Sachverständigen zu Rate gezogen. Er sagte,
das Dach sei völlig fehlerhaft isoliert ( Dämmung mit Steinwolle innen, zwischen den Sparren mit Dampfsperre innen). In der Dachspitze kam von unten eine Folie hoch und
eine völlig anders aussehende von oben ( sieht aus wie das der blauen Mülltüten), die nicht miteinander verbunden waren. Die Dämmung war nass. Die Giebelwände sind nicht isoliert worden (müsste doch, oder?), der Dachboden auch nicht. Die Farbe der Holzverkleidung unter dem Dachüberhang(aussen) blättert ab, an einer Seite ist ein grosser Fleck,der nach beginnender Holzfäule aussieht.
Der Sachverständige war nicht korrekt und wollte einen riesigen Reibach machen und riesigen Rechtsstreit verursachen.Der Rechtsanwalt riet mir daher dazu, dass ein neuer Dachdecker sich mit dem alten Dachdecker trifft und auf "Augenhöhe" eine schnellere und kostengünstigere Abhilfe schafft. Der "alte" Dachdecker sucht sich nun seinerzeit einen Sachverständigen (jemand, der immer für ihn arbeitet). Jeder hat jetzt eine andere Meinung.
Das macht mich völlig fertig.Der neue sagt, die Traufe ist
falsch, der alte sagt, sie ist richtig. Wie sieht eine ordentliche Traufe aus? Kann ich das als Laie sehen?
Wie kann ich sicherstellen, dass nächsten Winter nicht wieder alles nass ist? Und der Dachdecker vielleicht pleite.
Hat jemand einen Rat ? Ich wäre unendlich dankbar.
Ich (als Laie) habe die Idee, den Dachboden zusätzlich mit
Naturmaterialen (Zellulose-Flocken und darüber Hartfaserplatten) versehen zu lassen. Wäre das o.k.? Was ist
mit der Giebelwand?

Vielen Dank !



Nicht korrekt?



Wie meinen Sie das? Der will den Dachdecker ja nicht umbringen, sondern nur zurechtweisen. Aber Recht hat Ihr Sachverständiger.
Was ich mit dem Dachdecker machen würde erzähle ich lieber nicht, hab das alles schon hinter mir. Auf gleicher Augenhöhe treffen können Sie vergessen, das funktioniert nicht. Das meinte mein erster RA auch die P....e.

MFG HP



Ein paar



Bilder von den Mülltüten würde ich mal gerne sehen.
Am besten von allem Bilder.
Als Laie ist das schwer zu beurteilen.
Und immer einen freien und unabhängigen Gutachter nehmen.
Die Dämmung ist wohl nicht falsch,sondern die Ausführung denke ich mal.



Falsche Dachdämmung



Laut Ihrer Beschreibung sieht das eher nach sehr schlampiger Verarbeitung aus, da sollten Sie sich nicht wundern, wenn da Ihr Gutachter so reagiert.
Stellen Sie einfach ein paar Bilder ein. dass man evtl. etwas mehr sagen kann.

Grüsse Thomas



Mülltüten...



es gibt verschiedene Hersteller von Dampfsperren/bremsen, daher gibt es auch verschiedene Farben. Die "Mülltüte" kann daher auch eine Dampfsperrfolie (in blauer Farbe) sein, nur sollten die immer ale miteinander verklebt sein, auch bei dem Klebeband gibt es gewaltige unterschiede.
Im zweifelsfall könnten Sie (im beisein des Dachdeckers) mal eine Proeöffnung machen lassen um zu sehen ob die Folien verklebt sind, oder sonstiges.
Um etwas über die Traufe zu sagen müßten Bilder eingestellt werden.



