Dachdämmung Altbau mit Unterspannfolie aus 1978

26.05.2019 Christopher M



Hallo zusammen,


wir sind gerade dabei unser Dach von Innen neu zu dämmen. Wir wollen eine Zwischensparndämmung 16cm bei 16cm Holzbalken anbringen.

Aktuell ist hinter den Dachziegeln eine Folie aus dem Jahr 1978 - wahrscheinlich komplett undurchlässig aus diesem Baujahr.

Danach (von außen nach innen gesprochen) erfolgt die neue Dämmung und dann entsprechend die Dampfbremsfolie.


Derzeit haben wir von 2 Dachdeckern zwei unterschiedliche Meinungen diesbzgl. und sind wirklich verwirrt.


1. Meinung:

Dämmung darf bei 16 cm Spahnholz max. 14 cm haben um 2 cm Abstand zur Unterspannbahn (aus Baujahr 1987, komplett dicht). Da sonst Schimmel/Kondensbildung droht


2. Meinung.

Dämmung darf bei 16cm Spahnholz 16 cm haben, und ein Abstand zwischen Dämmung und Unterspannbahn ist egal.


Wir sind echt ratlos. Daher würde wir uns über fachkundige Meinung freuen!


Danke vorab.



4cm Abstand zur Folie



Hallo Chirstoph,
wir haben ein änliches Dachproblem, und mir wurde gesagt dass man 4cm Abstand als Hinterlüftungsebene einhalten sollte. Eine Dachlatte an den Sparren als Abstandshalter nageln.
Dann darauf eine Holzfaserplatte und dann mit Zellulose verfüllen.
Das war der Vorschlag eines Dachdeckers.
Ach ja, ich muss auch noch aufdoppeln.

Insgesamt haben wir schon 4-5 Meinungen zu der Baustelle erhalten
und wir sind uns nicht sicher was zu tun ist.
ABER alle haben auf eine Hinterlüftungsebene bestanden!
Für den Fall von Solarpanelen sollte zwingen eine Hinterlüftungsebene vorhanden sein.
(Aussage des Dachdeckers)

Am Dienstag kommt ein Bauphysiker der uns beraten soll.
Dann wird ein Konzept erarbeitet und dann kann es losgehen.

Gruß ENgelbert



Hinterlüftung



Auf jeden Fall muss eine ausreichende Hinterlüftung bei diffusionsdichten Unterspannbahnen erreicht werden. Sonst wird die Dämmung nass. Zwei Zentimeter sind zu wenig. Mindestens 4 cm sind Notwendig. Also am besten die Sparren aufdoppeln.



Dachdämmung bei alter Unterspannbahn



Hinterlüftungen der Dämmung würden unten und oben Ein- und Auströmöffnungen erfordern, was kaum realistisch ist.
Bei zumindest stundenweise guter Besonnung der Dachfläche und dadurch möglicher Rückdiffusion sind Vollsparrendämmungen mit kapillaren Dämmstoffen wie Zellulose, Holzfaser, Hanf etc und feuchtevariablen Dampfbremsen möglich.

Da das Bedachungsmaterial vermutlich auch älter ist und möglicherweise irgendwann erneuert wird könnte ggf die Gitterfolie entfernt werden und dann ohnehin übliche Vollsparrendämmungen verwendet werden.
Die Dachfläche sollte in dem Fall regelmäßig auf Defekte hin von außen untersucht werden.
Es gibt auch die Möglichkeit die Folie zu entfernen und nach innen leicht durchgebogene Holzfaser-Unterdachplatten zwischen den Sparren einzubauen und dann ebenfalls wie üblich zu dämmen.