Dachdämmung und Sichtfachwerk innen wieder herstellen

03.10.2015 CaBrie



Guten Abend.

Unser Häuschen Baujahr 1900 - Sanierungsstand derzeit bei Entkernung und Planung - wirft einige Fragen auf, die mir trotz wochenlanger Recherchen noch kein befriedigendes Ergebnis gebracht haben.

Fakt ist, wir wollen weitestgehend ökologisch sanieren.

Unser Dachstuhl (Steildach des Ursprungshauses) ist freigelegt und tragfähig, wenn auch ausgebessert werden muss. Dachdeckerseits wir eine 60mm Aufsparrendämmung mit Holzfaser verwendet und neu eingedeckt. Wir haben uns für eine zusätzliche Zwischensparrendämmung aus flexibler Holzfaser entschieden. Da ergeben sich die ersten Fragen:

Die Sparren sind zwischen 12 und 14 cm tief teils innerhalb eines Balkens, sodass sich die Frage stellt, wie dick die verwendete Dämmung sein soll. Außen wird eine Dampfsperre aufgebracht, innerhalb auch, da das Dachgeschoss als Wohnraum dienen soll.

Wenn dieser Schritt vollendet wäre, wurde uns geraten Rigipsplatten anzubringen. An den Gefachen (Giebelseiten und Innenwänden) haben wir uns für Kalkputz entschieden und wollten die Balken sichtbar erhalten. Nun sind diese aber 1. bündig mit dem Mauerwerk (ursprünglich Lehm aber bereits an mehreren Stellen mit Ziegeln laienhaft ausgebessert) und 2. teils wirklich nicht mehr gut erhalten und uneben abgebeilt (Splintholz zerfressen). Ein aktiver Befall wurde aber ausgeschlossen.

Mit der Rigipsplattenlösung mag ich mich nicht so recht abfinden. Ich habe sehr wohl daran gedacht, Kalkfarben zu streichen, aber ökologisch ist das irgendwie nicht. Was wäre dennoch möglich?

Bezüglich des herzustellenden Sichtfachwerks wäre für uns auch eine Verblendung denkbar (aus für uns optisch ansprechenden Gründen.

Was den Boden im Obergeschoss betrifft, wollten wir die Dielung in einem Zimmer belassen, abschleifen und ölen. Flur und weiteres Zimmer war zu beschädigt. Dort soll neue Dielung aufgebracht werden. Leider sind auch hier die Balken sehr uneben und durch Abbeilen von Schadstellen auch in sich nicht gleich hoch. Die alte Schüttung ist derzeit noch drin. Der Gedanke war, flächig Nivoperl aufzubringen um eine ebene Fläche zu erhalten, aber wie wird dann die Dielung verschraubt, wenn über den Balken rund 5 cm Nivoperl verdichtet wird? Oder ist eine andere Herangehensweise sinnvoll?


Viele Fragen und viele Baustellen auf einmal. Aber ich weiß grad nicht mehr, wo ich anfangen und weitermachen soll. Deshalb wende ich mich vertrauensvoll hierher und stelle die Fragen in einem Thema.
Meine Unwissenheit bitte ich zu entschuldigen, ich lese mich neben Baby und Kleinkind jeden Abend mehr in die Materie ein und hatte bis vor 3 Monaten erst Recht keinen blassen Schimmer.

Fragen, Unklarheiten und Details in meinen Ausführungen beseitige ich gern.

Gute Nacht :-)



DG- Ausbau



Zum Dach:
Eine Dampfsperre zwischen die einzelnen Sparren funktionsfähig einzubauen ist nicht machbar und überflüssig. Die 6 cm Aufsparrendämmung sind dafür aber etwas dürftig. Mit 12 cm umgehen Sie die Fummelei mit der Innendämmung und die Tauwasserproblematik aus der nicht bzw. kaum zu schaffenden Winddichtigkeit bei den vielen Metern Fugenlänge.
Wenn Sie Holz sichtig stehenlassen wollen dann machen Sie es. Holz muß in einem Altbau nicht neu und geleckt aussehen.

Fußboden:
Die Deckenfelder dürfen nicht belastet werden; die Lastabtragung erfolgt allein über die Balken. Ein Höhenausgleich kann durch Beilaschen von Bohlen oder Balkenexpandern erfolgen. Darauf dann Dielung oder OSB und Belag.





Danke für die Antwort.