falsche Dachdämmung II.Teil



Erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten.
Heute war ein Treffen mit Dachdecker und seinem Sach-
verständigen und meinem Sachverständigen.
Die Mineralwolle ist jetzt durchgetrocknet. Beim Aufdecken
der unteren Dachpfannen hat sich herausgestellt, dass der untere Abschluss ans Mauerwerk nicht dicht war, auch ist das Mauerwerk schadhaft. Der Dachdecker will jetzt die Mauerkante oben erneuern und die Folie oben so anbringen,
dass angeblich kein Wasser mehr reinkommt (muß ich alles zahlen).
Was die Dampfbremse angeht: es geht eine Folie (gelb) von unten nach oben (Dachschräge Dachgeschoss)über die Sparren
gelegt (von der Sicht aus der Dachspitze). Die andere Folie (blau) wurde von oben nach unten geklebt. Die beiden Folien treffen sich am Dachboden, sind aber nicht verbunden. Das will der Dachdecker jetzt nachholen.Wie auch immer- wie soll das gehen ???? Die Giebelwände sollen noch gedämmt werden.
Der Dachüberstand ist an einer Seite durchgefault. Jetzt hat sich herausgestellt, dass auch der Maler Mist gebaut hat (hat hier Fassadenfarbe auf Holz gestrichen ).
Als die Dachdecker raus waren, hat der Maler (neu)mit seinem Feuchtemeßgerät festgestellt, dass die Decke der Gauben eine Feuchte von 0,96 haben! Er war auch auf dem Dach.Es hat sich herausgestellt, dass der Dachboden mit Steinwolle gedämmt ist und darüber wurde eine eklig aussehende braune Schaummasse gesprüht (hat man damals so gemacht).
Bilder anbei. Wie seht Ihr die Sachlage ? Komme ich ohne Klage noch zu einem vernünftigen Dach?
Danke schon mal für Kommentare



Dachdämmung Bilder



hier die Bilder



Hey



Carina.Das Du die nachträglichen Anschlüsse zahlen sollst ist doch ein Witz.Die sind Bestandteil der Ausführung bei Sanierungen.
Bei dem Traufbild sieht man das die Sanierungsdampfbremse nur einfach in die Sparrenfelder gestopft wurden.
Wolle rein fertig und weg.Und was ist das für eine Unterspannbahn?
Ich sehe auch kein Delta Than Anschluss auf der Traufe.
Ich wette meinen Jahresumsatz das alle Anschlüsse also Ortgang,Kamin wenn Du einen hast und andere Details auch nicht ordentlich Ausgeführt sind.
Wende Dich umgehend über die Handwerkskammer an den Dipl.-Ing.Walter Holzapfel.Wenn dieser Name fällt wird der Kollege leicht blass.
Der kostet zwar Geld aber es ist günstiger als teure Bauschäden durch Pfusch.
Hierzu passt mein Fachwerk.de Motto ganz gut.



Gewagte Aussage



wo bleibt Ihre Sachlichkeit herr Skupke?





@Skubke

von diesem einen Foto kann und sollte man nicht so gewagte schlüsse ziehen.
Davon abgesehen ist Holzapfel auch nur ein normaler Sachverständiger/Gutachter, hat zwei Bücher mit Baumängel rausgebracht und das war´s auch schon, ist also kein Buh-mann.
Außerdem finde ich Firmen unwürdig die sich nen spass draus machen andere Handwerker mieß zu machen.



@Schilgen



war ja klar.Mit p nicht b.Das die Anschlüsse jetzt neu gemacht werden sagt doch alles oder?Waren da denn welche?Und warum soll die Kundin das Nacharbeiten bezahlen?Komisch.
Man kann es ja auch schön reden.
Du mußte ja auch nicht in diesem Zustand wohnen.
Die Frau wird hier ganz schön hin gehalten.
BSV was ist das Ballsportverein?Gewagt wieso sind Namen gefallen?





@skupke
...dann eben mit "p".
das der Dachdecker hier gemurkst bzw. gefuscht hat, steht außer frage. Jedoch sollte man jegliche Kommentare ein wenig sachlich angehen und nicht abwertend.
Das die Kunden die Nacharbeiten und anschlüsse extra bezahlen sollen finde ich auch etwas kurios, denke mal der DD hatte diese Positionen nicht sep. im Angebot aufgelistet und beruht sich nun auf dieses. Außerdem weißt du ja garnicht ob dein Fachwerk motto hier passend ist, vielleicht hat die ganze sache ja richtig viel Kohle gekostet. Oder vielleicht wurde er mit seinem Preis bis zum tiefpunkt gedrückt und hat deswegen gefuscht, wer weiß...
Denke trotzdem mal das der DD jetzt genug mit dem Sachverst. an der Backe hat und seine Arbeiten nun zur vollsten Zufriedenheit fertigstellt.





