Dachdämmung - aber wie?

31.10.2014 Elmex04



Hallo,

wie bereits in meinem vorherigen Thread erwähnt, sind wir gerade dabei die bestehende Garage als weiteren Wohnraum zu erschliessen. Neben dem Mischmauerwerk-Problem (siehe anderer Thread) stellt sich auch die Frage, wie das Dach gedämmt werden soll.

Derzeitiger Aufbau des Daches (vgl. auch Bild):
1. Dachziegel (Bj, ca. 1960)

Vorschlag unseres Bauunternehmens - denn die EnEv muss ja eingehalten werden:
1. Dachziegel (Bj, ca. 1960)
2. Mineralwolle 16cm
3. Dampfsperre
4. Rigipsplatten 1,5cm

Diesen Aufbau halte ich für problematisch, denn eindringender Schlagregen oder Kondenswasser im Sommer könnte dazu führen, dass die Mineralwolle sich mit Wasser vollsaugt. Da diese - nach meinem Wissensstand - nicht kapillaraktiv also grenzflächenübergreifend ist, würde das Wasser, so es denn in die Mineralwolle einmal gekommen ist, nicht mehr "austrocknen" können.
Sehe ich das so richtig???

Mein derzeit favorisierter Aufbau wäre:
1. Dachziegel
2. Holzverkleidung >= 2cm (zwischen die Sparen montiert und mit Erdpech, Teer, was noch genauer analysiert werden müsste) die Ränder an den Sparen abzudichten.
3. Mineralwolle
4. Holzverkleidung oder Rigipsplatten
Hier würde also eindringendes Wasser zunächst von der Holzverkleidung (Punkt 2) aufgenommen und auch wieder abgegeben werden können.

Meine Frage dazu:
1. Ist der Aufbau so richtig hinsichtlich dem Wasserproblem?
2. Wäre ein anderer Aufbau sinnvoller?

vielen Dank schon mal und beste Grüße

Elmex04



Die



Bedenken sind völlig korrekt.

Die rustikalste Lösung (bei bei uns im Haus 15 Jahre gehalten hat, allerdings bei einem sehr steilen Dach) ist PVC-Folie von innen an die Sparren und Latten getackert um die Mineralwolle vor Nässe zu schützen. Nachteil: eindringendes Wasser kann schlecht ablaufen, weil die Folie fest an die Lattung gedrückt wird und vom Raum in die Dämmung gelangender Wasserdampf ist dort ziemlich gefangen. Sicher nicht mehr Stand der Technik.

Was als Komplettpaket angeboten wird ist eine Lösung mit Holzfaserplatten, z.B. von Steico. Hierbei wird eine Distanzlattung an die Sparren geschraubt, an diese kommt eine Holzweichfaserplatte. Zwischen Lattung und Platte ist also ein Hohlraum, in dem eindringendes Wasser zur Traufe ablaufen kann. Innen kommen dann noch Klemmfilzbahnen zum Einsatz, z.B. Hanf.

Die Standardmethode wäre Eindeckung runter, Schalung auf die Sparren, Unterdeckbahn, Konterlattung, Lattung. Dann kann man ungeniert und trocken von innen dämmen.

Übrigens gehe ich von den Fotos ziemlich fix davon aus, dass die Sparren aufgedoppelt werden müssen.



Dachdämmung .im Bestand



Bild vs 1000 Worte
;-)
Jürgen Kube



Ich



habe die von Jürgen vorgeschlagenen Variante auch bei mir vor schon 10 Jahren eingebaut und bin sehr zufrieden damit.

Grüße aus Koblenz



Dachdämmung



Hallo,

Derzeit beschäftige auch ich mich mit dem Thema Dachdämmung. In diesem Zusammenhang hätte ich Fragen zu dem Foto von Jürgen Kube.

Reicht die Distanzlatte Nr 3 als Hinterlüftung? Ich hatte bisher auch ( bzw. nur) an den Sparren Distanzlatten vorgesehen um über die gesamt Breite eine Hinterlüftung zu haben.

Anstatt der Climacell-Schüttung würde ich gerne Hanfdämmung nehmen und anstatt Folie und Gipskarton lieber OSB. Geht das, oder was spricht dagegen.

Vielen Dank

Dietmar



Die



minimalistische Distanzlattung hat mich auch schon verwundert, Steico gibt das meiner Erinnerung nach anders vor. Hanfdämmung sollte problemlos machbar sein und OSB fungiert - verklebt - als Dampfsperre.

Ich spintisiere auch ab und zu mit solchen Sachen herum (nur spintisieren deshalb, weil aufgrund dringenderer Aufgaben eine Dachdämmung in sehr weiter Ferne liegt) und bin für meinen Aufbau bezüglich OSB skeptisch. Das hat aber sehr konkrete Gründe, ich möchte aufgrund der ohnehin schon minimalen Kopffreiheit (wir reden hier von einem Satteldach mit vielleicht 40° Neigung und Firsthöhe innen bei ca. 3 m, Wohnräume gemäß Bauordnung kann man da sowieso keine draus machen oder jedenfalls nur winzige) die Sparren so wenig wie möglich aufdoppeln. Ich bräuchte dann OSB + Lattung (Installationsebene) + endgültige Wandoberfläche, das ist etwas viel.



Distanzlatte..



ist nicht für Hinterlüftung ,
die ist unter der Dachlattung angeordnet um etwaig vorkommende
Wässer in der Mitte der Weichfaserplatte zu halten , letztere muß auch zwingend über die Traufe geführt werden !
Belüftung ist hier nachrangig , die Weichfaser ist ja äußerst diffusionsoffen und im Zweifel kann ja jeder eine stärkere Latte verwenden .
@Dietmar :
Das Ausblasen der Sparrenzwischenräume hat den Vorteil , daß Dämmstoff in wirklich jede minimale Ecke gelangt , preislich übrigens idR auch günstiger ist ..
OSB - Platten ins Dach und unter die Sparrenebene zu jonglieren muß man auch niemandem wünschen , den Anblick auch nicht ..
Ausgleichen der Fläche tut eh not , alle Stöße zu verkleben ist die Anforderung zur Luftdichtheit und teurer wird's wohl auch !
Ps. Neue Frage - neuer Thread , bitte ?!