Bezüglich der Dachbalken habe ich ein Foto angehangen. Es geht nicht darum, die Sparren sichtbar zumachen, sondern die Querbalken und die Pfetten. Das muss notwendigerweise erfolgen, da wir sonst eine Raumhöhe noch 1,55m haben bzw. 1,80m wenn die Pfette freiliegt. Die Sparren sollen verkleidet werden und brauchen nicht sichtbar. Die Friemelei mit den Querbalken und der Dampfsperre ist uns bewusst. Aber eine andere Möglichkeit sehen wir nicht. Die Aufsparrendämmung beträgt nur die 60mm, da der Dachdecker vom Händler abhängig ist und dieser nur 60mm und 35mm anbieten. Selbst wenn wir das zusammen Verlegen kommen wir auf keinen zufriedenstellenden Dämmwert. Deshalb die Zwischensparrendämmung.

Erschließt sich mir dennoch nicht, wie sich die Differenz innerhalb der Balken mit der gleichhohen Dämmung vereinbaren lässt.

Was die Dielung angeht. Was meinen Sie mit "Die Deckenfelder dürfen nicht belastet werden"?

Also Fußbodenbalken rechts und links verplanken und so ein ebenes Fußbodenniveau aufbauen? Wenn ich darauf legen würde, benötige ich noch eine Folie dazwischen?





Die Fachbegriffe wieder, mit laschen und beplanken meinen wir das gleiche. Zumindest ein Lösungsansatz wäre gefunden.



Dachausbau



Dampfsperren benötigst du nicht -nur eine innenseitige Dampfbremse.

Auf den Sparren wäre es besser , Holzfaserplatten zu verwenden, die gleichzeitig die Funktion als Dämmung und Wasser- und Luftdichtung erfüllen.
Evt wäre es einfacher (wenn es wegen der dickeren Dachhaut gestalterisch möglich ist) Aufdachdämmung zu verwenden:

auf die Sparren zB Nut- und Federbretter zu schrauben,
(oder große Fichte-Dreischicht-Platten)
darauf eine Dampfbremse/Luftdichtung verlegen
Darauf dicke Holzfaserdämmplatten,
darauf eine dünne Holzfaserdämmplatte als Unterdachplatte
dann über den Sparren die Konterlattung
dann Dachlattung und Dachpfannen.

Wenn du innen genug Platz hast ist auch dein Aufbau möglich.

Höhenausgleich wegen unterschiedlichem Sparrenniveau ist ziemlich einfach mit Distanzschrauben herzustellen.
Dazu werden zB 4/6 cm Latten mit den Distanzschrauben fest auf die Sparren geschraubt- anschließend können die Schrauben zusammen mit den Latten bis auf das benötigte Niveau herein- oder herausgeschraubt werden.
Als Innenverkleidung kannst du auch Holzfaserplatten nehmen, die zB mit Lehm verputzt werden können.
Oder du nimmst Gipsfaserplatten, die du mit einem mineralischen Haftputz versiehst- anschließend kann auf Wunsch auch Lehmputz, Kalkfeinputz oder Kalkfarbe verwendet werden.

Wie geschrieben wurde:
Die Zwischenfelder der Deckenbalken nicht belasten.
Entweder seitlich an die Balken Bohlen anschrauben oder den Höhenausgleich auf den Balken vornehmen-
Es hängt von der möglichen Fußbodenhöhe ab und ob überhaupt die Balkenfelder zugänglich sind.

Im Fußboden zwischen beheizten Etagen sind keine Dampfbremsen oder -sperren notwendig, da keine Kondensation stattfinden kann.

Es lassen sich fast sämtliche benötigte Materialien bundesweit an jede Adresse liefern

Du kannst mir ggf Details mailen

Andreas Teich





Die Bodenbalken sind frei zugänglich, eine seitliche Beplankung ist möglich. Muss ich dann zusätzlich auffüllen oder kann der Zwischenraum lufthefüllt bleiben (der der zusätzlichen Lattung)?



Deckenaufbau-Füllung



Der Zwischenraum sollte bis zur Unterkante der Dielen aufgefüllt werden, die oberste Schicht am besten mit flexiblem,stauchbaren Material, damit kein Resonanzraum entstehen kann.
Zb flexible Holz- oder Zellulosefaserplatten, Hanf, Zellulose etc.
Das dient nur der besseren Schalldämpfung und könnte unterbleiben wenn die egal ist.

Da die Deckenhöhe bei euch begrenzt ist wäre ein niedrigerer Aufbau woh günstiger.
Am besten dazu angeben, wie groß der Unterschied vom höchsten Punkt der Balkenlage bis zum niedrigsten ist und ein Bild der gesamten Balkenlage machen.

Andreas Teich