@carina
du schreibst das das Mauerwerk schadhaft sei, aber sowas ist ja nicht aufgabe des Dachdeckers, er hätte zur sicherheit Bedenken anmelden sollen, da er aus diesem Grund seine Arbeiten nicht fertigstellen könnte. Ferner bleibt noch die frage der Giebeldämmung, die wird doch eigentlich vom Trockenbauer gedämmt und nicht vom Dachdecker, der DD ist nunmal nur für´s Dach zuständig, weder für Maurerarbeiten noch für eigentliche Trockenbauarbeiten. Ich will den DD nicht in Schutz nehmen, aber dennoch sollte man Aufgabenbereiche der verschiedenen Gewerke trennen.



Es



sind solche Betriebe die erst die Preise kaputt machen und dann schlechte Arbeit ausführen.Hauptsache Arbeit.
Dann kommt man kalkuliert und rechnet ein Wochenende und der Kunde bekommen dicke Backen beim Preis.
Diese Arbeiten sind Zeitintensiv und Zeit ist Geld.
Das ist für mich kein Grund solche Arbeiten abzugeben.
Bezahlen würde ich das Nacharbeiten nicht ,oder nur Teilweise denn die Anschlüsse sind ein Bestandteil der Sanierung.Ohne die Anschlüsse fachgerecht Auszubilden ist die Arbeit nicht fertig gestellt.Also unvollständig.
Sorry aber mit solchen Betrieben kann ich kein Mitleid haben die Schaden den gesamten Ruf unserer Zunft.



Solchen Betriebe



gibt eben immer wieder, das durfte ich am eigenen Leib erfahren, da frägt man sich schon ob das sein muss, schliesslich sind das ja Meisterbetriebe. Es ist zumindest beruhigend, dass nicht alle Handwerker so sind, ich hatte eben Pech mit der Auswahl.

HP



das übliche problem



Preisdumping ist das übliche Problem, welches die Kunden selber zu verantworten haben, solange die "Geiz ist Geil" mentalität noch in den Köpfen rumspukt, wird es in solche sachen auch immer wieder Fusch und Murks geben.
Gute Qualitätsarbeit hat eben seinen preis, da geht kein weg dran vorbei. Ich habe schon so oft Angebote abgegeben die wirklich günstig waren. Häufige Sprüche, die ich dann vom Kunden gehört habe sind:
"Danke für´s Angebot, aber ich warte mal ab, es gibt bestimmt Betriebe die z.Zt. keine Arbeit haben, die sind dann bestimmt günstiger"
Es wurd zwar nicht genauso gesagt, aber der Sinn ist derselbe.
Erst wenn der Kunde im stande ist wieder etwas tiefer in die Tasche zu greifen, erst dann werden solche Murksmeldungen weniger werden.
Amen



Das ist Ihre Sicht.



Immer diese bösen Kunden die den Preis drücken, was ist mit den Firmen, die ein günstiges Angebot abgeben und dann hinterher mit satten Taglohnarbeiten kommen, mit der Aussage das war nicht im Angebot enthalten?
Sie verhandeln doch auch mit Ihren Lieferanten um den Preis oder?

MFG HP





@HP
es ist nunmal so das nur der billigste den Auftrag erhält, also gibt man schon ein sehr günstiges Angebot ab, welches ausgereitzt ist. Beim Kunden angekommen, versucht dieser nochmal den Preis zu drücken, um den Auftrag zum schluss doch noch zu bekommen willigt man ein. Also versucht der Handwerker die differenz beim Material wieder reinzuholen, zur Not wird Minderwertiges Material besorgt oder im schlimmsten Fall Material aus´m Baumarkt.

