Dachbodenaufbau mit Schüttung über Holzbalkendecke mit Lehmfeldern

24.09.2015



Hallo,

Wir möchten einen Dachboden in einem Altbau zum Wohnraum mit Fertig-Parkettboden ausbauen.
Mehrere Bodenbauer haben uns ein Angebot gemacht und verschiedene Bodenaufbauten vorgeschlagen.

Zu einem Aufbau, der von mehreren Bodenbauern vorgeschlagen wurde, habe ich eine Verständnisfrage, die mir die Bodenbauer jeweils nicht beantworten konnten.

Der Aufbau zu dem ich eine Frage habe:

(von unten nach oben)
* Holzbalkendecke mit Lehmfeldern
* Perlit Trockenschüttung zum Höhenausgleich und als Schallschutz
* Darüber OSB-Platten mit Nut und Feder (schwimmend)
* Darüber das Fertig-Parkett (schwimmend oder verklebt)

Der Dachboden:

Der Dachboden (Baujahr 1910) hat Holzbalkendecken mit Lehmfeldern. In den Lehmfeldern sind kleine Latten eingearbeitet, die einigermaßen für Festigkeit sorgen, aber besonders tragfähig sind die Lehmfelder trotzdem nicht. Der Bodenaufbau sollte die Last daher vor allem auf den Balken und nicht auf dem Lehm abstützen.

Wenn möglich sollte der Bodenaufbau so tragfähig sein, dass man in dem Raum einen Billardtisch aufstellen kann (Gewicht: ca. 400 kg).

Wir haben von den Bodenbauern natürlich jeweils noch andere Alternativen vorgeschlagen bekommen. Bevor ich die verschiedenen möglichen Varianten vergleiche und diskutiere, möchte ich aber erst einmal diese Variante verstehen.

Ich verstehe nicht, warum bei diesem Aufbau das Gewicht nicht auf die Lehmfelder drückt.

Immerhin würde doch das Gewicht des gesamten Bodens gleichmäßig auf die gesamte Fläche, also auch auf dem Lehm verteilt. Da die Lehmfelder deutlich mehr Fläche als die Holzbalken haben, würde somit die Hauptlast auf dem Lehm und nicht auf den Balken liegen. Und das sollten wir laut unserem Statiker ja gerade vermeiden.

Wie ist denn eure Meinung hierzu? Wo liegt mein Denkfehler?



Deckenaufbau



Natürlich übertragen bei den vorgeschlagenen Aufbauten die OSB-Platten über die Schüttung die einwirkenden Lasten auch auf die Balkenzwischenräume.
Das wäre nur bei ausreichend stabiler Schalung möglich- wofür alte Decken aber nie ausgelegt wurden.
Bei hohen Lasten ist eine entsprechend dicke, direkt auf die Balkenlage geschraubte Dielung am zuverlässigsten.
Den Schallschutz würde ich in Form von unter die Decke geschraubten Holzfaserplatten und ggf noch an mit Federabhängern abgehängten Deckenverkleidungen verbessern.

Alternativ OSB-Platten auf die Balken schrauben, Holzfaserplatten vollflächig auslegen, nochmals OSB schwimmend und in den Fugen verleimt verlegen. Darauf Parkett Kleben oder auf 2mm Rollenkork lose verlegen.

Andreas Teich



Alternative Schwalbenschwanzplatte



Esgibt auch die M?glichkeit des Aufbringens einer Schwalbenschwanzplatte die einige Eurer Anforderungen mit einem Schlag erledigen w?rden und im Kostenverh?ltni? zumindest gleichwertig ist. Der H?henaufbau ist geringer und meines Erachtens ist die Traglast h?her.



Fußboden über Balkenlage erneuern



Wenn der Unterboden tragfähig genug ist und eine gute Schalldämmung gewünscht wird sind Lewis-/Schwalbenschwanzplatten eine Variante.
Jedoch haben die inkl Vergußmörtel ein Gewicht von mind. 90 kg bei einer Aufbauhöhe von 50 mm.
Der Unterboden muß zudem ziemlich eben sein-ansonsten können Höhenunterschiede noch mit dem Estrich ausgeglichen werden.
Nachteilig ist die eingebrachte Feuchtigkeit durch Naßeinbau und einzuhaltende Wartezeiten für die Deckbeläge.

Wenn Dielenböden verlegt werden sollen wäre die Direktverschraubung auf den Balken einfacher.
Dielen passen ohnehin besser zu älteren Gebäuden und sind immer fußwärmer.

Andreas Teich