Um deiner nächsten Frage zuvor zukommen, warum der Handwerker doch noch den Auftrag erhalten möchte?
Nunja, in einem Betrieb sind (fast) immer festangestellte, und die wollen oder müssen auch am Arbeiten bleiben.

Ich habe nur Arbeitskräfte auf abruf und arbeite Hauptsächlich für mich selber, also gehe ich garnicht mehr auf Preisdrückungen ein, ein toller spruch den ich oft in solchen situationen erwähnt habe: "wenn Sie was günstigeres suchen, Praktiker gibt immer 20% Rabatt" Schönen Tag noch.



nein das wäre nicht meine nächste Frage gewesen



eher warum soviel preisunterschied unter den verschieden Anbietern zustande kommt? Bei einer definierten Arbeitsleistung, die alle bekommen haben, bekamen wir Angebote mit einem Preisunterschied von jeweils 5000 Euro unter dem mittlerem Angebot und 5000 Euro über dem mittleren Angebot. Da frägt man sich schon wer hat sich nun verrechnet oder ist das normal?

MfG HP





@HP
solche Preisunterschiede kommen natürlich auch immer auf das Objekt an. Aber im großen und ganzen ist sowas normal. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab:
-die größe des Betriebes
-dem Personal (Ungelernte sind billiger als vorarbeiter usw.)
-der Entfernung von Baustelle/Betrieb
und natürlich daran ob man auf Gewinn kalkuliert oder ob man "nur" am Arbeiten bleiben will.

kleines Beispiel:
ich habe diese Woche ein Angebot über eine Sanierung einer großen Lagerhalle abgegeben (ca.1000mq)
Da gab es Unterschiede bis zu 15.000 €.



Es kommt die Zeit da haben



diese Billigfirmen kein Polster mehr und das Problem erledigt sich von selbst.Abwarten und Tee trinken.



Das ist mir schon klar,



das ist ein ewiger Kampf ums überleben, 15000 Eur bei 1000 m²
ist das der Unterschied vom günstigsten Angebot zum teuersten?
@ Skupke
welche Billigfirmen meinten Sie?

MfG HP





@HP
Billigfirmen sind solche, die Fachkräfte und Angelernte zum untersten Mindestlohn einstellen und entlohnen.Und jeder arbeitet nunmal so, wie er bezahlt wird. Jemand den ich für 10,30 e Einstelle, der arbeitet auch so, er rotzt seine 8 Stunden am Tag ab und nach ihm die Sinflut. Wenn ich aber jemanden Einstelle und ihm den Tariflohn, oder je nach qualifikation sogar mehr bezahle, der arbeitet ganz anders, solche Mitarbeiter legen auch gerne mal ein paar sonderstunden ein, oder gehen Samstags arbeiten, weil Sie eben Verantwortung zeigen für das was Sie machen. Und solche Leute machen auch einen guten Betrieb aus. Also ist letztendlich auch das Angebot teurer als bei Billigfirmen, und natürlich viel weniger Murks :-). Ferner nehmen die Billigfirmen Baustellen an wo der Gewinn gleich null ist, oder noch drunter liegt. Diese Differenz holen die beim nächsten Bau event. wieder rein.Wenn sie Glück haben.

Die 15.000 € Unterschied liegen zwischen meinem Angebot und einem Anderen.( der andere war der teurere)
Ich kann günstig anbieten weil ich nur einen festen Mitarbeiter habe und sonst nur 400 € Jobber, keine Großen Hallen habe, keinen Großen Fuhrpark ect.
Der Skupke wird und muß teurer Anbieten, da er mehr Angestellte hat, einen Mobilen Kran, wahrscheinlich auch ne Halle usw. Und das muß alles bezahlt werden. Dafür wird er auch schneller mit dem Objekt fertig sein als ich.



Naja



ich kann ruhig schlafen und zahle meine Löhne pünktlich.
Aufträge dank KFW.
Aber es geht nicht jedem gut in unserem Handwerk.
Sonst hat er recht.Groß werden geht so schnell aber wieder abspecken,das ist so eine Sache.